Yorashi - Der Abendsturm


 
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 Bergweg

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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 19:36

Ein weiteres Mal schwieg Len und musterte sie forschend. Von Kopf bis Fuß nass. Es war also wirklich geschehen. Was für ein großer Versager er doch war! Am ersten Tag hätte es sie schon zerrissen, weil er so ein Schwächling war, hätte sie nicht solch ein Glück gehabt. Zwar sollte er sich freuen, dass trotz allem nichts geschehen war, und dennoch...
»Beschissen«, antwortete er unverblümt. »Mindestens genauso kläglich, wie nach dem Erwachen aus dem Genjutsu. Nur dass die Vorstellung, die man mir gezeigt hat, hundertfach grausamer war.« Wenigstens konnte er sich damit brüsten, kein Wort erlogen zu haben. Noch immer fehlte ihm Schlaf, aber den würde er wohl so schnell nicht mehr bekommen. Ein wenig desorientiert war er, konnte sich nicht erklären, was eigentlich mit ihm persönlich passiert war. Er konnte sich nur daran erinnern, dass er am Abgrund gestanden und irgendetwas zu Luigi gesagt hatte – kurz darauf war er auch schon in eine Decke gehüllt an der Felswand gekauert. Ohnmacht, erklärte er es sich. Nicht oft durchgemacht, aber oft genug, um sich einen Reim darauf machen zu können. Wie lästig...
Dem Anstand zuliebe sah Len Yoko natürlich nicht beim Umziehen zu, er widmete sich lieber seiner Tasche, die in Greifweite gelegen hatte und trank ein paar Schluck. Seine Kehle hatte sich angefühlt, als hätte man ihm eine Fuhre Sand in den Mund gestopft.
»Ich bin Schlimmeres von dir gewohnt«, murmelte er auf die Schuh-Aussage hin. Und ehrlich gesagt interessierten ihn ihre Schuhe keinen Deut. Sie hätte etwas weitaus wichtigeres und wertvolleres verlieren können: Ihr Leben! Ob sie das wohlmöglich gar nicht verstand?
Als sie schließlich neben ihm saß, konnte er nicht mehr an sich halten. Vorwurfsvoll fragte er: »Warum hast du das getan? Warum hast du einfach... einfach losgelassen? Weißt du nicht, was du mir damit angetan hast?« Mal von der plötzlichen Bewusstlosigkeit abgesehen. Er wandte den Blick wieder von ihr ab und starrte in die Dunkelheit. Er hatte das Bedürfnis, irgendetwas zu zerreißen. Vielleicht sollte er mit der Decke anfangen? Aber nein. Es reichte, wenn er sie anklagte, er musste nicht noch wie ein Tier herumwüten und wahllos Dinge zerstören.
.. er kannte sich auch gar nicht so. Natürlich, wenn es um Rin und Schwäche ging, hatte er auch schon öfters die Geduld verloren. Aber noch nie hatte er sich dabei so schrecklich hilfslos gefühlt.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 19:56

Bei seinen Worten zuckte sie kurz zusammen. War ja das schon recht… anklagend ihr gegenüber, dabei hatte sie es sich nicht ausgesucht so den Halt zu verlieren und zu stürzen. Zumindest nicht ganz. „Es ist ja letztendlich nichts passiert…“, sagte sie leise und fühlte sich gerade recht unwohl. Es ging ihm schlecht, weil ihr etwas schlechtes wiederfahren war. Aber… Sie seufzte kurz.
Auch das nächste Thema mit ihren Schuhen überging er ziemlich, dabei war es eigentlich ein Versuch dafür gewesen, die Situation nicht ganz so ernst zu nehmen – selbst wenn sie diese wirklich geliebt hatte… natürlich nicht auf die Weise wie Len, aber in ihnen konnte die Utsukushi einfach schon Stunden, wenn nicht gar Tagelang darin gehen ohne Schmerzen in den Fußsohlen zu haben.
Ob er ihr beim Umziehen nun zusah oder nicht, wäre ihr eigentlich egal gewesen. Wäre ja verdammt eigenartig gewesen, wenn sie den Blick von demjenigen nicht ertrug, den sie liebte, wobei… vielleicht war es doch besser gewesen. Sie sah ja noch nicht unbedingt gut aus. Vielleicht hätte sie sich tatsächlich geschämt… unwohl gefühlt. Je mehr sie darüber nachdachte, desto eher würde sie es sogar mit ja beantworten, was sie so gar nicht verstand, aber vorerst hinnahm. Wahrscheinlich wollte sie für ihn einfach wirklich hübsch aussehen. Nicht angeschlagen.
Nun, wo sie neben ihm saß und er sie nun wirklich anklagte, zuckte sie erneut, wandte ihren Blick nach vorne in die nicht mehr ganz so schwarze Dunkelheit. „Ich… also… es… hm…“ Sie stammelte sichtlich und schloss den Mund wieder, ordnete die Worte, die ihr durch den Kopf umher schossen zu einen zusammenhängenden Satz: „Ich konnte dich nicht mit hinab ziehen…. Nicht deinen Tod verantworten.“ Nun blickte sie ihn doch wieder an – er wünschte sich das doch sonst auch immer so sehr – wobei sie diesen Blick mehr auf seine Brust fixierte, als ihm direkt in die Augen zu sehen. Brachte sie einfach noch nicht fertig. „Es tut mir leid. Darf ich dich nun umarmen?“, fragte sie ihn schief – wohl auch verzweifelt – lächelnd. Denn genau jetzt war wieder einer dieser Momente, wo sie einfach nah bei ihm sein wollte.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 20:10

Zwar war Yoko die letzte, die für diese Situation etwas konnte, aber nun ja, der Mensch war nun einmal eigenartig. Wenn er sich nicht selbst anklagen wollte, suchte er eben die Schuld bei anderen, um sich besser zu fühlen. Schade, dass es bei Len nicht ganz so gut geklappt hatte, wie gewollt.
»Bis auf dein Bein da«, meinte er und lachte gequält auf. »Genauso nichts wie damals meine Hand, nicht wahr?« Ihnen war es eben nicht ganz so vergönnt, einfach nur glücklich zu sein. Es musste immer irgendetwas sein, irgendetwas, was einem hinterrücks die Laune verdarb. Fortuna war eben immer sehr sparsam und geizig, was ihr Glück anging. Das verschenkte sie nicht einfach. Aber zumindest hatte sie dafür gesorgt, dass Yoko nicht ganz verloren ging. Und dafür sollte Len dankbar sein.
Er atmete zitternd aus, um sich vielleicht bald mal wieder zu beruhigen, aber immer noch bebte sein Körper, als hätte er gerade eine halbe Ewigkeit in Eiswasser gesessen und nicht umgekehrt. Schließlich, nachdem sie zumindest ehrlich geantwortet hatte, lehnte den Kopf gegen die Felswand hinter sich und sah in den heller werdenden Himmel. Am Horizont konnte man bereits blassrosa Streifen erkennen, ein Vorbote der Sonne. Tatsächlich würde er diese Nacht kein Stündchen Schlaf mehr bekommen. Aber er hatte ja im Genjutsu vorgeschlafen.
»Du bist so egoistisch«, murmelte er auf ihre Erklärung hin. Ja, gut, sie hatte nicht damit leben – sterben? – wollen, ihn möglicherweise mit in den Tod gezogen zu haben. Aber er sollte damit sein ganzes Leben verbringen, dass er sie nicht hatte retten können? Er fand sie wirklich scheiße egoistisch, aber so langsam beruhigte Len sich wieder. Immerhin hatte er sie ja wieder, weswegen er nur stumm nickte und eine Hand nach ihr ausstreckte. Mit den Fingerspitzen fuhr er ihre Wange nach. »Ich liebe dich doch«, sagte er zaghaft, »mach das ja nie wieder.«

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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 20:31

Sie sah ein wenig… beschämt zu Boden. „Du hast es also gemerkt…“, stellte sie mehr für sich selbst fest. Vor ihm war sie bisher noch nie eine gute Schauspielerin gewesen, viel mehr ein offenes Buch. Letztendlich musste sie doch wieder Lächeln, wenn es auch ein schmerzhaft verzogenes Lächeln war. „Recht guter Vergleich. Vielleicht sollten wir wilde Gewässer meiden.“ Selbst wenn sie es gar nicht vorgehabt hatte in ein Wasser zu fallen… gut, besser als wenn sie auf den harten Boden aufgeschlagen wäre, oder wirklich nun aufgespießt an einen der Felsen hing. Die Vorstellung schauderte die junge Frau und sie rieb sich über die Arme. Ihr war es ohnehin schon kalt, da musste das Gefühl doch nicht noch extra bestärkt werden.
Ihr Mund klappte auf – zu – auf – zu, bis sie es noch einmal wiederholen konnte. „Egoistisch? Es wäre egoistisch gewesen, wenn ich dich wegen meinen Fehler mit in den Tod gerissen hätte.“ Sie verstand es tatsächlich nicht und auch aus ihrer Stimmlage konnte man es hören. War es ein fast tonloser Hauch, der gegen die steife Brise hier oben anzukämpfen schien.
Sie zog ihre Füße hoch an ihren Körper, um gerade irgendwo Halt zu finden. Drückte ihren Kopf kurz gegen die Knie, als sie seine Hand an ihrer Wange spürte. Schon wieder überzog sie ein Schauer, wobei es von einer anderen Gefühlsregung herrührte, die sie gerade selbst nicht so erklären konnte. „Ich werde mein Glück nicht herausfordern.“, antwortete sie ihm und legte ihre Hand auf die seine, wo ihr auffiel, dass ihre eisig kalt war, weshalb sie sie wieder zurückzog, ein „Tschuldige“ stammelte. Er hatte es ihr nicht erlaubt ihn zu umarmen, weshalb sie es lieber ließ. Er war ja doch noch irgendwo sauer auf sie. Wäre sie in seiner Lage, wäre sie es wohl auch, weshalb sie das egoistisch von vorhin langsam aber sicher sehr gut nachvollziehen konnte.
„Ich liebe dich, Len.“, sagte sie wieder recht leise und ein zaghaftes Lächeln kam über ihr Gesicht. Das erste Mal, dass sie es zu ihm gesagt hatte. Das erste Mal, dass sie diese Worte in ihrem Leben ernst gemeint hatte und sie musste zugeben, dass es dann doch wirklich etwas anderes war. Dass diese Worte... schön waren.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 20:54

In einer verzweifelten Geste hob er beide Arme und ließ sie wieder fallen. »Unmöglich zu übersehen! Ich wäre ja wohl kein guter Freund, sollte ich nicht zumindest so etwas Offensichtliches merken«, antwortete er und grinste schief. »Wasser ist eben doch ein schlechtes Element.« Was sich auch darauf bezog, dass sie damit gedroht hatte, seine mühsam erkämpften Feuerchen zu löschen. Das würde er ihr wohl lange krumm nehmen. Bis auf die Tatsache, dass es noch ein bisschen besser auffing, als hartes Gestein. Wobei... bei einem Fall aus bereits 25 Metern konnte Wasseroberfläche schon Knochen brechen. Yoko hatte noch mehr Glück gehabt, als sie sich ausmalen konnte – jedenfalls nach seiner engstirnigen Meinung, die immer noch irgendwo lieber gehabt hätte, gemeinsam mit ihr in den Tod gestürzt zu sein, als einsam und verzweifelt oben auf dem Weg hocken zu bleiben. Das war es nun einmal. Dieser Fluch, der mit der Liebe einherging. Den er jetzt schon allzu oft gespürt hatte, aber noch nie so heftig wie in den vergangenen Minuten.
»Versuch dich mal in meine Lage zu versetzen«, murmelte er und stand auf, um sich direkt am Abgrund hinzuhocken. »Stell dir vor, ich würde da jetzt rumhängen und du hättest noch eine Hand von mir.« Er warf ihr einen fragenden Blick über die Schulter zu. »Und dann entwinde ich mich einfach deinem Griff und verschwinde ohne ein weiteres Wort in der Finsternis. Und du musst den Gedanken ertragen, dass das das letzte Bild ist, das du von mir sehen wirst.« Vielleicht hatte Len somit dazu beigetragen, dass sie sich die nächste Zeit ein wenig anschwiegen und deprimiert waren, aber zumindest vorstellen sollte sie es sich. Seinen Schmerz nachempfinden! Das konnte er ja wohl verlangen, wo sie es doch nicht verstanden hatte. Von sich aus.
Nun ja, Len stand wieder auf und setzte sich erneut neben sie, verzichtete aber darauf, sich wieder in die Decke zu wickeln. Und kurz darauf bereute er auch schon. All diese harten Worte. Sie hatte es doch sicher nicht gewollt und schon gar nicht böse gemeint. Deswegen freute er sich innerlich, dass sie zumindest seine Hand ergriff. Len lächelte sogar noch, als sie ihre Hand zurückzog. »Hattest du nicht gesagt, du würdest aufpassen?«, erinnerte er sie an ein vorhergehendes Gespräch und nahm ihre zurückgezogene Hand in beide Hände, um so vielleicht ein wenig Wärme zurück in die kalten Glieder zu bringen. Er wollte nicht, dass sie litt. Und doch hatte er mal wieder dazu beigetragen, er war eben doch ein Idiot.
Kurz darauf riss es ihm den Atem weg – erneut. Fassungslos und vielleicht ein wenig hilflos sah er Yoko an, blinzelte ungläubig. »Wa - ?«, machte er und legte den Kopf schräg. »Sag das nochmal!«, forderte er. Sie hatte... doch gerade wirklich gesagt... und... Ihm gingen sogar die Gedanken aus. Er schüttelte kurz den Kopf, um wieder klarer denken zu können und grinste Yoko dann an. »Klingt gut, was?«
Vielleicht, kam es ihm in den Sinn, ist das unter uns die beste Entschuldigung, die man sich einfallen lassen kann... Über sich selbst amüsiert grinste Len noch ein wenig vor sich her, bevor er schließlich ihre Hand losließ und sie stattdessen sanft auf seinen Schoß zog, damit er besser die Arme um sie legen konnte. Barg den Kopf an ihrer Schulter.
»Du bist echt... keine Einbildung... kalt... aber am Leben...«, nuschelte er, eher für sich, als dass er mit Yoko sprach.
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BeitragThema: Re: Bergweg   So 31 Jul 2011, 19:26

Wieder fehlten der Utsukushi die Worte. Was hätte sie auch darauf zu erwidern gehabt? So hatte sie es ja versucht es zu verdecken. So wurde letztendlich nur der Kopf geschüttelt. Ein guter Freund wäre er dann wohl wirklich nicht – nein, garantiert nicht.
„Jedes Element hat Vor- und Nachteile.“,
murmelte sie und mied zu diesem Zeitpunkt noch immer seinen Blick. Umso entsetzter sah sie auf, als er zum Abgrund ging – Paranoia – denn nun keimte gleich die Angst in ihr auf, dass dort die Erde auch wieder wegrutschte. Aus diesem Grund prallten seine Worte gerade einfach nur ab, vielleicht musste sie ja gleich aufspringen und sie würde nicht oben stehen bleiben, da war sie sich sicher. Egal, was sie dort zu erwarten vermag.
Erst als er sich wieder sicher neben sie setzte, verarbeitete sie seine Worte. Ich glaub mir wird schlecht – schoss es ihr durch den Kopf. Die Vorstellung. Es einfach direkt vor Augen halten. Schrecklich. „Ich… wollte dir etwas zu rufen, aber…“ Sie stockte, schluckte schwer. Der Gedanke an diese Worte… ließ sie weinen? Nun, nicht äußerlich… dafür aber umso mehr im Inneren. Also ließ sie ihren Satz unvollständig. Sonst wäre er ja noch mehr enttäuscht von ihr!
Unteranderem habe ich das gesagt. Unteranderem aber auch, dass ich auf dich aufpassen würde. Man kann sich nur für ein Leben entscheiden.“ So wahr sie ausgesprochen wurden, wurden sie auch gleich wieder bereut. Nicht, dass so etwas die Situation nochmals verschlechterte. Umso erstaunter war sie, als er ihre Hand dann in die seinen nahm. Tatsächlich spürte sie seine Wärme. Auch vorhin schon und nur deshalb hatte sie bemerkt, dass sie selbst ja eigentlich eiskalt war.
Ihre Entschuldigung, oder eigentlich nur der Ausdruck ihrer Gefühle für ihn, schien ihn zu verwirren? Dadurch war sie im ersten Moment wohl mindesten genauso verwirrt. Dann musste sie aber doch auch wieder grinsen. „Ein andern mal, man darf mit solchen Worten nicht verschwenderisch umgehen.“, erklärte sie – wie einst auch schon im Traum…. Genjutsu – ihm.
Wieder ein Nicken ihrerseits. Immerhin klang es ja auch gut! Wahrscheinlich mehr als das, einfach nur traumhaft. Vielleicht lag es auch daran, dass sie diesen Zauber dieser Wörter behalten wollte und sie deshalb nicht so oft benutzen wollte. Sie waren ja etwas Besonderes in ihren Augen
Nun endlich auf seinem Schoß und seine Arme um ihren Körper, konnte sie endlich erleichtert und glücklich aufseufzen. Auch sie schlang ihre Arme um ihn, drückte sich, wenn die Möglichkeit noch bestand, näher an ihn und schloss einfach ihre Augen. Den Kopf leicht auf den seinen gestützt.
Eine Weile sagte sie nichts, genoss einfach den Moment, ehe sie sich wieder etwas von ihm löste, ihn ansah. „Wir sollten weiter… sonst müssen wir auch noch die kommende Nacht auf dem Boden schlafen.“
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BeitragThema: Re: Bergweg   So 31 Jul 2011, 19:45

Len zuckte in einer gleichtgültigen Geste mit den Schultern. »Solange sie uns am Leben lassen, sind sie mir egal.« Was eigentlich auch der Wahrheit entsprach. Flüsse, Regen, Meere, Waldbrände, Dürren, Vulkanausbrüche, Gewitter, nicht isolierte Stromleitungen, Erdeben, Erusion, Deflation und Stürme waren ihm vollkommen egal, es sei denn, sie betrafen ihn direkt. Ja, schon schade um die hundert Seelen, die bei dem stärksten Gewittersturm mit folgenden Überflutungen verloren gingen, aber er konnte eh nichts tun, und solange er nicht behelligt wurde...
Kurz legte Len fragend den Kopf schräg, als er wieder zurück an den Platz mit seinen Sachen gekehrt war und sah sie fragend an. »Und das hätte es wahrscheinlich unwahrscheinlich viel besser gemacht?«, fragte er bitter lachend. Was machte es denn für einen Unterschied, ob sie ihm jetzt noch letzte Worte entgegen schrie, oder einfach wortlos verschwand. Weg war weg. Am Ende kam dasselbe hinaus. Und das Resultat war schließlich das, was zählte.
»Ja, hast du – aber – ich – weißt du – und – «, ärgerlich brach Len ab. Brachte ja sowieso nichts. Sie hatte ihn doch tatsächlich ein weiteres Mal gegen die Wand argumentieren können. Ihm fiel nichts Gescheites ein, was er darauf erwidern konnte.
Schließlich winselte er nur: »Wir sollten das nächste Mal einfach beide stürzen, dann kann sich keiner Vorwürfe machen, weil wir wohlmöglich dann beide am Grund zerschellen.« Wo er Recht hatte, hatte er Recht. Auch wenn's irgendwo ziemlich bitter war.
Kurz schmollte er. »Jetzt bin ich beleidigt«, log Len. Immerhin verstand er ja ihre Beweggründe, und er hatte sie ja sehr wohl verstanden. Und vorerst sollte es genügen, dass er wusste, wie sie empfand. Trotz allem war er unheimlich glücklich, was sich durch ein angenehmes Prickeln unter der Haut andeutete. Deswegen schloss er sie wohl so fest in seine Arme und genoss das Gefühl, Yoko halten zu können. Zwar war sie noch immer kalt, trotz der neuen, trockenen Sachen und der Zeit, die bisher vergangen war, aber er hoffte darauf, dass er mit Körperwärme noch etwas retten konnte. Dass sie sich wohl fühlte. Er hob träge den Kopf, fast schon wie aus einer langen Winterstarre erwacht, und starrte fragend zurück.
»Die Sonne ist nicht einmal ganz aufgegangen...«, murmelte er schmollend, nickte dann aber einsichtig. Die Aussicht auf ein weiches Bett war eben zu verlockend. Aufgrund dieser einfachen Gleichung ( Aufstehen + Gehen = Bett + Schlaf ) beschränkte Len sich darauf, ihr noch einen kurzen Kuss zu geben und dann zu fragen:
»Kannst du laufen?«
Denn bevor er aufstehen konnte, musste sie erst einmal von seinem Schoß runter. Und wenn sie möglicherweise nicht auftreten konnte... Nun ja, dann musste eben improvisiert werden.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 12:27

Yoko nickte, er hatte ja recht. So gesehen konnte ihr zurzeit alles egal sein – Hauptsache sie war gesund bei ihrem gesunden Len. Wow, wie egoistisch sie gegenüber dem Rest der Welt sein konnte. Okay, gut… war sie wohl vorher auch schon. Aber nun gab es sogar noch eine Person in ihrem Leben.
„Nun… Nein, wohl eher nicht.“,
gestand sie ihm und sein bitteres Lachen verpasste ihr nur noch mehr einen unschönen Schauer. Wie es schien argumentierten sie sich wohl die ganze Zeit gegenseitig an die Wand.
„Das hört sich ziemlich bitter an… aber wenn das dein Wunsch ist…“
Wieder einmal gab die Utsukushi für den Moment nach. Ob sie ihm diesen Wunsch erfüllen würde, würde es tatsächlich noch einmal zu einer solchen Situation kommen, war sie sich absolut nicht sicher. Er würde es sich doch garantiert auf ewig vorwerfen seine Schwester nun nie gefunden zu haben, wenn es denn ein Leben nach dem Tod gab – wovon sie ja bekanntlich überzeugt war.
„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Sonne überhaupt richtig sehen werden ist recht gering bei den Wolken.“, erwiderte sie leicht lächelnd. Zwar wäre auch sie noch sehr viel länger einfach so auf ihm gesessen. Hätte gerne noch länger seine Wärme gespürt, aber doch war es wichtig nun eine Stadt zu finden. Ein Bett zu bekommen. So lange wie er schon auf dem kalten Steinboden saß, war auch nicht gesund. Konnte sich eine Blasenentzündung oder ähnliches einholen. Womit sie wieder ein Widerspruch für sich war, da sie wohl recht häufig einfach auf dem Boden saß ohne groß auf ihre Gesundheit zu achten, was das anging.
Sein Kuss brachte sie zum Schmunzeln und sie nickte langsam. „Muss gehen.“, kam dann auch die recht sture Antwort und legte seine Arme ein wenig zur Seite, wenn er sie festhielt konnte sie ja auch schlecht aufstehen. Irgendwo waren sie schon lustig, er konnte nicht aufstehen, wenn sie so auf seinem Schoß rumsaß, sie aber auch nicht, wenn er sie noch festhielt.
Als das dann gemacht war, stützte sie sich mit einer Hand am Boden ab – immerhin wollte sie ihr Gewicht nicht gegen ihn drücken – und stand auf. Das Stehen ging ja recht gut. Das Laufen würde sich noch erst herausstellen. „Ich würde dir ja meine Hand reichen, aber dann lieg ich nur wieder auf dir.“, scherzte sie und bückte sich stattdessen nach ihrem Rucksack. Verschloss den Rucksack noch mal richtig und ärgerte sich darüber, dass er nass war. Trotz allem kam er wieder auf ihren Rücken. War dann auf jeden Fall leichter zu tragen, als wenn man es in der Hand hielt. „Meinetwegen können wir losgehen. Luigi meinte, dass er einen halben Tag gebraucht hat…. Stellt sich nur die Frage, ob er wirklich gegangen, oder runtergerutscht ist.“, murmelte sie, denn sein runterrutschen war recht schnell…
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 12:48

Len lächelte schief und entschuldigte sich einmal. »Wäre es so etwas wie: 'Werde auch ohne mich glücklich!' gewesen, wäre ich wohl hinterhergesprungen«, meinte er nach kurzer Überlegung. »Was hättest du denn sagen wollen?« Irgendwo war Len ja immer neugierig, vielleicht ein wenig zu neugierig – und hartnäckig. Aber das war wohl auch ein Grund, warum er sich ausgerechnet diese Art »Beruf« ausgesucht hatte. Denn es war das pure Glück, Neugierde zu befriedigen – und wenn man Informant war, konnte man das den ganzen Tag, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Was wollte man mehr?
»Wie hört es sich denn an, wenn man mit siebzehn erst eine Freundin hatte und die dann auch nach einem Tag freiwillig losließ, um in eine tiefe Schlucht zu stürzen und dort zu sterben? – Das ist bitter!«, kommentierte Len, aber dieses Mal mehr amüsiert, als irgendetwas. Man musste ja langsam von dieser Grabesstimmung wegkommen. Immerhin war nicht sehr viel passiert, was wohl nur der Gnade Gottes zu verdanken war.
Ein Blick in den Himmel nach ihren Worten. Er nickte stumm ab. Aber die Sonne war noch nicht aufgegangen! Len könnte jetzt protestieren, aber er ließ es bleiben. Man konnte ihr ja auch mal einen kleinen Sieg gönnen.
Körperkontakt war schön, wie er immer wieder feststellen durfte – aber da war noch diese Fähigkeit, die er besaß, und die er wahrscheinlich lieber abstellen würde. Denn mal wieder lachte er einfach laut los, anstatt einfach still hinzunehmen, was Yoko denn für Gedanken hegte.
»Du bist mir schon eine...«, sagte er grinsend und ließ offen, was genau er denn meinte. Blasenentzündung... Immer noch konnte er nur darüber lachen. Sein Immunsystem war über die Jahre so scheiße abgehärtet, er wurde nur selten krank. Und vor allem nicht dadurch, dass er auf dem Boden hockte. Zumal sie es ja anscheinend auch einfach tat, ohne darüber nachzudenken.
Kaum hatte Len gemerkt, dass er sie ja immer noch in einer Art Klammergriff gefangen hielt, ließ er natürlich los, wenn auch nur widerwillig. Er hätte gerne noch ein wenig Zeit mit ihr verbracht, so, wie es eben gewesen war. Ihn hatte schon eine merkwürdige Ruhe durchzogen. Jetzt aufzubrechen, das kam ihm vor, als würde man ihm befehlen, sich am nächsten Baum zu erhängen. Allerdings ermahnte er sich das Ziel vor Augen zu behalten, dann würde es schon gehen.
»Gar nichts muss gehen«, konterte er wenig überzeugend und stand auf schließlich auf, auch ohne irgendeine hilfreiche Geste. Er war ein großer Junge und manchmal, ja, da konnte er sogar allein aufstehen. Ein wenig schleppend und langsam sammelte Len seine Sachen ein und stopfte die Decke unordentlich in die Tasche, bevor er sich wieder Yoko zuwandte, die ja anscheinend wichtige Informationen weiterzugeben hatte.
»Ah«, machte er und gähnte. »aber ich denke nicht, dass er nur gerutscht ist. Immerhin geht's hier nicht nur runter. Wäre ja auch schön dämlich ein Dorf auf der Spitze eines Berges aufzubauen... Denk nur an die Mühe, das Baumaterial da hochzuschaffen.« Kurz hielt er inne, hatte er ja eben wieder einen Klugscheißermoment gehabt, schüttelte dann aber den Kopf. War ja jetzt nun einmal passiert.
»Nun, back to topic. Geht das mit deiner Verletzung? Oder willst du getragen werden, wie eine Braut? Oder Huckepack? Oder soll ich Rinto rufen?« Auf die Idee war er erst während des Sprechens gekommen. Und er fand sie ausgezeichnet. Allerdings wäre da noch das Problem, dass Yoko Rinto mal fast abgemurkst hatte...
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 13:34

Sie runzelte mit der Stirn. Auf solche Worte wäre sie wirklich nicht gekommen in so einer Situation. „Nein, so was nicht. Viel mehr eine… Lüge, die mich noch vor dem Aufprall getötet hätte.“ Zerriss der Gedanke sie damals schon sehr, dass sie es einfach nicht geschafft hatte den Mund aufzumachen. Mehr würde sie ihm wohl freiwillig nicht verraten. Würde er seine Gedanken lesen, gut, da konnte sie dann nichts dagegen machen. Aber zum Glück hatten sie da noch keinen Körperkontakt.
„Das hört sich… ziemlich schwachsinnig an, wenn ich ehrlich bin. Kommt glatt so rüber, als dass ich dich nie hätte leiden können und so lieber den Freitod gewählt hätte.“
Sie kratzte sich kurz am Hinterkopf und sah ihn an. Er schien es nicht unbedingt mehr todernst zu meinen, trotzdem war das eine komische Vorstellung.
Plötzlich lachte er auf ihre Gedanken hin los und sie verstand mal wieder nicht wieso, weshalb sie ihn erst fragend ansah und dann kurz mit lachte. „Was denn?“, fragte sie und schüttelte grinsend den Kopf. Zumindest war nun diese Grabesstimmung verflogen, das war das wichtigste, egal worüber er nun gelacht hatte!
Ob sie nun gehen konnte, oder nicht, ließ sie unbeantwortet. Musste sie erst noch für sich selbst herausfinden. Mit den nötigen Pillchen würde es garantiert ganz einfach funktionieren! Allerdings versprach sie ihm ja diese abzusetzen, was sie gerade irgendwo doch bereute und sich auf die Lippe biss. Den Druck aber schleunigst wieder zurücknahm. So aufgebissene Lippen waren beim Küssen nicht so toll. Er selbst schien sich ja oft auf die Lippen zu beißen, weshalb ihr die Frage – wo sie sich gerade so daran erinnerte – im Kopf schwirren ließ, ob er doch masochistisch war, oder einfach nur gerne sein Blut schmeckte…. Würde auf das Gleiche hinauslaufen, weshalb sie irritiert den Kopf schüttelte. Er würde schon seine Gründe haben und irgendwann würde sie mal danach fragen, wenn sie es wieder merkte.
„Nun ja. Steine haben sie ja genügend und vielleicht gibt’s da oben doch noch irgendwo ein Wäldchen.“ Sie zuckte mit den Schultern und klopfte demonstrativ kurz gegen die Steinwand. Die Utsukushi ging los und erst jetzt bemerkte sie den Schmerz in ihrem Fuß. Als sie hochgeklettert und zu ihm gegangen war, stand sie noch unter Schock, der den Schmerz unterdrückte. Jetzt, wo sie sich aber so schön ausgeruht hatte, brannte es wie Feuer.
Also hörte sie sich seine Vorschläge an. „….wenn du es bewerkstelligst, dass er mich nicht gleich fressen will – was ich voll und ganz verstehen kann – dann können wir es mit Rinto versuchen. Wäre die schnellste Möglichkeit.“ Nicht, dass sie an seiner Kraft zweifelte, aber ihm ging es in letzter Zeit auch nicht so gut und er sollte doch eigentlich seine – Scheiße! Sie schnappte nach Luft. „Sag mal.. mit welcher Hand hast du mich festgehalten?“, fragte sie. Er sprach ja nicht sonderlich über seine Schmerzen – außer er würde fast zusammenklappen, wo sie sich ja wieder recht ähnlich waren.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 13:53

Ihre Antwort ließ Len verständnislos blinzeln. Tatsächlich konnte er nicht vorstellen, was sie denn bitte für eine Lüge hatte erzählen wollen. Vor allem: wie kam man auf die Idee, kurz vor seinem Tod noch einmal zu lügen? »Du machst mich krank«, sagte er und schnaubte leise. »Das ist jetzt bestimmt schon das dritte Mal, dass du mir von irgendetwas erzählst, aber nicht genau sagen willst, was du eigentlich sagen wolltest! Halt..., das eine Mal war es eine Frage... und im Genjutsu...« Er kniff nachdenklich ein Auge zusammen und dachte scharf nach. War es im Genjutsu gewesen? Oder doch nicht? Ach, verdammt noch mal, sei's drum. »Verrat es mir! Du weißt gar nicht, wie es mich zerfetzt, von etwas zu wissen, ohne zu wissen, was es ist... Berufskrankheit«, nörgelte Len und sah sie flehend an. Er ahnte ja nicht, dass es ihr so schwer fiel, allein darüber nachzudenken.
»... und?«, machte er und grinste frech. »Du geizt ja auch mit Liebesbeweisen.« Selbstgefällig tippte er seine Wange an und sagte im Befehlston: »Kuss! Jetzt! Dann verzeih ich dir nochmal.«
Len lachte ja schon. Aber noch mehr lachen musste er, als sie auch noch mitlachte! Er fand Menschen so unglaublich lächerlich, die einfach lachten, obwohl sie nicht wussten, warum. Vor allem, wenn sie den Witz nicht verstanden hatten und trotz allem mitlachten. Aber nun ja, Yoko lachte wohl einfach nur gern mit ihm. Allein lachen hatte auch was von auslachen.
»Nicht so wichtig. Aber so erbärmlich schwach, wie du anscheinend denkst, bin ich wirklich nicht.« Er zwinkerte ihr zu und besah den Weg, den sie noch vor sich hatten. Am liebsten würde er sich jetzt kurz an den Abgrund hängen, um zu sehen, ob der Weg auch um die nächste Ecke noch weiter anstieg, aber aus Mitleid ließ er es bleiben. Schließlich war es ja wohl ein riesen Schock gewesen und vielleicht hatte Yoko ja jetzt so etwas wie ein Trauma... Da musste man ja nicht direkt mehr Grund für Panik sorgen. Aufgrund dessen spähte er nur hinauf. Immerhin war die Steigung jetzt nicht mehr so stark. Kurzzeitig war sie nämlich echt heftig gewesen, aber nun flachte alles wieder ein bisschen ab. Und weil Len sich so sehr auf den Weg konzentrierte, bekam er kaum etwas davon mit, dass sie so sehr in Gedanken versunken war.
»Baumgrenze«, erwiderte er nur gelassen, ohne ihr einen Blick zu widmen, immerhin war er immer noch in Rechnungen vertieft, wie lange es wohl dauern würde, wenn Luigi einen halben Tag gebraucht hatte und eine Kombination zwischen unkontrolliertem Rutschen und normalen Laufen gewählt hatte.
Schließlich wandte er sich wieder zu Yoko um und zuckte unbekümmert mit den Schultern. »Klar schaffe ich das. Wir sind gute Freunde. Außerdem habe ich noch Bestechung in der Hinterhand.« In einer Extraschriftrolle versiegelt lag ein ganzer Schwertfisch. Riesen Teil. Und Tiger waren eben doch nur große Miezekatzen.
Dann legte Len fragend den Kopf schief. »Hm? Alles okay mit dir?« Er wurde noch verwirrter und hob die rechte, immer noch bandagierte (aber lupenrein, das Ding!) Hand und deutete mit der anderen auf sie. »Rechte... Rechtshänder... und so... warum?«
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 18:02

„Hab ich dich, was das angeht, nie vorgewarnt?“, fragte sie doch mit einem leichten Grinsen auf den Lippen und sah ihn dann fragend an. „Schon das dritte Mal? Um was ging es denn in den anderen beiden Malen? Vielleicht habe ich ja jetzt eine richtige Antwort darauf, bzw. trau ich mich nun es dir zu sagen.“ Sie legte den Kopf schief, lächelte und sah ihn aus fast schon unschuldigen großen Braunen an. Nicht ganz ohne Hintergedanken, immerhin konnte es sein, dass er so von ganz allein von der eigentlichen Frage abschweifte. Wobei sie sich sogar an eine Frage in dem Genjutsu erinnerte…. Aber das konnte ja kaum die gleiche gewesen sein, weshalb sie was das anging eher schwieg.
Nur zu gut für sie, dass das Thema umschwenkte. Yoko grinste zurück. „Ich geize nicht. Du musst nur sagen, was du willst – so wie jetzt.“ Sie beugte sich zu ihm vor und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Yoko war ehrlich zu sich selbst. Sie liebte ihn über alles, gleichzeitig war es aber die erste richtige Beziehung und sie hatte insgeheim, dass sie mit…. Ihrer normalen Art womöglich wirklich alles noch kaputt machen würde. Da nahm sie freiwillig den defensiven Part ein und war froh, wenn er einfach sagte, was er wollte. Wobei sie sich auch wieder nicht sicher war, wie lang sie das noch durchhalten würde können. Irgendwann würde sie über ihn herfallen, das war schon mal vorprogrammiert.
Die Utsukushi räusperte sich kurz, hatte ja gerade noch gelacht und nickte. Dann sollte er es ihr eben nicht sagen, wieso er denn gelacht hatte. Mit wichtigen Dingen würde er schon mit der Sprache herausrücken. „Ich halte dich doch nicht für schwach! Wie kommst du nun darauf? Die Tatsache, dass du mich zwei Mal fast ins Grab geschickt hast beweist es zur Genüge, dass du stark bist.“, protestierte sie. Er war ja immerhin derjenige, der sie das erste Mal verschonte und auch das zweite Mal wäre sie fast gestorben. Ohne seine Hilfe, dass er nicht doch auch das Zelt aufgebaut hatte – wo sie sonst einfach auf dem kalten Boden im Regen gelegen wäre – und ansonsten auch einfach wartete… dass sie nicht so alleine war, half ihr enorm. Erst jetzt fiel ihr auf, wie schön es war in Gesellschaft mit ihm zu sein. Wie schnell sie sich eigentlich an die gemeinsame Reise gewohnt hatte. Nun, das Leben hielt wohl gerne so seine eigenen kleinen und größeren Überraschungen für sich offen.
Auf seinen Kommentar von ‚Baumgrenze‘ hin runzelte sie die Stirn, sagte aber nichts dazu. Irgendwann würde sie sich doch noch mal mit einem Wörterbuch in eine dunkle Ecke setzen nur um ihn ganz normal verstehen zu können. Sie schüttelte den Kopf. Irgendwie war die Vorstellung recht absurd, aber – wie schon öfters erwähnt – was tat man nicht alles für die große Liebe?
„Bestechung?“ Sie lehnte sich an die Wand und sah ihn forschend an, bis er einen Fisch beschwor, der durchaus einen intensiven Geruch hatte. „Oh, hübsch.“, meinte sie mehr ironisch – wie alt war das Teil denn schon?! Nun ja, wenn es dem Tiger schmeckte, sollte es ihr recht sein.
„Rechte? Gut.“
Sie seufzte erleichtert aus. „War mir nur so durch den Kopf geschossen… wegen deiner linken Schulter.“, klärte sie ihn schief lächelnd auf. Schien er ja gerade wirklich recht irritiert über die Frage gewesen zu sein.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 18:35

Len schüttelte stumm den Kopf. Natürlich hatte sie das nicht. Wahrscheinlich auch nur, weil sie es ja gewohnt war und nicht als eine Annomalie ansah. Dass andere Menschen nicht einfach Themen ansprechen, ohne wirklich etwas darüber sagen zu wollen, war Yoko wohl einfach noch nicht aufgefallen. Dann grinste er schief.
»Hättest du es mir gesagt, könnte ich es dir jetzt sagen. Ich weiß nur, dass ich gefragt habe, ob es ein Gefallen wäre, wie dass ich dich vorwarne, bevor ich deine Gedanken lese«, sagte er und legte nachdenklich ein Finger ans Kinn. »Aber egal... Was wolltest du rufen?« Wie gesagt. Len war hartnäckig.
Dann lachte er kurz und zwinkerte ihr zu. »Du weißt doch, ich schwafele lieber unnötiges, undeutliches Zeug.« Was sie ihm ja schon öfters vorgehalten hatte. Dafür hatte er aber auch umso mehr Lob bekommen, wenn er denn deutlich gesprochen hatte! So wie in diesem Moment, in welchem er sogar bekam, was er verlangt hatte. Na, daran konnte man sich aber getrost auch gewöhnen. Denn Gewohnheiten waren gut.
Er schnipste einmal mit den Fingern und zeigte dann auf sie. »Gut, dass du das fragst! Denn dann weißt du endlich, warum du eben gelacht hast und ich muss nicht länger schmunzeln. – Nun, ich kenne deine Gedanken. Und ich hocke gerne mal Stunden auf dem Boden, ohne krank zu werden.« Jetzt hatte er wenigstens wieder ein reines Gewissen, was die Sache anging. Und es lebte sich gleich viel leichter, so ohne die Schuld auf den Schultern.
Und während er einfach so vor sich herschwafelte, da war sie wohl gedanklich weit abgedriftet. Schweigend beobachtete er sie und zerwuschelte ihr schließlich die Haare.
»Rede lieber mit mir, als deinen Kopf zu zerbrechen«, begründete er seine Aktion und dann hatte er auch schon das Teil von Schwertfisch in der Hand. Er warf Yoko einen schiefen Blick zu. »Liebst du mich auch noch, wenn ich gleich fürchterlich stinke?«, fragte er im schwatzhaften Ton, bevor er das Ding auf den Boden warf und einen Fuß drauf stellte. Rinto sollte das Ding ja nicht gleich bekommen. Dann der obligatorische Biss in den Finger – er wollte keine seiner Verletzungen wieder aufbrechen, das heilte dann immer so schlecht ab und hinterließ hässliche Narben – und anschließend das Kuchiyose no Jutsu. Bevor der Tiger allerdings mit einem Puff auftauchen konnte, kommentierte Len noch schnell: »Hach und selbst wenn. Ich laufe lieber noch länger mit einer geschrotteten Schulter herum, als ohne dich.« Dann verschwand er hinter einer Rauchwolke aus ihrem Blickfeld, nur um sich dann mit einem riesigen Schädel auf die Schulter gelehnt wieder zu finden. Das Tier starrte nämlich mit funkelnden Augen über ihn hinweg, geradewegs zu Yoko hin.
»Sei nett zu ihr«, sagte Len leise und kraulte das Tier ein wenig unter dem Kinn. »Die ist mir genauso wichtig, wie dir deine Cora. Und natürlich die Kleinen.«
Rinto blinzelte ein paar Mal ungläubig, nickte dann aber und schleckte ihn ab. Für seinen Meister tat der Tiger doch gerne etwas. Vielleicht war er genauso schicksals- und meisterergeben wie Luigi. Aber auf vertraute Geister vertrauen zu können, das war auch eine gute Sache, nicht?
Der Tiger bedachte Yoko allerdings erneut mit einem feindseligen Blick, woraufhin Len nur seufzte und schließlich von dem Fisch wegtrat, dafür aber mehr in Richtung seiner geliebten Yoko.
»Die tut dir nichts. Versprochen. Und mir auch nicht. Und jetzt friss dich satt, wir wollen nämlich los – und sie hat sich verletzt.«
Während sich Rinto also gütlich tat, marschierte Len schnurstracks zu seiner Weggefährtin herüber. »Bereit für den Ritt auf einem Tiger?«, fragte er und musste grinsen, als er merkte, wie zweideutig man die Worte eigentlich nehmen konnte.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 19:20

Sie kratzte sich nachdenklich am Kopf. „Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern… Nun, es wäre von Vorteil wenn ich immer wüsste, dass du mich berührst nur um meine Gedanken zu lesen. Wobei du es mir dann ja kaum sagen würdest. Wäre ja so was wie ein Eigentor, wenn ich es weiß und somit eben an etwas anderes denken kann. Das andere… das war im Genjutsu… ich glaube kaum, dass wir da groß dasselbe erlebt haben, aber da du mich daran erinnerst, kann ich die Frage ja stellen: Wenn nun jemand wirkliche Schmerzen hat, wird das doch an den Kopf weitergeleitet – sonst würde man es ja nicht spüren. Also muss das doch auch in einem Gedanken sitzen, wenn du diese Person also dann anfassen würdest, spürst du dann den gleichen Schmerz?“ Gut… sie hatte den Faden verloren, was sie da geschwafelt hatte, aber vielleicht hatte er es ja verstanden und konnte Antwort darauf geben. „Beizeiten, wie ich den Text des Liedes erfahre, wirst du die vermeintlich letzten Worte zu hören bekommen.“ Sie grinste leicht, fügte dann aber noch hinzu: „Vorausgesetzt ich kann mich dann noch daran erinnern.“ Wobei sie sich fast sicher war, dass sie das noch tun würde… so etwas vergaß man nicht so schnell, allerdings war sie ja gut im Verdrängen, na das würde dann die Zeit zeigen!
„Da ich dir zurzeit so gern zustimme, sage ich mal: ja, du redest ganz gern unnötiges Zeug.“,
grinste sie ihn immer noch breit an. War ja irgendwo wieder richtig lustig die Situation. Die Möglichkeit bestand aber auch, dass er durch diesen ‚Vorgeschmack‘ in Zukunft vielleicht immer, oder zumindest immer öfter das aussprach was er wollte. Wäre von Vorteil für beide Parteien.
Die Utsukushi blinzelte, versuchte sich an ihre eigenen Gedanken zu erinnern, bis es bei ihr klingelte. „Ah, ah! Blasenentzündung… das meintest du, ja? Entschuldige, aber Gewohnheit, dass mir bei anderen auffällt, was man mir gelehrt hat, dass es nicht so gut ist, wenn man es denn macht.“ Entschuldigend lächelte sie ihn schief an. Es war ja wirklich nicht ihre Absicht gewesen so etwas zu denken. …Man dachte prinzipiell oft ohne Absicht, das hatte so ein Gehirn wohl einfach an sich.
„Du kannst doch meine Gedanken lesen – ist da Reden nicht unnötig?“,
witzelte sie und streckte ihm die Zunge raus, als er ihr auch noch durch die Haare wuschelte, die sie nach der Aktion wieder ein wenig in die richtige Richtung strich. „Nun ja. Ich habe nur daran gedacht, wieso du nun mal nicht schwach bist, wie sehr ich dir doch verfallen bin, dass ich mir doch noch mal ein Wörterbuch zulegen werde, oh und vorhin noch dass ich irgendwann über dich herfallen werde – zufrieden?“ Sie grinste ihn breit an, war doch irgendwo gespannt, wie er nun darauf reagieren würde und sah ihm weiter bei den Jutsuprozedere zu. „Wofür gibt es Wäscheklammern?“, war nur ihre Gegenfrage darauf, ob sie ihn stinkend immer noch lieben würde. Natürlich würde das nichts an ihren Gefühlen für ihn ändern, wobei sie, wenn der Gestank wirklich zu stark abfärbte, darauf bestehen würde, dass er sich duschte. Wobei sie dafür ja erst noch in der Stadt sein mussten.
Seine Worte rangen ihr wieder ein leichtes Schmunzeln ab. Trotzdem sollte er ihrer Meinung nach seine Schulter ja gut schonen. War man ja ganz schön eingeschränkt, wenn man nur mit einem Arm so richtig gut arbeiten konnte – und das in vielerlei Ebenen.
Yoko sah zu Len und seinem Tiger, der sie am liebsten gleich wieder tot sehen würde. Also wandte sie ihren Blick lieber wieder ab, da sie es mit Augenkontakt nicht gerade herausfordern wollte nun noch einen Kopf kürzer zu sein. Allerdings hatten Lens Worte einen bitteren Beigeschmack. „Er hat also Junge?“, fragte sie nach und warf es sich wirklich vor, dass sie ihn beinahe getötet hätte. Wie konnte sie nur? Gut, die Leute, die sie getötet hatte, hatten bestimmt auch einige Familie…. Doch hatte es sie nie so gestört. Was für ein Unmensch sie doch eigentlich war, da hatte sie jemand wie Len doch gar nicht verdient! Ihre Kehle fühlte sich mit einem Mal so staub trocken an, dass sie erst ein paar Mal schlucken musste, ehe sie sich zu eben diesem jungen Mann wandte, der in ihre Richtung gekommen war und sie ansprach. Aber sie war ja ein Meister der Verdrängung! So konnte sie auch gleich wieder grinsen. „Auf welchen denn?“, fragte sie zurück und stieß sich von der Wand ab, um zu ihm rüber zu gehen. Blieb hinter Len stehen und umarmte ihn auch von hinten. Stellte sich ein Stückchen auf die Zehenspitzen und legte ihren Kopf auf seiner Schulter ab, um dem Tiger beim Fressen zuzusehen. Sobald er damit fertig war, ließ sie ihren Freund wieder los, stellte sich neben ihn.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 19:52

Anscheinend... hatte Yoko Redebedarf. Oder irgendetwas in der Art. Auf jeden sprudelten die Worte einfach so aus ihr heraus, wie das überquellende Wasser in einem Springbrunnen, sodass Len Mühe hatte, ihr überhaupt folgen zu können. Er hob sogar einmal die Arme, um ihr mit einer Geste klar zu machen, dass sie bitte ein wenig langsamer reden sollte. Aber schlussendlich hatte er den Sinn dann doch erfassen können – jedenfalls so in der Art.
»Erstens: Ich mache das schon nicht extra..., es sei denn, es wäre von Vorteil und würde unser Überleben sichern... Es ist nämlich nicht gerade angenehm, Stimmen zu hören. Zweitens: Mit dem Genjutsu... Es stimmen erstaunlich viele Details überein. Wenn wir noch Zeit haben, nachdem du mir den Ausweis gezeigt hast, ich dir den Text beigebracht habe und dir mir endlich sagst, was für eine herrliche Lüge du mir noch entgegenschreien wolltest, dann können wir gerne mein Kekkei-Genkai nutzen, um das Genjutsu abzugleichen. Drittens: Nein. Mein Chakra gelangt zwar in das Nervensystem und ich merke, wie jemand innerlich schreit – aber nicht dessen Schmerz.« Er musste erst einmal schlucken, weil ihm der Mund vom vielen Reden trocken geworden war und ein wenig Luft nachholen, aber zumindest hatte er sagen können, was er mitteilen wollte. Und das war schon einmal viel wert.
Len grinste nur zurück und beschränkte sich darauf, einfach nur abzunicken, was das mit dem unnötigen Zeug anging... Immerhin brauchte man darüber nicht weiter reden...
Kurz musste er ihre Worte wieder in einen für ihn sinnreichen Zusammenhang stellen, schließlich hatte Yoko es doch ein wenig kompliziert ausgedrückt und winkte dann ab.
»Wird, wird...«, sagte er nur.
Er legte den Kopf schräg. Nicht wegen dem, was sie sagte. Im Kern stimmte das ja immerhin. Sondern eher wegen ihrer Geste. »Ah - ? Was sagtest du noch? Wer die Zunge rausstreckt, der will geküsst werden?« Damals hatte sie ihn damit aufgezogen. Jetzt war die Zeit, den Spieß umzudrehen. Das hatte sie jetzt davon, ihm diese »Bedeutung« vorgehalten zu haben. Aber nun ja, sie redete nun frei darüber, was sie eigentlich gedacht hatte, deswegen verschwendete Len auch keine Gedanken mehr an vorhergegangene Themenfelder. Ein bisschen überrascht brauchte er eine halbe Sekunde, aber dann nickte er, mit einem leicht verzogenem Grinsen.
»Zufrieden«, stimmte er zu. In Wirklichkeit hatte er eigentlich gar nicht wissen wollen, was ihr alles durch den Kopf geschossen war. Wahrscheinlich hatte ihm nur ihre Stimme gefehlt. Die Erkenntnis über diese Gedanken waren aber auch ganz nett.
»Zum Wäscheaufhängen«, antwortete Len trocken und konzentrierte sich lieber wieder auf seinen vertrauten Geist, der immer noch recht misstrauisch an die Sache heranging. Aber der Fisch beschwichtigte das große Tier, sodass es schon gar nicht mehr an die zwei menschlichen Figuren dachte. Deswegen hatte Len mehr Zeit, sich mit Yoko zu beschäftigen.
»Wäre eigenartig, hätte er Alte«, witzelte Len unnötig und nickte dann aber noch einmal. »Klar. Irgendwo müssen ja die vertrauten Geister herkommen. Ist ja nicht so, dass alle, die die Tigerschriftrolle in die Hände bekommen, sich einen teilen.« Aber das sollte sie ja wissen. Ein Blick auf sie ließ ihn seufzen. »Was bedrückt dich?«, fragte er. Sie sah so leidend aus, zumindest das erkannte er. So aufmerksam war er dann doch.
Aber dann grinste sie ja doch wieder. So schlimm schien es ja nicht gewesen zu sein. Er legte eine Hand auf ihre Arme, die sich um ihn gelegt hatten und antwortete: »Tja, das ist ja wohl deine Entscheidung. Aber nun, wo Rinto schon mal da ist, kannst du bei ihm ja anfangen.«
Rinto verschlang gerade das letzte bisschen genießbares Fleisch – Kopf und Flosse boten ja immer nichts – und sah dann auf, als erwarte er einen Befehl. Da Yoko Len auch bereits wieder losgelassen hatte, nickte er in Rintos Richtung.
»Einfach nur eine bequeme Position finden. Rinto macht das nichts«, meinte Len und pfiff den Tiger zu sich, der angetrottet kam und sich dann flach zu den Füßen der beiden komischen Menschen auf den Boden presste. Sonst kam man ja auch nur schlecht auf den Rücken, wollte man nicht plötzlich Hochspringer werden.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 20:28

Sie selbst hatte es gar nicht bemerkt, dass sie so viel quasselte, noch dazu, dass es so schnell war, weshalb sie bei seiner Geste mit den Armen sogar kurz gestockt hatte, ehe sie fortgefahren war. Nun musste sie aber still sein, auf die lange, recht ausführliche Antwort warten und die Worte möglichst gut verarbeitet aufnehmen. So viel hatten sie wohl noch nie richtig gesprochen! Und in gewisser Weise hörte es sich sogar ganz normal an… abgesehen davon, dass man letztendlich doch wieder von Halbtoten sprach.
„Stimmt. Ist recht eigenartig, wenn man jemand anderen im Kopf hört.“
Da konnte sie ja inzwischen auch schon aus Erfahrung sprechen. Hätte man ihr früher von solch einer Fähigkeit erzählt, sie hätte es nicht geglaubt und denjenigen für verrückt erklärt. Dabei war auch ihre nicht unbedingt normal. „Ich bin mir nicht so sicher, ob ich es so genau wissen möchte, ob es wirklich dasselbe war, was wir geträumt haben. Aber gut. Es würde wohl bestimmte Dinge einfacher machen.“ Sie lächelte gezwungen, spielte auf das Verschwimmen von Fakt und Fiktion an. Immer schwerer erschien es ihr diese voneinander zu trennen.
„Gut.“
, meinte sie auf die Antwort ihrer eigentlichen Frage hin. „Ich wollte das wissen, weil ich zu dem Zeitpunkt Angst hatte, ob du womöglich meinen Schmerz spürst… wobei der ja gar nicht echt war.“ Sie legte nachdenklich ihre Stirn in Falten. Und da war schon wieder diese grenzenlose Verwirrung! War ja direkt ätzend.
„Ich rede gerade wirklich viel, oder?“,
fragte Yoko grinsend nach. Sie wusste die Antwort selbst, aber trotzdem konnte man ja einfach noch einen drauf setzen und noch mehr reden. War sie doch gerade in so einen Redefluss gekommen!
„Oh, du erinnerst dich daran. Nun, vielleicht will ich das ja auch?“
Ihre Mundwinkel zuckten merklich noch ein Stück weiter nach oben. Ihrer Meinung nach war nie etwas gegen einen Kuss auszusetzen. Schon gar nicht, wenn er denn von ihm kommen würde. Da war es ihr glatt egal, dass es eher ein Aufziehen war.
Auf sein Zufrieden nickte sie kurz ab. Damit war das Thema abgehakt. Wobei es ihr schien, dass er wohl gar keine so genaue Antwort wollte – aber wie gesagt: sie war gerade recht redselig.
„Zum Nasezumachen.“,
korrigierte sie das mit der Wäscheklammer, zuckte dann aber mit der Schulter. Er war nun eh anderweitig beschäftigt – verständlich.
„Alte hat er auch. Seine Eltern. Aber… nicht jeder hat eigene Kinder. Nehmen wir meine Eichhörnchen. Zwei sind solo, der dritte hat wohl so was wie ne Frau.“
, versuchte sie ihm ihre Reaktion zu erklären. Auf die Frage, ob sie etwas bedrückte, schüttelte sie nur etwas langsam den Kopf. Dann konnte sie aber doch recht gut wieder ablenken. Vor allem auch ihre eigene Gedankenwelt wieder auf eine andere Bahn bekommen.
„Die Entscheidung liegt nicht nur bei mir.“,
hielt sie leise dagegen, nahm dann aber das kommende Thema auf. „Wobei ich ehrlich Angst habe vorn über zu fallen…. Sitzt du vorne? Ich muss mich wo einhalten können.“ Fast schon gequält bittend, lächelte sie ihn an. Noch nie in ihrem Leben war sie ein Tier geritten. Nicht mal ein Pferd hatte sie bisher bestiegen. Da war so ein Tiger vollkommen Neuland, so wie wenn man sie als Kleinkind einfach ins kalte Wasser warf.
Rinto lag nun also zu ihren Füßen und wartete darauf, dass man aufstieg. Sie ging an die Seite des Tigers, strich ihm kurz über das Fell. Sie misstraute ihm noch immer etwas wegen dem, was sie ihm angetan hatte und stieg schließlich recht unbeholfen auf. War ja auch so eine Sache für sich, wenn man den einen Fuß nicht mehr ganz so belasten konnte, wie man wollte.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Mo 01 Aug 2011, 20:44

Len verzog das Gesicht zu einer Grimasse, sagte aber nichts. Er verschwieg einfach mal, dass er sie damals mit einer Stimme gequält hatte. Jedenfalls hatte sie einmal wirklich eindeutig reagiert. Was das Thema »Familie« anging, da war Yoko doch sehr empfindlich. Verständlich, immerhin hatte sie ihre Eltern verloren. Im Nachhinen sollte es ihm vielleicht Leid tun...
»Im Endeffekt würde es eh aufs selbe hinaus kommen..., also, ob ich das 'Geträumte' nun weiß, oder nicht. Außer, dass es im Genjutsu etwas leichter war, zu sagen, wie sehr ich dich liebe«, er lächelte erneut ziemlich schief, bevor es aber auch schon zum nächsten Thema überging. War ja auch wichtig, die Konversation am Laufen zu halten.
»Tja... Ich hätte deinen Schmerz gern geteilt..., aber lass uns damit aufhören. Ist doch eh nicht real gewesen.« Er tat es mit einem Schulterzucken ab, wobei sich seine linke Schulter mal wieder meldete, sodass er sogar kurz erstarrte, immerhin war er nicht darauf vorbereitet gewesen. Nun ja, wenn er sich denn ein wenig Zeit nahm, in dem ominösen Dorf, das anscheinend einen halben Tagesmarsch vor ihnen lag, würde es sich sicher wieder einfinden.
»Oh... Ein wenig«, sagte Len nur, was das Reden anging.
Er rollte mit den Augen. »Langsam verstehe ich, warum du klare Worte magst. Wenn du eine Kuss willst, kannst du ihn dir einfach holen.« Wenige Herzschläge lang sah er ihr noch intensiv in die Augen, bevor er die Lippen erneut zu einem Grinsen verzog und die nächsten beiden Themen einfach abtat, immerhin waren sie durchgekaut genug.
»Stimmt... Wo du's sagst. Und ehrlich gesagt will ich nicht wissen, was deine Eichhörnchen für Bettgeschichten haben«, murrte er in einem gequälten Tonfall. Was gingen ihm bitteschön die Beziehungen von irgendwelchen Waldtieren an?
Er kaufte ihr zwar nicht ab, dass da nichts war, was sie bedrückte oder verunsicherte, respektierte aber den Wunsch, nicht darüber zu reden.
»Aber zumindest die Wahl«, konterte Len gekonnt (haha) und ging dann aber ebenfalls aufs nächste Thema ein. »Nun... Wir müssen sehen, ob Rinto mit unser beider Gewicht klarkommt. Aber du bist ein Fliegengewicht, es wird gehen.«
Rinto starrte einfach nur stur geradeaus. Zwar konnte er Yoko noch immer nicht richtig leiden, aber zumindest hörte er auf das, was sein Meister ihm sagte. Und auf Len hatte der Tiger immer vertrauen können. Deswegen ertrug er es stumm, dass diese Frau auf seinen Rücken krabbelte. Und als Len, sehr viel eleganter übrigens, da ihm keine für einen Sprung relevanten Körperteile wehtaten, dann ebenfalls auf Rintos Rücken Platz genommen hatte, ging die Fahrt los.
Er konnte noch schreien: »Halt dich fest!«, als der Tiger auch schon los und den steinernen Pfad entlang fetzte. Len bezweifelte, dass sie länger als Luigi brauchen würden.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Di 02 Aug 2011, 09:06

Als sie seinen Blick auffing, interpretierte sie diesen einfach mal so, dass es ihm wohl auch wirklich nicht gefiel, wenn er ständig Stimmen im Kopf hörte.
„Nun ja, dann kann man aber auch reinen Gewissens etwas ansprechen und muss sich nicht mit der Frage quälen, ob der andere nun weiß wovon die Sprache ist.“
Wieder bekam er einen Kuss auf die Wange und so konnte er wirklich froh sein, dass sie auf normalen Reisen keinen Lippenstift oder ähnliches trug, sonst würde man schon so eindeutige Spuren an ihm erkennen.
Gut, dass er selbst sagte, dass man as nächste Thema lieber dabei belassen solle. Wie gesagt, es war nicht echt gewesen und dass er ihren Schmerz mit gespürt hätte… Sie schluckte. Der Gedanke gefiel ihr nicht unbedingt.
Seine Schulter sprach sie nicht extra an, schien es ihm doch wieder einigermaßen gut zu gehen. Zumindest war er nicht mehr gar so erstarrt.
„Das gleiche gilt auch für dich.“
Yoko erwiderte seinen Blick recht ruhig, auch wenn sie wohl kurz, bevor er ihn eh gebrochen hätte, abwandte. Ihm nicht länger stand halten konnte, weshalb auch immer.
Da kam ihr das andere Thema gerade recht. „Richtig… ist besser, wenn man nicht alles weiß.“, stimmte sie ihm deshalb zu, womit das hier endlich auch durchgekaut war, wie sie fand.
Auch das mit der Wahl ließ sie nun unbeantwortet. Wenn es um das zwischen ihnen beiden ging, gehörten nun mal beide dazu. Wenn der eine nicht will, kommt der andere nicht weit. Einfaches Prinzip, wenn sie so recht darüber nachdachte. „Fliegengewicht meinst du?“ Sie legte ihre Stirn wieder leicht in Falten. Sie selbst hatte sich schon länger nicht mehr gewogen. Eine Wage wollte sie sich bisher einfach noch nicht kaufen, wahrscheinlich auch als Angst, dass sie zu viel, oder wirklich viel zu wenig wog. Das letzte Mal musste wohl auch vor einem knappen Jahr gewesen sein – bitter – als da mal eine in einem Hotel war. Aber das kam ja nicht sonderlich oft vor. Und solange ihre Klamotten noch gut passten, musste ja alles in Ordnung sein.
Gerade als Len nun vor ihr auf Rinto Platz genommen hatte, konnte sie noch ihre Arme um ihn legen, ehe es losging und sie froh über die Entscheidung war, Len vor sich zu haben. Sonst wäre sie jetzt schon unten gelegen. Wobei sie hinten runtergefallen wäre.
Auf dem Weg musste sie zugeben, dass es wirklich ein eigenartiges Gefühl war von einem Tier getragen zu werden. Diese geballte Kraft unter sich zu spüren. Auch wenn sie doch immer wieder Angst hatte, dass er womöglich zu spät abbremsen würde. Aber bisher ging ja alles gut und sie hatte gar nicht mehr groß etwas zu sagen, weshalb sie die Augen schloss und sich an ihren Vordermann lehnte.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Di 02 Aug 2011, 09:24

Kurz kaute er nachdenklich auf der Unterlippe herum, dann zuckte Len aber nur gleichgültig mit den Schultern. »Wenn du meinst... Wir haben ja alle Zeit der Welt.« Was im Kern eigentlich die totale Lüge war. Beweisstück A) Sie waren gejagte Verbrecher und niemand konnte sagen, ob nicht an der nächsten Ecke ein Kopfgeldjäger stand. Beweisstück B) Yokos Lebensweise war so ungesund, dass sie von sich selbst sagte, sie würde nicht alt werden. Aber das konnte ihm ja eigentlich egal sein. Denn: Das Jetzt zählte.
Irgendwann, dachte er, nachdem er erneut einen Kuss auf die Wange bekommen hatte, wird schon die Zeit kommen, in der wir nicht mehr rastlos sind. Und die Zeit genießen können.
»Oh, tatsächlich? Na dann. Ich werde bei Gelegenheit darauf zurückkommen«, meinte Len grinsend und erinnerte sich daran, dass sie ihm auch bei Gelegenheit den Ausweis zeigen wollte. Und was nicht alles auf bei Gelegenheit verschoben wurde! Hoffentlich vergaßen sie nichts. Irgendwann müssten sie eine Liste schreiben, um ja nichts auszulassen.
Er lachte nur auf Yokos Antwort hinsichtlich der Bettgeschichten ihrer Eichhörnchen, sagte aber nichts weiter. Es bedurfte auch keiner großen Worte. Immerhin ging es hier um Tiere und deren Angelegenheiten. Deren Privatsphäre! Er würde sich sicherlich auch nicht wohl fühlen, mit dem Gedanken, dass ein paar Eichhörnchen täglich darüber sprachen, was er eigentlich mit ins Bett nahm, oder eben nicht.
»Fliegengewicht«, wiederholte Len. »Deswegen hätte ich dich bestimmt auch mit spielerischer Leichtigkeit bis zum Dorf getragen.« Er milderte das Thema mit diesem stupiden Scherz und einem Grinsen ab und widmete sich lieber den Sachen, die gerade eher wichtig waren. Zum Beispiel Rinto, der ohne groß auf einen Befehl zu warten, vorgesprungen war. Vielleicht hatte er gedacht, er könnte Yoko so abschütteln, aber nun ja, er hatte eben nicht damit gerechnet, dass sie ein ausgezeichnetes Klammeräffchen war. Im Nachhinein war es also eine gute Idee gewesen, dass Len vorne saß – immerhin war er den Ritt gewohnt – und sie sich an ihm festhalten konnte. Er selbst krallte sich in die Büschel von tigeruntypischer Mähne, die sich vor ihm auf Rintos Hals kringelten. Zwar schnitt das bei hoher Geschwindigkeit ziemlich in die Finger, aber es war allemal besser, als bei dem Tempo abgeworfen zu werden und schlussendlich in der Schlucht zu landen.
Nun peitschte ihm der Wind ins Gesicht und schnitt ihm die Worte ab, als er Yoko zurufen wollte, dass es besser wäre, sich der gleichmäßigen Bewegungen anzupassen. Es gab nämlich jedes Mal einen Schlag in den Rücken, wenn man plump und steif wie ein Sack auf dem Tier saß. Aber nun ja, was nicht war, war nicht.
Fast schon fliegend fetzte Rinto den schmaler werdenden Weg entlang, rutschte in einer Kurve fast weg – was Len eindeutig einen Herzinfarkt bescherte – und legte eindeutig an Geschwindigkeit zu, als es dann nach einer Unendlichkeit bergab ging. Und wenn er sich anstrengte und die Tränen vom Wind aus den Augen blinzelte, konnte er bereits Ausläufer eines einfachen Dorfes mit Holz- und Steinhütten erkennen.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Di 02 Aug 2011, 09:54

„Bestimmt. Sieben Monate.“, scherzte sie. Sie selbst bezweifelte es, dass Liebe nur auf ein Hormon baute, das sieben Monate anhielt, aber das würde sie ja noch früh genug erfahren und jetzt war ja so gut wie alles super.
„Kommt es nur mir so vor, oder verschieben wir vieles auf die richtigen Gelegenheiten?“,
fragte sie mit schief gelegtem Kopf. Wurde ja wirklich immer mehr und mehr. Es würde nicht mehr lange dauern, dann würde zumindest sie die einen und anderen Dinge vergessen haben. Aber vielleicht würden sie in der kommenden Zeit mal richtig Zeit finden. Im Dorf. Ganz so schnell würden sie nämlich nicht weg kommen. Musste sie erst ihren Fuß behandeln lassen, ehe sie wieder selbst richtig gehen konnte.
Als er zu lachen begann, grinste sie ein wenig. Dabei fand sie ihre Worte gar nicht so witzig. Auf ihr Gewicht hin nickte sie stumm ab. Das war nun schon das zweite Mal, dass sie auf dieses Thema gekommen waren. Vielleicht sollte sie wirklich mal etwas für ihr Gewicht tun… irgendwann.
Nach einer Weile auf dem sie auf dem Tiger geritten waren, versuchte auch sie mal an Len vorbeizuschauen. Fing das Bild eines Dorfes auf und war recht froh darüber. Demnach würde es nicht mehr lange dauern, bis sie hier wieder runter konnte


Zuletzt von Yoko Utsukushi am Di 02 Aug 2011, 09:55 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : schrift xD)
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BeitragThema: Re: Bergweg   Di 02 Aug 2011, 18:00

»Wird das jetzt zum Dauerwitz zwischen uns?«, hakte Len schmunzelnd nach, als Yoko sich wieder einmal auf die sieben-Monate-Theorie stützte. Nun ja. Solange man es nicht wirklich so meinte... Hoffentlich nahm sich ihr Unterbewusstsein die sieben Monate nicht einfach als Grenze. Doch das würde nur die Zeit zeigen.
»Nein«, widersprach er entschieden, »das tun wir wirklich.« Na zumindest war es nicht nur ihm aufgefallen. »Jetzt ist nun einmal nicht der Zeitpunkt für so etwas.« Rein logisch betrachtet, natürlich.
Der Rest wurde gekonnt ignoriert, weswegen auch Len nicht großartig mehr darauf einging. Er hatte sowieso Besseres zu tun. Zum Beispiel versuchen, nicht von Rinto herabgeschleudert zu werden, wenn das Tier durch die Schluchten und Kurven hetzte, ohne auch nur ein bisschen das Tempo zu drosseln.
Ein letzter Sprung, der einem den Atem raubte – schließlich sprang der Tiger aus einer beträchtlichen Höhe den Pfad hinab, da dieser nun steil abfiel -, dann stand man mitten in der ersten von drei mickrigen Straßen. Einem älteren Herren, der vor seiner Tür ein wenig Staub hin und her gefegt hatte, fiel der Besen aus der Hand, während er mit offen stehendem Mund zu den Neuankömmlingen sah.
Len ließ sich nicht beirren, ließ sich vom Tiger fallen und landete mit der Gelassenheit eines geübten Reiters auf dem, was die Leute wohl Straße nannten. Gepflastert war es jedenfalls nicht. Nur eine Art ausgetretener Kiesweg. Aber immerhin nicht einfach nur wildes Gestrüpp.
Er klopfte seinem Kuchiyose einmal die Schulter, strich ihm durchs schweißnasse Fell, widmete sich dann aber eher Yoko.
Mit einem Grinsen fragte er: »Na, überlebt?« Er nickte in Richtung Rinto. »Einfach Bein rüber schwingen und fallen lassen. Ist jedenfalls einfacher, als aus der Hocke wieder aufzustehen.«
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BeitragThema: Re: Bergweg   Di 02 Aug 2011, 18:20

„Scheint so. Dabei hab nicht mal ich mit dem angefangen.“, erinnerte sie ihn schief grinsend.
Das andere Thema ging schließlich auf dem Ritt des Tigers unter. Verständlich, man musste sich ja doch recht gut darauf konzentrieren nicht gleich runterzufliegen. Darauf konnte die Utsukushi getrost verzichten. Einmal reichte vollkommen aus von so einer riesigen Höhe runter zu fallen, sich den Fuß aufzuschlitzen und ins Wasser zu fallen.
Bei Rintos letztem Sprung hatte sie das Gefühl, dass sie gleich irgendwo mit einer netten Platzwunde am Kopf auf dem Boden liegen würde. Aber sie hatte es ja doch geschafft im nichtvorhandenen Sattel zu bleiben. Nur war ihrem Gesicht wieder jegliche Farbe gewichen. „Jetzt weiß ich, wieso ich lieber auf meinen eigenen Beinen durch die Gegenden laufe.“, murmelte sie und drehte ihren Kopf langsam in Lens Richtung, meinte auf seine Frage hin recht trocken: „Nein. Bin jetzt eine lebendige Leiche.“ Wie schön solche widersprüchlichen Wörter miteinander harmonisierten – nicht.
Dann nickte sie aber und das gesunde Bein wurde auf die andere Seite geschwungen und sie fiel nach unten – wortwörtlich. Denn nun saß sie erst mal mit ihrem Hintern auf dem eingetretenen Kiesweg. Wenn es nicht noch einmal unbedingt nötig sein würde, konnte sie gut und gerne auf einen zweiten Ritt verzichten.
Sie schüttelte den Kopf, um aus dieser Starre wieder raus zu kommen, blinzelte ein paar Mal und sah auf. Allmählich kehrte auch die Farbe nach diesem anfänglichen Schreck in ihrem Gesicht zurück. Sogar ein Lächeln war wieder angedeutet. Immerhin hatten sie endlich ein Dort erreicht! Das musste zur Freude genug sein. Nur schien es nicht Kumogakure zu sein.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Di 02 Aug 2011, 18:32

Jap. Len hatte damit angefangen. Weil er mit seinem wunderbaren Fachwissen über die Biologie alles kaputt machen musste. Wie immer halt. Aber nun ja, sie waren ja nun beschäftigt gewesen, mit diesem rasanten Ritt auf einem riesigen Tiger, was wohl keine alltägliche Sache war. Weder für den glotzenden Opa, noch für Yoko, die im Moment wirklich mehr Ähnlichkeit mit einer Leiche hatte, als mit einem lebendigen Menschen. Blass wie ein Toter antwortete sie ihm auch ähnlich, wie er vermutet hatte.
Wenig elegant verschwand sie nach seiner Anweisung aber auch schon Richtung Boden. Und das nannte sich wirklich Ninja? Das hatte ihn wirklich besiegen können? Er stemmte die Hände in die Hüften und schüttelte halb verzweifelt, halb amüsiert den Kopf, bevor er ihr eine Hand hinhielt, um ihr aufzuhelfen.
»Immerhin hat Luigi nicht gelogen«, sagte Len, mit Blick zum Himmel. Die Sonne stand noch ziemlich weit oben und da sie früh aufgebrochen waren, kam es mit dem halben Tagesmarsch sogar hin. Luigi musste gerutscht sein und das Shunshin no Jutsu gespamt haben, um so schnell voranzukommen. Zwar war das ganz sicher noch nicht Kumogakure, aber es war ein Dorf. Und dahingehend hatte die Schildkröte wirklich Recht behalten.
Außerdem sollte dieser beschauliche Ort fürs Erste reichen. Sie würden vielleicht irgendwo Unterschlupf und die Ruhe finden, dass Yoko ihre Eichhörnchen rufen konnte... Und dann würden sie schon ihren Weg suchen, wie sie schlussendlich ans Endziel kamen. Aber jetzt hatten sie erst einmal ein wenig Zeit – und Len brauchte wirklich dringend Schlaf. Als er das Kuchiyose auflöste, kam es ihm vor, als hätte er nie sonderlich viel Chakra besessen, das nun schlagartig entwichen war. Kurz musste er blinzeln, aber er konnte sich recht gut beherrschen.
»Nun... was schlägst du vor?«
Der alte Herr hatte derweil die Sprache wieder gefunden.
»Willkommen!«, rief er ehrfürchtig, immer noch total baff von dem riesigen Tier und dessen Reiter.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Di 02 Aug 2011, 18:56

„Stimmt…. Er meinte auch, dass er Familienangehörige nicht anlügen würde…“, stimmte sie ihm zu, musste sich unweigerlich an den ‚kleinen‘ Streit erinnern. Vielleicht war sie nach dieser langen Zeit, wo sie sich nicht gesehen hatten, doch einen klitzekleinen Tick zu hart gewesen… Nein, wohl er nicht. Er war eine Schildkröte, eine gestrafte pinke Schildkröte, ja, aber der würde das schon verkraften. Sie selbst fand den Streit ja nicht so schlimm.
Yoko ergriff dankbar Lens Hand und kam wieder auf die Beine – Schmerz. Stemmte die Hände in die Hüfte, um das Gewicht besser verlagern zu können und sah zu, wie das Kuchiyose aufgelöst wurde. Irgendwie beruhigte sie ja die Tatsache, dass der Tiger nun wieder weg war und sie noch heile war, was diese Begegnung anbelangte.
„Gasthof oder ähnliches suchen, duschen und dann Schlaf nachholen, oder hast du einen anderen Vorschlag?“
Sie kratzte sich am Hinterkopf und bemerkte erst jetzt den alten Mann, der sie wohl die ganze Zeit beobachten haben musste und sie nun begrüßte. Na, war ihr aber auch ganz recht, dass man sie noch willkommen hieß, obwohl man mit einem monströsen Tiger ins Dorf eingefallen war. Demnach schienen diese Einwohner wohl keine Angst davor zu haben, dass gefährliche Nukenin unter ihnen waren. Also hob auch sie ihre Hand zu einem kurzen Gruß und warf Len einen Blick zu, wandte sich wieder an den Mann. „Können Sie uns sagen, wo man hier Unterkunft findet?“, rief sie ihm zu und biss sich auf die Unterlippe, ehe sie in langsamen, wohl recht lässig wirkenden Schritten näher kam. Was das übertünchen von Schmerzen war, war sie ja direkt eine Meisterin darin. Allerdings schien es ihr immer mehr weh zu tun. Je länger sie sich ausgeruht hatte – ja, auch so der Ritt war in einer gewissen Weise eine Ruhephase gewesen – desto stärker spürte sie den Fuß. Sie war froh, wenn sie einfach in ein Bett fallen konnte…
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BeitragThema: Re: Bergweg   Di 02 Aug 2011, 19:06

Len wog kurz nachdenklich den Kopf hin und her und nickte anschließend. Ja, daran konnte er sich erinnern. Nun ja, sogar pinke Schildkröten hatten ihre Ehre und meistertreue Kuchiyose sowieso. Die waren ja eh höchst angesehen in ihrer Welt. Mal ganz davon abgesehen, dass Luigi anscheinend Dauergast in der Welt der Menschen war.
Len zog Yoko an der Hand in die Höhe und warf ihr einen besorgten Blick zu, bevor er leise fragte: »Geht's?« Wenn sie nach dem Sturz ihr Bein/den Fuß aufgerissen hatte, musste es wirklich schlimm sein. Denn Fallgeschwindigkeit, Schwerkraft und Schärfe summierten sich zu einem haarspaltenden Cocktail. Ein Arzt wäre nett. Oder aber die Kuchiyose. Die hatten ihnen ja sogar das ein oder andere Mal das Leben gerettet.
»Mh-hm, klingt gut. Hatte gedacht, wir rollen noch bis Kumo, aber deine Idee ist besser«, meinte Len recht zynisch und zuckte mit den Schultern. Im Prinzip war ihm alles egal, Hauptsache, er konnte schlafen. Und wenn er dafür auf der Stelle einfach umkippen und auf der Straße schlafen müsste.
Da Yoko aber eine wirklich redselige, nicht gerade zimperliche Frau war, hatte sie sich bereits an den alten Mann gewendet, der weiterhin freudestrahlend dort stand und sich nun auf seinen Reisigbesen stützte, als wäre er ein Spazierstock.
»Wir haben noch einen leeren Ziegenstall! Und die Mikamis dort drüben, die haben vielleicht noch ein Sofa frei. Ach, die Satos von gegenüber, die müssten sogar noch ein Gästezimmer haben«, plapperte er fröhlich. »Aber sehen Sie – meine Frau hat gerade sogar Kohlsuppe für heute Abend aufgesetzt.«
Len, der eine Weile nur relativ ratlos in der Gegend herumgedümpelt war, gesellte sich zu dem Kerl und Yoko und warf letzteren einen schiefen Blick zu.
»Hauptsache, man kann schlafen, richtig...?«, fragte er sie mit einem erzwungenem Lächeln.
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