Yorashi - Der Abendsturm


 
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Leitfaden
Die drei Schatten
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 Bergweg

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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 19:35

Sie blinzelte. „Ach stimmt ja. Du bist ja noch gar keine Achtzehn. Eigentlich dürfest du das ja echt noch nicht.“ Sie legte ihre Stirn, über diese Erkenntnis sichtlich irritiert, in Falten. Sie selbst durfte es rechtlich gesehen ja doch schon eine Weile und vorher… na, man brauchte einfach nur die richtigen Kontakte… bzw. die falschen, wie man’s nimmt.
„Vielleicht bin ich ja wirklich einer – pass auf, dass ich mir nicht deine Seele raube.“, witzelte sie, schüttelte dann aber den Kopf. „Nein… will mich vor solchen Sachen nur gerne drücken. Schuld eingestehen, beichten… Nun ja, so was eben.“ Wieder einmal war sie überraschenderweise komplett ehrlich, allerdings fand sie es wirklich besser gleich von Anfang an die Wahrheit zu sagen… nicht, dass es später noch zu Konfrontationen käme, was das anging. Dass er plötzlich ganz gerne mit ihr eine Kirche besuchen wollte.
„Wir sind uns seit heute ziemlich oft einig, findest du nicht auch? Deshalb: Ja, schmieden wir Pläne – oder machen es so wie ich, dass wir im Notfall einfach auf alles Improvisation finden.“
Bisher hatte sie dies ja recht weit gebracht, sogar zu der Liebe ihres Lebens hingeführt, wenn das mal nicht gut war, dann wusste sie auch nicht weiter.
Nun lag sie aber an ihn gekuschelt, da war ihr selbst die restliche Umgebung so was von egal. Kalte Wand, kalter Boden, dafür ein umso wärmerer Len, der seinen Arm um sie legte. Es folgte noch ein leichtes „Hm-hm.“ auf seine Worte, ehe sie wirklich langsam in das Reich der traumlosen Träume fiel. Da hatte es ziemlich was Positives, dass er sie im Schlaf wenigsten anfassen konnte, ohne von Gedanken überflutet zu werden.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 19:56

»Auch schon bemerkt?«, hakte Len belustigt nach. Aber bei den tausenden Identitäten, die er mit sich herumschleppte, war es auch keine Schwierigkeit, eine Person über 18 zu finden. Er selbst fand sein Alter – 17 – übrigens ziemlich ansprechend. Die Zahl war schön und genau in der Schwelle zwischen gerade so etwas dürfen und der völligen Freiheit. Wäre er ein ganz normaler Junge, hätte er jetzt noch keine Verantwortung zu tragen, aber trotzdem die Privilegien des Älterwerdens.
»Ach, tatsächlich - ?«, er stockte kurz und musste scharf überlegen, damit er etwas ebenso schlagfertiges erwidern konnte. Schließlich räumte er ein: »Was brauche ich eine Seele, wenn ich schon kein Herz mehr besitze? Du Dieb.« Er versuchte, nicht ganz so schneidend kalt und herzlos zu klingen, sondern seinen Worten etwas Sanftes zu verleihen, um zu unterstreichen, was er eigentlich meinte. Bei seinem Glück und Yokos Intellekt würde sie nicht verstehen, worauf er anspielte.
»Tz, Katholiken hatten schon immer so einen Faible für so etwas... Die evangelische Konfession ist da reichlich freundlicher zu seinen Leutchen. Schließlich ist der Sohn Gottes doch eh für uns alle gestorben und hat uns so irgendwie von den Sünden freigemacht – wasauchimmer So genau kannte er sich da auch nicht aus. »Aber keine Sorge, ich werde dich schon nicht in eine Kirche schleifen und dich zum beichten und Buße tun zwingen.« Die richtigen Fanatiker hatten's ja mit ihrer Selbstgeißelung. Er schloss den Mund und sah einige Herzschläge lang einfach nur stur gerade aus. Immerhin hatte er schon wieder irgendeinen klugscheißerischen Mist geredet.
»Wir werden ja sehen, ob wir die Zeit für ausgeklügelte Pläne finden.« Nicht, dass er sonderlich irgendetwas anderes vorhatte, als Pläne schmieden und in der Gegend herumstehen, um sich mit Informationen zu bereichern. Hust.
»Aber ja, sind wir. Also... das mit dem einig«, meinte er und erklärte es sich mal wieder damit, dass sie sich gegenseitig mehr eingestanden und nicht mehr eiskalt auf ihrer eigenen Meinung verharrten, auch wenn die andere noch so überzeugend ist. Oder eben einfach, weil Liebe taub und blind und dumm machte.
Die Nacht war bewölkt und man sah keinen Stern am Himmel, nur ab und an ließ sich der Mond blicken, aber auch nur, wenn er sich außerordentlich anstrengte. Hier oben in der Höhe waren die Temperaturen schlagartig gefallen, aber noch nicht so sehr, als dass sie nun in fetten Eskimo-Jacken herumlaufen müssten und mit drei Paar Socken und Handschuhn. Aber Len überlegte sich, ob nicht vielleicht eine Jacke morgen angebracht wäre. Sich jetzt zu bewegen – es käme einem selbstzerstörerischen Kamikaze-Kommando gleich. Er wollte Yoko doch nicht wecken. Unter Umständen hätte er ihr noch einen Kuss auf die Stirn gehaucht, so wie seine Eltern es oft bei ihren Kindern getan hatten, aber Len war so rücksichtsvoll, sie ganz ihrem Schlaf zu überlassen. Und jetzt hoffte er darauf, dass die Nacht schrecklich ereignislos blieb. Auf ungewollten Besuch konnte er getrost verzichten. Und auf Wetterschwankungen. Fragte sich nur, wie er sich, vollgefressen, wohlig warm und totenmüde, wach halten sollte. Deswegen zählte er innerlich immer wieder Pi auf und ab, so weit er es eben konnte. 3,1415926535897932384626433... 3,1415926535897932384626433... Da musste er sich zumindest konzentrieren und konnte nicht einpennen.
Lange Zeit geschah nichts. Und dann tauchte im schütteren Mondlicht ein schwarzer Schatten auf.

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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 20:13

„Falsch. Du besitzt ein Herz. Das meine.“ Sie grinste so gut es mit der aufkeimenden Müdigkeit eben so ging. Es hatte zwar einige Herzschläge gedauert, bis sie darauf geantwortet hatte, aber immerhin hatte sie es ja verstanden. Irgendwann muss es ja mal losgehen, dass sie versteht, was er ihr immer versucht mitzuteilen. Außerdem würde man wohl auch nur in einer verliebten Phase solche Dinge verstehen können.
Das Thema Kirche nickte sie ab, schließlich gehörte sie keinem wirklichen Glauben an. Sie glaubte an die Dinge, die sie mochte, die ihr logisch erschienen, ihr Nutzen brachten, und die, die sie liebte. Da brauchte sie kein genaues Bild von einem bestimmten Gott und das reichte ihr auch vollkommen aus.
Die Utsukushi schlief dann aber wirklich überraschend sehr gut. Es war einfach so wundschön warm hier bei ihm. Sein starker, aber auch sanfter Arm – herrlich. Nur wäre es nun tatsächlich schön gewesen, wenn sie die Stadt gefunden hätten. In einem Bett liegen hätten können und beide in Ruhe schlafen könnten.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 20:24

Kurz blinzelte Len überrascht. Er hätte eine andere Antwort erwartet. Oder einfach nur eisiges Schweigen, weil sie nicht verstand. Aber dann breitete sich ein Lächeln auf seinen Lippen aus und er sagte beschwingt: »Na, dann muss ich ja wohl doch um meine Seele fürchten.« Und ja. Len ist mindestens genauso romantisch wie jeder andere Kerl, der sich gerade mit viel Futter vollgestopft hatte und sich eigentlich nur nach einem Verdauungsschläfchen sehnte.
Genau wie vermutet wurde das Thema Kirche einfach getrost ignoriert. Zwar merkte er das Nicken, aber das war ja wohl nicht direkt eine Antwort. Ihre Art von Glauben war zwar alternativ, aber irgendwie interessant. Er würde gerne weiter nachhaken, aber das würde nicht viel bringen, zumal Yoko ja gerade am Einpennen war. Nicht gerade die Zeit, in der man theologische Grundsatzforschung betrieb.
Also hatte Len da jetzt eine Weile herumgehockt und Pi aufgezählt, während sich der Schatten langsam näher geschlichen hatte. Bis Len ihn bemerkte, verging bestimmt eine halbe Ewigkeit.
Aber bevor er schreiend aufspringen konnte, war es schon zu spät. Der Schatten sprang – und hätte wohl seine Kehle zerfetzt, hätte Len nicht geistesgegenwärtig mit der freien Hand in die Luft gegriffen und den Schatten gepackt.
Nun baumelte eine ungefähr 20 cm große Schildkröte frei in der Luft herum und sah ihn aus unheimlich glücklichen Augen an, obwohl sie gleichzeitig Tränen vergoss.
»Endlich habe ich dich gefunden, Chi! Aber warum bist du nicht mehr mit Taiki unterwegs?«
Len starrte die Schildkröte an, als wäre sie ein Geist. Nicht nur, dass die Schildkröte sprechen konnte und anscheinend ihn mit seiner Schwester verwechselte – what a pity -, nein, das Tier war auch noch pink! PINK!
Deswegen brachte Len erst einmal nichts anderes als ein langgezogenes »Äh...« heraus.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 20:47

Die Utsukushi wird wohl knappe vier Stunden Schlaf schöpfen können. Traumlos schlicht wie immer. Einfach nur zur Ruhe und um wieder zu Kräften zu kommen.
Sie grummelte etwas unverständliches, wahrscheinlich war es wohl einfach nur ein Murren, als Len sich bewegte und eine fast fremde Stimme ertönte. Wahrscheinlich reagierte sie deshalb nicht sofort, weil sie die noch von früher flüchtig kannte, als sie es aber wirklich realisiert hatte, öffnete sie schlagartig die Augen und setzte sich gerade hin. Ihre Augen mussten sich erst noch an die Dunkelheit gewöhnen, auch waren sie recht müde, da sie ja so gut geschlafen hatte, weshalb sie ein paar Mal darüber rieb. Da Len ja nicht schrie würde es ja nichts Ernstes sein.
„Was ist denn? Ich hab gerade gemeint eine komische Sti-….“ Sie verstummte und sah das Ding an seiner anderen Hand an. „Ich kenn das Ding von irgendwoher… wirf es mal bitte nicht die Schlucht runter.“, murmelte sie und beugte sich etwas über den Schoß von dem Blonden, um das Ding besser sehen zu können. Irgendwie musste sie an Yuuka denken. Eine ihrer Großtanten, oder wie man es genau nennen wollte. Sie war ja auch in mancherlei Hinsicht recht eigen – aber wieso ausgerechnet jetzt? Wieso musste sie jetzt an diese Frau de-… „Ach! Ich weiß wer du bist. Lagi! Nein… Ligi… Lugi… irgend so was. Stimmt doch, oder?“ So ein pinkes komisches Ding konnte man einfach nicht so leicht vergessen. Sie tippte mit ihrem Zeigefinger gegen den Panzer des Tieres. Jetzt war sie wirklich gespannt, ob es das richtige Tier war - oder ob es eben doch mehr solche komisches Wesen gab.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 20:57

Len warf einen kurzen Blick zu Yoko herüber, da sie sich bewegte und anscheinend gänzlich aufsetzte, wandte sich dann aber wieder der pinken Schildkröte zu. Das Ding flennte immer noch, als hätte es zu viel Druck auf den Augen und freute sich fusselig, ihn zu sehen. Immerhin wusste die Schildkröte noch nicht, dass es sich leider um eine Verwechslung handelte.
»Nichts, schlaf ruhig weiter, ich regele das«, sagte Len schnell, aber es war zu spät. Sie war wach und neugierig noch dazu. Außerdem... schien sie das Tierchen auch noch zu kennen. Kein Wunder, war anscheinend so ein Utsukushi-Tier.
»Ich hatte nicht vor, es die Schlucht runter zu werfen«, flunkerte Len in empörter Stimmlage. Im ersten Moment hatte er die sprechende Schildkröte wirklich werfen wollen, allein aus Schock heraus. Aber nicht mehr, nachdem sie von einer »Chi« geredet hatte. Yoko hatte schließlich mal erwähnt, dass Rin unter einem anderen Namen lebte.
»Das Vieh hat einen Namen?«, kommentierte Len recht trocken und sah zu Yoko herüber. Aber viel mehr schien sie ja nicht sagen zu wollen. Jedenfalls kam keine nette Erklärung für den auf dem Schlauch stehenden, armen Jungen. Deswegen wartete er ab, was das pinke Viech wohl sagen würde.
Es räusperte sich, befahl ihm, es abzusetzen – Len ließ es auf seinen großzügigerweise von einer Decke geschützten Schoß fallen – und sagte dann in einem ruhigen Tonfall: »Luigi. Mein Name ist Luigi. Meines Zeichens Vertrauter Geist von Yuuka Utsukushi. Schildkröte des zweiten Ranges. Enger Bekannter von Chinatsu und Taiki. Und du warst... ach, die kleine Yoko! Ist ewig her, dass ich dich gesehen habe.«
Die Schildkröte, die augenscheinlich auch noch mit italienischem Akzent sprach, schien nachzudenken. Vielleicht hatte es ja einen wichtigen Fakt vergessen. Zum Beispiel, dass Len mit einer sehr viel tieferen Stimme gesprochen hatte, als »Chi«. »Schrecklich, was mit deinen Eltern passiert ist. Schrecklich, was du mit dem Dorf gemacht hast. Aber immer so schön freizügig angezogen. Ja, ganz die Alte.« So gut eine pinke Schildkröte rot werden konnte, tat sie es nun.
Trocken fragte Len: »Darf ich ihn jetzt die Schlucht runter werfen?«
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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 21:22

Yoko kam nicht mehr viel dazu Len zu antworten, immerhin schien ja nun auch das Tierchen redselig zu werden und es heulte. Wieso in aller Welt heulte das Ding? Ach ja… es war ja pink. Grund genug den ganzen Tag über zu flennen, wie sie fand.
„Richtig! Luigi. Naja, war ja nah dran.“
Sie hörte wieder weiter brav zu und siehe da, er erinnerte sich sogar auch noch an sie, sogar besser, als sie sich an ihn erinnert hatte. Auch hatte sie sich wieder zurück gelehnt, zurück in Lens Arm, sonst hätte sie ja auch vorhin die Schildkröte auf ihrem Kopf sitzen gehabt. „Stimmt, Yoko Utsukushi ist mein Name.“, pflichtete sie ihm bei und sah kurz zu Len. Yuuka… das war Rins Ziehmutter, wen du dich noch daran erinnerst., meinte sie gedanklich und fand seine Gabe nun recht praktisch. Auf jeden Fall würde es wohl doch ein bisschen kompliziert werden. Die Utsukushi waren einfach eine verdammt große Familie, wie sie immer fand.
Auf sein weiteres Gebrabbel hin, stockte ihr kurz der Atem. Vor wenigen Stunden erst wurde das Thema angesprochen… warum in aller Welt verfolgte es sie jetzt wieder so plötzlich? Das glich einer richtigen Plage. „Nun, man tut was man kann um zu überleben.“, damit waren natürlich die unschönen Themen gemeint.
Dass sie noch immer so freizügig herumlief wie früher, kommentierte sie mit einem Grinsen. So unrecht hatte er auf jeden Fall nicht. „Stimmt, aber ganz andere Frisur als damals.“ Sie tippte sich auf den Kopf und sah zu Len. „Hm… noch nicht, Len. Ist doch ganz nett, hey, wir können ihn ja mit einer grünen Farbspraydose ansprühen, dann sieht er auch gleich normaler aus. Wollte ich eh schon immer mal versuchen.“ Tatsächlich hatte sie es als Kind damals ein paar Mal versucht, aber genau dann wurde sie immer erwischt – oder er hatte es gemerkt und hat sein einziges Jutsu angewendet, das er konnte.
„Sag mal Luigi… wie kommst du hier rauf? So ein Tier wie du schafft das ja nicht unbedingt so einfach.“
Sie sah ihn ziemlich fragend an, gähnte dann aber doch wieder. Dadurch, dass keine Gefahr bestand, kam die Müdigkeit ja glatt wieder zurück.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 21:33

»Na dran? Du warst nicht mal annähernd 'nah dran'! Das war nicht einmal italienisch angehaucht, Respekt vor meiner Heimat, also bitte.« Die Schildkröte sprach so verdammt ernst, als hätte sie irgendein Druckmittel in der Hinterhand, um letztendlich zu verhindern, dass Yoko es piesackte und weiter auf der wunderbaren Heimat der Schildkröte herumhackte.
»Ach ne«, meinte Luigi und schnaubte beleidigt. »Sonst hätte ich es nicht gesagt. Ich vergesse nie etwas. Immerhin war ich Yuukas Kopf.« Allen anschein nach war Rins Ziehmutter ein Strohkopf oder einfach nur unheimlich vergesslich und schusselig gewesen. Er warf Yoko einen schiefen Blick zu und nickte einfach ab. Vielleicht sollte er irgendwann mal, bei Gelegenheit, in Konohas Archive einbrechen und einen Utsukushi-Stammbaum stehlen. Großes Gesindel.
»Noch ein Wort und ich mach aus dir Schildkrötensuppe«, erwähnte Len beiläufig, war aber eher in den Hintergrund gerückt. Bis auf Yoko in einem Arm halten und Luigi auf dem Schoß sitzen haben, tat er ja reichlich wenig. Schließlich hatten die viel miteinander zu besprechen.
Luigi ignorierte ihn getrost und unterhielt sich weiter mit Yoko. Jedenfalls antwortete er ihr: »Bei dem, was man sehen kann, ist egal, was für eine Frisur du hast.« Hatte Len da richtig gesehen - ? Hatte das Tier Nasenbluten? So ein perverses Tier hatte er noch nie in seinem Leben gesehen.
»Ich hab dich gewarnt!«, rief Len und zückte ein Kunai aus seiner Tasche – allerdings benutzte er es nur, um einen Stoffstreifen aus der Decke zu schneiden und es Luigi als Taschentuch anzubieten. Er bedankte sich höflich, hatte aber sonst nicht viel für ihn übrig.
»Wehe! Wehe! Ich sag es Shinichi! Und dann... dann...« Das pinke Tier verstummte. »Ich bin dir jutsutechnisch überlegen. Du kannst es versuchen, aber du wirst es nicht schaffen.« Anscheinend wusste die Schildkröte etwas, was Len nicht wusste. Dementsprechend desorientiert folgte er dem Gespräch.
Empört antwortete Luigi auf Yokos letzte Frage: »Ich bin gelaufen, was denkst du denn? Ich war auf dem Weg, Chi und Tai zu suchen. Sie waren einfach abgehauen, ohne mich mitzunehmen. ALLE BEIDE. Und ich habe wohl eine falsche Abzweigung genommen. Wer ist eigentlich der Transvestit hier, der sich den Spaß erlaubt, sich so anzuziehen wie deine quirlige Cousine?«
Wortlos stand Len auf, nahm die Schildkröte und ließ sie mit ausgestrecktem Arm über den Abhang baumeln.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 22:00

„Bei der einen Version hätte nur noch ein Buchstabe gefehlt und wieso sollte ich italienisch können? Ich bin mit meiner Sprache zufrieden.“, entgegnete sie dem Tierchen und wow, langsam ging es ja glatt zu einem Streit über! Einem Streit mit einer pinken Schildkröte – sie hatte eindeutig bessere Tage…
„Falsch. Du warst nicht Yuukas Kopf. Du warst nur ihr pinkes Haustier. Die hatte nen eigenen Kopf.“
Sie meinte es nicht mal extra böse… es entsprach nur der Wahrheit, die ihr bekannt war.
Zwischendurch warf Len etwas ein. Schien er sich gerade übergangen zu fühlen? So… das fünfte Rad am Wagen, oder bei drei ist einer zu viel. Sie griff zu der Hand, die bei ihr war und verschränkte für einen Moment die Finger in den seinen, sah wieder zu der Schildkröte. „Wow… das ist nicht dein ernst, oder? So freizügig ist es nun wirklich nicht. Es hat nicht mal einen allzu weiten Ausschnitt!“, protestierte sie und hatte ihren vorhin aufgeklappten Mund wieder in Zaum. Ein wenig suspekt beobachtete sie Len, wie er sein Kunai zückte und die Decke zersäbelte. Nun gut, besser, als wenn er der Schildkröte wirklich ein Bein abgeschnitten hätte…
„Ach, das glaubst du? Ich war in den letzten Jahren nicht untätig und Shinichi ist verdammt weit weg von hier. Konoha liegt nicht gerade um die nächste Ecke, weißt du?“
Ihre Augen blitzten gefährlich auf. „Im Übrigen. Du bist schon lange nicht mehr der einzige, der das Shunshin no Jutsu beherrscht.“
Wieder hörte sie zu, zuckte mit den Schultern. „Ich mein ja nur. So den Berg raufzukommen wird ja nicht unbedingt ganz so einfach für dich gewesen zu sein.“ Mehr als nur desorientiert, sah sie auf, als Len aufstand und mit der Schildkröte zum Abgrund ging. Sie sog scharf die Luft ein. „Du solltest dich besser entschuldigen. Er ist ihr Zwillingsbruder und mein Freund.“, klärte sie das Ding auf und machte keine Anstalten aufzustehen, geschweige denn sonst irgendwie einzugreifen. Bei solch einer Beleidigung konnte sie Len wirklich verstehen, wäre ja genauso gewesen, wenn man sie auch für einen Transvestit hielt, und da sie nun mit ihm zusammen war, ging die Beleidigung auch an sie. In gewisser Weise.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Fr 29 Jul 2011, 22:13

»Ich wusste, dass du noch nie ganz helle warst«, tat Luigi das Thema ab und nickte verstehend, als würde seine Aussage alles auf der Welt erklären. »Aber nicht jeder kann hübsch und klug sein – so wie ich.« Zur Erinnerung: Die Schildkröte war pink. Nur der liebe Gott allein wusste, was in dem kranken Gehirn einer pinken Schildkröte für Prozesse abliefen.
»... und du hattest es noch nie mit Metaphern. Cricket wolltest du mit mir spielen! Oder war es Taiki gewesen...? Egal, auf jeden Fall... Hör auf! Ich war kein Haustier! Ich bin ein vertrauter Geist!«
So langsam wurde es Len ein bisschen zu bunt und es hörte sich fast so an, als wäre Yuuka gar nicht gestorben. Als würde sich das Tier fest daran klammern, dass es seinen Meister noch gab. Kurz dachte er über diesen Missstand nach, kam aber zu dem Entschluss, dass er sich nicht in vertraute Geister hereinversetzen konnte. Nicht einmal Rinto verstand er immer. Aber der konnte auch nicht reden. Er erklärte sich Luigis Verhalten damit, dass er Yuuka einfach sehr geliebt hatte.
Kurz sah er fragend erst Yokos Hand und dann sie an, aber nun ja. Vielleicht sollte er sich nur nicht ignoriert fühlen. War ja irgendwo eine nette Geste, die ihn zum Lächeln brachte. Er hatte schon wen gefunden, mit dem er Glück hatte.
Luigi schüttelte den Kopf. »War schon mal besser, ja. Aber eine wahre Schönheit entstellt nichts.« Baggerte da gerade eine Schildkröte seine Freundin an? Len blinzelte verwirrt.
Luigi schnappte empört nach Luft und rief dann: »Du wagst es, in so einem Ton mit mir zu sprechen?« Kurz erwartete Len etwas Ausschlaggebenes, etwas, was überzeugte, dass unter dem Panzer nicht nur heiße Luft und ein bisschen mageres, pinkes Schildkrötenfleisch war. Aber da kam nichts. Die kleinen, schwarzen Augen funkelten nur böse in Yokos Richtung.
Irgendwie waren die Beiden ja putzig.
»Ich bin eben eine außergewöhnliche Schildkröte. Kurze Beine zu haben, heißt nicht, dass man langsam ist«, erklärte sich Luigi vage, legte dann aber den Kopf schräg.
»Ach so? Hat Yuuka nicht mal erzählt, dass sie noch ein Blag im Keller aufgezogen hat. Und... den da hast du dir ausgesucht? Ausgerechnet den? Wo du doch mich haben könntest?«
Len runzelte nur verwundert die Stirn, schließlich hing die Schildkröte schon mit einem Bein in einem wirklich unschönen Grab. Auf jeden Fall hätte Luigi noch viel Zeit darüber nachzudenken, was er da eben gesagt hatte, würde er ihn jetzt loslassen. Aber er sah keinen Sinn darin, eine pinke Schildkröte umzubringen. Deswegen wandte er sich nur halb zu Yoko um und fragte in einem ratlosen Ton: »Was machen wir mit dem?«
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 10:00

„Na, wenn man pink mag – bitte, jedem das seine. Allerdings schlauer als du bin ich alle Male. Allein deshalb, weil ich schreiben kann.“, brummte sie ein wenig missmutig und oha, es war sogar fast schon ein richtiges Argument! Immerhin hatte Luigi ja keine Finger, mit denen er schreiben konnte… Gut, hätte er sie, würde er es wohl können, was sich die Utsukushi natürlich nicht eingestand.
Sie schnappte nach Luft, um etwas zu erwidern, ließ es aber noch kurz sein und setzte vom Neuen an. „Das war ich und Taiki – meintest du nicht gerade, dass du nie etwas vergisst? Und sicher, du warst ein zu einem Haustier umfunktionierter vertrauter Geist – ha!“ Da war sie ja direkt stolz, dass sie mal Gegenargumente fand…. Gegen Len hatte sie nie sonderlich eine Chance. Wahrscheinlich hat er früher wirklich nur dann nachgegeben, wenn er es leid war mit ihr zu diskutieren – oder er hatte sie eben ignoriert, was nicht unbedingt eine bessere Option darstellte.
„Ich sehe es jetzt einfach mal als Kompliment an – Danke.“
Er war zwar nicht wirklich der, von dem sie so etwas gerne zu hören bekam – er war pink und eine Schildkröte… - aber sie wollte nun auch mal nicht so sein. Kompliment war Kompliment, sollte das Tierchen ruhig träumen. Musste ohnehin schon schwer genug für ihn sein, dass sein Besitzer nicht mehr unter den Lebenden weilte.
Die plötzlichen Stimmungsschwankungen bei dieser Schildkröte, waren ja noch sehr, sehr, sehr viel extremer als bei den Themen, die sie und Len bisher immer behandelt hatten!
„Sollte ich es denn nicht wagen?“ Sie funkelte ihn mindesten genauso böse an. Könnten Blicke töten – einer wäre nun wohl schon umgefallen.
„Nun.“
Sie räusperte sich kurz, um wieder normal sprechen zu können. „Doch, eigentlich heißt es das. Aber bei einer pinken Schildkröte sollte es mich nicht weiter wundern.“ Yoko grinste und liebte es wirklich ihn zu triezen.
Auf die folgende Situation, oder genauer gesagt auf Lens Frage, stand sie schließlich doch auf. „Gulasch. Er hat sich nicht entschuldigt.“, meinte sie trocken und ging zu den beiden rüber, um Luigi an einem Bein zu nehmen und hochzuheben – was Len wohl eigentlich dazu veranlassen müsste, dass er ihn losließ. „Also. Du hast noch eine Chance, sonst lass ich dich fallen – oder ich tu es mir an dich in einer Eiswüste auszusetzen. Deine Entscheidung.“ Demonstrativ streckte sie den Arm weiter von sich weg. Natürlich würde sie ihn nicht runter werfen. Aber vielleicht glaubte er es ihr ja. Aussetzen kam da schon eher in Frage, wobei sie das wohl eher in der nächsten Stadt tun würde und nicht an einen Ort, wo er sofort erfrieren würde. „Fünf… Vier…“ Zu der Drei kam es nicht, geschweige denn zu den anderen Zahlen, da sich unter ihrem linken Fuß plötzlich die Erde löste. Gerade noch warf sie die pinke Schildkröte nach hinten auf den Boden, als es bei ihr recht abwärts ging. In ihrem Gesicht war jegliche Farbe gewichen und sie hing nun mit einer Hand noch gerade oben. Was nicht unbedingt die beste Lösung war in so einem Moment. Viel zu fahrig und dementsprechend kraftlos war sie. Auch schien es genau das Stück zu sein, das Abbröckeln wollte. Sie flüsterte ein leises „Len.“, was allerdings ihre Augen wieder weit aufreißen ließ. Was wenn bei ihm gerade auch der Boden nachgegeben hatte?!
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 11:08

Luigi fauchte, was bei einer Schildkröte wahrlich merkwürdig klang und starrte Yoko die ganze Zeit über aggressiv und wütend an. »Ich kann auch schreiben, ich muss den Stift nur in den Mund nehmen. Vielleicht ist es nicht die schönste Schrift – aber ich kann schreiben Belustigt stellte Len sich das vor und begann, die pinke Schildkröte auszulachen. Diese allerdings ignorierte ihn feierlich. Anscheinend war dieser putzige Italiener auf Utsukushis fixiert. Alles andere interessierte nicht.
»Unwichtige Dinge auf jeden Fall nicht!«, die Stimme des vertrauten Geistes verwandelte sich in ein piepsiges, hohes Kreischen, was es schwer machte, ihn zu verstehen. Aber wenn man sich anstrengte, konnte man die Wörter immer noch verstehen.
»Ich war nie ein Haustier«, fügte Luigi noch angefressen an.
Len hob eine Augenbraue. Warum zur Hölle ließ sich Yoko eigentlich auf eine Diskussion mit einer pinken Schildkröte ein? Sie waren beide nicht sonderlich überzeugend, aber mindestens genauso Feuer und Flamme, aus diesem Battle als Sieger hervorzugehen. Er konnte nicht anders, als laut aufzuseufzen.
»So ist es brav. War ja auch eins – irgendwo.« Ob es eigentlich Grund zur Eifersucht für Len gab? Die Situation war aber zu komisch, sodass er eigentlich nur lachen konnte, als alles andere. Auf jeden Fall konnte er die Schildkröte nicht ernst nehmen, zumal sie pink war.
»Nein, sollst du nicht. UND ich bin etwas Besonderes, okay? Ich bin ein vertrauter Geist, ich kann sogar reden. Warum auch nicht außerordentlich schnell laufen? Außerdem! Ich kann sogar springen! Zeig mir eine Schildkröte, die das auch kann.« Selbst über dem Abgrund baumelnd schien Luigi sein überragendes Ego nicht überwinden zu können, denn er druckste nur herum und murmelte etwas in die Richtung, dass er sowieso nicht schmecken würde. Kein Wunder, das Vieh war bestimmt alt und zäh.
Bereitwillig ließ Len die Schildkröte los. War ja irgendwie eine Familienangelegenheit, in die er sich nicht einmischen wollte. Deswegen trat er einen Schritt zurück und beobachtete das Treiben.
Langsam begann Luigi zu zappeln und herumzuquieken, aber wirkliche Worte hatte er bisher noch nicht hervorgebracht. Schließlich schrie er: »Setz mich doch ab! Aber dann bei Taiki und Chi! Die kicken mich nur aus Fenstern und bringen mich nicht um
Der Gedanke, dass seine niedliche, kleine, zuckersüße Schwester ebenfalls von dieser perversen, pinken Schildkröte belangt wurde, ließ ihn erschaudern, weswegen er es der Schildkröte gegönnt hätte, herunterzufallen.
Und dann ging alles viel zu schnell, als dass Len etwas anderes tun konnte, als nur äußerst überrascht in die Gegend zu starren. Erst, als Yoko seinen Namen sagte und Luigi kreischte, er solle etwas tun, reagierte Len. Er warf sich auf die Knie und packte den ausgestreckten Arm, mit dem Yoko sich festhielt. Unwillkürlich fragte er sich, warum sie das denn nicht tun konnte, wenn er ausgeschlafen war und rief schließlich: »Konzentration! Beine an die Wand und Wandlaufjutsu – na los Wäre Yoko nicht so leicht, ihm würde bestimmt der Arm abreißen.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 11:47

Die Utsukushi zuckte nur mit den Schultern. „Ob man die lesen kann ist wieder was anderes – meine kann man auf jeden Fall lesen. Ist ja auch egal.“
Die nächsten Themen wurden nun doch gekonnt ignoriert. Würde es nur zu einer endlosen, vor allem aber sinnlosen Diskussion führen. Und langsam aber sicher wurde es selbst ihr mal wieder zu blöd mit dem Ding zu diskutieren.
„Tja. Ich weiß aber nicht wo die sind und hätte ich hier ein Fenster, hätte ich dich auch so rausgekickt. Geht aber gerade schlecht.“
Dass er immer noch so protestieren konnte, obwohl er doch gerade schon mehr als nur tot war? Zumindest hatte es den Anschein nach, wenn man so über einen tiefen Abgrund an einem Bein baumelte. Noch dazu nur von einer Schwerverbrecherin gehalten wurde.
Trotz ihrer misslichen Lage war Yoko äußerst froh, als sie seine Stimme hörte. Dann war er auf jeden Fall in Sicherheit – dachte zumindest sie. Seine Worte schienen so einfach zu sein, aber sie stand doch noch recht unter Schock. So beinahe wieder überraschend zu sterben passierte ja nicht alle Tage, da geriet so ein Chakrahaushalt doch ziemlich außer Kontrolle. Und… sie hatte Angst – wow, dass sie sich das gerade noch eingestehen konnte. Sie atmete tief durch und griff nun auch mit der anderen Hand nach dem Rand, wohl um wieder etwas besseren Halt zu bekommen. Jedoch würde sich das als schlichter Fehler erweisen. Der Boden gab auch dort nach, löste eine Kettenreaktion aus, sodass sie zusehen musste, wie Len langsam vorrutschte. „Scheiße… Len! Lass mich los!“, schrie sie sichtlich hysterisch und drehte ihren Arm aus seinen Griff. Nie, aber auch wirklich niemals würde sie wollen, dass er wegen ihr mit hinabstürzte. Der Tag war herrlich gewesen. Nun sollte nicht er daran sterben… nicht an einer dummen Aktion von ihr. Durch das Winden und Drehen konnte sie sich wirklich von ihm befreien. Es zerriss ihr das Herz – aber jemand wie sie konnte wohl einfach nicht das richtige Glück empfangen. Sie wollte noch etwas rufen, schaffte es aber nicht. Zu sehr stockte ihr der Atem und sie presste ihre Augen zusammen, als sie nach unten flog. Nur fliegen war schöner – das konnte sie auf jeden Fall nicht behaupten.
Dann… Platsch. Sie tauchte in eine tiefe, endlos kalte Schwärze ein. Fast schon schwerelos fühlte sie sich, als sie auch etwas anderes spürte, nämlich dass sie keine Luft mehr bekam. Wenn man so ein Gefühl noch hatte, konnte man doch gar nicht tot sein, oder?! Außer man befand sich in der Hölle. Sie öffnete die Augen, schlug um sich. Wasser. Und das füllte förmlich ihre Lungen. Nach einem Kampf mit sich selbst, sich wieder zu beruhigen, tauchte sie auf. Schnappte nach Luft. Stieß Wasser aus. Aber hören tat sie nichts. Ihr ganzer Kopf dröhnte von der Aktion.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 12:04

Luigi schnaubte einmal und ging nicht mehr darauf ein. Er war anscheinend mehr als davon überzeugt, dass er mindestens genauso gut wie Yoko war. Und wer das intellektuelle Gefecht zwischen ihnen gewinnen würde, war selbst Len unklar. Aber wer wäre er, wenn er sich auf die Seite einer pinken, italienischen Schildkröte warf?
Aufgeregt strampelte Luigi und knurrte: »Das wagst du sowieso nicht! Du bist viel zu weich, um mich aus dem Fenster zu treten!« Wie schnell man sich vertun konnte und wie schnell einen das eigentlich ins Grab bringen konnte.
Luigi zog beim kurzen Flug Kopf und Beinchen ein und klatschte mit dem Panzer gegen die Steinwand, kullerte ein paar Meter den Weg hinab, kippte bedrohlich nach in Richtung Abgrund, konnte sich aber mit seinem Shunshin no Jutsu schnell wieder in Richtung Len befördern, sodass er nun panisch kreischte, dass er etwas tun sollte. Und Yoko sollte nicht einfach den ganzen Tag rumhängen, seiner Meinung nach. Anscheinend unterschätzte Luigi die Situation ein wenig. Und Len sowieso.
»Los, anstrengen, du schaffst das«, presste Len zwischen zusammengebissenen Zähnen vor und lehnte sich zurück, um sie vielleicht so hochziehen zu können – was wohl ein fataler Fehler war, gepaart mit ihrer Aktion. Langsam bröckelte der Weg, Luigi krächzte heiser irgendetwas vor sich her. »Nein! Was tust du?!«, schrie Len ihr entgegen und griff nun auch mit der zweiten Hand zu, allerdings half es ihm herzlich wenig. Sie wandt sich wie ein glitschige Schlange aus seinem Griff und fiel. Er beugte sich noch nach vorn, um ihr hinterherzustarren und rief noch einmal ihren Namen, aber es änderte nichts. Luigi machte ihn darauf aufmerksam, dass Len da auch nicht gerade sicher stand und hektisch sprang er auf. Er stolperte rückwärts gegen die Felsenwand und presste sich mit pochendem Herzen und fahlweißen Gesicht gegen sie. Das... das konnte doch nicht wahr sein! Sein Verstand konnte das alles noch gar nicht realisieren, so rutschte er einfach fassungslos am Fels hinab und starrte in die Dunkelheit hinaus. Das leise Platschen überhörte er schon fast – aber auch nur fast.
Während Luigi immer wieder heulend in seinen Ohren lag, mit dem geschluchzten: »Was hast du getan!? Du hast sie umgebracht!«, sah Len zum Ende des Pfades, der sich um einen ganzen Meter verschmälert hatte, ihn aber gnädigerweise nicht mit in den »Tod« geschickt hatte. Voller Skrupel und zögerlich trat er erneut an den Rand, nicht ohne vorsichtig erst anzutesten, ob der Tritt sicher war und zündete schließlich ein sowieso zerfetztes Hemd an, das er aus der Tasche gefriemelt hatte. Als es genügend brannte, um nicht nach ein paar Metern wieder auszugehen und er es mit einem Stein beschwert hatte, ließ er es fallen und konnte zusehen, wie es weit in die Tiefe ging. Wieder ein Platschen. Das Feuer erlosch. Wasser?
Luigi war sofort an seiner Seite und hatte schon fast aufgehört zu heulen. »Vielleicht ist sie ja gar nicht tot«, warf die Schildkröte ein, Len ignorierte sie allerdings und schrie in das tiefe Schwarz hinein:
»Yoko? Yoko – bist du ins Wasser gefallen? Geht's dir gut?« Hoffentlich ging seine Stimme nicht verloren – aber das Echo half ihm aus.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 12:49

Jetzt, wo sie so im Wasser war, wusste sie auch, was sie ihm noch zurufen wollte – wenn es auch nicht wirklich was Schönes war. Sie rang sich mit selbst ihre Fassung nicht wieder zu verlieren und begann nun auch ihre Arme wieder ein wenig zu bewegen, um nicht doch noch mal unterzugehen – war zwar eigentlich unmöglich, allerdings konnte man sich ja absichern. Nur… wo sollte sie hin? Wo war sie überhaupt? Was in aller Welt, sollte sie nun machen? Etwas Leuchtendes fiel hinab. Wurde vom Wind einige Meter weit weg von ihr getragen und erlosch. Sah nach in brandgesetzter Kleidung aus.
Sollte das etwa eine Abschiedskerze von Len gewesen sein? So… wie eine Kerze am Grab? Man, sie lebte doch noch! So… mehr oder weniger. Sie rieb sich den Kopf. Die Haare klebten ihr nass ins Gesicht und langsam kamen ihre Sinne wieder zurück. So spürte sie zum Beispiel auch, dass sie einen Schuh verloren haben musste, da der eine Fuß sich viel… nackter anfühlte, als der andere. Auch die Kälte von dem Wasser überzog sie mit einem Schauer. Es war ja immerhin Mitten in der Nacht, die sonst recht friedlich zu sein schien. Selbst dieser Fluss, oder was es genau war lag still ohne Strömung da. Nur das Rauschen des Windes, der durch die Berge sauste war zu hören – ah! Sie konnte wieder etwas hören. Wahrscheinlich hatte sie in ihren Ohren auch noch Wasser gehabt, das mit der Geste des Kopfreibens rausgekommen ist. Sie fing die Reste von verzerrten Worten auf. Hatte sich nach Len angehört. Hoffte sie zumindest auch. Allerdings wollten ihre Stimmbänder noch nicht so ganz, wie sie es gerne gehabt hätte, aber ihr Chakrahaushalt schien sich zu regulieren, sodass sie erst beide Hände aufs Wasser setzte, folgend ihren Oberkörper hochzog und die Beine schlussendlich auf die Wasseroberfläche setzte. Musste sie wenigsten nicht mehr da drin rumplantschen. Noch recht unkoordiniert stand sie wieder auf zwei Beinen. Dieser Fall war ihr einfach komplett in Knochen und Mark gedrungen. Es schauderte sie. Sie hätte nun tot sein können! Aufgespießt an einen spitzen herausragenden Stein, die mal gar nicht so weit weg waren. Zum Glück ist sie aber so gut gefallen – Moment… ihr Fuß. An ihrem Fuß lief eine rote Spur runter. Das hätte nun wirklich nicht auch noch sein müssen. Sie nahm ein wenig Wasser mit ihrer Hand auf und spülte das Blut ab. Ein knapp 15 Zentimeter langer Schnitt, der sich über ihr linkes Wadenbein zog. Scharf sog sie die Luft ein und richtete ihren Blick nach oben. „Ich möchte eine Zigarette, also muss es mir doch recht gut gehen.“, rief sie dann, als sie ihre Hände zu einem Trichter umfunktioniert hatte.
Alles erschien ihr gerade so absurd, dass sie etwas hysterisch zu Lachen begann. Mindestens fünf Minuten verstrichen, als sie sich beruhigt hatte und einen Fuß vor den anderen setzte – Schmerz. Sie musste aus dem Wasser raus. Sich hinsetzen und dann wieder rauf zu ihm.
Wieder hörte man ein leises Platschgeräusch, als sie mit ihrem linken Fuß das Chakra nicht ganz unter Kontrolle hatte und damit in das Wasser eintauchte. Reiß dich zusammen, Yoko! herrschte sie sich selbst an und irgendwo hatte sie ja recht. Sie hatte einen solchen Sturz überlebt, dann würde sie es nun auch schaffen da wieder rauf zu kommen. Sie kam ans „Ufer“. Genauergesagt war sie einfach gleich an einer steilen Felswand. Stil hatte es wohl garantiert nicht, dass sie nun mit Händen und Füßen hoch kletterte, wo sie normalerweise einfach senkrecht mit den Füßen sonst hätte hoch gehen können. Nach fünf Minuten hatte sie einen Vorsprung gefunden, auf den sie sich kurz niederließ. Kraft schöpfte. Müde war sie nun auf jeden Fall nicht mehr. Viel zu aufgewühlt, komplett durch den Wind. Nur… wie hoch würde es wohl noch gehen? Sie war noch nicht Mal 10 Meter weit oben und war sich nicht ganz sicher, ob sie genau auf dem richtigen Weg war, oder schon davon abgekommen ist. Geschweige denn, wie weit es noch gehen würde… „Leeeen?“, rief sie wieder. Wollte seine Stimme hören, ob sie noch richtig war hier.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 13:09

Sein Echo klang ab und Len lauschte unruhig, ob eine Antwort kam. Aber da kam nichts. Es kam einfach nichts! Was, wenn sie sich den Kopf gestoßen hatte? Wenn sie vorher gegen die Felswand geklatscht und erst dann ins Wasser gefallen war?! Sein Inneres zog sich zusammen und er rang um Atem. Er war ihm schlichtweg aus geblieben und es fiel ihm so unglaublich schwer, überhaupt noch nach Luft zu schnappen. Luigi neben ihm tapste aufgeregt hin und her, murmelte sinnlose Phrasen – die Len sowieso nicht gehört hätte. Kurz darauf versagten ihm die Beine den Dienst und er knickte in die Knie. Die Gegend drehte sich, weil ihm eindeutig die Luft zum Atmen fehlte und Luigi sah ihn panisch an.
»Wehe, du stirbst jetzt auch noch!«, fauchte das Tier und stürzte auf ihn, um ihn zu würgen – was für die Schildkröte wahrlich nicht einfach war. Eine Weile brauchte Len, aber dann packte er das Tier und war schon kurz davor, es die Schlucht hinab zu schleudern – da hörte er Yokos Antwort. Verspätet, aber immerhin. Das Echo zerrte an ihren Worten, sodass es schwieriger war, sie zu verstehen, aber das war doch ganz egal.
Sichtbar ein Häufchen Elend seufzte Len auf und schloss die Augen, um erst einmal tief ein und aus zu atmen, aber schließlich verzogen sich seine Lippen zu einem schiefen Grinsen. Wenn sie zu so einem Scherz im Stande war, schien es ihr wirklich gut zu gehen. Vielleicht war es einfach der Schock, der ihre Stimme gestohlen hatte und eine Weile auch nicht wieder herausgerückt hatte. Er musste dem Drang widerstehen, ebenfalls hinabzuspringen, aber bei seinem Glück hätte er sich eher selbst umgebracht, als irgendetwas zu erreichen. Luigi war auf seine Schulter geklettert und beugte sich vor, um in den Abgrund spähen zu können. Da ging es aber auch steil runter.
»Ich gehe sie retten«, meinte die pinke Schildkröte entschlossen, aber Len packte sie nur wortlos und setzte sie auf dem Boden neben sich ab. Dort schien Luigi hart zu überlegen, was nun zu tun sei. Anscheinend konnte er wirklich nur das Shunshin no Jutsu und das einzige, was ihm geholfen hätte, war spontan das Fliegen zu erlernen. Aber da Schildkröten sich nicht einfach Flügel wachsen lassen konnten, blieb Luigi an Ort und Stelle und beschränkte sich darauf, relativ verzweifelt in die Schwärze zu starren.
Erneut Yokos Stimme.
»Ja?«, rief er zurück und kam sich merkwürdig dämlich vor. Hockten ja nicht täglich Leute vor einem Abgrund und schrien hinein. Wenn noch einmal ein Wanderer vorbeikommen würde, der würde ihn absolut als Psychopath abstempeln.
»Ich glaub' ich breche bald zusammen«, murmelte Len und stand schwankend auf, um lieber wieder in Richtung Felswand zu gehen und sank dort in sich zusammen. Luigi warf ihm Blicke zu, als wäre er die sprechende, pinke Schildkröte und nicht umgekehrt.
Zwar klopfte sein Herz immer noch schmerzhaft und schnell – aber dafür drehte sich die Umgebung immer weiter und wenn er ehrlich war, er könnte jetzt sein ganzes Abendessen auskotzen. Schließlich flatterten seine Lider und er schloss die Augen.
»Schrei du mal weiter...«, wies er Luigi nuschelnd an und versank dann in einer Schock-brauch-trotzdem-dringend-Schlaf-Bewusstlosigkeit.
»Yoko! Er ist aus den Latschen gekippt!«, berichtete die Schildkröte dann auch schon fröhlich. »Was soll ich machen?«
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 15:09

Sie hörte, dass da oben doch noch ein wenig mehr gesprochen wurde, als nur die Rufe zu ihr runter – aber den genauen Wortlaut verstand sie nicht. Würde auch nicht allzu wichtig sein, wie sie schätzte.
Wieder hörte sie seine Stimme laut an sie gerichtet. Gut, sie war auf jeden Fall richtig geklettert. War ja schon mal etwas Positives in dieser Lage.
Eine Weile geschah nichts. Dort oben schien sie keinen Mucks zu hören, und auch sie blieb einfach nur ruhig sitzen, atmete gleichmäßig tief durch und widerstand dem Drang nach ihrem Fuß zu sehen. Es brennte so höllisch und – haha – ihr Rucksack war nun nass geworden, damit auch die ganzen Sachen, die sie da drin hatte. Oder zumindest ein Teil, wenn diese hochangepriesenen Folien das halten, was man ihnen nachsagte: Wasserdicht zu sein! Aber darum würde sie sich erst später kümmern. Jetzt hieß es wieder weiter zu gehen. Sie konnte ja nicht ewig hier sitzen bleiben, machte die Situation nicht gerade besser.
Wieder rief jemand etwas zu ihr runter. Dieses Mal Luigi und das mit einer nicht sonderlich schönen Nachricht. „Was?! Bekommt er noch Luft? Atmet er noch?! Wenn nicht versuch ihn zu wecken, sonst… lass ihn einfach in Ruhe.“ Zum Schluss versagte ihr wieder die Stimme und sie rieb sich die Schläfen, den jetzt wurde ihr schlecht.
Als sie sich wieder ziemlich beruhigt hatte, keine zittrigen Hände mehr besaß, leitete sie in alle vier Gliedmaßen wieder das Chakra, um aufwärts zu kommen. Noch immer wäre es zu riskant einfach auf zwei Beinen hoch zu gehen. Wenn sie schon im Wasser eingesunken war… hier gab es kein Einsinken, hier gab es nur das wieder runterfallen. Und noch einmal so viel Glück würde sie nicht haben, da war sie sich hundertprozentig sicher.
Also kraxelte sie weiter und weiter hoch, sodass sie sich die Frage stellte, warum sie eigentlich nicht gleich diesen Weg genommen hatten. Vielleicht hätten sie es dann vor Einbruch der Dunkelheit zu einem Dorf geschafft. Nun ja, jetzt war es schon zu spät solche Dinge infrage zu stellen.
Vorsichtig wurde Hand um Hand, Fuß um Fuß nach oben gesetzt. Sie durfte sich nun keinen Fehltritt auf bröckelnde Erde leisten – da half auch Chakra nicht. Wenn es alles runter rollte, würde sie keinen Halt mehr haben.
Sämtliches Zeitgefühl hatte die Utsukushi bei dieser Tour verlassen, als sie endlich den Weg oben zu erkennen vermag und sich schlussendlich ganz hinaufzog. Zwar war sie gut fünf Meter weiter weg von dem Platz, wo sie ursprünglich runtergefallen ist, wo auch Len und Luigi eigentlich noch warten mussten, aber sie war oben! Über diese Tatsache erleichtert ließ sie sich kurz nach hinten auf den Rücken fallen. Die Kraft schien der Erleichterung zu weichen, dass sie es geschafft hatte.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 15:21

Luigi stupste Len bestimmt fünf Minuten lang einfach nur ausdauernd an, ohne sich darum zu scheren, was eigentlich an der Felswand nun abging. Ja, er hatte seinen Posten verlassen und möglicherweise würde der Nukenin später wirklich Gulasch aus dem Tier machen, aber jetzt saß er da nur zusammengekauert an der Felswand und schlief ruhig vor sich hin. Er hatte so lange nicht geschlafen, fast mehr als zwei Tage nicht und dann noch dieser Schock – es hatte ihn einfach weggerissen.
So stupste Luigi fröhlich weiter und widmete sich erst später wieder dem Abgrund, indem er sich an ihn setzte und Yoko antwortete: »Ja, denke schon. Schläft friedlich wie ein Baby.« Das pinke Tier begann gackernd zu lachen und starrte angestrengt in die Dunkelheit hinab. Ob sie vielleicht einen Weg gefunden hatte, hinaufzukommen. Und ja, verdammt, manchmal vergaß der vertraute Geist halt, dass Shinobi mehr konnten, als das Shunshin no Jutsu, das er wahrlich meisterlich beherrschte. Er traute dem Rest der Welt eben nicht mehr zu, als sich. »Was kriege ich dafür, ihn in Ruhe zu lassen?«
Eine pinke Schildkröte versuchte eine massenmordene Nukenin zu erpressen. Dies entspricht der Wirklichkeit, egal, wie absurd es auch klingen mag. Luigi war eben ziemlich selbstsicher.
Eine Weile saß dieser dann am Abgrund, ab und an schaute er zu Len, ob der denn tatsächlich noch am Leben war, und spähte schließlich fröhlich hinab zu einer näherkommenden Yoko – auch wenn sie ein Stück zu weit rechts war.
»Juhu, Yoko, hier her!«, rief er ihr zu und langsam klang das Tier wirklich heiser, vom vielen Schreien höchstwahrscheinlich. Dann hatte sie es aber auch schon geschafft, die Wand zu erklimmen und stolz stolzierte Luigi zu ihr hinüber, warf sich auf ihren Bauch und sprang darauf herum, wie ein Verrückter, bevor er sich an sie kuschelte.
»Ich dachte, es ist aus mit dir! Ein Glück! Geht es dir gut? Du bist blass – und eise-eisekalt!«

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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 15:59

Dass er nur schlief, nahm sie hin… Sie würde sich später davon überzeugen können. Etwas anderes blieb er ja auch nicht übrig.
„Wenn du ihn in Ruhe lässt, werde ich dich nicht runter werfen, wenn ich wieder oben bin.“,
presste sie zwischen die Lippen hervor. Es war nicht so einfach sich an so einer Felswand zu konzentrieren und dann noch zu sprechen.
Aber sie hatte es ja geschafft und hätte sich nun am liebsten übergeben, als die Schildkröte feucht fröhlich auf ihren Bauch herumsprang. So etwas ertrag sie nun doch noch nicht, weshalb sie ihn letztendlich von sich runter nahm, ihn neben sich absetzte und sich selbst aufsetzte.
„So leicht sterbe ich nicht und natürlich sehe ich blass aus, wenn man ewig weit runterfällt, wieder raufklettern muss und man von einer Schildkröte eine Magendrehung bekommt.“, antwortete sie trocken. Vielleicht auch ein wenig zu schroff, weshalb sie ihm kurz auf den Kopf patschte. „Ich seh mal nach Len, wie es ihm nun geht.“, meinte sie schief lächelnd und stand schwankend auf. Sie verstand jedem, der sich da gerne den Fuß abhackte. Aber so schlimm war es nun auch wieder nicht, sagte sie sich. Sonst würde sie gar nicht mehr gehen können.
Also lief sie zu den Blonden rüber, setzte sich vor ihn und prüfte, ob er wirklich noch lebte, wenn nicht, dann konnte sie sich gleich wieder runter stürzen, schoss es ihr bitter durch den Kopf. Aber er schien wirklich nur zu schlafen, was sie immens beruhigte und sie nun endlich erleichtert Aufatmen konnte. Sie legte ihm die Decke über, die noch immer an dem Platz auf dem Boden gelegen hatte, wo sie vorhin aufgestanden war und hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn – den er wohl kaum mitbekommen würde, aber sie war einfach nur erleichtert.
Ne, Luigi? Was meinst du wie spät es ist?“, fragte sie die Schildkröte, als sie in ihrem Rucksack wühlte. Sie hatte Glück! Die Stadt der Verdammten hatte ein gutes Produkt. Die Rolle wurde beschworen und der Arztkasten erschien. Ohne den wäre sie wohl wirklich aufgeschmissen. Ohne den und ohne ihre Eichhörnchen. Mit einem Tuch wischte sie sich erst mal noch das Blut wieder ab. Unschöne Sache, noch unschöner wurde es für sie, als sie begann die Wunde mit Jod zu desinfizieren. Schmerz pur, aber so etwas musste man nun mal in Kauf nehmen.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 16:17

Luigi war vielleicht nicht die angenehmste Gesellschaft, die man haben konnte, aber eines musste man ihm lassen. Ganz so doof, wie man ihn einschätzte, war er nun doch nicht. Deswegen schwieg er gemütlich, ließ Len in Ruhe, wie geheißen, und wartete einfach darauf, dass Yoko es nach oben schaffte, um sie dann auch freudetaumelnd zu begrüßen.
»'Tschuldige«, sagte er immer noch strahlend, »du bist halt nicht gut in Form, ich vergaß. Aber deine absolute Charme macht das wieder wett.« Die Schildkröte musste hinnehmen, dass sie abgesetzt wurde, konnte sie sich doch nicht wehren. Außerdem war sie so einfühlsam, nicht weiter auf Yoko herumzuspringen – nicht, dass sie gleich noch all ihr Futter auf ihn ausspuckte.
»Ach, dem gehts gut«, grummelte Luigi, schließlich wollte er gerade Aufmerksamkeit haben. Denn er war ja wohl nicht einfach in Ohnmacht gefallen, in der Stunde der höchsten Not und war eine große Motivationsstütze gewesen. Er torkelte in einem langsamen Schildkrötentrott hinter Yoko her und begutachtete ihre Taten. Schnaubte einmal auf.
»Sagte doch, dass es ihm gut geht.«
Len bekam davon nur am Rande etwas mit, fühlte die zunehmende Wärme durch die Decke und öffnete die Augen einen Spalt breit, als er die Berührung an seiner Stirn bemerkte. Er hatte eben doch diesen leichten Schlaf. Aber da sein Körper weiterhin noch total fertig von der ganzen Geschichte war, schloss er die Augen wieder, innerlich beruhigter, da sie ja anscheinend wieder oben war. Oder nie unten? Hatte er das geträumt? Na hoffentlich. Aber das würde sich schon in Richtung Morgen herausstellen. Er zog die Beine an und die Decke ein Stück höher, bevor er erneut in den Schlaf fiel.
Luigi hob den Kopf. »So halb vier?«, schätzte er. Die Sonne ließ sich noch nicht blicken. Aber der Himmel nahm schon langsam einen helleren Ton an, wenn die Schildkröte sich nicht gänzlich irrte. Erst jetzt bemerkte er übrigens, dass Yoko verletzt war.
Mit großen Augen sah er zu dem langen Schnitt und zischte auf, verzog das Gesicht, als hätte er gerade einen Stromschlag bekommen.
»Autsch! Was hast du gemacht?« Als wäre es nicht offensichtlich.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 16:35

„Ich bin in bester Form. Zumindest in der besten, die die Umstände zulassen.“, brummte sie, konnte sie es doch gar nicht ab, wenn man sie als schwach bezeichnete. Sie musste ja immer stark sein, allein deshalb, weil sie eben nicht ganz soooo die schlauste war.
Sie seufzte auf. „Stimmt, aber absichern kann man sich immer.“ Sie lächelte sogar recht freundlich, was einfach damit zusammenhing, dass sie froh war, dass Len nichts geschehen war. Er sogar zu blinzeln schien und die Decke weiter an sich zog. Dann hatte er auf jeden Fall einen guten Selbsterhaltungstrieb jetzt nicht zu erfrieren.
Auf Luigis Vermutung hin nickte sie. „Hab ich mir auch gedacht.“ Denn auch ihr war es aufgefallen, dass es allmählich heller wurde. Demnach musste es wirklich lange gedauert haben, bis sie hier oben angekommen war.
„Ah… ich bin da vorhin runter gefallen.“,
antwortete sie auf seine Frage und deutete mit dem Kopf in Richtung Abgrund. „Ich wusste gar nicht, dass du so ein kurzlebiges Gedächtnis hast, Ligi.“, witzelte sie mit dem extra falschen Namen und packte sich die Heilsalbe auf die nun desinfizierte Wunde. Diese hatte eine sichtlich lindernde Wirkung. Angenehm kühlend.
„Hm… du wirst nicht wissen, wo die nächste Stadt ist, oder?“,
fragte sie ihn und gestand ihm nun somit, dass sie absolut keine Ahnung hatte, wo sie waren. Desorientiert wie eh und je.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 17:03

Luigi würde wohl mit den Schultern zucken, wäre er anatomisch dazu in der Lage gewesen.
»Hat man ja gesehen.« Sein komisches Gesicht verzog sich zu einer hähmischen Grimasse. Anscheinend freute er sich darüber, einen Konterstreich, also ein gutes Gegenargument geliefert zu haben.
Er legte den Kopf schräg. »Schon, aber du kannst mir auch vertrauen«, grummelte er schmollend und legte sich auf den Boden, zog Beine und Kopf ein.
Er antwortete nicht und schmollte lieber weiter wie eine beleidigte Leberwurst. Natürlich hätte sie es sich denken können. Immerhin hatte er es gesagt und dann müsste es ja wohl stimmen, nicht?!
»Ach, bist du? Ist mir gar nicht aufgefallen«, gab Luigi sarkastisch zurück, seine Stimme klang dumpf, da er immer noch nicht aus seinem Schildkrötenhäusschen heraus kam. Ein wenig wollte er noch beleidigt sein. Noch ein klitzekleines bisschen.
»Außerdem heiße ich Luigi! Mit noch einem U!«, schnappte er und knurrte ein paar unverständliche Flüche, die wohl auf Schildkrötensprache waren. Sieh mal einer an, die italienische Schildkröte konnte sogar zwei Fremdsprachen. Wobei man darüber nachdenken musste, ob er nicht doch zwei Muttersprachen hatte. Das war jetzt die Frage – und schwierig zu beantworten. Wenn er ehrlich war, wusste er es selbst nicht genau.
»Doch, zufällig weiß ich das«, gab die Schildkröte dumpf von sich, machte aber weiterhin keine Anstalten, wieder herauszukrabbeln. »Bin gerade auf dem Rückweg, weil mir niemand weiterhelfen konnte. Eigentlich sollte ich auch weiter, nachdem du auch nicht weißt, wo die Beiden sind.«
Mit den Worten kam er aus dem Panzer heraus und deutete den Pfad hinab, auf dem Yoko und Len hergekommen waren.
»Geht's da in Richtung Konohagakure? Suki wird wissen, wo sie sind. Und spätestens Allia.« Obwohl Allia ihm immer wieder Angst machte...
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 17:24

„Hätte ich können – habe ich aber nicht was das angeht. Du scheinst ihn ja nicht zu mögen, hättest also alles Mögliche erzählt haben können.“, hielt sie weiter wieder recht stur dagegen.
Er schmollte – wow – aber sollte ihr recht sein. Sie würde nicht versuchen ihn aus seinem Panzer zu prügeln.
„Dein Sarkasmus ist fehl am Platz.“,
meinte sie trocken und zuckte unberührt mit den Schultern, als er sie wieder mit seinem Namen belehrte. „Wenn ich wollte, könnte ich dich auch Bob nennen. Du würdest mir ja kaum die Zunge abschneiden können.“
Dann horchte sie aber auf. Also musste hier doch irgendwo eine Stadt sein. „Wie weit ist es denn noch?“, fragte sie sichtlich erfreut und war nun auch dabei ihr Bein mit einem Verband einzuwickeln. „Ah doch… ich schätze schon, dass ich weiß wo die sind. Vor ein paar Wochen waren sie in der Wüste. Vielleicht sind sie immer noch dort und hey, wenn du Taiki triffst richte ihm den nettesten Gruß aus, der dir einfällt.“ Sie grinste – fast schon bösartig – und nickte wieder auf seine Frage hin. „So ziemlich. Ist aber ein weiter Weg durch einen ewigen Wald. Dann heißt es wohl auch wieder Abschied, huh? Pass auf deinen pinken Panzer auf und… versuch nicht allzu viele damit zu erschrecken. So sprechende, pinke Schildkröten laufen ja nicht täglich durch den Wald.“ Der Verband war vollendet angebracht und sie streckte ihren Fuß wieder aus.
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 17:33

»Ich habe nie gesagt, dass ich ihn nicht mag«, protestierte Luigi. »Und die Familie meiner Meisterin lüge ich nicht an.« Wenn er in der Lage war, noch mehr zu schmollen, dann tat er dies nun. Fühlte sich bis aufs Innerste verletzt. Und »nicht mögen« war es auch gar nicht! Er ignorierte ihn nur getrost. Auf seine eigene, verletzende Art und Weise.
»Deine Beleidigungen aber auch«, grollte Luigi und man könnte meinen, hinter ihm ginge eine Gewitterfront auf, die gleich auf Yoko ausbranden wollte. Man hörte das Donnerwetter ja schon fast, so finster funkelte er aus seinem Panzerloch für den Kopf heraus.
»Und wenn doch? Ich kann so einiges, was du nicht weißt«, sagte Luigi schnippisch und zog die Nase hoch. Er hatte wohl ein bisschen zu viel geflennt.
Dann war er aber auch schon wieder aus seinem Panzer hervor und sagte gleichgültig: »Halber Tagesmarsch für eine gewandte Schildkröte. Keine Ahnung, wie lange ihr braucht.« Er besah sich den steilen Weg, den er ja kopfüber herunter laufen musste und schluckte hart. »Konoha anlaufen, Unterstützung holen und in die Wüste. Alles klar. Wenn ich ihn sehe, sag ich ihm, dass du dich mit kleinen Jungen vergnügst.« Er lächelte fies und machte sich dann aber auf den Weg, schließlich hatte sie bestätigt, dass es dort entlang ging. Schon beim ersten Kieselstein rutschte er ein ganzes Stück hinab. Sichtlich gekränkt rollte er sich in seinen Panzer und schon begann die Rutschpartie. Er rief Yoko noch ein: »Tschüß!« zu und verschwand in einer Staubwolke.
Derweil hatte es Len geweckt. Immerhin hatte Luigi ziemlich herumgebrüllt. Ihm ging es nicht außerordentlich viel besser, aber er gewann immerhin an Farbe um die Nase herum. Ächzend hielt er sich den Kopf und suchte mit dem Blick nach Luigi und oder Yoko. Er fand nur Letztere.
»Habt ihr euch gestritten?«, fragte er, bevor ihm wieder ins Gedächtnis stieg, was eigentlich vorgefallen war. Kurz schwieg er, bevor er nachhakte: »Alles in Ordnung?«
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BeitragThema: Re: Bergweg   Sa 30 Jul 2011, 18:18

„Du hast ihn ignoriert, das heißt also auch nicht, dass du ihn mochtest.“ Das weitere ignorierte sie alles gekonnt – war zu dem Zeitpunkt noch mit ihrem Verband beschäftigt. Sollte er sich nur aufregen. Aber halber Tagesmarsch hörte sich eigentlich gut an, denn sie war immer noch der Meinung, dass er wohl kaum schnell vorankam – was sich als herber Fehlschlag herausstellte. Er lief nicht, er rutschte, und das doch recht schnell, runter. „Bye-bye~“, rief sie noch nach
Durch den Tumult, den sie veranstaltet hatten, ist Len aufgewacht und schien noch recht durch den Wind zu sein. Sie holte sich nebenbei Wechselkleidung aus dem Rucksack. Die, die sie trug war ja vollkommen durchnässt und auf eine Erkältung konnte sie noch immer gut und gerne verzichten. Als er sie dann etwas fragte, wurde sie fündig. Pullover und Jeans. „Ah, tun wir uns immer. Also halb so schlimm.“, meinte sie darauf, ob sie sich mit Luigi gestritten hätte.
„Was? Ja, sicher. Du weißt doch… Unkraut.“, meinte sie grinsend und verschwieg nun, dass sie sich den Fuß aufgeritzt hatte. „Aber wie geht’s dir?...“, fragte sie nach einer Weile. Immerhin war er ja in eine Art Ohnmacht gefallen. Da ging es einem für gewöhnlich recht miserabel – konnte sie aus Erfahrung sprechen.
Sie zog sich Jacke und Oberteil aus – Pullover an. Da wurde es ihr glatt richtig warm. Ein wenig umständlich stand sie wieder aus und zog den einzelnen Schuh, die Socken und den Rock aus – Jeans an. Jetzt würde zwar auch die neue Kleidung feucht werden, aber immer noch alles besser. Der Reißverschluss wurde hochgezogen und sie stopfte das nasse Zeug in ihren ebenso nassen Rucksack. Geheiligt waren die Folien, bzw. Tüten mit dem Superverschluss. „Ich hab einen meiner bequemsten Schuhe verloren – dumm nicht?“, wandte sie sich wieder schief grinsend an Len und zog sich anstelle der vorigen Turnschuhe nun Ballerina an. Ganz anderes Gefühl, zwar auch ganz nett, aber sie mochte ihre alten Turnschuhe recht gerne.
Yoko setzte sich wieder neben Len an die Wand gelehnt und strich sich kurz über den Fuß. Der Verband war trotz der Jeans zum Glück nicht verrutscht.
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