Yorashi - Der Abendsturm


 
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 Hotel 'Edelweiss'

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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mo 05 Sep 2011, 17:23

„Eigentlich ist sie ganz nett und etwas getan hat sie dir ja eigentlich auch nicht wirklich…“, wandte Len relativ unbekümmert ein und verfiel in eine ähnlich fröhliche Stimmlage, um hinzuzufügen: „…jedenfalls kann ich sie leiden und deswegen tut sie mir leid.“ Aber wirklich. Wer wechselte dann nicht freiwillig den Nachnamen? Wäre ‚Fanta‘ wenigstens noch vom Klang her schön, könnte er es ja verstehen, aber dieses Wort hatte für ihn etwas wenig harmonisch-melodisches, sondern etwas brutales und abgehacktes, wegen dem kurz ausgesprochenen Vokal in der Mitte des Wortes. Mal ganz davon abgesehen, dass er sowieso nur ihren Ton imitiert hatte, um Yoko vielleicht ein wenig zu ärgern, stimmte er ihr mit eher belegter Stimme zu, schließlich hatte das Gespräch ja mittlerweile eine drastische Wendung genommen. Was eine geschlossene Tür alles bewirken konnte, war schon immer einzigartig gewesen. Hatte er schon früher bemerkt. Menschen, die viel auf sich gaben und die Nase rümpften, wenn sie jemanden wie zum Beispiel Yoko sahen, kämen niemals auf die Idee, mit jemand Wildfremdes zu reden. Ein paar Scheinchen und eine geschlossene Tür – schon waren sie muntere Gesellen, die gerne mal aus dem Nähkästchen plauderten.
„Nein…, nein wirklich nicht. Muss passiert sein, als ich unter Drogen stand, oder – “, Len kam nicht weiter, weil sie sowieso selbst auf die Lösung kam, die ihm auf der Zunge gelegen hatte. Das Dach – was für ein unheilvolles Wort. Er musste bei Gelegenheit sein Katana holen gehen. Nicht, dass es regnete und es zu rosten begann…, dazu war es zu teuer gewesen und er hatte sich schon so sehr an es, seinen Griff und sein Gewicht gewöhnt, dass er es nicht missen wollte. War wie eine Beziehung, oder eine Freundschaft, die sich langsam aufgebaut hatte und die einem die nötige Ruhe und Gewissheit einhauchte.
„Ob das Priorität hat, kommt darauf an, was du in Iwagakure machen wolltest…“, kommentierte er gerechtfertigt und zuckte dann mit den Schultern. Er würde es immerhin bevorzugen, nach Sunagakure weiter zu ziehen und sich dort an die Fersen seiner Schwester zu heften. Selbst wenn sie bereits weiter gereist war, so würde er zumindest dort mit der Spurensuche beginnen können.
„Du kannst ja versuchen, mich gegen eine Wand zu drängeln oder mich umzuschubsen, Schatzi ♥“, flötete Len mit einem breiten Grinsen. Mit zwanzig Kilogramm Unterschied, wenn nicht noch mehr, sollte es sowieso schon eine Herausforderung für eine Frau sein, aber er wettete ja im Moment – aus reiner Besorgnis – dass sie nicht die Kraft aufwenden konnte, um ebenjenes zu tun. Aber überhaupt, was wehrte sie sich eigentlich gegen den Gedanken, ihn mitzunehmen? Wollte sie etwa unbedingt seinen Finger abtrennen? Oh, sadistisches Weibsstück!, geisterte es ihm durch den Kopf, den er daraufhin nur schüttelte, um das Bild vor seinem geistigen Auge zu vertreiben.
„Du magst es, mich in die Verzweiflung zu treiben, liege ich da richtig?“, fragte Len nur unbeeindruckt, kaum, dass sie bestätigte, es gern getan zu haben. Aber gut, war er eben in ihren Augen ein Milchbubi, who cares? Zwang sie ja keiner dazu, ihn als Kerl anzusehen. Immerhin war Milchbubi schon eine Steigerung zu Mädchen, das musste man sich ja auch mal vor Augen halten und ein Lob für das zweiundzwanzigjährige Mädel aussprechen.
Da er nun einmal ziemlich gute Reflexe hatte, fing er sein Sweatshirt instinktiv auf und zuckte dann mit den Schultern. „Okay. Aber hey – es wird sicher scheiße heiß unter einem Pullover und einer Jacke… Willst du mir das wirklich antun? Ich folge dir doch sowieso nur wie so ein Wachhund…“ Aber da war Yoko auch schon im Bad verschwunden und er seufzte, mit den Augen rollend, auf, bevor er sich schließlich in den Küchenbereich begab, um in seiner Tasche nach einer anderen Hose zu suchen. Pech wäre es, wenn die gesuchte Hose gerade in der Wäsche war. Sein Glück war es, dass er noch eine schwarze Jeans hatte. Er liebte schwarze Jeanshosen, entschied sich aber meist eher für die normale, blaue Variante, da dies ‚normaler‘ auf die Zivilbevölkerung wirkte. Er mochte auffallen eben nicht so gern. Und jetzt? Jetzt wäre er auffälliger denn je. Er konnte sich doch gleich ein Schild umbinden, was sagte, dass er einer Drogensüchtigen folgte.
Erst fand die Jogginghose ihren Weg auf den Boden und kurz darauf hopste Len auf einem Bein, um das Gleichgewicht ringend, während er sich in die Hose zwängte. Frisch gewaschen waren die Dinger immer steif, wie ein Brett – und diese hatte er eben schon Ewigkeiten nicht angezogen, weswegen der Effekt eben noch bestehen geblieben war.
Gott sei Dank passte sie noch wie angegossen, bis auf die Tatsache, dass er sich seinen neuen Gürtel angeln musste, damit sie ihm nicht irgendwann herunterrutschte. Nach getaner Arbeit streckte er sich erst einmal, bevor er das Hemd aufknöpfte – entgeistert stellte er fest, dass sie es ja gar nicht wieder aufgeknöpft hatte, was für eine Schande! – und sich schließlich in das Sweatshirt warf. Eigenartig, wenn seine eigenen Sachen nach anderen Personen roch – aber nicht schlecht!
Er zog schon mal seine normalen Straßenschuhe an, – das war doch jetzt egal, oder? Man sah durch die Hose doch sowieso nur die Hälfte davon –, packte seine Tasche und lehnte sich gegen die Wand neben der Badezimmertür. Kaum, dass sie mit hübscher Geschwindigkeit aufflog, drängelte er sich an Yoko vorbei, nur um in derselben Bewegung Zahnbürste und Zahnpaste herauszuziehen und damit zu beginnen, sich die Zähne zu schrubben. Drei Minuten stand er wortlos da und arbeitete daran, dass sein Lächeln auch genauso strahlend blieb, wie es sonst auch war und spülte dann alles mit Wasser aus, nur um dann das Gesicht noch einmal zu waschen und schließlich die Haare zu kämmen. Musste man ja alles machen. Ein mal das Toitoi besuchen und schließlich einfach nur eine Weile mit Seife die Finger bearbeiten. Die wollten ja auch ganz sauber sein. Aufgrund von einem spontanen Eitelkeitsanfall musste Len auch noch eine ganze Weile einfach nur in den Spiegel gucken und hier und da bei seinen Haaren etwas verändern, bis er vollkommen zufrieden mit dem Zopf und Ponyfall war. Erst dann bequemte er sich aus dem Bad und gähnte herzhaft, um auszudrücken, wie viel Vorfreude er doch hatte, wenn er an das bevorstehende Gassenkrabbeln dachte.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mo 05 Sep 2011, 18:26

Yoko brummte etwas Missmutiges, ließ sich ihre Stimmung aber nicht versauen. „Kann sie trotzdem nicht leiden“, beharrte sie noch einmal darauf. „Dass die mit dir rauchen war, ist schon Grund genug.“ Das war doch wirklich ein Grund für so jemand eifersüchtigen, wie sie es war und auf ihn wollte und konnte sie nicht länger sauer sein. Also musste diese Frau eben dafür herhalten. Garantiert hatte sie ihn dazu verführt eine zu rauchen! Da spielte sie glatt mit dem Gedanken ihr einen möglichst schmerzhaften Tod zu bereiten.
„Was ich… da wollte?“,
fragte sie ein abgehakt nach und kratzte sich an der Wange. „Eigentlich nichts… nur wieder da hin, weil da ja unsere gemeinsame Reise begonnen hat.“ Verschwieg sie ihm mal gekonnt, dass sie da eigentlich auch wissen wollte, ob ihre Liebe das stand halten würde. So nach dem Motto, dass der Kreisweg geschlossen wurde und sie sich womöglich trennten. Gefiel ihr nicht sonderlich, aber es interessierte sie nun einmal. Aber trotz allem hatte sie zu sehr Angst davor, also lieber nach Suna und erst mal sein Ziel erreichen.
Die Utsukushi schnaubte auf. „Werde ich noch – allerdings erst später. Oder besser gesagt… Pass auf, dass du Morgen nicht auf dem Boden aufwachst“, säuselte sie ebenso. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn rauswarf, war recht gering, aber wenn er es herausfordert… Dann musste sie ja ihre Frau stehen!
Unschuldig legte Yoko den Kopf schräg. „Wie kommst du denn darauf, Darling? Mir liegt bei allem, was ich tue nur dein Wohl am Herzen.“ Wenigstens war die Grabesstimmung beseitigt, die sie vorhin so stark gespürt hatte. Aber sie hatten ja nun auch ein reelles Ziel, das zumindest ihr helfen könnte wieder normal zu werden. Und das tat sie ja auch eigentlich nur für sein Wohl. Selbst wenn er nicht daran glaubte. Ein Mensch, der außer Kontrolle gerät kann so einiges bewerkstelligen, was man so nicht erwartet hätte. Vielleicht würde sie noch Wahnvorstellungen bekommen und ihn als richtigen Feind ansehen?
Auf seinen Einwand mit den Klamotten winkte sie kurz ab – er sollte es einfach hinnehmen, wenn er bei so etwas mitkommen wollte – und verschwand im Bad.
Zog sich an, putzte sich brav die Zähne und legte den heißgeliebten Mantel erst noch über den Arm. Hier drinnen war es einfach zu heiß mit dem Teil. Gerade als sie aufmachen wollte, fiel ihr noch etwas Entscheidendes auf. Sie musste ja erst noch ihre Taschen füllen. Also griff sie nach ihrem Rucksack und ging nach draußen. Len drängelte sich an ihr vorbei und warf die Tür geräuschvoll ins Schloss. Verdattert blieb sie desorientiert blinzelnd stehen, ehe sie sich mit einem Kopfschütteln zurück in die Realität holte und zum Bett ging. Sie setzte sich und öffnete Schriftrolle für Schriftrolle, bis sie einen gewissen Bestand von Drogen und Geld vor sich liegen hatte. Was das Geld anging, war es einfach. Das kam in ihr Portmonee und schon mal in die eine Tasche ihres Mantels. Stellte sich die Frage, was sie nun alles am besten mitnahm an Drogenbeständen. Sie wusste ja noch nicht, worauf sie sich in dieser Stadt einlassen würde. Was sie hatten, oder genauer gesagt nicht hatten. Ein paar suchte sie sich raus, von denen sie wusste, dass sie immer gingen. Zum einen, weil sie eine tolle Wirkung hatten, zum anderen, weil sie etwas billiger waren. Schwarzmarkt war schon etwas Kompliziertes. Hier und da holte nahm sie noch welche mit besonderen Wirkungen. Weniger Schmerzempfinden – ähnlich wie die, die sie früher immer bei sich trug… Gott, wurde sie nachlässig! Aber sie durfte ja keine mehr nehmen und und… Dennoch wäre es doch nicht verkehrt wenigsten so eine mitzunehmen. Für den Fall der Fälle eben. Notfälle. Auch stärkere Schlafmittel kamen in die Tasche. Alle sorgfältig verpackt in Folien in Form von Pillen, Pulvern und ein paar Spritzen. Wie gern sie sich doch wieder mal etwas spritzen würde. Na, vielleicht war Ingrid ja für sie freundlich gesinnt ♥
Da Len so verhältnismäßig lange für einen Kerl brauchte, zog auch sie sich noch einen Kamm raus, um sich flüchtig die Haare zu machen. Yoko hatte ja am Morgen geduscht und sich diese perfekt gerichtet. Oder eben so gut es ging, da sie die Länge so ungewohnt fand.
Nun kam er aber endlich und sie stand wieder auf, um sich den Mantel überzuziehen. „Hm… Jetzt guck mal böse… gefährlich, oder sonst was. Dann können wir uns über die Jackesache noch mal unterhalten.“ Sie musste ja eine Jacke tragen. Schon allein deswegen, weil sie da alles drin hatte. Und sie war ja auch kurz angezogen, also war das in Ordnung. Ging es eben nur noch um ihn, was sie mit ihm anstellte.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mo 05 Sep 2011, 18:54

„Ihr wärt sicher die besten Freundinnen, würde ich nicht leben. ‘Tschuldige, dass ich es tue“, sagte Len daraufhin nur schulterzuckend. War doch so! Die Beiden waren außergewöhnlich eigenartig und auf ihre eigene Art und Weise extrem sadistisch. Außerdem hatten Beide die Angewohnheit, sich mit ihrer Umwelt anzulegen, weil sie in der Öffentlichkeit darüber herzogen. Wäre er nicht zufällig existent, gäbe es keine Eifersucht und Yoko hätte entspannt mit Makoto auf dem Balkon hocken und rauchen können.
„Sag mir nochmal, warum das ein Grund ist, sie nicht zu mögen?“, hakte er dann etwas rat- und planlos nach, da er diese Argumentation bei Gott nicht wirklich nachvollziehen konnte. Allerdings erklärte Yokos allgegenwärtige Eifersucht eben alles und war der Beweggrund für jedes einzelne Wort, also von daher konnte er sich ja schon denken, wie genau diese Reaktion zustande gekommen war. Nun. Dann mochten sie sich eben gegenseitig nicht. Bald hätten sie eh das Problem nicht mehr, weil ihre Wege sich trennten.
„Oh, deswegen“, machte Len und hob nur die Schultern, um sie kurz darauf wieder fallen zu lassen. „Ist mir recht. Also. Sunagakure oder Iwagakure?“ War ja eigentlich egal, wo sie nun zuerst hinreisten. Rins Spur würde er sowieso finden, allein deswegen, weil eben eine große, unsichtbare Verbindung zwischen ihnen herrschte, wie es nur bei engen Geschwistern oder Zwillingen sein konnte. Daran glaubte er fest – und an die Güte Gottes, die sie schon irgendwann wieder zusammenführen würde und wenn Yoko nun nach Iwagakure wollte, warum nicht? Ein wirklich festes Ziel hatten sie ja insgesamt auch nicht.
„Ach so? Bei meinem Glück schlage ich mir den Kopf auf und verblute elendig. Kannst du also vorher Bescheid sagen, damit ich den Nachtschrank noch zur Seite schieben kann? – Halt warte. Ich schlafe auf dem Boden… vor der Heizung.“ Ein schiefes Lächeln. Das erst ziemlich ernste Thema – Yoko war wirklich angefressen gewesen, wow! – hatte sich also demnach wieder ins Lächerliche gezogen. Nun. Besser als gar nichts, nicht wahr?
„HUST – Ausrede – HUST!“, grummelte er nur und schnitt eine Grimasse, um ihr zu verdeutlichen, wie viel ihre Meinung ihm gerade so bedeutete. Das mit der Jacke nahm er dann, wie auf Anweisung, einfach hin. Wenn sie meinte – sie kannte sich ja bei dem Kram eh besser aus, als er. Er war ja auch nur ein überflüssiges Anhängsel. Mittlerweile fragte er sich übrigens auch, warum zur Hölle er eigentlich mitkam. Wahrscheinlich stand er sowieso nur im Weg, da konnte sie noch so viel an ihm werkeln.
Kurz darauf zog er sich um, sie machte etwas im Bad, er machte etwas im Bad, sie fummelte an ihren Taschen herum, er kam aus dem Bad heraus, sie zog ihren Mantel an. So weit zu den Vorbereitungen.
Bei ihrer Aufforderung musste Len glatt anfangen zu lachen. Aber wer würde das nicht? Er war zwar ein begnadeter Schauspieler, aber solch eine Anweisung und das in dieser Tonart – das war ihm zu viel! Das würde er sowieso nie hinkriegen. Also mit Jacke leben.
„Mhpf. Tu doch so, als wäre ich eine Droge – du sagtest ja selbst, ich mache vollkommen abhängig ♥ Aber verkauf mich bitte schweineteuer, ich habe meinen Preis“, witzelte er gekonnt und musste erneut anfangen zu lachen, weil ihm ‚guck mal böse‘ durch den Kopf geisterte.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mo 05 Sep 2011, 20:01

„Wie kommst du darauf? Und selbst wenn – darauf kann ich gut und gerne verzichten… Hauptsache ich hab ja dich….“ Langsam verdarb er ihr da schon die Stimmung, wenn er so etwas sagte. Er sollte doch wissen, dass er das Wichtigste in ihrem Leben war. Vor allem hatten sie sich doch möglichst vom Rest der Welt verabschiedet. Warum wollte er also unbedingt, dass sie sich mit ihr verstand? Überhaupt… warum mochte er sie so gern? Das gab ihr doch zu bedenken. „Weil… weil eben!“ Yoko schnaubte auf. Er musste es einfach akzeptieren, wenn sie mit so jemand nichts zu tun haben wollte – oder eben nicht und sie würden sich wieder totschweigen.
Das Gespräch der beiden nahm allerdings wieder andere Dimensionen an – war man aber auch gewohnt von ihnen. „Ich bin mir nicht sicher… Also… Ich möchte einfach nur da sein, wo du bist. Also ist es mir egal, wo wir denn genau sind“, erwiderte sie lächelnd. Wieder etwas, wo sie ihn vor die Entscheidung stellte. Aber sie konnte einfach nicht selbst entscheiden bei so etwas. Sie wäre so gern nach Iwa, aber wollte sie für ihn doch auch seine Schwester finden, also mussten sie nach Suna. Sein Ziel war ja ihr Ziel.
Grinsend schüttelte die Utsukushi den Kopf. „Dann zwingst du mich, dass ich die Nacht ja auch noch auf dem Boden schlafe – willst du mir das wirklich antun?“, säuselte sie, ehe sie auf den Rest nur die Schultern zuckte. „Wenn du das so siehst.“ Ihr war ja auch sein Wohl wichtig. Wie sind sie überhaupt auf das ganze Zeug gekommen? Hm… sie hatte keine Ahnung mehr. Aber da trennten sich für ein paar Minuten ihre Wege.
„Was ist daran so lustig?“,
fragte sie kopfschüttelnd und musste sich selbst zusammenreißen nicht anfangen zu lachen. „Du bist doof – als ob ich dich einfach verkaufen würde. Dafür musst du schon mehr anstellen.“, entgegnete sie ihm und räusperte sich. „Und jetzt komm. Sieh mal ernst aus - auch in meiner Anwesenheit. Wenigstens die nächste Stunde, dann darfst du so viel lachen und sonst was tun, wie du willst.“ Sie selbst atmete tief durch, wischte sich mit der Hand einmal über das Gesicht – um es entspannt zu bekommen – und sah ihn wieder an. Setzte so gut es eben ging einen arroganten Blick auf und ging zum Ausgang. Der Schlüssel verschwand in ihrer Brusttasche und sie öffnete die Tür, trat hinaus und streckte die Hand aus, dass er sie nehmen könnte. Die beiden trödelten viel zu viel! Immerhin hatten sie ja den Zeitdruck der Iryonin, wenn sie noch einmal kommen sollten. Also, wenn sie es noch einmal wollte sich mit diesen Personen abzugeben. Hoffentlich kommt Souta vorbei. Dann kann ich mich wieder mit ihm über so Zeug unterhalten, dachte sie sich und seufzte leise. Irgendwie gingen ihr die Drogen schon ab. Sie zu nehmen, über sie zu reden, der einfache Handel… Das machte einfach den anderen Teil von ihr aus. Hatten sie ja damals festgestellt, dass der Inhalt ihres Lebens darin bestand etwas mit Drogen und mit Len zu tun zu haben. Und jetzt durfte sie ersteres nicht mehr so richtig. Aber sie wollte nun mal so gut es ging zu ihrem Wort stehen. Ging ja nicht, dass sie es einfach für ihre eigenen Gewohnheiten brach.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mo 05 Sep 2011, 20:22

„Feldstudie“, antwortete Len trocken, bevor er zu schmunzeln begann. „Ich habe vermisst, dass du so etwas sagst!“ Tja, während ihre Stimmungskurve einen tiefen Knick bekam, stieg seine auf ein noch höheres Niveau, war ja auch nicht schwierig, bei ihren vorherigen Themen. Er konnte es gut leiden, wenn sie solche Dinge sagte, wie ‚Hauptsache, ich habe ja dich‘. Das gab ihm nach langem wieder das Gefühl, auch wirklich gemocht zu werden, was ihn insgesamt weniger einsam machte, wie er dachte. Ein gutes Gefühl, weswegen er nur belustigt zusah, wie Yoko sich ein wenig darüber aufregte, keinen wirklichen Grund für ihre Abneigung Makoto gegenüber zu finden. „Okay“, lenkte er deswegen lächelnd ein und konzentrierte sich derweil auf die neu aufkeimenden Gesprächsthemen, die sich in die Konversation einzugliedern versuchten. Beispiel die geplante Reise. Es war schon schwierig, wenn man nicht mehr allein reiste und demnach keine Entscheidungen mehr nur für sich selbst treffen musste, weil man auch auf die persönlichen Bedürfnisse des Anderen Acht geben musste – was in seinem Fall ja wohl die höchste Priorität von allem hatte.
„Hm, geht mir genauso“, erwiderte er ein wenig ratlos und zuckte dann mit den Schultern. „Dann gehen wir nach Iwa. So kann ich mich wenigstens noch einmal vor einer Konfrontation drücken und mir ein paar Worte zurechtlegen. Mit ‚Hi, ich bin dein Bruder‘ anzutanzen ist sowieso ein bisschen lasch. Was sagst du?“ Vielleicht nicht die beste Idee, noch einmal nachzufragen, aber er wollte ja nicht einfach über Yokos Kopf hinweg solche wichtigen Entscheidungen treffen! Das ging ja nicht. Jedenfalls redete er sich das ein und wollte dementsprechend noch eine Bestätigung haben.
„Mh, will ich mit aufgeplatztem Schädel aufwachen oder wieder so geweckt werden, wie heute, aber dafür mit Rückenschmerzen und dir den Boden antun? Schwierig, schwierig…“ Es wäre der totale Schock, aus dem Bett geworfen zu werden. Wer wusste schon, ob sein dämliches, verkümmertes Herz so etwas überleben würde? Ganz zu schweigen davon, wie sein Kopf wohl darauf reagierte, dass Yoko ihn ‚attackierte‘.
Nachdem sie sich dann die nächste dreiviertel Stunde nur einmal flüchtig gesehen hatten, trafen sie sich schließlich im Flur wieder, nachdem er sich selbst aus dem Badezimmer bequemt hatte und dann haltlos anfing zu lachen, kaum dass sie ihm eine so wunderbare Aufgabe stellte.
„I-ich weiß nicht… Das… das kam einfach so urstdämlich, dass ich lachen musste… Tut mir Leid“, antwortete Len, immer noch ein wenig außer Puste vom ganzen Lachen und nahm einfach mal hin, dass sie ihn wieder als doof betitelte.
„Ich dachte, so hätte ich wenigstens einen guten Grund, hinter dir zu stehen, wie ein drei Wochen in der Sonne und im Regen gammelnder Reissack“, meinte er relativ unbekümmert, freute sich aber sichtlich darüber, dass sie ihn niemals verkaufen würde! Jedenfalls nicht, bevor er noch größeren Mist baute. Herrlich!
„Ich kann nicht, Yoko-chin. Ich bin viel zu unernst, wenn du mich dazu aufforderst. Ich wette, du kannst auch nicht auf Knopfdruck heulen…“, rechtfertigte er sich und begann zu prusten, kaum dass sie sich mit diesem tollen Pantomime-Trick zum arrogant-gucken brachte. Allerdings versuchte er dann, sich ein bisschen zusammenzureißen. Der gute Vorsatz hielt, bis er aus der Tür war und ihre Hand ergreifen konnte. Dann musste er nämlich wieder fröhlich gucken, als hätte er gerade im Lotto gewonnen. Tat ihm ja Leid, dass er lang brauchte, vor allem im Bad. Da fiel ihm auf, dass er seinen niedlichen Bart dran gelassen hatte. Naja, beim richtigen Licht (kaum welches) würde man das eh nicht sehen, geschweige denn, dass überhaupt jemand wirklich auf ihn achten würde, schließlich war er ja einfach nur da…
Len hielt sich zurück, was das Antworten auf Gedanken anging. Ein wenig bedröppelt schaute er aus der Wäsche, kaum dass sie sich wünschte, Souta würde vorbeisehen, damit sie sich über ihr anscheinend gemeinsames Hobby auslassen konnten. Aber kurz darauf klappte er den Mund wieder zu, als ihm auffiel, dass er fassungslos und mit offenem Mund geradeaus gestarrt hatte. Jeder Mensch hat Freunde, um sich mit ihnen über ihre Interessen auszutauschen. Selbiges hier. Außerdem fühlte er sich mal wieder schuldig, dass er ihr die Hälfte ihres Lebensinhaltes gestohlen hatte… Was sollte er denn nur tun? Entweder sie starb an den Drogen selbst, oder daran, dass sie keine nahm und nicht einmal die Möglichkeit oder Chance bekam, sich darüber zu unterhalten, weil er einfach keine Ahnung hatte. Verdammte Zwickmühlen – aber man konnte ja bekanntlich nichts dagegen tun.
„Treppe?“, fragte Len leise, um vielleicht wieder ein Gespräch anfangen zu können.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mo 05 Sep 2011, 21:32

„Äh, Feldstudie? Ich kenn je Feldbetten… aber…“, fragte sie döflich nach. Konnte sie mit dem Begriff gar nichts anfangen. Schon allein ‚Studie‘, als würde sie jemals irgendetwas studieren. Und… hä? Ach, sie verstand es einfach nicht. Besser hinnehmen, oder auf eine Erklärung warten. Irritiert blinzelnd blickte sie zu ihm auf. „Ach… du meinst das, dass ich nur dich haben will, richtig? Das weißt du doch…“ Zumindest glaubte Yoko, dass er das wissen sollte müssen. Sonst würde sie sich vornehmen es ihm öfters zu sagen, wenn er es gern öfters hören wollen würde und es ihm dann besser ging. Ging ja nur darum, dass es ihm gut ging, wenn er sonst schon keine Wünsche hatte. Dann eben das Möglichste versuchen ihn glücklich zu stimmen.
Die Utsukushi sah ihn nachdenklich an. „Darüber hatten wir glaube ich mal gesprochen, oder? Da meintest du, dass sich das Ganze wohl von selbst einrenkt, wenn ihr mal die Chance auf einen Treff habt… Zwillingsband oder so. Und… ich denke, dass das wirklich passieren wird. Sie kann ja auch deine Gedanken lesen. Also weiß sie auch, dass du nicht lügst und wird es nachvollziehen können…. ich rede gerade viel, oder?“, wandte sie plötzlich ein, als sie schon merkte, wie ihr Mund trocken wurde. „Aber ist gut. Vielleicht waren sie ja in Iwagakure auch schon. Die meisten Reisenden streben erst immer die Hauptstädte an. Warte… mir fällt grad was auf… Reisende, hä? Die sind doch eigentlich in Konoha…“ Verwirrt schüttelte sie ihren Kopf. Das war doch alles höchst merkwürdig. Sie sind zum Trainieren in den Feuertempel. Unfall dort und sie sind nach Suna – wieso? Das ergab doch gar keinen Sinn. Suna war doch weiter weg und die Wüste war tückisch, wieso sind sie nicht zurück nach Konoha, wo sie eigentlich nach einer Mission – oder Trainingsreise – zurückkehren sollten? Zumindest war das doch die Normalität. „Ist… ja…auch egal…“, meinte sie langsam. Würde schon irgendeinen logischen, für sie nicht verständlichen, Grund haben.
Da war das folgende Thema schon wieder etwas besser. Zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin zum Schmunzeln. „Wenn du dich sicherer fühlst, können wir auch falsch rum im Bett liegen. Dann könntest du dir höchstens die Füße anhauen.“ Wäre doch eindeutig besser! Sie lag eigentlich eh gerne andersrum, wenn sie so darüber nachdachte. Dann konnte man sich nämlich wirklich nicht den Kopf anhauen, wenn man unruhig schlief, oder wegen irgendetwas in die Höhe fuhr.
Je mehr er lachte, desto mehr musste sie an sich selbst arbeiten nicht auch zu lachen anzufangen. Wär ja nicht so tollig, wo sie ihn doch dazu aufgefordert hatte ernst zu sein. „Schon in Ordnung“, erwiderte sie da nur abwinkend. „Ach, ein Reissack? Dafür hast du aber eindeutig die falschen Klamotten an, Schatz“, witzelte sie.
„Na und? Wenigstens kann ich ernst gucken und und du zerstörst es mir gerade!“,
klagte sie ihn halbherzig an und zeigte mit dem Finger auf ihre Mundwinkel, die wieder nach oben gingen. Dabei hatte sie sich gerade wieder so schön gefangen. Da konnte sie auch über das ‚Yoko-chin‘ gut hinwegsehen. Sie hatte ja eh schon mal gemeint, dass sie es wohl noch leiden könnte, wenn es nur aus seinem hübschen Munde kam, den sie glatt gleich wieder küssen wollte, wenn ihr das so auffiel.
Also tief durchatmen und sich wieder fangen, bevor man nach draußen ging. Es freute übrigens auch sie ungemein, als er ihre Hand annahm und sie ihre Finger wieder mit seinen verschränken durfte. „Achtung, Fliege“, kommentierte sie grinsend, als sie seinen offenstehenden Mund wahrnahm. Ähnliches hatte er ja gerade erst am Morgen zu ihr gesagt gehabt. Worum es da gleich wieder ging? Ja, sie war gut im verdrängen, vor allem, wenn es um alte Frauengeschichten ging. „Aufzug – geht schneller“, antwortete sie ihm lächelnd. Auch wenn sie das Ding nicht mehr ausstehen konnte, wo sie wirklich schon einmal darin gefangen war, dennoch ging es einfach einen Tick schneller, als wenn sie die Treppen runterliefen. Da war das Risiko auch größer mit den Schuhen zu stolpern, die sie trug. Hatte sie nun schon länger keine mehr mit Absatz getragen. Da war sie aber auch immer gleich etwas größer, sodass der Größenunterschied bei ihnen minimiert wurde. Selbst wenn es nur zwei Zentimeter waren, so halfen sie einem doch leichter an das Gesicht des anderen zu gelangen.
Nachdem die Tür geschlossen wurde, steuerte sie auf den Fahrstuhl zu und zog sich den Schlüssel raus, um aufzusperren. Hieß es nur noch warten, bis er nach oben zu ihnen kam. „Und tut mir leid, wenn du da nun mitkommen musst… ich weiß ja, dass du das Zeug nicht sonderlich gerne magst.“ Was noch nett ausgedrückt war, wie sie es bisher feststellen durfte. Er konnte sie nämlich absolut gar nicht ausstehen. „Bekomm ich noch einen Kuss?“, lenkte sie das Thema doch wieder mit einem Lächeln ein.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mo 05 Sep 2011, 22:14

„Mh, Feldstudie ist, wenn sich ein Forscher direkt in die Natur wirft, um dort die natürlichen Geschehnisse zu beobachten…, ist aber auch nicht so wichtig“, murmelte Len nur und zuckte demonstrativ mit den Schultern. Irgendwie verging ihm die Lust an diesem Thema – warum sollten sie es auch fortführen? Yoko konnte Makoto nicht leiden und das würde sich auch nicht ändern, je mehr er darauf herumhackte, dass sie gar keine so schlechte Person war, wo doch er sowieso der Auslöser der Unmut war, die zwischen den Beiden entstand.
„Aber… aber es ist schön zu hören…“, rechtfertigte er recht schwach und in einem winselnden Tonfall. Konnte sie das denn gar nicht nachvollziehen? Sonst hatte sie es doch auch gefreut, wenn er sagte, dass er sie liebte und immer bei ihr bleiben wollte, etcetera. Hmpf, dachte er sich nur. Doch sie hatte Recht. Er wusste es und es war nicht rechtens, sie jetzt deswegen finster anzufunkeln, weswegen er sich zu einem heiteren Gesichtsausdruck zwang, der auch schon wie von allein kam, wenn sogar Yoko von Rin redete. „Ich habe halt meine Zweifel. Vierzehn Jahre sind eine lange Zeit, Zwillingsband und Wahrheiten hin oder her… Es wird befremdlich sein und ich fürchte mich trotz allem ein bisschen. Vielleicht gibt es ja Vorwürfe, wer weiß, oder sie hat verlernt, wie man das Kekkei-Genkai benutzt?“ Es gab so viele Sachen, die zwischen eine friedliche Wiedervereinigung funken könnte. Man musste eben mit allem rechnen, wenn man ein planmäßig vorgehender Mensch wie Len Sanada war. Was das mit dem viel reden anging, hob er nur eine Hand und zeigte ‚ein bisschen‘ mit Daumen und Zeigefinger.
Ein wenig von Yokos Einwurf verwirrt, musste er erst einmal schweigen und nachdenken, bevor er wieder ansetzte, zu sprechen: „Sie sind nicht in Konoha. Sie waren mitten in der Wüste, als ich sie fand. Es sah alles danach aus, als würden sie weiter Richtung Sunagakure ziehen. Ich weiß auch nicht, warum sie nicht zurück nach Konohagakure gegangen sind…“ Das machte doch gar keinen Sinn, oder? Jedenfalls nicht in seinen Augen. Wer zwang sich schon schwer verletzt durch eine Wüste, wenn man einen gemütlichen, schattigen Waldpfad entlang gehen und schwuppdiwupp zuhause sein konnte? Es musste etwas dazwischen gekommen sein, da war er sich sicher. Stellte sich nur die Frage, was genau geschehen war. Ob sie vielleicht… fliehen mussten? Das war doch die einzige, logische Schlussfolgerung. Sie hatten sich in Hi no Kuni etwas zu Schulden kommen lassen und flüchteten nun nach Kaze no Kuni, möglicherweise, weil sie dort Verwandte hatten… So beschäftigt, wie er nun mit diesem neuen Aspekt war, hatte er die Reiseroute und die Übereinstimmung, was das Ziel Iwagakure anging, bereits vergessen. Er nickte. Im Endeffekt zählte er nur, dass eh Rin wieder fand.
„Wie wäre es, wenn du mich gar nicht aus dem Bett schubst? Und wenn es dir doch so wichtig ist, nimm doch gleich das Fenster ♥ Das hat dann wenigstens Effekt“, schnurrte er wenig ernstgemeint und grinste fröhlich vor sich her. Würde schon schief gehen. Dann wachte er eben mal auf dem Fußboden auf, das konnte er ihr ruhig mal gönnen, so das rausschubsen. Manchmal war er eben frech und hatte eine gerechte Strafe zu erhalten. War ja nichts dran und so schlimm war es nun auch wieder nicht, aus dem Bett zu kullern. War er vor allem als Kind öfter, wenn ihn Alpträume gequält hatten.
Len nickte ab und zuckte dann mit den Schultern.
„Ich weiß gar nicht, was du gegen meine Klamotten hast. Ich finde sie sind stilvoll und stehen mir“, sagte er nur. Gab er eben einen gutaussehenden, gammelnden Reissack ab. Was sprach denn dagegen? Außerdem war das eh nur eine äußerst trockene Anspielung darauf gewesen, dass er sowieso nur scheiße sinnlos hinter ihr herdackeln und ihr jegliche Geschäfte versauen würde, falls sie überhaupt heute zu irgendetwas kamen.
„Awww, entschuldige bitte. Liegt wohl daran, dass ich dich lieber lächeln sehe – und scheiße war das eben kitschig…“, sagte Len und lächelte sie schief an. Yoko war eben ein Fall für sich, der ihn komische Dinge sagen ließ, auf die er sonst nicht im Leben gekommen wäre – höchstens, um jemanden um den Finger wickeln zu können.
Sein Herz schlug nur für einen Moment höher, als er merkte, wie auch sie sich daran erfreuen konnte, seine Hand zu halten. Händchenhalten. Wenn man erst einmal seinen Stolz soweit heruntergeschluckt hatte, um sich dazu herabzulassen, konnte es eine der schönsten passiven Tätigkeiten sein, zu dem der Mensch in der Lage war!
„A-ah, entschuldige…“, nuschelte Len nur in seinen noch nicht genügend ausgeprägten, um zu dämpfen, Bart hinein und schloss daraufhin auch seinen Mund wieder. War aber auch blöd, diese Situation mit der Zwickmühle, in der er sich befand!
„Tatsächlich?“, hakte Len vorsichtshalber noch einmal verblüfft nach. „Wenn es nur um die Schuhe geht, kann ich dich auch die Treppe runtertragen.“ Heute war er nämlich nicht so in Tränen aufgelöst und zitternd, wie am vorhergegangenen Tag und mit der Erkenntnis, dass sie lediglich 51 Kilogramm wog, war sie für ihn gefühlt noch einen Ticken leichter geworden. Aber im Endeffekt hatte sie eindeutig Recht. Der Aufzug wäre sehr viel schneller, was wohl auch der Grund war, warum sie schließlich doch vor den schönen Türen standen und darauf warteten, dass das Ding sich seinen Weg in die vierte Etage erkämpft hatte (was zwar auch relativ schnell gehen würde, aber eben nicht schnell genug).
„Hmpf, lieber stehe ich knietief in dem Zeug drin, als dass du da allein rausgehst. Vor allem in dem Outfit! Weißt du eigentlich, dass das verdammt… verdammt… sehr gut aussieht?“ Er hatte aus dem Augenwinkel gesehen, wie das ältere Ehepaar von vor zwei Tagen aus dem Treppenhaus in den Gang trat und wollte nicht allzu umgangssprachlich sprechen, wenn er denn Publikum hatte. Reichte ja schon, dass sie wegen ihrer Kleidung eigenartig angestarrt wurden, musste er ja nicht auch noch auffällig reden. Kaum, dass sie um die Ecke bogen und somit außer Sichtweite waren, wandte er sich wieder zu Yoko um und schlagartig besserte sich seine Laune noch ein weiteres Stück.
„Natürlich!“, erwiderte Len, immerhin war das eine Selbstverständlichkeit. Ohne ihre süßen Küsse war das Leben so furchtbar trist, weswegen er sich da Leben auch schnell ein wenig verschönerte, indem er die freie Hand an ihre Wange und seine Lippen auf ihre legte. Mehrere Herzschläge lang hielt sich der Kuss, bis schließlich das aufdringliche Ding! des Aufzuges erklang und somit ankündigte, dass der Fahrstuhl oben angelangt war. Kurz war Len versucht, die Hand auszustrecken und den Fahrstuhl noch einmal rauf und runter zu schicken, nur, um sie noch länger küssen zu können – aber das war ja nicht Sinn der Sache, weswegen er sich schließlich von ihr löste und die Augen wieder öffnete. Einen Atemzug lang sah er sie nur an, lächelte und streichelte ihr über die Wange, bevor er sich schließlich abwandte und in den Aufzug hineinging.
„Sag mal, was machen wir eigentlich morgen?“, fragte er fröhlich nach, nachdem ihm etwas Entscheidendes aufgefallen war.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Di 06 Sep 2011, 08:37

„Ah- hm… ist okay“, antwortete sie. Zwar verstand die Utsukushi nicht sonderlich den Zusammenhang mit der Beziehung von ihr und Makoto, aber gut. Wenn er meint es wäre nicht wichtig, dann war es auch nicht wichtig. War ja auch lediglich ein komischer Fachbegriff. Damit konnte sie schon leben. Bei seinen Worten nickte sie. „Stimmt, hast du recht. Entschuldige die doofe Nachfrage.“ Schief lächelte sie ihn an. Immerhin musste sie gerade daran denken, was ein paar Worte bei ihr schon immer für Gefühle auslösen. Nur war sie noch immer unbeholfen und ungeübt, was eine richtige Beziehung anging. Allein schon die Eifersucht, die sie so hatte. Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie so etwas richtig auf eine Person spürte in dem Sinne.
Nachdenklich legte sie den Kopf schief. „Dass sie es verlernt hat, denke ich nicht. Sie konnte es ja schon und wenn man einmal etwas kann, dann wird man es auch später noch können, selbst wenn man es nicht mehr gemacht hat. Es wird schon noch wieder zurückgekommen sein. Das ist doch wie… wie Schwimmen, oder Radfahren. Und was auch immer passieren wird… ich werde auf jeden Fall da sein, ja?“ Musste ja auch wieder gesagt werden. Solange, wie er es nicht wollte, verließ sie ihn auch nicht. Wahrscheinlich war deshalb noch brav sein Finger dran, weil sie ja weggebracht wurde und nicht er sie einfach so verlassen hatte. …Alles recht unlogisch… Aber solange wir ja noch wieder zusammen kommen… wird wohl alles gut sein, dachte sie sich kopfschüttelnd und grinste schief bei seiner Darstellung ihres Quasselfalls. Aber sie fand es auch schön, wenn sie sich mal wieder so viel unterhielten. Richtige Gespräche kamen in letzter Zeit etwas zu kurz.
Bei seinen Worten nickte Yoko abermals. „Ja… eigenartig. Vielleicht sind sie ja die andere Hälfte der Familie besuchen gegangen. Aber, hm… Die Beiden werden schon so ihre Gründe gehabt haben.“ Was war, wenn sie sogar jetzt wieder in Konoha waren? Irgendwie war das wie eine Endlosschleife. Ein Weg eröffnete einen anderen Weg und neue Chancen und Möglichkeiten, wo man sie antreffen könnte. Ein ewiger Kreislauf. „Am besten wir erschaffen Doppelgänger und schicken sie in alle Großreiche ab“, meinte sie wenig ernst zu sich selbst. Immerhin waren die ja kräftezehrend und gingen leichter kaputt. Fliegen müsste man halt können.
„Tun sie“, stimmte sie ihm säuselnd zu. Stehen taten sie ihm auf jeden Fall. Bisher hat ihm noch alles gestanden, was er so getragen hatte. Also lieber nicht weiter auf so eine Diskussion eingehen.
Nun musste Yoko doch prusten. „Hättest du nicht noch extra gesagt, dass es kitschig war, dann wär’s nur halb so schlimm gewesen“, erwiderte sie und musste nun schon wieder daran halten nicht anfangen zu lachen. S-Sie musste einfach ihre Selbstbeherrschung bewahren!
„Kein Grund zur Entschuldigung“, meinte sie lächelnd. Wahrscheinlich war er einfach nur zu sehr in Gedanken vertieft, dass ihm die Kinnlade aufgegangen war. Konnte doch mal passieren.
Sie zuckte mit den Schultern. „Aufzug geht aber trotzdem schneller und zur Not hätte ich mir sonst die Schuhe ausgezogen, oder ich wäre am Geländer runtergerutscht.“ Hatte sie ihm ja schon bewiesen, dass sie keine Scheu davor hatte das zu tun. Nur wäre dann wieder das Problem gewesen, dass sie unten auf ihn hätte warten müssen. „Knietief?... Du warst noch nie wirklich in so einer richtigen Gasse drin, oder?“, hakte sie schieflächelnd nach und runzelte die Stirn auf den Rest seiner Argumentation. „Nett formuliert – was wolltest du wirklich sagen?“, wollte sie nun doch schon wissen, was er von den Klamotten hielt, wenn er nicht davon begeistert war, wenn sie damit alleine rausging.
Auch ihre Miene besserte sich im nächsten Moment um ein Vielfaches, als er ihr den Wünsch erfüllte, sie zu küssen. Es war wieder einer dieser ganz besonderen Küsse, wie sie fand. Und was hatten diese Küsse allesamt gemeinsam? Richtig, sie wurden einfach so von der Außenwelt gestört. Nachdem er sich wieder von ihr löse, seufzte sie und öffnete ebenfalls die Augen.
Nachdem er schon einmal hineinging, steckte sie noch erst den Schlüssel ab, ehe sie ihm folgte. Auf den Weg zu ihm drückte sie noch den Knopf zum Erdgeschoss. „Morgen, hm?“ Sie hakte sich bei seinem Arm ein und lehnte ihren Kopf auf seiner Schulter ab, während der Aufzug sich in Bewegung setzte. „Ich weiß nicht – hast du denn eine Idee? Wir haben glaube ich auch nicht mehr so lange Zeit, oder? Also bis wir das Zimmer sonst wieder verlängern müssten“, antwortete sie ihm. Dadurch, dass schon wieder so vieles passiert war, sie viel geschlafen und andauernd gestört wurden, war sie sich gar nicht mehr sicher, wie viele Tage sie denn noch haben sollten.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Di 06 Sep 2011, 09:33

Das mit der Feldstudie nickte er nur ab. War ja im Endeffekt egal, ob sie wusste, was das war, oder nicht. Er hatte es ja eh nur im Scherz gesagt und dementsprechend konnte man das alles schnell hinter sich lassen. Was interessierte auch der Rest der Welt, zu dem Makoto einwandfrei gehörte, wenn sie sich doch hatten?
„Nicht weiter schlimm“, antwortete Len und lächelte scheu zurück. War schon okay, sie hatte es ja nicht böse gemeint und eigentlich war er ja auch der unromantische Kerl, der sich durch so etwas auch nicht weiter runterziehen lassen sollte. Immerhin hatte er es ja nun auch schon zur Genüge von ihr gehört, um es langsam glauben und verinnerlichen zu können!
„Ich hoffe, dass du Recht hast. Aber du hast ja immer ein relativ gutes Gespür, da vertraue ich dir und solange du da bist, wird alles gut“, erwiderte Len und konnte sogar wieder fröhlich lächeln. Wenn man wusste, dass man nicht allein durch eine Situation gehen musste, da erschien sie einem schon sehr viel weniger gefährlich und blöd. Es war, als würde man vor einem dunklen Tunnel stehen und sich fragen, ob man dadurch ging. Allein war das immer so eine Sache, aber kaum, dass man die Hand einer befreundeten Person spürte, war es schon sehr viel weniger schwierig durch das Dunkel zu schreiten. Aber möglicherweise sollte man vorher prüfen, ob es ein Eisenbahntunnel war, sonst konnte das trotz allem weniger erfreulich enden.
„Ah, okay. Klingt logisch, danke“, sagte er und war jetzt doch wieder so ziemlich aufgeheitert. Die Vorstellung, dass sie umhergeisterten und möglicherweise etwas angestellt hatten, war ihm nicht gerade angenehm gewesen und hatte ihm wie ein dicker Stein im Magen gelegen. Aber wenn Yoko sagte, dass es in Sunagakure Verwandte gab, war doch alles in bester Ordnung. Jedenfalls redete er sich das für den Moment ein, bis er es ganz sicher wissen konnte, was wirklich geschehen war.
„Mh, ich glaube nicht, dass das sehr effektiv ist… Wenn man schon so viel Chakra investiert sollte man sich wenigstens sicher sein, dass das funktioniert. Aber es brauch ja nur wer unglücklich stolpern und den Doppelgänger anhauen und schon war’s das.“ Und alles wäre umsonst gewesen! Len bevorzugte die direkte Methode.
Auf ihre Worte musste er erst einmal an dem alten, ziemlich verblassten Sweatshirt zupfen und einen Blick zu den Hosenbeinen hinabwerfen. Er hatte es nur so im Scherz gesagt, um überhaupt irgendetwas zu sagen, um sich rechtfertigen zu können, aber so schlecht war es gar nicht. Sogar solche Sachen hatten eben ihren Charme – und wahre Schönheiten entstellte eben nichts! Weswegen er sich brav für das Kompliment bedankte und nicht weiter darauf einging, weil er ja ‚gefährlich gucken‘ sollte, was ihm allerdings bisher freilich nicht gelang. War eben nicht einfach, so etwas.
„Oh, entschuldige“, sagte er, ohne dass es ihm leidtat. Jemanden zum Lachen zu bringen war nichts Schlechtes, sondern etwas Wunderbares, wie er fand. Vor allem, wenn Yoko es war, die er zum Lachen gebracht hatte, denn der Klang ihres Lachens hörte sich in seinen Ohren wie Musik an – was ebenfalls total kitschig war, weswegen er es auch bei Gott nicht aussprach.
Er nickte ab und war froh, keine Fliege in den Mund bekommen zu haben. Stellte er sich nämlich relativ unangenehm vor, vor allem, wenn man sie ausversehen einatmete und dann daran elendig erstickte. Das war jedenfalls nicht seine Idealvorstellung von einem heldenhaften Tod.
Zum Thema Aufzug und Treppe sagte er nichts mehr. Wenn sie schon freiwillig in das Ding stieg, würde das schon in Ordnung gehen und wenn das Teil wieder einfach so stehen blieb – was wirklich verdammtes Pech wäre, das passierte ja wohl nicht jeden Tag hier in diesem dämlichen Hotel – würde er sie eben ein wenig ablenken. Musste ja nicht sein, dass er wieder den Fahrstuhl schrottete.
„Oh, du hast mich falsch verstanden, ich habe auf etwas anderes angespielt… Ist jetzt aber nicht mehr so wichtig. Immerhin komme ich mit, nicht wahr?“, hakte er nach und lächelte unschuldig. Nicht, dass sie ihn irgendwo auf einer Parkbank absetzte und dann im Gassengewirr verschwand, um dort ihrem Treiben nachzugehen, während er Däumchen drehen und die Wolken beobachten durfte. Er war zwar geübt darin, einfach nur gelangweilt in den Himmel zu starren, aber diese Aktivität musste man auch nicht zwangsweise überstrapazieren.
„Mh… Scharf. Heiß. Fantasien anregend. Such dir irgendetwas aus, was du gerne möchtest“, antwortete Len ihr ehrlich, immerhin waren die alten Leute jetzt an ihren vorbeigerusht und hatten ihnen kaum etwas von ihrer Aufmerksamkeit gewidmet, vermutlich, weil man sich nicht mit ihnen anlegen wollte. Gut und gerne konnte man das aber auch nur auf Yoko beziehen, die ernst schauen konnte, während er nur wie ein bis über beide Ohren verliebtes Anhängsel hinterhergezogen wurde und somit wirklich alles andere als einen gefährlichen Eindruck machte.
Es war ein schöner Kuss gewesen, nicht einmal wirklich kurz und herrlich gefühlvoll. Sein Herz verlangte natürlich, dass er jetzt nicht einfach aufhörte, obwohl sie ja eigentlich etwas anderes zu tun hatten, aber sein Verstand rief ihm in Erinnerung, warum sie das alles eigentlich jetzt taten. Aus dem simplen Grund, dass er sie in naher Zukunft auch noch küssen konnte, weil sie nicht längst unter der Erde lag. Wenn er sich das vor Augen hielt, wurde ihm zwar immer noch ein bisschen schlecht, aber es war notwendig und ein wirklicher Ansporn, wenn man es so formulieren wollte.
Len wartete an die Rückscheibe des Aufzuges gelehnt auf seine Geliebte und lächelte selig, kaum dass sie ebenfalls im Fahrstuhl war, sich einhakte und sogar ein wenig an ihn lehnte. Für einen Moment waren sie wieder in einer wunderbaren Zweisamkeit, ihre Nähe war einfach zu wunderschön, um sich trübe Gedanken zu machen.
„Wir sollten auf jeden Fall irgendetwas Schönes machen. Vielleicht sollten wir Essen gehen, was hältst du davon? Ich kratze auch meine letzten Groschen zusammen und lade dich ein. Komm schon, das wird toll! Es ist doch unser Einwöchiges, das können wir nicht einfach so ignorieren“, erwiderte er und schürzte verheißungsvoll die Lippen. „Außerdem haben wir das Hotelzimmer mit morgen noch drei Tage, Hase.“
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Di 06 Sep 2011, 12:22

„Okay“, erwiderte die Utsukushi schief lächelnd. Wenn er ihr nicht böse wegen solche Worte war, war doch auch alles okay. „Meinst du? Kann ich jetzt so nicht beurteilen irgendwie… Aber wenn du das sagst, wird das schon stimmen.“ Fröhlich lächelte sie zurück. Über ein gutes Gespür hatte sie sich noch nicht groß Gedanken gemacht. Wenn sie mit etwas richtig lag, dann schob sie es auf ihr Glück, oder ihrer Paranoia.
„Bi-tte?“
Verwundert sah sie ihn an, wieso er sich denn bedankte. Es waren doch einfach nur Vermutungen. Sie selbst hatte keine Ahnung, ob das stimmte. Aber sie hatten immer einen recht guten Draht zu den Leuten dort gehabt. Eben die Familie der Mutter von Tai.
„Hmhm… Erddoppelgänger müsste man erschaffen können – aber das war eh nicht ernst gemeint. Keine Sorge“, winkte Yoko das Thema ab. Hatte sie ja ähnliches gedacht, wie er es gesagt hatte. Also brav weiter selbst auf Wanderschaft gehen. Auch bei seinem Danke winkte sie ab. War ja nichts, wo man sich extra bedanken musste. Er würde ihr ja auch wirklich nur in einem alten Reissack gefallen. Hätte sie auch weniger Arbeit, was man ausziehen musste ♥
Über ihre Anweisung, sein Lachen und seinen kitschigen Worten, grinste sie nur noch ein wenig. Vielleicht sollte sie sich das merken und immer sagen, wenn sie mal wieder keinen Gesprächsstoff hatten 'Guck böse!'. „Apropos Fliegen verschlucken – weißt du, dass der Mensch im Jahr gut zehn Spinnen in der Nacht frisst?“ Tja, so einen Zeitungsartikel merkte sich dann selbst jemand wie Yoko. War aber auch zu komisch und eklig, wenn man sich das vorstellte. In der Nacht krabbelten die Viecher einfach in den Mund. Seitdem hatte sie immer darauf geachtet ihren Mund geschlossen zu halten – soweit es ihr eben möglich war.
Ach so? Tut mir leid. Ich dachte, dass du knietief in Müll und Scheiße meinst. Aber stimmt, Hauptsache du bist nun bei mir“, klärte sie ihn genau auf, was sie meinte. Aber so Gassen hatten wirklich immer ihre Überraschungen übrig. In vielen Städten gab es einen ‚Geheimeingang‘, von dem man in einen Raum kam. Eben die kleinen, aber feinen Geheimnisse des Drogendealens.
Bei seinen Worten grinste sie breit und gab einen schnurrenden Laut von sich. „Harr, dieses Kompliment nehm ich mal gerne an“, säuselte sie. War aber auch glatt etwas, womit sie sich richtig schön anfreunden konnte – selbst wenn sie diese Kleidung nicht mal bewusst für ihn ausgewählt hatte. Aber wenn es ihm doch gefiel, dann war es ja gut so.
Nun, dass der Kuss wieder unterbrochen werden würde, war von vorneherein klar. Da hatten sie eh Glück, dass der Aufzug so gnädig war und sie ein bisschen warten ließ. Aber kommen tat er dann doch auch wieder. Und nun lehnte sie an ihm. Schloss die Augen aus zweierlei Gründen: A) weil sie dann eben nicht ganz so merkte, dass sie im Aufzug steckten und B) weil sie somit den Moment sogar genießen konnte bei ihm.
„Von mir aus gern – aber hast du denn wirklich noch genügend Geld? Es ist nicht schlimm, wenn ich bezahlen muss und so…“
Hatte sie die Suite ja auch bezahlt. Und war sogar recht froh darüber. Nur ein kleines Zimmer, was sie sonst wieder genommen hätte, das wäre wohl nicht ganz so hübsch und… heimisch geworden. Es war eigenartig und schön, dass sie so immer eine kleine Wohnung hatten, zu der sie zurückkehren konnten, wann immer sie wollten. Und um aufs Geld zurückzukommen: Sie hatte eben Geld. Die erste Zeit ihrer Nukeninkarriere – wenn man das so nennen durfte – hatte sie eben doch recht viel gestohlen und sich einen großen Puffer angeschafft, ehe es mit ihren Drogen losging. Dafür brauchte man ja auch Unmengen an Geld und konnte sie auch wieder für Unmengen verkaufen. Drogen gestohlen hatte sie eher selten. Man verlor dadurch nur Kundschaft und die, von denen man es selbst herbekam. Ganz zu schweigen, dass sich unnötig noch mehr auf die eigenen Fersen hefteten. Es fiel ihr erst jetzt auf… Ihr einwöchiges – wie konnte sie das nur so übersehen? Da bekam sie glatt ein schlechtes Gewissen. Immerhin war das doch etwas Besonderes! War sie eben doch eine schlechte Freundin…
„Ach, drei Tage noch?“
Bei seinem Tonfall musste sie unweigerlich grinsen. „Was hast du denn noch alles so geplant~?Fragen konnte man ja immer mal. Ob man eine Antwort bekam – oder eine, die einem auch wirklich gefiel – war etwas anderes.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Di 06 Sep 2011, 12:53

„Meine ich. Vielleicht ist es auch deine weibliche Intuition, wo ihr doch so gerne drauf pocht – oder aber einfach nur der Segen Fortunas. Du solltest deine atheistische Religion wechseln und Anhängerin dieser römischen Göttin werden“, sagte er nur relativ unbeeindruckt. Sie sollte ihm jetzt nicht reinreden, wo er doch gerade Hoffnung geschöpft hatte! Böses Mädchen, böse, böse!
„Da-anke“, gab Len zurück, indem er ihren Tonfall nachahmte und starrte demonstrativ zurück, immerhin wusste er nicht wirklich, warum sie nicht verstand, dass er sich bedankte. War doch klar, dass er sich dafür bedanken musste, dass sie ihn aufheiterte! Immerhin wäre er sonst vielleicht noch vor Verzweiflung eingegangen, weil er dachte, seine kleine-große, geliebte Zwillingsschwester wäre straffällig geworden! Oder hat das blauhaarige Monster sie entführt?! Der Gedanke kam noch erschwerend dazu! Oh Gott, Taiki würde leiden, wenn seiner Rin etwas zustieß, darauf konnte man sein Haus und ganzes Geld verwetten.
„Hm-hm… hab aber nicht das Erdelement…“, grummelte er, aber schließlich war es ja eh nur ein Scherz gewesen. So etwas Dämliches hätte er nicht einmal ihr zugetraut – pardon, aber sie hatte schon manchmal mit eher weniger intelligenten Ideen geglänzt und da konnte nun einmal keiner etwas reinreden.
Kurz bekam Yoko wieder diesen bestimmten Blick, als würde sie über perverse Sachen nachdenken, aber Len versuchte, mal nicht darauf zu achten, sondern sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Wesentliche war, endlich loszugehen und diese ganze Angelegenheit möglichst schnell hinter sich bringen zu können.
„Im Jahr? Ich habe von der gleichen Zahl während eines ganzen Lebens gelesen“, widersprach er ein wenig geschockt. Zehn Spinnen in einem Jahr? Das war ja widerwertig! Nicht, dass er sich sonderlich vor den Viechern fürchtete, war doch schon viel zu oft auf die Krabbeltierchen getroffen, aber sie in seiner Nähe haben – und sie auch noch verspeisen! – das musste er jetzt aber wirklich nicht haben. Jetzt würde er bestimmt von Spinnen träumen, die ihm in den Mund krabbelten. Er war versucht, sie relativ grimmig anzustarren und sich sarkastisch für den Gedanken zu bedanken, aber er ließ es sein. Schließlich hatten sie sich gerade wieder halbwegs vertragen und es war ja sicherlich nicht ihre Absicht gewesen.
„Wäh! Sag mir nicht, dass mir das jetzt blüht, Yoko!“, stieß er aus und schüttelte sich. Er hätte dann Müllsäcke mitgenommen, die er sich dann um die Schuhe stülpte und auch gut und gern noch ein Stück hoch das Hosenbein hinauf. Hoffte man, dass das nur so vor sich hergelabert war. Sonst würde er ziemlich lange unter der Dusche stehen und eine Weile damit beschäftigt sein, seine Klamotten zu verbrennen.
„Ein Wunder ist geschehen, du nimmst ein Kompliment an!“, sagte Len grinsend und besah sie sich noch einmal. Wenn sie gerne darin herumlief, konnte er ja nichts dagegen machen, das war ja ihr eigener, freier Wille, aber er hatte eigentlich wirklich etwas dagegen… Das war so aufreizend und brachte Leute sicherlich zum Sabbern! Er hatte aber keine wirkliche Lust darauf, dass sich Männer seine Freundin nackt vorstellten und ihnen dabei auch noch einer abging. Oho, Lennylein, wirst du etwa eifersüchtig?, fragte er sich selbst in wenig beleidigt und enttäuscht über sich selbst und schüttelte den Kopf. Nein, er wollte ja nicht ein solches schlechtes Gewissen hervorrufen, wie vorhin, als er bemerkt hatte, dass Yoko es nicht gerade berauschend gefunden hatte, dass er mit Makoto geraucht hatte… und dann war die Erinnerung abgebrochen. Verdammt, man! So ein psychischer Schaden war aber auch verdammt ätzend.
Als Len merkte, dass Yoko sogar die Augen geschlossen hatte, hob er die freie Hand und strich ihr einmal übers Haar. „Du bist so niedlich“, flüsterte er vergnügt und sah dann herüber zu der Anzeige. Zweiter Stock. Bald wären sie im Erdgeschoss, die Hälfte hatten sie schon hinter sich. Irgendwann würde er sicherlich jeden Fahrstuhl der Welt vernichten wollen, weil die Musik und das herausfordernde Ding! ihn zu Tode nervten.
„Solang du nicht erwartest, dass wir für fünfhundert Tacken fünfzehn Hummer und Kaviar essen, wird’s schon reichen“, antwortete Len ihr. War aber auch zu dumm, dass er nie sonderlich viel ansparen konnte. Dabei war sein Leben so gefährdet, weil er Geheimnisse ausplauderte und sich somit Feinde schaffte! Da könnte ruhig mal mehr rausspringen, wie er meinte. Vielleicht sollte er den Arbeitgeber wechseln oder doch Bettler werden.
Ihre Gedanken waren wirklich erstaunlich – trafen aber mitten ins Schwarze, wenn er so darüber nachdachte. Es war fast so, als hätten sie wirklich ein richtiges Zuhause… Vielleicht war das der Grund, warum er sich im Moment eigentlich so ziemlich wohl fühlte, obwohl so viel Bockmist geschah. Schon als Kind hatte er sich nach einem gemütlichen Zuhause gesehnt, auf das man sich freuen konnte. Ich sollte Einsiedler werden und mich irgendwo in die Walachei zurückziehen…
„Tz, du bist doch keine schlechte Freundin… Würde ich halb verrecken und hätte ich so viel durchmachen müssen, würde ich es ganz sicher auch vergessen…“, versuchte Len seine Yoko wenigstens ein bisschen aufzuheitern. Zwar war das eindeutig geflunkert – sein Kopf war sein Terminkalender, er durfte einfach keine Daten vergessen –, aber vielleicht half es ja.
„Mh-hm. Zwei haben wir hinter uns und wir hatten doch fünf gebucht“, antwortete er und fixierte sein Spiegelbild auf den Türen des glänzenden Aufzugs. Wenn er Yoko und sich so betrachtete, musste er lächeln. Sie sahen aus, wie ein zugegeben merkwürdig gekleidetes, aber äußerst glückliches Paar. Ein Gedanke, ein Bild, das sich für immer in sein Gedächtnis brennen würde. Erst dann reagierte er wieder.
„Geplant? Nichts, eigentlich… Vielleicht ein bisschen rumlungern und fernsehen… Wieso? An was hast du denn gedacht?“, erzählte Len in einem unschuldigen Ton.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Di 06 Sep 2011, 14:05

„Die einzige Gottheit an die ich glaube, das bist du, mein Lieber“, entgegnete sie ihm. Zwar meinte er oft genug, dass sie von Fortuna gesegnet wurde, aber wirklich ein Bild konnte sie sich davon nicht machen. Vielleicht sah die ja so plump, wie ein Buddha aus. Und gläubig war sie ja bekanntlich nicht. Zumindest nicht an die normalen Sachen. „Gern - geschehen“, setzte auch Yoko noch einmal eins in diesem Tonfall drauf und lächelte schief. Man musste doch wirklich nicht alles verstehen.
„Ich weiß und ich leider auch nicht“,
gab sie bekannt – auch wenn Len das ja wusste. Sie hätte wirklich gerne lieber das Erdelement als Zweites gehabt! Nun ja, konnte sie eben irgendwann einmal Feuer löschen, wenn sie endlich trainierte.
Verwundert legte die Utsukushi den Kopf schräg. „Im ganzen Leben? Das wären ja nicht mehr so viele… Nun, Fakt ist, dass es abartig ist. Diese Tiere sind aber auch verdammt dumm. Wie groß war die größte Spinne, die du bisher von ganz Nahem gesehen hast?“ Ja, eigenartiges Gesprächsthema gerade. Aber es interessierte sie nun mal, wenn man schon von solchen Dingen sprach. Wenn sie so darüber nachdachte, musste es bei ihr wohl gerade mal so Handteller groß gewesen sein. Sie achtete nicht wirklich auf diese Tiere, aber in dieser Größenordnung hatte sie schon ein paar gesehen. Kein Wunder, wenn man draußen lebte und auch auf dem Boden übernachten musste. Da war schon so manches Ungetüm in ihr Zelt gekrabbelt.
Yoko sah ihn an und lachte auf. „Du bist komisch. Nein, wird es nicht – oder vielleicht doch? Hm, lass dich am besten überraschen“, flötete sie geheimnisvoll. Zwar mussten auch ihre Gedanken aufschlussreich genug sein, dass es da nicht so aussah, aber gut. Ein bisschen Spaß muss sein~
„Genau!“, pflichtete sie ihm enthusiastisch bei. War ja auch etwas gewesen, an was sie arbeiten wollte und das Kompliment gefiel ihr nun einmal sehr. Oder die Komplimente, wenn man es genau nahm. Da fiel ihr auf…. „Welche Phantasien schweben dir denn so vor?“, fragte sie neugierig nach. Wenn er schon so etwas sagte, wollte sie es gern auch noch wissen.
Darüber, dass sie wieder niedlich war, schmunzelte sie nur etwas. Nahm nun selbst das brav hin. Aber wie könnte sie auch nicht, wenn er ihr so sanft über den Kopf strich? Das war glatt einschläfernd. Selbst die Musik fand sie heute nicht ganz so schlimm, wie die letzten Male, in denen sie sie gehört hatte. Besser gesagt: Anhören musste.
„Als ob ich so viel Hummer fressen könnte. Wie wär’s mit Pizza oder Sushi? Hat beides so seine Vor- und Nachteile“
, schlug sie stattdessen vor. Selbst mochte Yoko ja beides recht gerne. Da fiel ihr doch etwas Entscheidendes auf und sie sah wieder zu ihm hoch. „Der Brownie damals war gar nicht das erste Geschenk, das du mir gemacht hast! Erinnerst du dich noch an die halbverbrannten Fische? Und das Zelt gab’s später auch noch!“ Zumindest glaubte Yoko das, dass es das Zelt erst später gab. Sie wusste nämlich nicht mehr genau, wann es die Fische denn gab. War das das erste Mal gewesen am Fluss? Oder auch mit dem Zelt?... Schwierige Frage, aber die Reihenfolge war ja nicht sooo wichtig. Also wieder friedlich an ihn lehnen.
„Hmhm… aber… hm… jetzt weiß ich es ja und werde es schon nicht mehr vergessen.“
Wäre eigenartig, wenn sie es bis Morgen schon wieder vergaß. Aber jetzt musste sie sich ja auch glatt etwas einfallen lassen, was sie ihm vielleicht geben könnte. Nur was? Und wie sollte sie es anstellen, wenn sie die ganze Zeit zusammen waren? Nun… sie würde schon noch eine Möglichkeit finden.
„Stimmt… Es kommt mir schon viel länger vor, als nur die zwei Tage. Aber so ist es auch gut. Dann können wir uns noch erholen.“
Sie seufzte. Es war einfach so schön seine Nähe wieder spüren zu dürfen. Er war wirklich das größte Geschenk, was das Leben für sie bisher bereitgehalten hatte.
„Nun, nichts, nichts eigentlich ♥ Aber falls es dich so interessiert – ab übermorgen habe ich wieder meine Ruhe.“
Was natürlich die Tage anging.


Zuletzt von Yoko Utsukushi am Mi 07 Sep 2011, 10:08 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Di 06 Sep 2011, 14:58

„Oh, tatsächlich? Wie nennt man die Religion – Lenismus?“, fragte Len neugierig nach und fühlte sich wirklich geschmeichelt. Wann bekam man schon zu sagen, man wäre eine Gottheit, hm? Wie oft? Nicht oft! Oder bestenfalls nicht oft genug. Jedenfalls… jedenfalls war Fortuna kein Buddha. Römer, egal, wie sehr sie nun spannen, oder nicht, hatten auch ihren Geschmack. Zwar hatte Len noch nie oft in Büchern über römische Sagen gestöbert, aber es hatte gereicht, um in Erinnerung zu behalten, dass Fortuna auf jeden Fall nicht so fett war, obwohl im Vergleich zu Yoko wirklich alles verdammt fett wirkte. Da passt man nicht einmal mehr in seine eigenen Hosen und dann ist man trotzdem fett, weil jemand neben einem herläuft, der in gar keine Klamotten mehr passt… Das Leben ist hart. Vielleicht half ja eine Radikaldiät, in welcher er sein Futter in Breiform und mit Trichter in seine Liebste hineinprügelte. Nicht gerade die schönste Vorstellung, aber auf ihre eigene Art und Weise wirklich furchtbar belustigend, zumindest in seinen Augen.
Das folgende Thema verrannte sich in eine Sackgasse, weswegen er nur kurz den Kopf schüttelte, anstatt irgendetwas zu sagen. War ja im Endeffekt auch egal, so wichtig war’s nun auch nicht wirklich gewesen…
„Ist mir bekannt. Ich versuche zumindest, dich in- und auswendig zu lernen“, erwiderte er schmunzelnd. Aber bis auf Yoko gab es sicherlich eher weniger Menschen, die das Erdelement wollten. War doch vollkommen schmutzig und irgendwie weniger stilvoll. Was wollte man schon damit anfangen? Er war schon zufrieden mit seinen Elementen, die waren herrlich zerstörerisch und mit Katon konnte er sogar Zigaretten anzünden.
„Ich finde, dass zehn Spinnen schon eine ganze Reihe ist. Aber sei doch froh. Du kannst jetzt ruhigen Gewissens leben, dass du bisher erst ein bis zwei Spinnen gegessen hast – und nicht zweihundertzwanzig.“ Danach musste er erst einmal überlegen. Ja, er achtete nicht sonderlich auf Krabbelviecher, die seinen Weg kreuzten. „So eine durchschnittliche Vogelspinne halt… Gott sei Dank in einem Terrarium.“ Er konnte Spinnen eben nicht leiden. Musste man auch mal gesagt haben. Allein die Konstellation von dickem, plumpen Körpern und acht zerbrechlichen, unheilvoll geknickten Beinchen war ekelerregend! Und dann hatten sie auch noch seine über alles geliebte Yoko vergiftet. Er erklärte Spinnen zu seinen Todfeinden und würde ab jetzt jede einzelne vernichten, die ihm über den Weg lief.
Ein wenig beleidigt starrte Len aus der Wäsche. Okay, mit dem Doofsein hatte er sich mittlerweile abgefunden – aber warum war er denn auf einmal komisch? „W-warum bin ich komisch? Ich bin ein vollkommen normaler Mensch“, jammerte er ein wenig herum und zuckte schließlich mit den Schultern. Sollten die Gassen doch mit Dreck aufwarten, er konnte sich ja eh nicht drücken, denn das gab dann eine direkte Konfrontation mit seinen anderen Interessen.
Nachdenklich legte er den Kopf schräg. „Was für Fantasien, fragst du? Schwierig. Und nicht jugendfrei, also darf ich sie weder denken, noch äußern“, antwortete er in einem amüsierten Tonfall. War doch im Endeffekt so. Viele Inhalte waren Menschen über achtzehn und meist, wie in Japan üblich, erst ab zwanzig freigegeben. Musste er eben ein bisschen abwarten.
Es war schön, dass Yoko heute gar nicht darüber nachdachte, was für ein Teufelsding so ein Aufzug war. Anscheinend half es, dass sie sich bei ihm eingehakt hatte und sich an ihn lehnen durfte. Hach, da fühlte man sich gleich weniger nutzlos auf der Welt, herrlich!
„Kannst du nicht? Solltest du. Besser für deine Gesundheit. Aber Pizza klingt gut, habe ich lange nicht mehr gegessen“, sagte Len und freute sich jetzt nur noch mehr auf den morgigen Tag. Pizza! Schöne, italienische Pizza. Mit möglichst viel Käse, wenn möglich auch mit Käse im Rand und dann noch fein Salami oder anderes Fleisch drauf packen. Ihm lief das Wasser im Mund zusammen, aber es würde ja nicht mehr lange dauern, bis er eine solche, geniale Pizza essen konnte! Es sei denn, es kam mal wieder irgendetwas dazwischen…
„Huch?“, machte er und sah Yoko verblüfft an und machte dann ein verstehendes ‚Ah‘. „Stimmt. Aber das war doch kein wirkliches Geschenk… ach, keine Ahnung, das zählt nicht. Damals hab ich dir noch die Pest an den Hals gewünscht.“
Mehr oder weniger amüsiert stimmte Len ihr zu. Es bis zum morgigen Tag zu vergessen, das war glatt wirklich schwierig. Spannend war auch, dass sie ihm anscheinend irgendetwas ‚geben‘ wollte, aber sich nicht zusammenreimen konnte, wie sie an irgendetwas kommen sollte, wo er ihr doch wie eine Klette immer an den Beinen hing. Dass das keine Notwendigkeit war – einfach Zusammensein, das wäre doch das größte Geschenk – merkte er mal nicht an, nicht, dass sie sich gedanklich beobachtet fühlte.
„Ist ja auch viel passiert“, erinnerte Len sie und lächelte entzückt. Jap, es war wundervoll, zusammen zu sein, wenn man sich liebte. Musste allerdings auch nicht extra ausgesprochen werden.
„Gut. Dann machen wir nichts“, lachte er und gab dann ein verheißungsvolles ‚Oho!‘ von sich, bevor das unheilvolle Ding! des Fahrstuhls sich hören ließ und die Tür fließend aufglitt.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mi 07 Sep 2011, 17:15

„Wenn Len-kami-sama es so willst – natürlich“, erwiderte sie schnurrend. Er war ja auch der einzige, an dem sie glaubte. Sonst recht überzeugter Atheist. Leider konnte Yoko seine Gedanken ja nicht lesen, wie denn Fortuna möglicherweise aussah. Aber damit musste sie wohl leben. Hauptsache sie hatte ja ihn.
Über das nächste Thema wurde geschwiegen – warum auch nicht? Nach gern geschehen konnte man fast nichts mehr sagen. Also an die Wand argumentiert – wäre es eine Argumentation gewesen.
„Harr, ist das so? Dann fühl ich mich aber geschmeichelt, wenn ich so interessant bin“
, meinte sie ebenso schmunzelnd und sah ihn verträumt an. Tja, wieder eine ihrer – bemerkenswert guten – Launen, die mit dem großen Problem ‚Frau zu sein‘ zusammenhing. Was alles aber auch wieder recht unvorteilhaft war, wenn sie eine ernstzunehmende Verkäuferin darstellen wollte. Nun, man konnte bekanntlich nicht alles haben.
Bei seinen Worten verzog sie unweigerlich das Gesicht. „Hört sich immer noch recht eklig – was meinst du wie groß die sind, die man so isst? So ganz mini kleine, oder?...“ Yoko schüttelte sich sichtlich, selbst wenn sie es nicht mal in Worte hat fassen können. Allein bei dem Gedanken so eine größere schon gegessen zu haben – oder noch bald essen zu werden, stellten sich ihr die Nackenhaare auf. Also wirklich keine hübsche Vorstellung. Folgend nickte sie langsam. „Reden wir lieber nicht weiter über Spinnen – sonst kotz ich das Frühstück noch aus, das du mir so liebevoll zubereitet hast“, säuselte sie die vergleichbar teils unschönen Worte. Allerdings waren Spinnen auch nicht das beste Thema, wenn man gerade erst von einer angegriffen wurde und beinahe das zeitliche gesegnet hätte. Gott sei Dank nur beinahe.
Selbst jemand wie Yoko sagt mal etwas anderes, als gewöhnlich. „Weiß nicht. Du hast einfach eigenartige, lustige Ideen, was so etwas angeht. Kurz gesagt eben komisch“, erwiderte sie lächelnd. Verstand so gar nicht, weshalb er plötzlich jammerte, wie ein geschlagener Hund. Aber es schien ihn ja doch nicht mehr so sehr zu kümmern, wenn er mit den Schultern zucken konnte – zeigte ja immer davon, dass es einen doch nicht wirklich betraf.
„Du bist gemein. Ich muss doch wissen, was dir so gefiele.“
Wenn er ihr nie sagte, was, oder genauer gesagt wie er es wollte, konnte sie ihn doch nie zufriedenstellen – wo das doch in ihrer Macht lag ihm da Wünsche erfüllen zu können.
„Hmhm… bin aber gesund…“,
erwiderte sie darauf. Sie war doch nicht krank! Sie ist doch nur etwas abgemagert… „Und gut. Dann gehen wir Pizza essen… beziehungsweise, gehen wir in ein Restaurant, oder lassen wir sie uns liefern?“ Selbst bevorzugte sie ja die erste Variante. Schon allein deshalb, wenn es so ein besonderer Tag war, dass sie schick essen gingen.
Nachdenklich schürzte sie die Lippen. „Schon… aber geschenkt hast du es mir ja. Ist ja auch nicht so wichtig. Wobei es mich interessiere, wieso du mir eigentlich dein einziges Zelt geschenkt hast. Ich meine… du hast meins kaputt gemacht, ja, aber hm… das hätte dir ja recht egal sein können, wenn man davon ausging, dass man nicht viel mehr miteinander zu tun haben wollte… und so.Das hatte sie ja damals schon sehr überrascht. Letztendlich war auch er es, der es aufgebaut ha. Nicht sie, wie er es sich so gewollt hatte.
„Da fällt mir glatt noch etwas für die Tage ein – Kusstag. Wenn wir schon Zeit haben, dann könnten wir sie auch sinnvoll nutzen“,
sagte sie schmunzelnd und öffnete fast schon widerwillig wieder die Augen, als der Fahrstuhl aufging. Wo sie gerade einfach so bei ihm sein durfte, war sie richtig lethargisch geworden. Wünschte sich fast schon, dass die Fahrt noch länger angedauert hätte – oder sie oben geblieben wären. Allerdings mussten sie ja für einen guten Zweck los. Demnach nahm sie wieder normal seine Hand, um loszugehen.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mi 07 Sep 2011, 17:56

„Len-kami-sama ist einverstanden“, lenkte er in einem großzügigen Tonfall ein, als hätte er gerade etwas erstaunlich Wohltätiges getan, wie zum Beispiel einem Kinderheim einen Batzen von Kohle zu spenden und als hätte es ihn unheimlich viel Kraft und Mühe gekostet, dies zu tun. Im Endeffekt versuchte er nur, seiner neuen Stellung als ‚Gottheit‘ gerecht zu kommen – wenn er auch eher ungeeignet für eine solche Position war.
„Interessant? Nyah ~, ich dachte nur, es wäre angemessen, etwas über dich zu wissen. Falls man uns eine Scheinehe vorwirft, und so weiter und so fort“, scherzte Len ungehalten grinsend und hüstelte, kaum, dass er ihren Blick bemerkt hatte. Er schnipste einmal vor ihrem Gesicht, um sie zurück in die Realität zu holen.
Dann nickte er hastig. „Eher Kleine, eher Kleine… Was meinst du, wie blöd es wäre, wenn dir so ein fettes Ding in den Mund krabbelt? Das kannst du außerdem nicht so einfach verschlucken…“, rätselte er ein wenig herum und zuckte schließlich gleichgültig mit den Schultern. War ihm im Endeffekt egal, was für Spinnen er im Schlaf ermordete – Hauptsache sie starben einen unangenehmen Tod und er bekam davon möglichst nichts mit.
„Ja, hören wir lieber auf…, sonst kotzt du es aus und ich hole eine Schaufel, damit du es brav wieder aufisst!“ Was wahrscheinlich eine noch sehr viel ekelerregendere Angelegenheit war, als der pure Gedanke an das abendliche Aufessen von Spinnen, die einem ausversehen in den Rachen krabbelten. Ihr zuliebe sagte er lieber gar keinen Ton mehr und presste die Lippen aufeinander, obwohl er eigentlich noch fragen wollte, ob sie denn jemals einer richtig großen Spinne begegnet war, oder eine herausragend Ekeligen.
„Du meinst also eine Mischung zwischen ‚merkwürdig-komisch‘ und ‚haha-komisch‘, richtig?“, hakte Len noch einmal vorsichtshalber nach. Nicht, dass sie ihn einfach nur merkwürdig-komisch fand – und er nicht einmal wusste, warum genau. Wie waren sie eigentlich auf das Thema gekommen? Sie waren einfach zu gut darin, einfach das Thema zu wechseln, ohne es wirklich zu beabsichtigen. Abdriften war für sie auf jeden Fall kein Problem.
„Oh, entschuldige… Ich versuche in Zukunft weniger gemein und minderjährig zu sein“, meinte er in einem tröstlichen Tonfall und grinste dann nur breit, als hätte er im Lotto gewonnen. Ja. Mit Yoko hatte er wirklich einen Glückgriff gelandet, aber wahrscheinlich lag das daran, dass er erst die harten, schmerzhaften ersten Wochen mit ihr überleben musste und sich dann eben eine Belohnung verdient hatte.
„Naja, krank nicht direkt, aber auf der gesundheitlichen Höhe bist du nun mal auch nicht… Ich würde ja lieber essen gehen… Wie sieht das denn aus, wenn man sich Pizza in ein Hotelzimmer liefern lässt?“ Auf jeden Fall würde er lieber Essen gehen… Hatte ja auch immer eine bessere Atmosphäre und morgen war schließlich ihr Einwöchiges! Das musste man doch gebührend feiern, so gut es ihnen eben möglich war.
„Mh-hm… Vielleicht war ich ja sentimental, oder ich hatte Angst vor Schlägen… Wer weiß?“, antwortete Len. Er musste sich erst einmal an die Szene erinnern. Vielleicht wollte er sich auch nur vor dem Zeltaufbau drücken, schließlich war es ja direkt nach einem ihrer Kämpfe gewesen – jedenfalls mehr oder weniger direkt – und hätte ihm unerträgliche Schmerzen bereitet? Nur Gott allein konnte jetzt eine direkte, konkrete Antwort geben können.
„Kusstag! Da freue ich mich schon so lange drauf, wie ich weiß, dass wir den eingeführt haben. Wann? Wo?“ Obwohl sich das ‚wo‘ ja eigentlich von selbst ergab. Immerhin hatten sie ja nicht viele Orte, wo sie ungestört den ganzen Tag herumliegen und sich küssen konnten. Ah, allein der Gedanke ließ ihn dahinschwelgen und in seinem Bauch erneut einen Schwarm von Schmetterlingen flattern.
Einen überraschten Gedanken widmete Len noch Yokos Wunsch, dass sie wohlmöglich sogar noch länger in der Aufzugskiste hätten stecken können – dann machte er sich aber auch schon auf den Weg hinaus in die Lobby. Der Typ an der Rezeption hielt im Telefongespräch inne und starrte mit offenem Mund zu ihnen herüber, obwohl er sich wahrscheinlich eher an Yokos Outfit aufhing, als an dem unscheinbaren, blonden Jungen an ihrer Seite.
„Lass uns uns beeilen, Hase“, sagte er leise und legte einen Schritt zu, „wir haben nur noch drei Stunden.“ Und ja. Len hatte sich mittlerweile auf einen Spitznamen festgelegt!
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mi 07 Sep 2011, 20:53

„Dann ist es gut“, erwiderte sie fröhlich. Wenn es ihm denn gefiel und er Spaß daran hatte, dann freute sie sich nun mal daran. Insgesamt musste er es aber auch gewohnt sein, dass sie sich so ‚besondere‘ Bezeichnungen einfallen ließ. Oder was hieß einfallen? Die kamen einfach so, wie sie gerade wollten.
„Bin ich dann nicht interessant? Wenn nicht, bin ich enttäuscht und muss weinen. Also überleg dir die Antwort gut“,
warnte Yoko ihn noch immer schmunzelnd vor. Zwar meinte sie es wenig ernst, dass sie weinen würde – dafür war ihre Gemütslage einfach zu phantastisch – aber später würde sie sich wohl noch Gedanken machen, ob er das denn möglicherweise wirklich ernst gemeint hatte. Immerhin nahm sie Worte doch so gern genau. „Aber wie kommst du denn darauf, dass man ausgerechnet uns eine Scheinehe vorwerfen könnte?“ Sie legte den Kopf schräg. Scheinehe war doch nur, wenn man Provit vom anderen bezog. Aber… das taten sie ja nicht. Sie waren einfach ein glückliches Pärchen. Als er vor ihrem Gesicht schnipste, blinzelte sie ein paar Mal und sah ihn fragend mit einem ‚Hm?‘ an.
Die Utsukushi sog scharf die Luft ein. „Ja… wahrscheinlich… hoffentlich. Bestimmt kann man an so einem Vieh verrecken….“ Grund mehr, wieso es sie schauderte. Reichte doch schon, wenn es für Menschen giftige Tiere unter ihnen gab! Aber sie wurden sich Gott sei Dank einig nicht weiter darüber zu sprechen. „Das würdest du von mir verlangen?“, hakte sie nach und schluckte schwer. Ihr kam gerade wirklich was hoch. Na, lieber wieder runterschlucken, bevor man es noch mal so halbverdaut essen musste.
„Richtig“
, bestätigte sie mit einem Nicken bekräftigend. Nicht, dass er es wirklich noch in den falschen Hals bekam, wo sie gerade so eine schöne Zweisamkeit genossen durften. „Harr, Danke. Versuchen ist immer gut“, erwiderte Yoko und lächelte dabei strahlend. „Weißt du, dass du toll bist?“, fiel ihr da einfach mal so zwischendrin eine (für sie) ehrliche Tatsache.
Das mit ihrer Gesundheit, oder nicht Gesundheit ließ sie einfach offen stehen. Sie versuchte ja nun mehr zu essen und wollte sich Ingrid beschaffen. Dann würde das schon noch werden. „Ist gut. Ich möchte auch lieber wo hingehen. Das… ist mal ein richtiges Date, richtig?“, fiel ihr da auf. Musste ihr erstes sein! Zwar waren sie schon in der Stadt und haben dies und jenes unternommen, doch gut ausgegangen war es nicht und prinzipiell nicht sonderlich nett, wie man sich wohl ein Date vorgestellt hätte. Also lieber einfach nur Shoppen mit Picknickpause nennen. Aber ein richtiges Date mit ihm! Das würde doch garantiert ganz toll werden. Musste sie nur noch wissen, was und wie sie etwas kaufte.
Yoko nickte mehr oder weniger zufrieden mit der Antwort. „Davor brauchst du nun keine Angst mehr zu haben. Da würde ich eher mich schlagen, wenn ich mich unter Kontrolle habe.“ Jetzt konnte sie es sich wirklich nicht mehr vorstellen ihm jemals noch wieder weh zu tun. Zumindest nicht absichtlich und ernst.
„Ich mich auch!“
, rief sie enthusiastisch aus. „Wo ist einfach – in der Suite. Wann… wollen wir das gleich Morgen machen mit der Unterbrechung des Restaurantsbesuch, oder übermorgen? Oder überübermorgen? Würde auch noch gehen. Ich denke da entscheiden wir am jeweiligen Morgen einfach spontan“, schlug sie vor. So einen Kusstag konnte man ja nicht aufzwingen. Der musste einfach von beiden Seiten allein kommen.
Als er einen Tick schneller losging, musste auch sie schneller gehen. Immerhin wollte sie nicht auf die Schnauze fliegen. Bei jedem ihrer Schritte hörte man die Absätze auf dem Boden klopfen. Draußen würde es schon besser gehen, da die Geräuschkulisse der Straßen diese auffing. „Ist gut. Drei Stunden werden schnell vergehen.“
Draußen angekommen blieb sie stehen und sah ihn an. „Wir, also, hm… wenn du nicht willst, dann müssen wir nicht extra etwas kaufen. Ich glaube einfach mal an dich, dass du an dem Ort äh… gefährlicher ausgucken kannst. Wird sich von allein einrenken…“ Denn Yoko plagte ein schlechtes Gewissen was das anging, dass er sich so kleiden müsste, wie er es gar nicht wollte. Sie wollte ihn zu nichts zwingen… eigentlich.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Mi 07 Sep 2011, 21:19

[Mir wird das da oben schon wieder zu voll, lang und unpoetisch… Man lässt das nach dem OW ja sowieso flach fallen... Kurze Zusammenfassung:
- Len nickt.
- Len erwidert händeringend und hastig, dass sie natürlich interessant ist und er es nur aus Spaß so formuliert hatte.
- Len zuckt mit den Schultern. Kam ihm nur spontan in den Sinn.
- Len sagt nichts. Er mag keine Spinnen.
- Natürlich würde er das nicht verlangen! Er verlangt aber, dass sie sich anstrengt, darüber nachzudenken, wann es ein Scherz sein könnte, oder eben nicht.
- Das mit dem komisch nimmt er jetzt mal hin.
- Len sagt erneut nichts – würde schwierig werden, weniger minderjährig zu sein und er will ihr ja nicht die Hoffnung nehmen.
- Er hakt nach, ob er wirklich toll ist – freut sich dann aber ein Ast über das Kompliment ab…
- Es ist beschlossene Sache! Sie werden wohl in einen Pizzaladen oder ein italienisches Restaurant geben. Insgeheim freut er sich einen zweiten Ast ab, dass sie nun wirklich wohl zu einem Date kamen… Das Wort löst bei ihm positive Gefühle aus.
- Len würde zu gerne sehen, dass Yoko sich selbst schlägt, sagt aber nichts. Schmunzelt nur minimal.
- Len stimmt zu. Die Suite klingt akzeptabel. Wann wird sich halt spontan entscheiden. Morgen bietet sich ja eigentlich halbwegs an, nicht? ]

Len verzog das Gesicht zu einer verzerrten Grimasse, kaum, dass er merkte, dass Yoko Schwierigkeiten hatte, auf ihren Schuhen mit ihm Schritt zu halten, allerdings hatte er nicht vor, großartig langsamer zu gehen, immerhin hatten sie einen strengen Terminplan. Wenn er ehrlich war, wollte er aber auch einfach nicht so sehr die Aufmerksamkeit der sich in der Lobby befindlichen Menschen auf sich ziehen. Zwar hatte der Mann an der Rezeption sie bereits bemerkt, aber zumindest hatte er wieder angefangen, leise mit der Person am anderen Ende der Leitung zu reden, wenn er sie auch nicht aus den Augen ließ. Nur vereinzelt sah jemand auf, es waren aber auch nicht wirklich viele Leute in der Lobby. Die Meisten waren tagsüber eben in der Stadt unterwegs, um ihren Urlaub halbwegs sinnvoll zu nutzen und sich die Sehenswürdigkeiten mal unter die Lupe zu nehmen. Ein Mann starrte über den Rand seiner Zeitung hinweg, man sah an seinem anzüglichen Grinsen, dass er wahrscheinlich nur wegen dem hallenden Klacken von Yokos Schuhen aufgesehen hatte. Eine ältere Frau tuschelte aufgeregt mit ihrem etwas tauberen Mann, weswegen man die Worte trotz allem verstehen konnte. Sie sagte etwas in die Richtung, dass diese beiden Unruhestifter ganz sicher… Unruhe stiften gehen wollten! Die Jugend von heute war schon ein Fall für sich. Er fragte sich unwillkürlich, warum er auf Leute komisch wirkte – wahrscheinlich nur wegen seiner charmanten Begleitung.
„Ich weiß nicht“, antwortete Len mit einem gezwungenen Lächeln, „vielleicht schrecke ich ja auch alle ab und du musst ewig nach den Leuten suchen, die du brauchst.“
Es war wie eine Erlösung, wie das Betreten einer schöneren, helleren Welt, als sich die automatische Glastür von allein aufschob und der Glaskasten von Hotel Edelweiss die zwei illustren Gestalten ausspuckte. Nicht nur, dass die Sonne am Himmel stand und die Kulisse etwas erhellte – Len musste gegen das Licht blinzeln, weil er kurzzeitig durch die Helligkeit geblendet war -, nein, sie verließen auch das stickige Hotel und deren voreingenommene Bewohner.
„Hmpf“, machte er nur und zuckte möglichst gleichgültig mit den Schultern. „Ich habe nur die Vorahnung, dass ich mit einer Jacke über dem Pulli eher aussehe, wie ein niedliches, dickes Michelinmännchen und das ist sicherlich nicht in deinem Sinn – habe ich Recht?“ Man konnte sich ja immer irren und fragen kostete schließlich nichts. Aber der gesunde Menschenverstand sagte es einem eigentlich, dass ein solches Eskimo-Aussehen eher weniger einschüchternd war.
„Naja… Ich sehe halt nicht gefährlich aus… Was manchmal ein ziemlicher Pluspunkt ist, weil Andere einen maßlos unterschätzen und… ach, es tut mir leid, dass ich dir das alles versaue…“ Da mochte man sein Aussehen mal und dann war es kontraproduktiv für den Heilungsprozess der Person, die man liebte – wenn das mal nicht eine hochkomplizierte Zwickmühle war?!
„Aber jetzt komm, ja? Makoto sagte, wir sollen da sein und ich möchte nicht, dass du wegen mir eine Untersuchung verpasst… Wer weiß, vielleicht kommt ja Souta?“, fragte Len und setzte ein Lächeln auf. Er hatte den Vorteil, dass sie seine unwilligen Gedanken nicht lesen konnte…

[OW: Straßen von Kumogakure]
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Do 08 Sep 2011, 16:56

Im Gegensatz zu Len schenkte Yoko der Umwelt der Lobby keinerlei Beachtung. Zum einen hatte sie ja eh nur Augen für ihren Liebsten – da war es ihr egal, was sie anhatte und wer ihr nachgaffte – zum anderen musste sie auch noch auf ihre Schuhe achten. Sie musste ewig keine solchen mehr getragen haben! Dabei hatte sie einen kleinen Absatz gewählt. Nur dumm, dass diese ihr etwas zu groß geworden sind. Musste sie wirklich noch wieder zunehmen, damit ihr ihre Klamotten wieder richtig passten. Dass sie das jemals sagen musste, damit hatte sie so überhaupt nicht gerechnet. Doch hatte sie noch die Hoffnung, dass sie sich mit der Zeit noch daran gewöhnte. Dass ihre Schritte hallten machte ihr hingegen nichts aus. Das kannte sie noch zu gut.
Bei seinen Worten runzelte sie die Stirn und gab ein langgezogenes ‚hm‘ von sich. „Glaub ich nicht. Ich meine… wie bist du sonst an Informationen gekommen, wenn jeder vor dir abhaut – da fällt mir auf, dass du da vielleicht auch ein paar interessante Sachen erfahren könntest“, erwiderte sie so leise wie nur möglich. Musste ja nicht sein, dass das jeder mitanhörte. Dann waren sie aber schon wieder dem grellen Licht der Sonne ausgesetzt – und der frischen Luft.
Sie prustete. „Ich weiß zwar nicht, was ein Michelinmännchen ist, aber dick und niedlich? – Niedlich! Was nicht heißen soll, dass du nun extra viel essen sollst, um zu rollen. Ich mag ich und deinen Körper ja so.“ Konnte sie nur hoffen, dass sie die Situation dadurch wieder halbwegs gerettet hatte. „Aber ist gut, ist gut. Du gehst einfach so mit, wie wir jetzt eben sind. Und keine Sorge. Ich lasse mir von dir schon nicht meine Geschäfte vermiesen. Und stimmt wohl. Unterschätzt habe ich dich wirklich. Sonst hätte ich mich nie mit dir auf einen Kampf ganz ohne Tricks eingelassen.“ Vielsagend zwinkerte sie ihm zu - konnte er sich mal über das Kompliment freuen! ☻- und ging nun auch endlich los – wo war die Gasse nur gleich wieder? Ein Stimmchen in ihr zwitscherte etwas davon, dass es in Richtung des Hutladens gewesen sein musste. Allerdings war sie sich nicht mehr sicher… Nun, einfach mal auf gut Glück. Man konnte ja schlecht irgendjemand auf der Straße danach fragen.
„Meinst du denn, dass es so schlimm wäre, würde ich eine einzige Untersuchung verpassen? Ich meine, ich hab doch schon so viele mitgemacht… und so…“, warf sie ein, denn noch immer war sie nicht davon begeistert ständig behandelt zu werden. Immer wieder gestört zu werden, wenn sie es gerade so gemütlich schön hatten. Da war es ihr auch egal, wer denn käme. Mit Souta wollte sie wenn überhaupt nur wieder ein wenig über Drogen plaudern – wobei sie ja das jetzt gleich wieder mit anderen auch tun konnte ♥. Das war etwas, worauf sie sich direkt freute.

GT: STraßen
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