Yorashi - Der Abendsturm


 
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 Hotel 'Edelweiss'

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BeitragThema: Hotel 'Edelweiss'   Fr 05 Aug 2011, 19:35

Als Tribut an die wunderschönen, weißen Blumen, die nur in luftiger Höhe in Gebirgen wachsen, wurde das neuerrichtete Drei-Sterne-Hotel nach ihnen benannt - Hotel Edelweiss. Über den drei funkelnden, gelben Sternen, die das Hotel als solchiges auszeichnen, prangt ein kreisrundes Wappen mit einer Edelweissblüte. Der Name ist unter den Sternen zu finden.
Das Gebäude ist mehrstöckig und besteht aus vielen, verworrenen Korridoren und Gängen. Die Bauherren waren eben sehr speziell. Es wird viel mit Glas und Weiß gearbeitet, um den Eindruck von Reinheit zu hinterlassen. Die Zimmer sind meist geräumig und stilvoll eingerichtet. Zwar könnten Service und Essen besser sein, aber sonst bietet dieses Hotel wirklich alles, was ein erschöpfter Urlauber braucht, um sich zu erholen.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Fr 05 Aug 2011, 19:46

CF: Umland – Bergdorf.

Sie ritten unsichtbar eine Weile durch die Straße. Irrten umher – blieb ihr nur noch die Hälfte der Zeit, nämlich zehn Minuten. Aber sie würde bestimmt noch fündig werden. Auf seine Frage vorhin antwortete sie nichts. Sonst hätte sie ja das Schweigeabkommen noch gebrochen und er würde sich dann erst recht nicht mehr daran halten. Zumindest würde sie es nicht mehr.
Endlich wurden sie fündig und jetzt mochte sie das Wetter auch! Es nieselte nur noch – was doch recht erträglich war – und es waren kaum Leute draußen auf der Straße. Ein recht abstrakt wirkendes Gebäude lag vor ihnen. Ein Hotel! Hach, wie schön die Welt doch gleich sein konnte. „Halten wir bitte hinter den Büschen rechts.“, meinte sie, da es dort dann auch gleich noch mal sicherer war, dass sie nicht gesehen wurden und in Ruhe das Jutsu auflösen konnten. Und tatsächlich blieb der Tiger dann dort stehen und sie sprang ab, womit sich auch das Chakra wieder verflüchtigte und alle drei wieder für die Welt sichtbar machte.
Yoko streckte sich ausgiebig. Plötzlich fühlte sie sich so steif. Lag bestimmt daran, dass sie sich bei dem Sprung vorhin nicht gestreckt hatte, obwohl sie so lange einfach gesessen hatte. „Also… verabschiede dich von Rinto und dann gehen wir uns ein Zimmer besorgen.“
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Fr 05 Aug 2011, 19:53

[CF: Umland – Bergdorf~]

Len schwieg und es war wahrlich keine einfache Aufgabe. Denn alles war eigenartig. Die Farbe hatte sich erneut verändert, sodass alles in einem düsteren Grau gekleidet war. Sogar seine geliebten Haare hatten das Sonnengelb verloren und hoben sich nur durch einen helleren Ton vom Rest ab. Es betrübte ihn. Aber was sollte er schon großartig dagegen tun? Er konnte die Farben ja immerhin nicht lenken.
So in die Farbstudie vertieft, bemerkte er gar nicht wirklich, wie Rinto durch die Straßen fetzte. Ganz das schlaue Tier wich er den wenigen, armseligen Gestalten aus, die sich durch den Nieselregen quälten. Manchmal könnte man vielleicht ein zu hartes Aufsetzen auf den Boden hören, aber die Leute waren abgestanden genug, sich nicht wie irre umzublicken, so wie er es vielleicht getan hätte – zumindest in diesem Augenblick.
Len blinzelte überrascht, als Rinto doch tatsächlich Yokos Befehl gehorchte – oder eher der Bitte. Aber wie auch immer, der Tiger schien sich mittlerweile mit dem Duplikat abgefunden zu haben. Vielleicht wurden sie ja Freunde? Vorausgesetzt, Len überlebte die Nacht und war dann in der Lage, Rinto irgendwann erneut zu rufen. Man konnte halt nicht alles haben.
Kaum war Yoko vom Rücken hinab, ließ er sich ebenfalls vom nicht vorhandenen Sattel fallen. Auf Geheiß hin kniete er sich vor seinen Kuchiyose Geist und kraulte ihm Wangen und die Ohren. »Wer ist ein guter Junge?« Der Tiger gab einen schnurrenden Laut von sich. »Du bist ein guter Junge! Dein Meister liebt dich und jetzt husch, deine Frau macht dir sonst die Hölle heiß.« Er stand wieder auf und löste das Jutsu, der Tiger verschwand mit einem Puff! in einer Rauchwolke.
Eine Weile sah er noch zu dem Fleck, wo Rinto eben noch gewesen war, dann drehte er sich motiviert zu Yoko um.
»Ich bin fertig.« Mit der Welt...
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Fr 05 Aug 2011, 20:13

Es war wirklich ein Wunder gewesen, dass er gehört hatte. Aber wahrscheinlich wollte er wirklich einfach nur wieder zurück in seine Welt, wo selbst Len so eigenartig hier war. Als sich eben dieser dann wieder von ihm verabschiedete holte Yoko aus ihrem Rucksack ein Taschentuch und reichte es Len, als er fertig war. „Hier, für deine Nase.“, meinte sie, lächelte schief. Hätte sie die Zeit gehabt, hätte sie sich vielleicht auch noch von Rinto verabschiedet. Nun ja, musste sie sich irgendwann mal bei ihm revanchieren. Verdankten sie es nur ihm, dass sie so schnell hier angekommen waren.
„Na, dann komm.“
Sie legte eine Hand wieder an seine Schulter, um leichten Druck auszuüben, dass sie losgingen. Musste ja nicht sein, dass er in dieser Phase womöglich sonst noch wo hinlief, stolperte und sich noch mehr verletzte.
So betraten sie also das skurril wirkende Gebäude und sie sah zur Rezeption. Sie bugsierte Len in Richtung der Sessel. „Setz dich hin und bleib noch mal ruhig, ja? Ich besorg uns eben ein Zimmerchen.“ Sie drückte ihn mit sanfter Gewalt runter auf einen der weißen weichen Stühle und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn, ging die beiden Stufen hoch zum Empfangstisch.
Erst mal musste sie warten, bis überhaupt jemand kam und dann hieß es reden. Sie hatten nur noch die normalen Einzelzimmer und die teuren Suites. Sie konnte ihn ja kaum alleine lassen und sie wollte auch mit ihm zusammen sein – selbst wenn er gerade komisch drauf war. Also musste sie die Junior Suite nehmen. War auch noch etwas preisgünstiger, als die Luxus Suite. Aber so hatten sie dort oben genügend Raum. Auch das Bad musste toll sein – dann konnte er sich getrost immer übergeben. Als sie im Voraus für zwei Nächte bezahlt hatte, ging sie wieder zu Len.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Fr 05 Aug 2011, 20:21

Einen kurzen Augenblick sah er das Taschentuch in ihrer Hand verständnislos an, bevor ihm ein Licht aufging und er es annahm. Da sie ihm auch noch erklärte, wozu es war, gebrauchte er es auch dazu und bedankte sich für die milde Gabe. War ja auch irgendwo ein Geschenk. Wodurch könnte er ihr wohl eine Freude machen, so wie sie ihm gerade? Vielleicht mochte sie ja Jojos. Da fiel ihm auf, dass er keines besaß und verwarf die Gedanken wieder.
Wie ein braver, überzüchteter Hund trottete er los, als sie es verlangte. Für diese Frau würde er doch von Herzen gern alles tun! Und wenn es nur sinnlos durch die Gegend laufen war. Obwohl...sinnlos? Vielleicht hatte es ja einen Zweck. Bestimmt einen guten. Er grinste.
Bereitwillig setzte er sich auf einen Sessel und zog die Knie an. Seine matschigen Schuhe hinterließen nette Spuren und auch die Nässe aus seiner Kleidung zog in das feine Polster ein. Er lachte nur darüber und legte die Arme um die Knie, um ruhig auf sie zu warten. Allerdings rieb er sich verstohlen über die Stirn, als wäre er ein kleiner Junge und als wäre dieser Kuss etwas unheimlich Peinliches gewesen.
Während er wartete, ließ er den Blick prüfend durch die Halle schweifen. Weitläufig, stellte er fest, und schöne Farbe. Welche Farbe war es wohl? Er konnte es nicht sagen. Denn seine Welt war gerade bekanntlich grau.
Als sie zurückkehrte, sprang er förmlich auf und streckte eine Hand nach einer der ihren aus. »Rin hätte meine Hand genommen«, warnte er sie vor. »Wo geht es hin? Oben? Unten? Rechts?«, fragte er mit schief gelegtem Kopf.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Fr 05 Aug 2011, 20:38

Von dem ‚Stirnreiben‘ bekam sie nichts mehr mit. War ja an der Rezeption. Erst als sie wieder zurückkam – oha er hatte schon wieder brav gewartet! – sah sie ihn aufspringen.
Oh, er redete von Rin. So oft tat er das auch wieder nicht. Zumindest nicht, was so was anging, also tat sie ihm den Gefallen und nahm seine schweinekalte Patscher in die ihre. „Ganz nach oben. Wir dürfen sogar den Aufzug benutzen – ist das nicht mal direkt praktisch?“, meinte sie grinsend und hielt mit der freien Hand die Schlüssel hoch, klimperte kurz damit und ging zum Aufzug. Stand ja in goldenen Lettern darüber. Da war die Gefahr sich zu verlaufen so schön gering!
Sie steckte den Schlüssel in das vorgesehene Loch und nach ein paar Sekunden gab es ein Bling und die Tür ging auf. Hinten waren sogar auch ausschließlich Fenster. Man konnte auf den Hinterhof sehen. Recht gepflegte Gartenanlage mit weißen Blumen, was sie so erkennen konnte. Aber der Himmel war immer noch so dunkel eintönig grau. War ja fast zum kotzen. Sie ging mit Len in den Aufzug und sah zu dem Blonden. Vielleicht würde es ihn ja freuen: „Die oberste Zahl drücken, bitte.“ Außerdem waren die Knöpfe eh auf seiner Seite.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Fr 05 Aug 2011, 20:50

Oh. Zwar waren sie beide durch den eiskalten, strömenden Regen gehechtet, mal ganz abgesehen von Rinto, aber ihre Hand war ja direkt warm, im Gegensatz zu seiner eigenen. Wenn er Glück hatte, bekam er bald sogar wieder Gefühl in den Fingern. Die letzte Zeit hatte er damit ja nur ein durchnässtes, eingerotetes Taschentuch und sich an Rinto festgehalten. Klamm, steifgefroren, kalt. Nicht alles ist von Dauer! ♥, dachte er sich daraufhin fröhlich und nickte begeistert. Aufzugfahren! Er mochte Aufzüge. Die waren so automatisch und so überhaupt nicht anstrengend. Bis auf die dudelnde Musik im Hintergrund könnte er in einem Fahrstuhl leben! Okay, jetzt ging es zu weit. In einem Fahrstuhl leben? Er fragte sich, wo genau sich gerade eigentlich sein Gehirn befand und wie er es wieder bekam, aber eigentlich kümmerte es ihn reichlich wenig. Kaum hatten sie nämlich den Aufzug betreten, ließ Len Yokos Hand wieder los und war mit wenigen, langen Schritten an die verglasten Scheibe des Fahrstuhls gelangt. Er presste – aus Rücksicht zu seiner Nase – nur die Hände gegen das Glas – welches ebenfalls eisigkalt war – und starrte hinaus.
»Schau mal. Blumenbeete«, sagte er unnötigerweise und nahm sich fest vor, irgendwann, vielleicht wenn sie schlief, hinauszugehen – klettern? – und ein paar Blumen zu pflücken. Es sei denn, sie stanken. Dann würde er sie ihr nicht mitbringen, denn sie mochte ja nur gut riechende Blumen. Motiviert drehte er sich wieder um und drückte beiläufig auf die oberste Taste, wie gewünscht.
»Oh, es geht immer und immer weiter hoch...« Das erinnerte ihn doch glatt an ein Lied! Shinseiki – da musste der Typ auch die ganze Zeit den Fahrstuhl hochfahren. Da er sich aber nicht an den Text erinnerte, begann er mal nicht damit zu singen. Für die musikalische Untermalung sorgte sowieso der Fahrstuhl selbst.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Fr 05 Aug 2011, 21:09

„Richtig. Blumen. Aber die lässt du schön dort, wo sie sind. Machen sich da unten viel besser.“, mahnte sie ihn, als sie so einen bestimmten Blick wahrgenommen hatte und lehnte sich mit dem Rücken an die Seitenwand. Verschränkte die Arme vor der Brust und wartete darauf, dass etwas passierte. Dass vielleicht jemand zustieg. Sich die Tür einfach wieder öffnete. Man war hier einfach so in der Falle. Man konnte nicht aus. Saß fest, eingeengt! Da bekam man glatt Platzangstzustände.
Sie seufzte und nickte auf seine Feststellung hin. Klar, sie mussten ja auch bis ganz nach oben, da ging es eben immer und immer weiter hoch, bis er endlich zum Stillstand kam und wieder das Bling ertönte. Na super! Sie waren oben. Nichts wie raus aus diesem Rattenloch. Sie konnte Aufzüge wegen ihrer Enge einfach nicht so leiden, wobei der eh sehr erträglich war. Konnte man doch noch sehen, was draußen in der Welt vor sich ging. Sie griff von allein wieder nach Lens Hand, um ihn nicht zu verlieren und ging nach draußen. Hier oben gab es nicht so viele Zimmer. Waren ja auch die teureren. Sie sah sich nach beiden Seiten um und entschied sich nach rechts zu gehen. Die Zimmernummer nahm aber ab, also mussten sie umdrehen. Den linken Gang also nehmen.
Ironie des Schicksals. Es war gleich die zweite Tür links. „Da sind wir. Nummer 42!“, meinte sie dann doch recht enthusiastisch und sperrte auf, trat einen Schritt hinein und musste seine Hand loslassen, um nach einem Lichtschalter zu tasten. Gefunden.
„Ist doch hübsch.“ Bei dem Anblick dieses schönen großen Bettes musste sie gleich gähnen und wäre am liebsten darauf zugerannt und hätte sich zum Schlafen hineingeworfen. Aber sie ging erst mal zur Seite, damit Len auch rein konnte und sie die Tür zu sperren konnte. Das Bitte-nicht-stören-Schildchen draußen hinhängen konnte. Nicht, dass die Putzfrauen aus irgendeinem Grund hier reinrennen würden. Wobei… es war doch eigentlich erst Mittag, oder? Zeitlich müsste das hinkommen. Vielleicht sollte sie sich noch einen Snack vorm Schlafen gönnen. So als Belohnung, dass sie es überlebt hatten.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Fr 05 Aug 2011, 21:23

Lens Mundwinkel korrigierten sich nach unten und er ließ die Hand an der Glasscheibe hinabrutschen, sodass es einen netten Quietschlaut gab, der sein Unverständnis und die Missgunst zur Sprache brachte. Eine Weile musterte er sie, wie sie da so stand, in dieser Abwehrhaltung. Ihr gefiel der Aufzug wohl sehr viel weniger, als ihm. Also musste er dem Drang widerstehen, einfach von oben nach unten alle Knöpfe des Aufzuges zu drücken.
Oder sollte er doch...? Nur um sie ein wenig zu triezen...? Er schüttelte den Kopf und sagte entschieden: »Nein.« Dass er mit sich selbst redete, war ihm gar nicht aufgefallen. Er zog die Hand zurück, die sich unwillkürlich schon zu den Knöpfen ausgestreckt hatte und steckte sie in die Hosentasche. Die andere Hand hielt das Taschentuch und er tupfte sich, daran erinnert, noch einmal die Nase ab, bevor er auch das Taschentuch in eine Hosentasche stopfte und die dazugehörige Hand gleich hinterher.
»Und immer weiter hoch«, summte er fröhlich und warf einen letzten Blick auf die kleinerwerdenen, weißen Blumen, bevor der schnelle Aufzug auch schon das obere Stockwerk erreicht hatte.
»Wenn es brennt, brauchen wir eine Feuertreppe, oder wir sind die, die hier verrecken«, bemerkte er beiläufig an, zog eine Hand wieder aus der Hosentasche und gab sie Yoko, die ja anscheinend darauf bestehen wollte, ihn mit sich zu ziehen. Nun gut. Warum auch nicht? Rin hatte ihn dauernd an der Hand mitgezogen, egal, ob er es nun gewollt hatte, oder eben nicht.
»Wenn du mir die Nummer sagst, dann...« Len verstummte. Sollte sie doch machen, was sie wollte. Sie würde das schon gedeichselt bekommen. Er vertraute ihr da vollkommen! Immerhin hatte sie oft Glück. Jedenfalls sehr viel öfter als er selbst. Zwar mussten sie einmal umkehren, aber dann erreichten sie doch ihr Ziel.
»Ah – !«, gab er erstickt von sich – seine Stimme ging unter und er musste sich räuspern – und deutete auf die goldene Zahl auf der Tür. »Eine meiner Lieblingszahlen, erinnerst du dich? 42 – die Antwort auf alle Fragen.«
Kaum war seine Hand wieder freigegeben, wanderte sie zurück in die Hosentasche. Er glaubte fest daran, dass sie dort vielleicht eher wieder warm würde, als an der 'frischen Luft'. Weil er damit beschäftigt gewesen war und Yoko eh noch den Lichtschalter suchen musste, stand er eine Weile unschlüssig im Türrahmen herum, bis sie ihm Platz machte und er ebenfalls eintreten konnte.
Würde man genau darauf achten, dann bekamen seine Augen nun den Glanz, den Kinder immer hatten, wenn sie den geschmückten Weihnachtsbaum und die großen, bunten Pakete sahen. – Es war schön hier! Schon von Natur aus, denn selbst in diesem grässlichen Grau war alles stilreich und modern. Und so geräumig! Viel Platz! Er könnte, wenn er wollte, Rinto rufen und der könnte sich auf dem Teppich breit machen und... Nein, sein Chakra musste sich erst einmal wieder erholen. Glaubte er. Vielleicht war es auch eine Ausrede seines Unterbewusstseins.
»Heizung... Heizung... Heiiiizung...«, murmelte Len, als ihm etwas Entscheidenes eingefallen war. Und kaum fiel sein Blick auf eines dieser weißen, ratternden Teile, stürzte er auf sie zu und setzte sich, um sich an sie lehnen zu können. Er presste beide Hände fest auf das wärmeaussendende Ding, fuhr mit den Fingern die Rillen nach. »Göttlich«, seufzte er und schloss die Augen.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 08:53

Gut, er schien wirklich mit dem Gedanken gespielt zu haben für sie da unten Blümchen auszureißen. Irgendwo ist es ja fast schon wieder romantisch und süß – aber ist das nicht letztendlich so ziemlich alles was er tut? Liebe eben.
„Hm?“, fragte sie etwas irritiert, als er aus ihrer Sicht aus heiterem Himmel ‚Nein‘ sagte. Aber er sah sie nicht mal an. Vielleicht redeten die Aufzugwände ja inzwischen mit ihm? So abwegig war es in seiner Lage nicht mal. Bis er doch wieder mit ihr richtig sprach, nicht nur vor sich hin summte, dass sie weiter hoch fuhren. „Stimmt, oder wir laufen wie richtige Ninja einfach an der Hauswand runter.“ Wenn man schon so etwas konnte – warum sollte man damit nicht auch sein Leben retten? Das wäre zumindest das, was sie machen würde in einer solchen Situation. Abgesehen davon würde ihnen auch nichts anderes übrig bleiben, wenn das Feuer sich direkt hier oben im Gang ausbreitete. Gut, sie könnten auch einfach aus dem Fenster springen, der Aufschlag unten würde aber nicht so sanft sein.
„Ich weiß. Ich hatte ja auch die Wahl zwischen 42 und 46. Ich dachte die würde uns vielleicht Glück bringen und du würdest dich freuen. Aber 42 ist die Antwort aller Fragen, sagst du?“
Yoko legte den Kopf schief und blickte ihn fragend an. Er hatte ihr seine Lieblingszahlen erzählt – und das war einer der, die sie sich merken konnte – aber nicht wieso er sie denn mochte. Aber seit wann war denn bitte schön eine Zahl die Antwort auf alle Fragen. Meine Lieblingsfarbe: 42. Mein Lieblingstier: 42. Okay… das ergab keinen Sinn, wie sie fand.
Als Len auch eintrat, hing sie wie vorhin gedacht das Schildchen auf und sperrte einmal ab. Im Gegensatz zu ihm zog sie sich erst ihre Schuhe aus und hing die Jacke auf, damit sie nur minimale Spuren hier hinterließ. Sie sah zu ihrem Freund und kratzte sich am Hinterkopf. „Du musst aus den nassen Klamotten raus… und dann schlafen gehen, ja? Ich zieh mich auch eben im Bad um.“ Mit diesen Worten verschwand sie auch schon in den einzig geschlossenen Raum. War auch das Bad! Die Küche war ja offen gestanden. Vielleicht sollte sie mal nachsehen ob in dieser ein Eimer oder so war… dass er in der Nacht doch nicht immer ins Bad rennen musste.
Aber hier war es ja glatt deprimierend. Auf der einen Seite im Bad war eine riesige Spiegelfront – dabei sah sie doch gerade so miserabel aus. Sie schälte sich aus der Kleidung, die durch den Regen so an ihr zu kleben schien und trocknete sich mit einem der Handtücher ab. Die Haare wurden gewaschen und geföhnt und sie zog sich ein Nachthemd an. So gefiel sie sich gleich viel besser! Aber sie war tot müde und es fröstelte sie und sie wollte einfach nur schlafen! Sie schlief in letzter Zeit wirklich viel… Sie rieb sich über die Arme und ging wieder nach draußen.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 09:09

»Nein«, wiederholte Len, da sie anscheinend nicht verstanden hatte, was er sagte. Dass es nur nicht an sie gerichtet war, störte ihn überhaupt nicht. Dass es für sie keinen Sinn ergab – störte ihn ebenfalls nicht. Immerhin ging es ja um ihr Wohl, wo er doch nicht alle Knöpfe drücken wollte. Und da er sie nicht enttäuschen wollte, weil er tatsächlich mit dem Gedanken gespielt hatte, wollte er es ihr auch nicht erklären – eine ganz einfache Rechnung also.
»Wie langweilig«, sagte Len auf die Aussage mit der Hauswand. Das hatte ja auch nichts von Abenteuer. Er mochte Abenteur. Vor allem: an Wänden laufen? Die letzte Wand, die er gesehen hatte, war eine ziemlich uneinsichtige, lilane Steinwand gewesen. Er hatte keine Lust mehr auf Wände...
»Oh!«, stieß Len aus und machte keinen Hehl aus seiner Begeisterung. »Ureshii desu. Dômo arigatô gozaimashita!« (Ich freue mich sehr. Vielen Dank. || Hach, wie ich das Heftchen liebe xD) Dann nickte er eifrig. Wieso sollte er auch lügen? Nur weil sie ein Duplikat war und Informationen möglicherweise gegen ihn verwenden könnte? Das machte ihm nichts, immerhin war er bald tot. Oder so was. Die Welt wechselte nach einer Weile, in der er in dem Zimmer gestanden hatte, die Farbe – dieses Mal war sie blau. Auch in blau war die neue Unterkunft herrlich anzusehen, umso mehr freute er sich auch darauf, ein bisschen hier bleiben zu können. Nach einem Blick auf eine Uhr meinte Len: »Wir haben Frühstück und Mittagessen verpasst...« Vielleicht sollte er nachher mal in seiner Tasche wühlen...? Obwohl... Vielleicht müsste er sich dann wieder übergeben und das wollte er nun mal nicht wirklich. War ja auch nicht angenehm.
Schließlich, an die Heizung gekuschelt, hob er nur mit Anstrengung die schweren Augenlider wieder. »Muss ich wirklich?«, fragte er in einem nuschelnden Tonfall und seufzte ergeben. Mit Mühe schaffte er es, das ganze Hemd aufzuknöpfen und warf es auf die andere Heizung neben seiner eigenen. Es folgte seine Hose, Schuhe und Socken wurden dekorativ durch das Zimmer gekickt, und dann rollte er sich auf dem Boden vor der Heizung zusammen, wie so eine Katze. Es war so schön warm... warm... heiß! Ihm verbrannte ja der Rücken dabei! Also sprang Len noch einmal auf und drehte das Ding ein bisschen runter, nur um sich dann wieder davor zu legen. So langsam tauten selbst die Finger wieder auf.
Schon bald sackte er in einen höchst lustigen Schlaf. Selbst hier war alles bunt. Und lustig. Und es drehte sich, wie, als würde er in einem Karussel sitzen. Wie lange war er wohl nicht Karussel gefahren? Ach ja, er war noch nie Karussel gefahren... Musste er bei Gelegenheit mal machen. Genau wie ihr das Lied beibringen, an das er sich nicht erinnern konnte, oder ihr Blumen schenken.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 09:33

[Ich kürze den oberen Teil mal etwas…. Sonst bekommen wir den wieder nicht los xD]

„Hab ich doch gern gemacht.“,
erwiderte sie auf seine überschwängliche Begeisterung hin mit einem sanften Lächeln. Aber das mit der 42 würde sie sich mal merken, wenn sie mal nicht antworten wollte, oder konnte, einfach 42 sagen! Simpel.
Als er sie an Essen erinnerte knurrte ihr Magen wie auf Befehl eines geheimen Codes hin. Sie sollte sich später noch was zum Essen suchen, vielleicht. Oder auch nicht. Sie war zu müde sich nun noch darum extra Gedanken zu machen. Erst mal wieder ausschlafen und dann weiterschauen ob man etwas zu Essen fand.
Sie nickte auf seine murrende Frage hin und war im Bad verschwunden. Erst als sie wieder raus kam, sah sie die Schuhe und Socken verstreut auf dem Boden liegen. Hose und Hemd hatte er aufgehangen. Gut, dass hier Teppichboden war, sonst würde er wohl zu frieren anfangen, auch wenn er an der Heizung lag. In der Küche wurde sie noch mit einem Topf fündig und stellte ihn mit etwas Abstand zu ihm auf den Boden. Notlösung war es alle Mal. Aber witzig war es ja. Dieses Mal hatte er sich wie eine Katze zusammengerollt. So war es aber auch bequem und warm! Sie holte sich eine Decke und ein Kissen vom Bett und warf ersteres über seinen Körper. Das Kissen wurde mehr oder weniger unter seinem Kopf gelegt. „Schlaf gut.“, meinte sie leise und unterdrückte ein zu lautes Gähnen. Nicht, dass er daran noch aufwachte. Ein Blick aus dem Fenster zeigte ihr, dass es wieder etwas stärker regnete. Grausiges Wetter. Aber so musste sie die Vorhänge nicht zuziehen. Es war ohnehin schon recht dunkel und die das bisschen Helligkeit war auch gar nicht so schlecht. Die Lichter wurden ausgeschaltet und sie legte sich selbst ins Bett. Sie hätte sich auch gern zu ihm auf den Boden gelegen, aber nicht, dass er sie noch ankotze. Würde für beide Seiten nicht sonderlich schön werden.
Ihre eigene Decke wurde bis zum Kinn hochgezogen, noch einmal herzhaft gegähnt mit einem weiteren Magenknurren – der soll mal endlich still sein! – und sie schlief ebenfalls wieder ein. In einen traumlosen Schlaf fiel sie – wie immer.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 09:56

»Du bist eine nette Frau. Langsam wundere ich mich gar nicht mehr, warum ich dich mag«, erwidere Len darauf etwas ruhiger, auch wenn er immer noch nicht verhehlen konnte, wie sehr er sich freute. War schon toll, so vergiftet oder auf Drogen zu sein, oder was auch immer jetzt mit ihm geschehen war. Da war plötzlich alles toll, mal abgesehen von seiner kurzen Phase von Depression.
»Du solltest essen... vielleicht ist ja was im Kühlschrank«, kommentierte er ihr Magenknurren und wieder amüsierte er sich halb zu Tode. Aber ihm fehlte die Stimme, um wieder laut aufzulachen. Daran musste er sich erst einmal gewöhnen. Nicht lachen können... War ja schon fast eine Qual. Vor allem, wenn alles so furchtbar bunt und lustig war...
Er merkte, ganz in seine Karussel-Welt versunken, gar nicht, dass sie noch einmal zu ihm kam. Aber, dass es wärmer wurde. Allmählich. Und auch der Schlaf tat ihm gut, auf eine eigene Art und Weise. Irgendwie... wurde es weniger lustig. Trotz allem versuchte er noch den ganzen Traum ausnutzen, oder was es denn nun gerade war – eine Halluzination vielleicht? Wie oft hatte er die Chance, bei solch einem bunten Treiben mitzuwirken?

~~

Das, was er nun einfach als »Nacht« bezeichnete, war leider viel zu schnell vorbei. Irgendwann wachte Len auf, geweckt von irgendeinem Geräusch, was er nicht sofort zuordnen konnte. Als er sich allerdings aufsetzte und aus dem Fenster sah, klärte ihn das Wetter auf. Es hatte einfach scheppernd gedonnert. Bald darauf zuckte ein Blitz durch den grauen Himmel und Len presste gequält die Handballen auf die Augen, weil ihm ein scharfer Schmerz durch den Kopf fuhr, ausgelöst durch das plötzliche, helle Licht. Allgemein dröhnte sein Schädel, als würde jemand freundlicherweise mit einem Baseballschläger auf ihn eindrischen. Gott verdammte – was war passiert? Aber er stellte keine Wunde an seinem Kopf fest, jedenfalls keine Beule und nichts, was auf Blut hinwies. Nur die Ellbogen waren irgendwie lädiert.
Halt mal. Wo war er eigentlich? Erschrocken sah er sich um. Ein ... äh ... Hotelzimmer? War er nicht vorher in diesem Bergdörflein gewesen? Er hatte dort mit ihnen zu Abend gegessen... und die wohl höllischste Nacht seit langem durchgemacht. Aber dann...? Was war dann passiert? Wie war er hier hergekommen?
So weit er die Konzentration aufbringen konnte, ließ er den Blick prüfend durch das Zimmer schweifen. Er hatte mit seinen Schuhen eine ordentliche Matschspur auf dem hellen Teppich hinterlassen, in der Nähe seiner Schuhe waren viele Spritzer – als hätte er sie geworfen. Zumindest war er warm eingepackt, hatte eine Decke und ein Kissen und seine Haare waren zerzaust und verknotet. Wahrscheinlich nass gewesen – wie sollte er jemals das Haargummi wieder daraus kriegen? Resigniert seufzte Len auf. Überforderung. Er wollte sich verkriechen, irgendwo, wo ihn keiner sah, wo er sich getrost allein bemitleiden konnte.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 10:18

Sie bezweifelte, dass etwas im Kühlschrank war. Höchstens Getränke, aber Essen musste man sich eigentlich immer selbst kaufen und dann kochen. Oder man ging ins hoteleigene Restaurant. Sparte man sich die Arbeit. Außerdem war sie schlecht im kochen. Sie ließ sich lieber bekochen.

Ein paar Stunden würde sie wohl geschlafen haben, als sie doch aufstand und sich in der Küche zu schaffen machte. Und oha! Da war tatsächlich was zum Essen. Sogar noch alles haltbar. Also schmierte sie sich ein Nutellabrot und schenkte sich ein Glas Milch ein. Wanderte damit wieder zu den großen Räumlichkeiten und pflanzte sich auf das Bett. Hier gab es sogar auch wieder einen Fernseher. Den würde sie nachher einschalten, damit sie einschlafen konnte.
Jetzt widmete sie sich aber erst ihrer Beute. Milch war was Feines. Trank sie gerne mal, wenn es denn zur Verfügung stand. Ein lauter Donner musste genau über sie hinweg gehallt haben und musste Len aufgeweckt haben. Zumindest hatte sich bei ihm gerade etwas bewegt. Ah, ja. Ihre Augen täuschten sie nicht. Er rieb sich den Kopf. „Schöne Kopfschmerzen, hm?“, meinte sie nach ein paar Bissen, als er sich recht verwirrt umsah. „Kopfschmerztablette?“ Es war nur ein Angebot. Vielleicht würde er es ja annehmen, wobei sie sich nie sicher war, was das anging. Er war ja nie sonderlich begeistert von solchen Sachen.
Der Rest des Brotes verschwand in ihrem Mund und sie leckte sich die Finger ab, da auch dort ein bisschen Schokoladencreme war. „Erinnerst du dich an das, was heute Morgen alles war?“, fragte sie etwas zögernd und sah ihn an. Da war sie direkt im Zwiespalt. Einerseits wäre es nicht gut, wenn er sich daran erinnerte, andererseits wäre es auch besser, wenn nicht. War ja einiges dummes Zeug passiert. Aber sie würde sich jetzt mal zurückhalten. Zu viele Worte würde er sonst auch noch nicht ganz so gut verdauen können, wenn sie ihn richtig einschätzte.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 10:47

Erst, als er angesprochen wurde, erinnerte er sich daran, dass er ja mit Yoko herumgereist war. Naja, was hieß herumgereist? Da war noch sehr viel mehr passiert, unter anderem natürlich, dass er sich in sie verliebt hatte. Er hob den Kopf und sah sie an, jedenfalls, soweit es ihm seine Kopfschmerzen zuließen, denn immer wieder musste er blinzeln und sich darauf konzentrieren, nicht daran zu denken.
»Erinnere mich nicht daran...«, murmelte er und hätte wohl aufgezischt, als ein weiterer Blitz das Zimmer hell erleuchtete und er zusammenzuckte.
»Warum liege ich auf dem Boden und w-«, er konnte nicht zu Ende reden, weil sie ihn ja weiter fragte. Kopfschmerztablette? Klar doch, sicher, solange er nur wieder richtig denken konnte. Langsam raffte er sich auf, nahm die Decke über die Schulter und das Kissen unter den Arm, um sich zum Bett rüber zu schleppen. Auf dem Boden liegen – obwohl da so ein geiles Bett war!! Er hatte schon mal intelligentere Sachen gemacht. Als er da nun saß, im Schneidersitz und recht verwirrt, begann er damit, an dem Haarband herumzuziehen und zu zerren. Schlussendlich dachte er sogar daran, es herauszuschneiden, wenn es sein musste. Aber er bekam er herausgefriemelt und legte es mitsamt den ausgerissenen Haaren auf den Nachttisch.
»Keine Ahnung – was ist heute morgen passiert? Ich bin gestern im Bergdorf eingeschlafen und hier aufgewacht.« Jedenfalls aus seiner Sicht. Oh Gott, was war wohl geschehen? Er wollte es sich gar nicht ausmalen. Hatte er irgendeinen Scheiß verzapft?
Aber bevor er weiter nachdenken konnte, musste er sich wieder eine Hand auf die Augen pressen, weil ein Blitz ihn quälen wollte. Er biss die Zähne zusammen und knurrte: »Was zum Teufel? Ich fühle mich, als hätte ich einen Kopfsprung aus dem zehnten Stock gemacht...«


Zuletzt von Len Sanada am Sa 06 Aug 2011, 14:38 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 14:32

Die Utsukushi nickte abermals. Gut. Er erinnerte sich also nicht. Na, vielleicht würden noch Teile seiner Erinnerung zurückkehren.
„Du wolltest dich an der Heizung aufwärmen.“, antwortete sie ihm anschließend schulterzuckend und sah zu, wie er sich aufhievte. Decke und Kissen nahm. Eigentlich hat sie es sich ja denken könnten, aber der Anblick ließ sie doch schmunzeln. Immerhin hatte er nur seine Unterhose an. Sie versteckte das breite Grinsen hinter ihrem Milchglas, dessen letzter Schluck in ihrem Magen landete und das Glas anschließend auf den Nachttisch gestellt wurde. Sie streckte sich auf dem Bett lang und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Beobachtete erst einmal schweigend seine Handlung mit seinen geliebten Haaren. „Soll ich dir vielleicht hel-...“ Da riss er den Gummi auch schon mit einigen Haaren raus. Autsch! Musste bestimmt weh getan haben. „Und? Überlegt, ob du eine Tablette haben möchtest?“, fragte sie ihn und drehte sich auf dem Bauch, um doch gleich mal nach ihrem Rucksack zu greifen. Sie wollte ohnehin noch dessen Inhalt kontrollieren.
Yoko setzte sich ebenfalls in den Schneidersitz und packte ihr Hab und Gut in den Schoß. „Die Frage lautet mehr, was gestern Abend passiert ist. Du hättest die dummen Essiggurken nicht essen dürfen – hab ich nicht gesagt, dass du aufpassen sollst? Auf jeden Fall standen die unter Drogen. Den Rest kannst du dir möglichst denken. Du hast ziemlich viele komische Sachen gemacht. Nun ja... diese Leute wollten uns wohl nicht gehen lassen. Rinto hat uns im Übrigen hier hergebracht.“, erklärte sie ihm die vergangenen Stunden, die er nicht mitbekommen hatte und seufzte. Hatte sie ihn ja nun doch ein wenig angeherrscht. Aber sie hatte ihn ja gewarnt! Paranoia ist hin und wieder also doch ziemlich gerechtfertigt.
Aber es ging ihm schlecht, sie sollte nun mehr versuchen ihm beizustehen. Ihm zu helfen. „Die Erscheinungen sind normal. Wird bei dir auch noch etwas anhalten, weil du es nicht gewohnt bist.“
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 14:50

Er warf einen Blick zur Heizung zurück und runzelte die Stirn. Gut, Heizungen waren dazu da, um aufzuwärmen, vor allem Räume. Was war mit ihm los gewesen, dass er so dumm gewesen war, sich auf den Boden davor zu legen? Eine warme Dusche und fertig. Jetzt hatte er auf dem Boden gepennt – kein Wunder, dass ihm alles verspannt war. Aber wenn er sich so umsah, in diesem Hotel gab es bestimmt für Extrakohle eine Art Wellnessbereich, wo irgendein netter Kerl oder ein nettes Mädel ihm eine nette Massage verpasste. Aber im Moment waren irgendwelche Verspannungen sein kleinstes Problem. Er verzog das Gesicht erneut und rieb sich die Schläfen.
»Passt schon«, sagte er nur stur und hatte dann auch schon das Haarband aus den dazugehörigen Haaren gerissen. Hatte ziemlich an der Kopfhaut geziept und seinen Kopfschmerzen noch einen Grund zum Aufheulen gegeben.
»Keine Ahnung...«, sagte Len ratlos, »... keine Lust aufzuwachen und erneut war alles ein Traum. Keine Lust auf mehr Kopfschmerzen, wenn ich aufwache... Ich glaube, jetzt habe ich auch ein Trauma. Aber lass rüber rücken, ich kanns nicht aushalten.« Wenigstens war er ehrlich. Teuflich, TEUFLICH dröhnte ihm der Schädel und er wusste nicht mal wirklich, warum.
Umso ruhiger und interessierter hörte er Yoko zu, als sie ihm erklärte, was eigentlich gelaufen war. Ein bisschen sank er in sich zusammen und sah sie wehleidig und entschuldigend an. Ihr harscher Ton... Kam ihm vor, als hätte er gerade die Prügel seines Lebens gekriegt. »Tut mir ja Leid... Ich hab mir bei dem Kind nichts gedacht... Und wenn Drogen so etwas anstellen, da frage ich mich unwillkürlich, warum du dir das auch noch freiwillig antust.« Mit den Worten warf er sein Kissen ans Kopfende und legte sich hin, schloss die Augen, presste eine Hand an die Stirn. Einmal hatte er eine Nacht durchzecht und sich ähnlich gefühlt. Aber das hier war gefühlte dreihundert Mal schlimmer. Nie mehr – nie mehr!
»Wie spät ist es und wo sind wir?«, fragte er dann und öffnete die Augen einen Spalt weit, um sie anzusehen.
»Aber danke, dass du trotz allem zu mir gehalten hast...«, flüsterte er und lächelte dünn.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 15:35

Sie nickte und kramte die richtige Schriftrolle raus. Öffnete sie so weit, bis wieder ein kleiner Kasten zum Vorschein kam. Die, die sich behalten mochte, hatte sie immer ganz besonders gut verwahrt. Mussten ja auch gut bleiben!
Sie reichte ihm die Tablette und ihre Flasche Wasser. „Keine Sorge. Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass das hier kein Traum ist. Es spricht einfach zu viel dagegen. Trauma – was Drogen angeht? Kopfschmerztabletten gehören aber auch zu Drogen.“, stellte sie etwas belustigt fest, dann fiel ihr aber auch der andere Zusammenhang auf: „Oder, dass du aufwachst und alles nur geträumt war?“ Diese Worte sagte sie um einiges leiser, sanfter.
„Schon... Hauptsache du lebst noch, nicht? Aber du solltest dich eher bei Rinto entschuldigen. Du warst nicht der angenehmste Passagier.“
, erinnerte sie sich an den Tiger. Armes Mietzekätzchen. Auf seine Frage zuckte sie mit den Schultern. „Wenn man abhängig ist, dann geht man auch solche Folgen ein. Außerdem gibt es ja unterschiedliche Drogen. Manche sind nicht so schlimm, was Kopfschmerzen angehen. Alle haben eine andere Wirkung. Und notfalls übertönt man den kommenden Schmerz mit einer anderen Droge und so weiter und so fort, bis man dauerhaft unter dem Einfluss steht.“, versuchte sie ihm ihre bisherige Lebensweise zu erklären. Es war alles recht unlogisch, das wusste sie, aber trotzdem lebte man danach und empfand es für den Moment wenigsten für logisch.
Nur wusste sie, dass sie nicht mehr lange ohne Drogen durchhalten würde können. Dass sie bald wieder irgendeine Kleinigkeit nehmen musste, da sie sonst durchdrehte. Aber noch ging es. Noch ging es ihr sogar blendend!
Sie sah mitleidig zu ihm runter und beantwortete anschließend seine Fragen: „Inzwischen wohl vier Uhr nachmittags. Und wir sind in Kumogakure, dem Hotel Edelweiß im obersten Stockwerk in der Junior Suite Zimmernummer 42.“ Nachdem sie geendet hatte, musste sie erst mal kurz Luft holen. Aber sie wollte möglichst genau antworten, damit er es auch wirklich genau wusste und vielleicht würden dann ja auch Erinnerungen wieder kommen? Zumindest so viele, dass er wusste, dass alles wirklich echt war. Das er nicht schon wieder die letzten Tage nur geträumt hatte. Diese Erfahrung war wirklich mehr als nur schrecklich.
„Was wäre ich für eine Freundin, wenn ich dich deshalb schon sitzen gelassen hätte.“
Sie erwiderte sein Lächeln und legte den Rucksack beiseite. Den konnte sie sich später auch noch ansehen. Stattdessen legte sie sich neben ihn, wobei sie einen kleinen Abstand einhielt. Sie wollte ihm nicht noch mehr Kopfschmerzen verbreiten, wenn sie ihn berührte und er ihre Gedanken lesen musste. Wenn man schon die Chance hatte ihm nicht noch mehr weh zu tun, dann versuchte sie auch diese zu ergreifen, selbst wenn sie selbst ihn gerade wirklich gern in den Arm genommen hätte. Sich an ihn gelehnt hätte und seinen Körper gespürt hätte. Sie war so heilfroh, dass ihr Len nun wieder (halbwegs) da war. Endlich!

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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   Sa 06 Aug 2011, 22:57

Nur einen kurzen Blick zu dem kleinen Ding, was ihm vom Kopfschmerz befreien sollte, dann warf er es ein und trank einen Schluck nach. Len bedankte sich leise und hörte ihr aufmerksam zu. Mehr oder weniger, immerhin tat ihm der Kopf noch höllisch weh. So schnell wirkte das Zeug nämlich nicht – leider Gottes.
»Ich bin ein einziges Trauma«, antwortete er nur und grinste schief. Nun. Immerhin war dies kein Traum. Hoffte er. Aber während des Genjutsus hatten sie gedacht, es könnte einer sein. Zumindest so etwas in der Art. Also war das ein gutes Zeichen! Auch das hoffte er. Ganz sicher konnte er sich da nicht sein.
Diese Frage – geträumt oder nicht geträumt? – machte ihn fertig, wie er feststellen durfte. Sein Inneres zog sich zusammen und vor seinem inneren Auge spielte sich die Szene nach dem Erwachen ab. Wie er sie einfach davongejagt hatte. Eine plötzliche Sehnsucht überkam ihn, sodass er erneut die Augen öffnete und sie ansah. Aber das Thema wechselte sich ja Gott sei Dank. So, wie man es bei ihnen schon gewohnt war.
»Ich muss schrecklich gewesen sein. Will ich überhaupt wissen, was ich angestellt habe?«, fragte Len nach und wusste nicht, ob er lachen, oder weinen sollte. Er entschied sich dafür, einfach gar nichts von Beidem zu tun, sondern lieber einen Gedanken daran zu verschwenden, wie er sich bei seinem Kuchiyose entschuldigen konnte. Zwar verstand das Tier ihn meistens, aber solche Sachverhalte zu erklären... War sicherlich nicht einfach.
Erneut verfiel er in ein tiefes Schweigen, während er ihrer Erläuterung lauschte. »Du tust mir Leid«, sagte er totenernst, »dir muss etwas Schreckliches widerfahren sein, dass du in diesen Sumpf abgerutscht bist. Etwas Höllisches – sonst könnte ich mir nicht erklären, wie solch eine fabelhafte Frau wie du einen solchen Fehler begehen könnte.« Kompliment und Beleidigung in einem Satz. Er war so ein Könner.
Len musste beim nächsten Blitz feststellen, dass die Kopfschmerztablette noch nicht wirkte und erneut krampfte er sich zusammen. Zum Teufel mit dieser Frau, sagte er sich und schwor ewige Seelenfehde. Auf jeden Fall musste er sich irgendwie rächen, wenn auch weniger gefährlich. Irgendwann.
»Vier Uhr? Ich hab seit fast einem Tag nichts gegessen, und das, was ich gegessen hatte, versauert in der Kanalisation von diesem krüppeligen Bergdorf«, grummelte er, bevor ihm etwas einfiel. »Kumogakure? Ehrlich? Wie hast du mich bekifften Trottel unbemerkt hierherbekommen? Okay, außer mit Rinto. Und wow, ich konnte trotz völliger Versunkenheit in einem Delirium das Kuchiyose anwenden. Ich bin beeindruckt.« Hätte er sich nämlich nicht zugetraut. »Aber Frage: Warum klinge ich, als hätte ich drei Tage Heavy Metal Konzert mitgegröhlt?« Seine Stimme war echt nicht zauberhaft und wenn er ehrlich war, dann fiel es ihm auch unheimlich schwer, laut und deutlich zu reden. Ganz zu Schweigen von dem unangenehmen Kratzen. Aber nun ja, der Kopfschmerz überwiegte nun einmal.
Auf ihre Erwiderung lächelte er nur noch breiter. »Ich liebe dich.« Musste ja auch mal wieder gesagt werden.
Aus dem Augenwinkel sah Len zu, wie sie sich hinlegte. So nah und doch so fern. Wieder diese aufkeimende Sehnsucht und die ungeklärte Frage, warum sie ihn nicht berührte. Wollte sie nicht? Er schloss die Augen für einen Moment und konnte sich keinen wirklichen Grund denken. Als Len für sich keinen Grund erkennen konnte, es nicht zu tun, legte er sich auf die Seite, stützte sich mit einem Ellbogen ab und lehnte das Kinn auf die Hand. Die andere Hand streckte er nach ihr aus und berührte sie sanft am Arm.
»Herrlich«, murmelte er und schmunzelte. »Das wäre die erste Nacht – pardon, der erste Tag – an dem du in meinem Arm einschlafen könntest...«
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   So 07 Aug 2011, 09:31

Sie zog ihre Brauen für einen Moment zusammen. Was meinte er denn nun damit? Irgendwie verstand sie es nicht. Wobei es ja wohl so was wie ein Witz sein sollte, da er ja schief grinste. Hoffte sie zumindest. Sonst würde sie es wirklich nicht verstehen und es wäre glatt armselig.
Zum Glück schien er ihr aber zu glauben, dass sie glaubte, dass es kein Traum war. Das letzte Mal war es ja mehr umgekehrt. Da war er so überzeugt von der Realität – sie nicht. Da war es einfach alles so schön für sie beide…. so perfekt – auch wenn sie dort körperliche Schmerzen gehabt hatten. Aber dieses Mal war es anders… hatten sie doch eher seelische Schmerzen. Zumindest tat es ihr in der Seele weh, wenn sie ihn so leidend sah, wo er doch gar nicht ganz genau wusste wieso und warum. Er mit dem Schmerz dieser Droge nicht klar zu kommen schien. Gut, er musste auch körperliche Schmerzen haben von dem Sturz und sie... sie spürte, dass ihr Chakrahaushalt immer noch nicht ganz aufgefüllt war. Es hat einfach recht lange gedauert, bis sie es wieder auflösen hat können und sie war alles nicht mehr gewohnt gewesen.
„Sag du es mir, ob du es wissen willst. Ich will dich ja nicht schocken.“ Da musste die Utsukushi dann doch etwas grinsen. Wahrscheinlich würde es wirkliche in Schock für ihn sein. Oder er würde sich einfach in Grund und Boden schämen. Am liebsten ins nächste Rattenloch verkriechen.
Dann hob sie aber fragend den Kopf. Jetzt tat sie ihm auf einmal leid? Dabei war es doch er, dem es gerade schlecht ging. Umso mehr fehlten ihr die Worte, als er ihr erklärte wieso und warum. „Es passieren nun mal immer wieder ganz unvorhergesehene Dinge. Schlechte…. aber auch Gute – sonst hätte ich dich nu nicht bei mir. Und jeder Mensch hat im Lauf seines Lebens seine eigene Art und Weise entwickelt, wie er über etwas hinwegkommt.“ Das war das Beste, was ihr einfiel zu antworten und entsprach auch der Wahrheit. Wieder zuckte er zusammen, als ein greller Blitz aufleuchtete. Konnte das Gewitter nicht endlich mal weiterziehen? Es reichte doch schon, dass es dunkel war und Regen in großen Tropfen auf die Erde nieder prasselte.
„Stimmt, hast du Hunger? Ich könnte dir sonst etwas besorgen“ Auch wenn sie gerade lieber einfach nur bei ihm liegen würde. Bei seinen Worten musste sie doch kurz auflachen. War ja auch recht eigenartig diese Zusammenstellung. Len als bekiffter Trottel. Yoko atmete kurz durch. Also würde sie ihm doch erzählen, was wohl mehr los war. „Du hast die Stunden fast durchgehend gelacht und gegen den Wind etwas angeschrien. Kein Wunder also, dass dir der Hals nun wehtut. Und ich habe dir etwas versprochen. Schokoladeneis und einen Kuss, wenn du solange still bleibst, bis wir von Rinto absteigen. Ich hab uns nämlich unsichtbar gemacht und er hat uns noch das Stück durch Kumo getragen. Schien nicht unbedingt begeistert davon gewesen zu sein, dass er mit meinem Chakra eingehüllt war.“ Sie grinste ein wenig. Der Tiger schien aber wrklich richtig verwirrt gewesen zu sein. „Aber es war eine gute Übung… ich hab schon ewig nicht mehr jemand anderen unsichtbar gemacht.“
Seine Worte lösten wieder ein wunderschön angenehmes Kribbeln aus, das sich langsam in ihrem Körper breit machte und ihn schließlich gänzlich durchflutete. Drei einfache Worte mit einer solchen Wirkung. Es war ihr immer noch neu, doch fand sie es unheimlich schön und wollte es nie mehr in ihrem Leben missen.
Sie sah zu Len, wie er sich zu ihr drehte und sie sanft berührte. Also würden Berührungen vielleicht doch gehen – vielleicht zeigte die Tablette ja schon ein bisschen Wirkung.. Mit geschlossenen Augen lauschte sie seinen Worten. Lächelte ebenfalls breit und sah ihn wieder direkt an. „Und wieder einmal hast du recht.“ Sie beugte sich zu ihm vor und hielt kurz vor seinen Lippen an. „Ich liebe dich auch.“ Wieder wurden ihre Augen geschlossen und sie legte ihre Lippen sanft auf seine, für einen kurzen Kuss, ehe sie es noch einmal sagen musste. „Ich liebe dich über alles, Len.“ Ihr wurde schmerzlich klar, dass sie ihn wirklich vermisst hatte und das obwohl er doch eigentlich die ganze Zeit da war. Zumindest sein Körper – aber sie hatte sich ja in ihn als Person verliebt. In das, was ihn sonst auszeichnete.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   So 07 Aug 2011, 16:07

Fast musste Len wirklich wieder lachen, aber eben nur fast. Er wollte seine Stimme schonen, nicht, dass er am Ende keinen einzigen Ton mehr herausbekam. Deswegen blieb es bei einem Schmunzeln und er kommentierte: »Nun, klingt ganz so, als wäre es ein schwerer Fehler, wissen zu wollen, was denn alles passiert ist.« Was keine wirkliche Antwort war, aber immerhin hatte er etwas gesagt. Denn wirklich entscheiden konnte er sich nicht. Eine Zeit lang überlegte er, was er wohl tun würde, wenn er wirklich unter Drogeneinfluss stand, aber er konnte sich keinen Reim darauf machen. Immerhin hatte er es bewusst noch nicht miterlebt. Wie gesagt – bewusst.
Geduldig hörte er sich an, was für eine Antwort oder Erklärung sie denn parat hatte, und nickte dann einfach. Was sollte er schon groß sagen? Er konnte ihr keinen Vorwurf machen. Er war mit seinem Kummer so umgegangen, dass er spontan sein Dorf verriet und hinterrücks zehn Menschen ermordete. In der Not tat man nun einmal Dinge, verblendet, wie man von seinen Gefühlen in diesem Moment nun einmal war. Und irgendwo hatte sie ja auch wirklich Recht.
»Klar, habe ich Hunger. Aber ich warne dich davor, zu gehen.« Er schaffte es, trotz pochendem Kopfschmerz, ein ehrliches Lächeln zu zaubern. Und mein Gott, er hatte schon öfters weniger gegessen. Als Nukenin musste man eben Abstriche machen.
Gespielt vorwurfsvoll sah Len sie an. »Das ist nicht witzig!«, klagte er, fügte dann aber an: »Okay, vielleicht doch ein wenig.«
Aber wenn er darüber nachdachte... Eigentlich war es nur armselig. So viel zu seiner Beherrschung, auf die er sonst recht stolz war. Wie konnte man den ganzen Tag lachen? Und das ohne Grund? Er konnte sich kaum vorstellen, dass er so einen Unsinn veranstaltet hatte.
»Rinto kommt damit klar, ist ja immerhin ein Kuchiyose-Geist, die sind abgehärtet. Aber sag mal, war ich denn still?« Wenn, dann musste er stolz auf sein bekifftes Ich sein. Denn dann bekäme er die Belohnung für Dinge, für die er gar nichts konnte. Man konnte eben allem etwas Positives abgewinnen.
Nachdenklich sagte Len dann noch: »Wenn du Zeit und Lust hast, kannst du das ja jetzt immer üben. Ich bin ein fabelhaftes Beispiel für 'jemand anderen'. Findest du nicht?« Er war schon jämmerlich, aber zumindest innerlich fand er seinen dummen, flachen Scherz überragend toll.
Und ah, was einfache Gesten alles in einem Menschen auslösen konnten! Im Prinzip waren es ja eigentlich nur chemische Prozesse, wie Durst, wenn der Salzgehalt im Körper zu hoch war. Aber Liebe – Liebe war dann doch noch eine ganz andere Liga. Und er war so froh, damals in Iwagakure in sie hineingerannt zu sein. Ihr Lächeln jedenfalls, das ließ sein Herz höher schlagen und er freute sich darüber, sie zumindest etwas glücklich gemacht zu haben.
Fast schon automatisch schloss Len die Augen, als er merkte, dass sie ihn küssen wollte und hielt dann den Atem an, da Yoko noch etwas sagte. Unheimlich, wie er reagierte, wie sein Körper reagierte – schwerelos. Hoffentlich keine Nachwirkung der Droge. Die Worte waren zu schön, und sie hatte Recht. Der Zauber blieb erhalten, wenn man sie nur für den rechten Moment aufsparte. Allerdings musste er sie tadelnd ansehen, schließlich war der Kuss viel zu kurz für seinen Geschmack. »Weiß ich...«, flüsterte Len und lächelte. »Und solange ich dich habe... solange kann ich auch getrost darauf verzichten, Rin zu suchen.« Das war übrigens das größte Kompliment, was eine Person wie er aussprechen konnte.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   So 07 Aug 2011, 16:45

„Vielleicht ist es das auch wirklich.“, witzelte sie weiter. Für manche würde es wohl wirklich schrecklich sein, wenn sie erfuhren, was sie in solchen Momenten alles anstellten. Für sie… nicht mehr. Sie kannte sich schon zu gut, was sie da alles machte. Auch wenn es auch recht armselig wieder sein musste. Vielleicht sollte sie wirklich weiterhin alles daran zu setzen keine Drogen mehr zu nehmen. Außer Alkohol… und Zigaretten! Die brauchte sie einfach. Waren so wichtig für ihren Körper, wie die Luft zum Atmen. Wahrscheinlich sogar wichtiger, wenn sie so darüber nachdachte. Wobei am Wichtigsten ja wieder Len war! Aber das wusste er ja, dass er vor ihrem Körper in ihrer Liste stand. Sonst hätte sie sich kaum die Schlucht runterfallen lassen, um ihn so zu retten. Bei seinem Glück, oder besser gesagt Pech, wäre er mit dem Kopf gegen den Stein und nicht wie sie mit der Wade – halt! Sie dachte ja schon wieder über diesen dummen Sturz nach. Doch etwas angefressen über sich selbst nagte sie auf ihrer Unterlippe rum.
Aber Das Thema wechselte ja – Gott sei Dank. Es ging ums Essen. Oder eher, darum, dass er was wollte aber nicht wollte, dass sie ging. Zwickmühle. Sie konnte ihn ja mit in die Küche tragen. Obwohl… nein… es lag sich doch gerade so schön neben ihm! Das wollte sie nun nicht zerstören. Außerdem wollte sie zu dem Zeitpunkt ihn noch nicht berühren. Nicht an einer Migräne die Schuld haben. Also nickte sie einfach nur. Nicken war immer gut! „Dann bleibe ich bei dir.“, fügte sie noch bei. So stumm wie sie gerade war… Nicht, dass er noch wieder meinte, er hätte was falsch gemacht. Ach sie war gerade so glücklich, dass er wieder da war! Sie konnte es sich nicht oft genug sagen. Außerdem lächelte er sie an. Mit diesem ganz bestimmten Lächeln lächelte er sie an. Das Lächeln, das ihr Herz so unglaublich höher schlagen ließ, dass sie zu befreien schien. Also konnte sie einfach nicht anders als zurückzulächeln.
„Ich lache doch immer nur, wenn etwas witzig ist. Im Gegensatz zu dir.“,
nickte sie ihm auf sein stundenlanges Dauerlachen hin, an das er sich aber nicht mehr erinnern konnte…
Wieder stimmte sie mit einem Nicken zu. „Und du hast dich ja wieder recht normal von ihm verabschiedet. Dann wird das schon in Ordnung gehen für ihn. Und… ja, warst du. Aber das Eis kann ich dir erst geben, wenn ich gehen darf.“ Ihre Mundwinkel zuckten zu einem Grinsen nach oben. Spielte sie auf seine Worte von vorhin an.
Fragend blickte sie ihn an. „Ach so? Aber du magst die Fähigkeit doch gar nicht und außerdem… du bist nicht einfach jemand anderes. Du bist Len. Mein Len Sanada.“, antwortete sie ihm fast schon empört. Er war ihr doch so unheimlich wichtig…
Mit den folgenden Worten von ihm hätte sie wirklich nicht gerechnet. Wie konnte er das nur sagen? Natürlich… freute sie das irgendwo. War sie dann doch wichtiger als seine Schwester, aber… aber… „Du darfst so etwas nicht sagen… wir… wir werden sie finden. Ganz sicher. Aber… und…“ Sie konnte gerade nicht richtig denken, geschweige denn etwas richtiges sagen. „Danke.“, ein einfaches kurzes Wort, aber das war wohl auch das, was ihr gerade hauptsächlich durch den Kopf ging. Sie rutschte das Stückchen noch ganz zu ihm und schob ihren Arm unter den seinem durch, um ihm zu umarmen. Ihn an sich zu drücken. Sich an ihn zu drücken.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   So 07 Aug 2011, 17:06

Er grinste gezwungen. »Du machst mir nicht gerade Mut.« Denn sein Verständnis für 'Vielleicht' war ja immer noch ein anderes, als bei normalen Menschen. Er assoziierte meistens 'Ja' damit. Nur eben bei Dingen, wo man nicht einfach frei heraus mit 'Ja' antworten wollte. Ein wenig verdreht war er ja schon immer gewesen.
Eine ganze Weile wurde geschwiegen und er schloss die Augen, hielt sich eine Hand an die Stirn. Dann wurden die Kopfschmerzen immer etwas erträglicher, wusste er auch nicht, warum. Auf jeden Fall öffnete er die Augen erst wieder, als es ihm besser ging – vielleicht Yokos kleines Tablettchen? – und sie wieder etwas miteinander redeten.
»Das will ich aber gesagt haben«, meinte er amüsiert und zwinkerte ihr zu. Es wäre aber auch schrecklich gewesen, wäre sie jetzt aufgestanden. Er fühlte sich gerade so unbeschwert, fast wie in seiner Kindheit, bevor er in ein Leben gezwungen wurde, das er eigentlich nicht leben wollte. Aber hey! Wirklich alles hatte etwas Positives. Wäre er bei seinen Eltern aufgewachsen, dann hätte er Yoko vermutlich niemals getroffen – ein herber Verlust.
»Ah... Schadenfreude, hm?«, sagte Len daraufhin. Nun ja, wenn er ehrlich war, hätte er über ähnliche Fälle wahrscheinlich ebenfalls gelacht. Aber jetzt war er eben das 'Opfer' und so viel Selbstironie konnte er eben nicht aufbringen.
Nachdenklich sah er an die Decke und überlegte angestrengt, doch konnte er sich nicht erinnern. »Ah, okay... Und ich bin schon darüber verzweifelt, tausende von Scheinen blättern zu müssen, um ihm einen Hai kaufen zu können«, scherzte er halbherzig und sein Blick schwenkte wieder zu ihr herüber. »Und erneut bin ich stolz auf mich... Aber das Eis kann warten. Bis morgen sogar.« Wenn sie sowieso etwas essen mussten, dann könnte er auch sein Schokoeis bekommen. Was andere Belohnungen anging, da war Len weitaus ungeduldiger. Aber er musste ja nicht außerordentlich lange auf den Kuss warten.
»Tz, du musstest mich zugedröhnt ertragen, da werde ich ja wohl vertragen, dass du uns unsichtbar machst«, gab er gespielt beleidigt zurück, bevor er erneut zu lächeln begann. »Oh, du hast dir meinen Namen gemerkt.« Zwischenzeitlich hatte sie ihn ja vergessen gehabt und sogar Luigi hatte sie vergessen. Da war es ja fast schon eine Ehre, dass Yoko sich erinnerte. Außerdem hatte er Ähnliches mal gesagt.
Erst im Nachhinein fiel Len auf, was er eigentlich gesagt hatte – aber es entsprach nur der Wahrheit. Familie, schön und gut. Zwillingsschwester, fabelhaft. Er hatte vierzehn Jahre ohne sie gekonnt, aber er würde keinen Tag ohne Yoko überleben, dessen war er sich in seiner blinden Verliebtheit ganz sicher.
»Komm, schweig einfach und nimm es hin«, sagte Len grinsend und nahm eine ihrer Hände, um einen Kuss auf den Handrücken zu hauchen. »Rin ist meine Prinzessin, ja, aber du bist doch meine Königin.« Er ließ sie wieder los und kurz darauf war er so zufrieden, wie nie zuvor.
Einfach so mit ihr hier zu liegen, Arm in Arm, schweigend, voller Ruhe – das erfüllte ihn mit purem Glück. Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn und zog dann die Decke bis zu ihren Schultern hoch. Ach und gähnte.
»Das macht mich alles so schläfrig... Darf ich schlafen? Nur ein bisschen, bald bin ich wieder voll für dich da, versprochen...«, murmelte er und hatte bereits die Augen geschlossen.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   So 07 Aug 2011, 17:45

Yoko zuckte mit den Schultern. „Gut möglich. Aber man muss es schon von selbst wollen. Also, dass man es erfährt. Da lernt man immer eine… andere Seite von sich selbst kennen.“ Sie grinste nun doch wieder etwas. Letztendlich hat sie ihm ja doch gesagt, was er so gemacht hatte. So… ungefähr. Einen kleinen Teil. Aber das reichte auch, dass er wohl nicht so darüber erfreut zu sein schien. Sinnloses Lachen... aber irgendwo war lachen doch immer befreiend. Selbst, wenn es noch so sinnlos war. Zumindest schien er selbst auch richtig frei zu sein. So ein Verstand fesselte einen einfach immer auf dem Boden der Tatsachen.
„Was? Nein. Keine Schadenfreude. Ich glaube, da verstehst du was falsch. Ich fand einfach die Zusammenstellung recht amüsant. Ausgerechnet du als bekiffter Trottel. Ich hab es zwar gesehen, aber es so von dir selbst zu hören… das ist dann doch etwas anderes.“
Es war eher ein Versuch der Beschwichtigung und Schadenfreude… empfand sie wirklich keine. Oder fast keine. Immerhin litt er ja und sie liebte ihn, da hatte sie eher Mitleid mit ihm.
Sie schwieg kurz, bis ihr das richtige einfiel. „Oder einfach ein Wollknäul. Ist doch schlussendlich auch eine Katze… selbst wenn er groß ist.“ Die Katze, die Taikis Familie hatte, stand ja derbe auf so Wollknäule. Sie selbst besaß noch nie ein eigenes Haustier. „Ich wünsche mir eine Katze.“, sprach sie den Gedanken laut aus. Blinzelte über sich selbst etwas verwirrt. „…Vergiss, was ich gerade gesagt habe.“, bat sie ihn und nickte. „Gut, dann sehe ich morgen zu, dass ich ein Eis auftreibe.“
Sie dachte über seine Worte kurz nach. „Hm… schon. Aber zu oft werde ich es nicht machen. Einfach aus dem Grund nicht, weil es recht chakraaufwändig ist, weißt du? Und ich brauch doch welches, wenn ich dich beschützen muss. Da fällt mir auf, dass wir noch einen Hut für dich suchen müssen.“ War das Thema beschützen ja in dem Zusammenhang entstanden, wenn sie sich auf seinen Schoß setzte und er diese bestimmte Kleidung anhatte.
Die Utsukushi lächelte schief. Also schwieg sie nun einfach, wenn er es so wollte und nickte abermals. Sie war seine Königin! Gut… das war Kitsch pur, aber trotzdem so unglaublich süß und charmant. Wobei wohl jedes Wort von ihm so für sie klang. Süß, charmant, bezaubernd, verzaubernd und ihren Atem raubend.
In der Position fiel ihr auf, dass sie wohl das erste Mal so richtig zusammen lagen – und kaum etwas anhatten. Er hatte noch immer nur seine Shorts an. Sie wohl ein viel zu kurzes dunkelrotes Nachthemd mit Spaghettiträgern. Aber es war schön so. So sollten sie noch eine Weile bleiben. Und auch er schien so zu empfinden. „Ist gut. Schlaf dich ruhig aus.“, antwortete sie ihm in einem leisen Ton und gab ihm noch ein Küsschen auf die Wange. Sie selbst spürte auch schon wieder langsam die Müdigkeit in ihr aufsteigen – dabei sah sie doch gar nicht Fern. Er war so… warm. Unglaublich warm und sie fand immer noch, dass er eben doch einen starken Körper besaß. Einen, an den sie sich anlehnen konnte.
Ein wenig betrachtete sie ihn noch, wie er anscheinend langsam einschlief, ehe sie selbst auch die Augen schlos.
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BeitragThema: Re: Hotel 'Edelweiss'   So 07 Aug 2011, 18:10

In einem winselnden Tonfall gab Len von sich: »Schlimm genug, dass ich Zwilling bin und deswegen eine andere Version von mir in der Weltgeschichte herumlaufen hab – muss ich da wirklich noch eine andere Seite von mir kennenlernen?« Tatsächlich war der Gedanke kaum zu ertragen, dass er wohlmöglich den kompletten Schwachsinn angestellt hatte. Und vor allem – warum taten ihm Ellbogen und Nase weh? Jetzt, wo der Kopfschmerz nämlich wich, machte sich alles andere wieder breit. So auch seine Verspannungen... Aber jetzt würde er ja gut schlafen können, von daher sollte sich das Problem in Luft auflösen.
»Ich bin eben erstaunlich ehrlich«, kommentierte er nur mürrisch. Er achtete nie sonderlich darauf, was er eigentlich selbst sagte, es formulierte sich quasi von selbst. [Ahahaha...] Deswegen kamen auch öfters Formulierungen wie 'bekiffter Trottel' heraus, ohne, dass er es wirklich ernst nahm.
In einem tröstlichen Ton sagte er: »Ach, ich leide doch nicht, mach dir keinen Kopf« und strich ihr lächelnd über den Arm. Und ja. Er hatte mal wieder auf ihre Gedanken reagiert. Aber wenn man nun einmal an der Quelle saß und Missverständnisse aus der Welt räumen konnte... Warum nicht? So oft hatte er es sich selbst geschworen und ihr gesagt – aber naja, er hielt sich ja sowieso nicht dran.
»Was für ein riesiges Wollknäuel soll das dann bitte sein?«, fragte Len und musste dann doch wieder lachen, auch wenn es in einem Husten und einem beleidigten Gesichtsausdruck ausbrandete. Sein bekifftes Ich war eben doch nicht nur praktisch.
»Eine Ka-?«, aber er konnte nicht ausreden. »Sicher nicht!«, rief er dann und schüttelte den Kopf. »Das ist wenigstens mal ein ordentlicher Wunsch, den ich dir erfüllen kann.« Ganz im Gegensatz zu der Sache mit dem Zum-Weinen-bringen. Da war er mehr als unbegabt drin.
Das mit dem Eis hatte er in seinem inneren Zusammenbruch über seine eigene Missexistenz fast schon vergessen und winkte einfach ab.
»Klar, kann ich mir denken. Aber hey, wenn du es geübt und es drauf hast, dann kannst du uns einfach unsichtbar machen und wir rennen weg. Zwar nicht die edelste Art und Weise einen Kampf zu beenden, aber dann kann uns doch nichts passieren, nicht? Außerdem ist das ein Erbe deiner Familie. Halt es in Ehren.«
Vielleicht sollte er sich mal selbst zuhören – er selbst hasste das Kekkei-Genkai seiner Familie und wollte es so wenig einsetzen, wie es ihm möglich war und sagte dann solche Sachen? Manchmal verstand Len sich selbst nicht.
»Wir finden schon einen geeigneten Hut für mich.«
Und Yoko schwieg sogar. Also nahm sie es hin. Gute Sache. Sie sollte verstehen, wie wichtig sie für ihn war und das war ein Zeichen für ihn, dass es halbwegs klappte. Er schenkte ihr ein weiteres Lächeln, bevor er dann aber auch schon die Augen schloss und »Oyasumi nasai« murmelte. Ein paar Gedankenfetzen, die sein Ego wieder aufbauten und dann war er aber auch schon weggedämmert. Wenn man wunschlos glücklich war, schlief man eben gut.
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Hotel 'Edelweiss'
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