Yorashi - Der Abendsturm


 
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Die drei Schatten
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 Bergdorf

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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 20:30

Yoko erwiderte nichts mehr auf die Worte dieser Frau. Die konnte einem glatt Angst machen. Nur gut, dass sie selbst wieder super laufen konnte. Sie schrieb sich auf ihre imaginäre Liste, dass sie gute Nüsse kaufen würde. Als Belohnung mal wieder.
Oben angelangt und mit dem Ausweis in der Hand, sah sie dann zu Len, der sich nun neben sie setzte. „Irgendwann müssen wir doch anfangen die Liste abzuarbeiten, nicht wahr?“ Sie lächelte leicht und legte ihm den Ausweis auf den Schoß. „Die Leute in dem Dorf sind recht gruselig… was meinst du wie lange wir hier noch bleiben?“ Sie blickte ihn fast schon gequält an. Was natürlich die unausgesprochene Frage war, wann sie von hier abhauten, da sie nicht länger bleiben wollte. Aber erst sollte man sich wohl informieren, wo man denn lang musste um nach Kumo zu gelangen. Oder zumindest in eine größere, normalere, Stadt. Zurzeit kamen sie ja nur in komische Orte. Stadt der Verdammten, Dorf der Vergessenen – was kam als nächstes? Siedlung der Verlorenen? Sie wollte es lieber gar nicht wissen. Sie schüttelte die Gedanken mit einem Kopfschütteln ab und nahm sich eine Tablettenpackung zur Hand, die ihr ebenfalls in die Hände gefallen war. Sie war sich nicht ganz sicher, ob sie noch geschützt war, da sie ja so lang im Genjutsu gefangen war. Aber darauf anlegen würde sie es garantiert nicht. Also drückte sie sich ein Pillchen raus und schluckte sie runter. Trank etwas Wasser aus ihrer Flasche nach. Sie musste unbedingt wieder alles ordnen. War ja schlimmer, als wenn man ein Zimmer besaß und dann aufräumen musste.
Nun sah sie auch wieder zu Len, was er denn zu ihrem Ausweis sagte. Wenn es zu so einem Ding überhaupt etwas zu sagen gab. Erst jetzt fiel ihr auf, dass er wieder offene Haare hatte. Dann konnte sie es sich sparen ihn auf den Haargummi hinzuweisen.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 20:40

»Also wirklich 'Bei Gelegenheit'«, stellte Len unnötigerweise fest, nahm den Wisch in beide Hände, den sie ihm so freimütig überlassen hatte und ließ sich hintenüber auf den Rücken fallen. Hielt es relativ weit von sich und schloss ein Auge. Ja, so konnte er herrlich gut Sachen lesen. In seiner Kindheit hatte man ihn dafür nur belächelt. Ja. Leute lachen. Und dann sind sie tot. So war das Leben. Nur er hatte überlebt. Vielleicht lag es ja an seiner eigentümlichen Art und Weise, entspannt etwas zu lesen.
Nun ja, auf jeden Fall hielt er es nun gut eine Armlänge von sich entfernt und kippte das Papierchen manchmal an, um Lichtreflexion auf der Hülle zu verschieben. Schließlich: »Wenn wir den Juli nicht mehr dazu zählen, könnten wir es mit den sieben Monaten noch bis zu deinem Geburtstag schaffen.« Was für eine nüchternde Feststellung. Vor allem, weil es ein so viel interessanteres Detail auf dem Ausweis gab.
Na, wer errät es? Richtig. Das Foto. Eine ungefähr siebzehnjährige Yoko – mit ewig langen Haaren. Man sah ihr ja kaum an, was für eine launische, gefährliche Frau sie war. Fast schon niedlich. Mit einem Grinsen sagte er: »Der zwölfjährige Len hätte sich sicher Hals über Kopf in dich verschossen, hätte er dich jemals gesehen.« Er konnte sich aber nicht erinnern, dass er ihr jemals in Kirigakure über den Weg gelaufen war. Sowieso schlichtweg unmöglich, wenn man den ganzen Tag trainierte oder eingesperrt in diesem ... was auch immer es gewesen war, gehockt hatte.
Er las sich noch alles durch, was es so auf diesem Ausweis zu lesen gab – bei dem Wort Jonin fühlte er sich merkwürdig mickrig – und hielt ihr den Wisch schließlich wieder hin, verschränkte die Arme hinter dem Kopf.
»Meinst du, du schaffst den ganzen Text auswendig zu lernen, bis Miki zum Abendbrot schreit? Oder hatten wir noch Dinge auf der Liste, die nicht so lange dauern? Deine Lüge zum Beispiel?«
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 21:02

„Warte, da gibt’s doch so einen Spruch. Was du nicht verschieben musst auf morgen, besorge noch heute. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall wäre zumindest etwas abgehakt.“, meinte sie noch einmal und sah ihm zu, wie er sich auf den Rücken legte und in einer etwas komischen Position den Wisch las.
„So? Dann würden aber wichtige Momente gestrichen werden. Wie das erste Ich liebe dich das wir uns gesagt hatten. Da verzichte ich lieber auf den Geburtstag. Außerdem bin ich eh der Überzeugung, dass es nicht nur sieben Monate anhält.“,
musste ja auch mal gesagt werden. Nicht, dass sie wirklich noch glaubten, dass sie sich nach sieben Monaten trennen mussten.
„Ach, und der siebzehnjährige Len etwa nicht? Muss ich mir Sorgen machen?“, scherzte sie. Denn immerhin war er ja in sie verschossen. Oder genauergesagt verliebt, was ihr doch besser gefiel, als nur ein verschossen sein. Zwar war sie damals zwei Mal in Kirigakure gewesen, wegen Missionen, aber ihr war nie ein Len aufgefallen. Wobei sie wohl nicht wirklich auf einen zwölfjährigen geachtet hätte. Außer… er sah ja damals wohl auch seiner Schwester ähnlich. Vielleicht… nein, sie bezweifelte es, dass sie ihn schon mal vorher gesehen hatte. Dort gab es auch viel zu viele Menschen. Zwar waren sie arm, aber sie waren da.
Sie nahm den Ausweis wieder an sich, steckte ihn zurück in die Kiste und verschloss sie.
„Ach, du willst noch mehr Sachen hinter dich bringen?“, stellte sie fest und krabbelte auf ihn, bis ihr Kopf auf seiner Brust lag und sie die Augen schloss. „Die Lüge, huh? Du weißt gar nicht wie schwer es ist diese wirklich laut auszusprechen…“, meinte sie leise und atmete tief durch. „Die Lüge war, dass alles gelogen war. Ich hatte mir erhofft, dass du mich so vielleicht hassen würdest… nicht nach springen würdest, was du Gott sei Dank eh nicht getan hast.“ Ihre Stimme nahm einen traurigen Klang an. Wenn sie es sich vorstellte ihm zu sagen, dass alles gelogen war. Dass sie ihn nicht liebte und nur als Spielzeug angesehen hatte. Grausam. Vielleicht hätte es alles noch schlimmer gemacht, oder wie sie es sich erhofft hatte, dass er sie wirklich abgrundtief hassen würde. Darüber hinweggekommen wäre. „Es tut mir leid…“, fügte sie an und stützte sich mit beiden Händen nun vom Bett auf, um ihn ansehen zu können – er wollte das ja immer. Dem Gesprächspartner in die Augen sehen.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 22:40

Len lachte leise auf und korrigierte beiläufig, während er sich den Ausweis eben ansah: »Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Meine bevorzugte Weise lautet allerdings – Was du heute kannst besorgen, das verschiebe stets auf morgen. Aber gut.«
Einen Blick aus dem Augenwinkel warf er ihr zu, konzentrierte sich dann aber wieder völlig auf das Stück einlaminiertes Papier, das von Yokos früherer Existenz zeugte. Nett, nett. Irgendwo zwischen den hunderten von Identitäten sollte es seinen auch noch geben. Aber er wusste ja, wann er Geburtstag hatte... Auch wenn es nur daran lag, dass er nie Rins Geburtstag vergessen wollte. Rin... Was sie wohl gerade tut? Wenn er es wüsste, würde er sich wünschen, die Frage nie gestellt zu haben. Denn wie würde er wohl damit umgehen, dass seine geliebte, kleine Rinni plötzlich eine Mörderin war?
»Komm, deins kam eh erst später«, hielt Len grinsend dagegen und wurde schließlich den Wisch wieder los. Nun hatte er einen wunderbaren Ausblick auf die kreideweiße Decke. Warum verfolgte ihn die Farbe nur so? Er war unwillkürlich an das Krankenhaus erinnert. »Na dann. Können wir ja alles so lassen und uns auf deinen Geburtstag freuen, nicht? ... Was mir gerade auffällt. Als du zwanzig wurdest, war ich auch noch vierzehn. Im Prinzip also dasselbe Muster wie bei deiner ersten Romanze.« Was ihm nicht alles für unwichtige Fakten einfielen, wenn er nichts Besseres zu tun hatte, als an die Decke zu starren, von der er übrigens so langsam das Gefühl hatte, sie würde zurückstarren. Ja, manchmal war Len paranoid, aber was sollte er schon dagegen tun? Er war Nukenin, gesuchter Verbrecher, da musste man eben ein wenig die Angst erhalten, wenn man sein Leben liebte...
»Der siebzehnjährige Len würde die siebzehnjährige Yoko zwar nicht von der Bettkante stoßen, liebt aber die zweiundzwanzigjährige Version«, erwiderte er und fiel somit in ihren Scherz ein. Es war so unglaublich erleichternd, mal mit ihr spaßen und herumalbern zu können, ohne dass es nur darauf abzielte, sich gegenseitig im Innersten zu verletzen. Man musste sich an alles erst einmal gewöhnen...
»Wenn man schon mal dabei ist«, gab Len ungerührt zurück und ächzte kurz. »Was machst du denn - ?«, fragte er leise, machte aber keine Anstalten, sich irgendwie zu bewegen. Immerhin war sie ja kein Insekt, das er hasste und tot sehen wollte, sobald es nur seine Haut berührte – sondern Yoko, die Frau, die er um alles in der Welt berühren wollte. Und deswegen starrte er, mit weiterhin hinter dem Kopf verschränkten Armen, schmunzelnd an die Decke.
»Hm. Lügen ist für mich nie sonderlich schwer gewesen, aber fahr fort«, warf er ein und ließ sie dann auch tatsächlich ausreden. Schlagartig hatten sich seine Mundwinkel nach unten korrigiert und mehr nachdenklich musterte er die kleinen Unebenheiten in der Raufasertapete, die auch auf die Decke gekleistert worden war.
»Ich ... Oh je, ich weiß gar nicht wirklich, was ich sagen soll«, gab Len ehrlich zu und kaute nachdenklich auf einem Fitzelchen abstehender Haut seiner Unterlippe herum, wie es neuerdings zur Angewohnheit geworden war. Er hörte auch erst wieder auf, als es wehtat und begann dann von Neuem: »Erst... wollte ich wirklich nur so tun, als ob, damit ich dich zum Heulen bringen kann. Aber naja, es hat nicht außerordentlich gut geklappt. Mit dem Ergebnis, dass ich dich jetzt wirklich... wirklich... aus reinem Herzen liebe. Und... das hätte mich wohl ziemlich wütend gemacht. Ich hätte mit diesem Dorf angefangen. Und in Kumogakure hätte ich dann sicherlich mein Ende gefunden. Also ist es ehrlich gut, dass ich erst einmal in einer Schockstarre in die Knie gegangen bin, nicht?« Er begann erneut zu grinsen und sah ihr dann in die Augen – immerhin forderte sie es ja heraus.
»Keine Entschuldigung notwendig, ich hab's ja so gewollt. Apropos Willen. Küss mich, das tust du in letzter Zeit viel zu selten.«
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 07:05

„Ja, genau. War ja nah dran.“, erwiderte sie mit einem ebenso kurzen lachen. Sie waren es ja wohl beide gewohnt, dass Yoko es mit solchen Sprüchen nicht sonderlich drauf hatte. „Trotzdem ist es besser die Sachen so schnell wie möglich hinter sich zu bekommen. Wer weiß schon was der morgige Tag wieder für Überraschungen mit sich bringen wird.“ Womit sie wieder recht hatte. Als Nuke war die Wahrscheinlichkeit den kommenden Tag nicht mehr zu leben höher, als bei einem normalen Bürger, der unter dem Schutz eines Dorfes stand.
„Ach, so viel später auch wieder nicht. Nicht mal vierundzwanzig Stunden später!“,
protestierte sie und versuchte sich an das zeitliche Geschehen zu erinnern. Er hatte es an einem Nachmittag gesagt, sie selbst am nächstkommenden Morgen.
„Genau! Wann auch immer der sein mag.“
Sie grinste breit und legt den Kopf schräg. Wusste sie im ersten Moment nicht, was er mit ihrer ersten Romanze meinte. „Ah, ach so. Wenn man davon absieht, dass die Rollen vertauscht sind, ja. Eigentlich schade, dass wir uns nicht schon etwas früher begegnet sind, findest du nicht auch?“, stellte sie fast schon betrübt fest. Wenn sie so nachdachte, dass ihre gemeinsame Reise schon viel länger hätte andauern können, fand sie es wirklich traurig. Vielleicht hätte sie öfters in das Reich des Wassers reisen sollen.
Auf seine Antwort hin grinste sie. Die Worte waren an sich ja auch gut gewählt – so wie sie es von ihrem Liebsten kannte. Wenn sie so darüber nachdachte, war Len wirklich reif für sein Alter. Sie hatte zu dem Zeitpunkt noch ganz andere Sachen im Kopf. Er war so… gesittet, das komplette Gegenteil also von ihr. Auch wenn sie inzwischen anständig sein konnte, wenn sie wollte. So wie heute, wo sie sich sogar recht ansehnlich für die normale Gesellschaft angezogen hatte.
„Es mir auf dir gemütlich machen.“, antwortete sie unbekümmert, schmunzelte aber, was er wohl nicht unbedingt sehen konnte. „Außerdem meintest du selbst, ich sei ein Fliegengewicht.“, erinnerte sie ihn. Hatte er das ja schon ein paar Mal betont.
Danach beichtete sie ihm auch schon das, was sie sagen wollte, als ihre vermeintlich letzten Sekunden geschlagen hatten. „Dann sag lieber gar nichts…“, meinte sie auf seinen Anfang hin. Sie selbst wüsste wohl auch nichts darauf zu antworten. Wobei er dann doch wieder die Worte fand, wie fast immer eigentlich.
Ihr Herz zog sich schmerzlich zusammen. Er hätte ihretwegen gemordet? Sie konnte sich das so gar nicht vorstellen… er war doch im Prinzip gegen morden. Dann noch dazu wäre er in Kumo geendet. An so etwas hatte sie wirklich nicht gedacht, weshalb sie schluckte. „Weißt du eigentlich, wieso ich wollte, dass du mich zum Weinen bringst?“, fragte sie schließlich, denn wenn sie sich richtig erinnerte, hatte sie ihm nie einen Grund geliefert. Wobei sich dieser inzwischen auch geändert hatte. „Und ja, es war wirklich ehrlich ganz gut, dass deine Knie nachgegeben haben." Wer wusste schon, ob er diesen Sturz auch so gut überstanden hätte.
Das nächste Thema gefiel ihr da wieder sehr viel besser, so zuckten auch ihre Mundwinkel merklich in die Höhe. „Wie Sie wünschen, mein Herr und Gebieter.“, säuselte sie und beugte sich zu seinem Hals runter. Übersäte ihn mit zarten Schmetterlingsküsse, stellte wieder fest, wie sehr sie ihn doch liebte und widmete sich dann oberen Regionen. Küsste ihm die Nasenspitze, die Wange und dann erst seine unbeschreiblichen Lippen.
Es musste optisch wohl dem ersten Kuss gleichen, den sie ihm gegeben hatte, nachdem sie ihn als Mädchenküsser bezeichnet hatte. Nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass sie etwas in sich spürte. Wie eine lodernde Flamme machte sich dieses Glücksgefühl in ihrem inneren breit, schien ihren Körper in Flammen stecken zu wollen. Das war wohl der Grund, wieso sie den Kuss selbst wieder unterbrach und langsam die Augen öffnete. Seinen Blick suchte. Alles schien in ihr durcheinander gewürfelt worden zu sein , oder wie ein Kartenhaus in sich zusammengestürzt zu sein, sodass sie keinen einzigen ganzen Gedanken zustande bekam. Sie war verwirrt. Und hilflos. Klar musste sie es eigentlich gewohnt sei, dass sie in solchen Momenten kaum dachte, aber diese aufgekeimte wahre Hitze in ihr – das war ihr einfach neu und sie wusste nicht recht damit umzugehen.


Zuletzt von Yoko Utsukushi am Do 04 Aug 2011, 10:00 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 09:27

Yoko war schon so eine Person... Zwar hatte sie eindeutig ihre Fehler, aber für ihn war sie wie Zucker. Unbeschreiblich süß, abhängig machend und mit einer verblüffenden Ähnlichkeit zu kleinen Kristallen, wobei man sagen muss, dass es ja Zuckerkristalle waren... Deswegen konnte er nicht anders, als ihr zuzustimmen, damit sie sich vielleicht freute. Denn sie hatte ja auch das Lied so gern lernen wollen... »Richtig. Und deswegen bringe ich dir auch nach dem Abendessen das Lied bei. Wir können ja erst einmal mit der ersten Strophe anfangen...«, erwiderte er also, verschwendete noch keinen Gedanken an den folgenden Tag. Wo man schon beim morgigen Tag war – da erinnerte er sich an eine Frage, die er nicht beantwortet hatte, weil er wie hypnotisiert von ihrem Ausweis herum gelegen hatte. »Übrigens: wir können hier so schnell weg, wie du möchtest. Wir können auch sofort aufspringen...« Obwohl Len dafür wohl gerade viel zu lethargisch war. Es lag sich immerhin so gemütlich.
»Sag ich ja – viel zu spät«, gab Len grinsend zurück und widerstand dem Drang, ihre Frisur durch destruktives Zerwuscheln zu vernichten.
»Ich könnte es dir sagen«, meinte er, »aber dann musst du dich die ganze Zeit vor der Zahl fürchten, weil du dann älter wirst.« Er lachte, weil es eigentlich so absurd war, seinen eigenen Geburtstag zu vergessen, nur weil man Angst vorm Älterwerden hatte. Zumal sie wirklich noch ewig jung war. Älter als er, okay, aber in den Zwanzigern begann doch das Leben erst so richtig.... Jedenfalls für Ottonormalbürger.
»Ja, Rollentausch... Aber sind wir das nicht irgendwo schon gewöhnt? Aber was das angeht... Wäre ich dir noch früher begegnet, dann wäre ich jetzt vielleicht tot, weil du den ersten Kampf gewonnen hättest.« Der Satz triefte vor Selbstironie, sodass es ihm glatt den Spaß am Scherz versaute. Was wäre wohl wirklich passiert, hätten sie sich eher getroffen? Und selbst wenn sie sich ebenfalls verliebt hätten... Am Anfang seiner Nukeninzeit hatte er für niemanden ein gutes Wort übrig gehabt. Und davor hätte ihn Shinjiro tagelang an einem Baum hängen lassen, hätte er versucht, sich auch nur eine Minute davonzustehlen. Mal ganz abgesehen von der Zeit, in der er nicht einmal in Kiri gewesen war.
»Das habe ich gemerkt und Fliegengewicht hin oder her, du schnürst mir die Beine ab«, kommentierte Len trocken. Er saß immerhin irgendwo noch auf der Bettkante, selbst wenn er sich nun hingepackt hatte. Es war sowieso ein Wunder der Schwerkraft, dass Yoko noch nicht heruntergekracht und auf dem Boden gelandet war. »Du hast was von einer dreisten Katze«, bemerkte er. Manchmal hatte er mit schon so manchen Katzen in einem Zimmer geschlafen. Und die meisten streckten sich auch auf den Bäuchen der Besucher aus. Allerdings hinterließen die Kratzspuren und keine abgestorbenen Beine.
»Nein, keine Ahnung. Aber ich dachte, ich erfülle dir den Wunsch mal.« Er hatte im Endeffekt wirklich keinen Schimmer, warum er so dringend diese Aufgabe erfüllen wollte. Warum er sich nicht einfach gedacht hatte: Fick dich! Ich mach doch nichts, was du willst, vor allem, wenn es so sinnlos ist. Vielleicht würde sie ihm ja jetzt den Grund verraten.
»Sie haben halt den Drang, vor oder wegen die nachzugeben«, kommentierte er. Allerdings verschob er das Thema Sturz auf die Akten. Jetzt war das ganz oben auf der Verdrängungsliste. Dadrunter lagen die Stadt der Verdammten, seine Beinahtode, ach und sein ganzes Leben. Aber das war ja jetzt nicht so wichtig.
»Hah, das gefällt mir«, sagte Len leise. Und! Er hatte es doch immer gewusst. Irgendwann würde sie ihn so nennen. Und er hatte Recht behalten. Es ließ ihn noch schief grinsen, bevor er die Augen schloss, um genießen zu können. Es müsste verboten werden, was sie da machte. Es müsste verboten werden! Das war ja noch ätzender, als an einer Supermarktschlange anzustehen, mit dem entscheidenen Unterschied, dass man zwar voller Ungeduld war, dafür aber voller Sehnsucht auf das wartete, was folgen sollte. Folgen müsste. Küsse an seinem Hals. So unschuldig und doch gleichzeitig so verboten süß. Len lächzte nach einem innigen Kuss, musste aber warten, denn er war hier sicherlich nicht der, der die Zügel in der Hand hatte. Umso schöner war es, als sie ihn endlich wirklich küsste. Er fühlte sich so hilflos fehl am Platz – vor allem, weil er die Hände noch hinter dem Kopf verschränkt hielt. Deswegen zerrte er sie auch unter seinen Haaren hervor und legte sie sanft um die Frau, die ihn allein durch diesen unheimlich betörenden Kuss in Schach hielt. Es war so eigenartig, wenn man zwar die Gedanken hören sollte, wusste, dass man sie hören konnte – es aber nicht tat. Unbewusst ausgeblendet hatte.
Der Zauber brach allerdings, als sie sich, wohl ziemlich verwirrt, von seinen Lippen löste. Er öffnete die Augen und blinzelte überrascht. Musste sich erst einmal wieder orientieren. Wo war er noch gleich...?
»Mh?«, machte Len nur, »alles in Ordnung? .. Oh.« Er streckte eine Hand nach einem der sinnlos herumliegenden Kissen aus und warf es mit Karacho gegen die offenstehende Tür. Vielleicht hatte er sich deswegen vorhin beobachtet gefühlt. Weil irgendwer gespannt hatte. Ein Knall und die Tür fiel in die Angeln. »Sorry für den Krach«, entschuldigte er sich matt.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 10:40

„Wirklich?“, fragte sie nochmal nach. Freute sich wie ein Honigkuchenpferd und musste das ungläubige, unschuldige Glitzern eines Kindes in ihren Augen haben. Nur weil sie die Gelegenheitsdinge nun hinter sich brachte, hieß es nicht, dass er es auch gleich musste. Damit hätte sie wirklich nicht gerechnet, umso größer war natürlich gerade ihre Freude.
Sie selbst hatte ihre Frage von vorhin schon wieder vergessen gehabt. Gab ja viel Interessanteres im Moment. „Wenn diese Leute nicht noch komischer werden, dann wäre ich dafür, dass wir die Nacht noch hier schlafen. Haben ja schließlich ein Bett. Und ein richtiges Abendessen wäre auch nicht schlecht. Wobei wir aufpassen müssen, dass die uns da nicht irgendetwas rein gemischt haben…“ Die Utsukushi traute diesen Leuten, oder genauer gesagt dieser Frau, momentan alles zu. Auch, dass sie wirklich noch mit ihrem Nudelholz auf sie losgehen würde.
Auf das viel zu spät sagte sie nichts mehr, grinste nur. So falsch lag er ja auch nicht. Im Normalfall hätte man es wohl gleich nach ihm gesagt. Aber sie ließ sich gern Zeit bei sowas.
Stimmt, sag es mir lieber nicht. Sonst ist es womöglich noch meine Lieblingszahl und ich darf sie dann nicht mehr mögen.“ Sie war unlogisch veranlagt, aber das kannten wir ja alle schon von ihr. So war es eher ihr Motto: Bist du in den Zwanzigern, kommst du schon zu nah zu den Dreißigern und dann war man alt in ihren Augen. Aber bei ihrem Lebensstandard war die Chance recht gering, dass sie so alt werden würde.
Sie legte ihre Stirn nachdenklich in Falten. „Meinst du? Aber früher war ich auch noch schwächer. Man lernt seine Kräfte nun mal erst mit der Zeit einzusetzen. Also wäre es wohl recht gleich geblieben. Nur wären wir beide jünger gewesen und ich wohl noch schlimmer.“ Sie zuckte mit der Schulter, spielte auf ihre Mordlust und ihrer teils ungezügelten Zunge an.
„Du bist der Kerl, du musst sowas abhaben können.“, brummte sie, erbarmte sich aber ein ganzes Stück weit nach vorne zu rutschen, damit ihr Gewicht wohl so auf ihm lag, wo schon die Matratze unter ihm war. „Das sehe ich mal als Kompliment. Katzen sind immerhin toll – soll ich dich kratzen?“ Die Frage war nicht ernst gemeint, was man aus ihrer Tonlage gerade aber eher schlecht erschließen konnte.
„Nun. Ursprünglich wollte ich dir einfach eine Beschäftigung geben, weil du so depressiv gewirkt hattest und ich wusste, dass du dir bei dieser Aufgabe so ziemlich die Zähne ausbeißen würdest.“ Sie grinste breit und sah ihn an. Den Rest ließ sie unbeantwortet. Musste ja nicht sein, dass sie schon wieder auf diesen Sturz zu sprechen kamen.
Außerdem gab es gerade ein viel besseres Thema. Oder eine bessere Aktion, wenn man es genau nahm. Überhäufende Küsse und durchflutende Gefühle, die durch ihren Körper flossen. Wobei sie diese Situation auch irgendwo überforderte, weshalb sie ja den Kuss unterbrochen hatte und ihn nun eher hilfesuchend ansah. Len selbst schien aber auch erst eine ganz schöne Weile zu brauchen, bis er wieder zu sich kam und seine Stimme hob, nach einem Kissen griff und damit die Tür zuwarf. Sie beobachtete es ein wenig skeptisch, verstand es aber auch. Sie selbst hatte die Tür komplett vergessen. Auch, dass sie hier in einem normalen Haus als Gäste untergekommen waren. Irgendwie wusste sie nun nicht weiter, weshalb sie sich seufzend auf ihn legte. Einfach begann die Stelle von seiner Brust zu kraulen, wo sich gerade ihre Hand auch befand. „Tut mir leid…“, sagte sie schließlich. Sie wollte ja selbst mehr, aber wusste sie gerade nicht weiter. Sie hörte mit der Tätigkeit auf und neigte ihren Kopf, um zu ihm sehen zu können.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 11:02

Len nickte nur. Wenn sie schon bei Gelegenheit erreicht hatten, konnte er ja seine verschobene Sache auch gleich einlösen. Wieder erinnerte er sich an den schönen Spruch. Wie Recht dieser doch hatte... Aber schön, wie sie sich freute. Nur wegen einer solchen Banalität.
»Ich lass das Kind vorkosten«, kommentierte Len nur. Dann war man ja auf der sicheren Seite, nicht? Wenn Miki dann nicht vorsprang, um es Nami zu entreißen, konnte man es essen.
»Tu ich nicht. Will dir deine Lieblingszahl nicht verderben. Was ist deine Lieblingszahl?« Wenn es nicht 22 oder 3 oder 223 war, konnte er ihr auch ihren Geburtstag verraten.
»Ja, aber ich war kleiner. Denk dran, ich bin jünger als du. Und vor allem unter zwanzig sind fünf Jahre ein gewaltiger Unterschied.« Wo er Recht hatte, hatte er Recht.
»Genau, mach mich zum Krüppel, komm, ich halt so was aus«, sagte er sarkastisch und grinste schief. Zumindest versuchte sie, seine Beine zu retten und verlagerte die Position ein wenig.
Er lachte auf und schüttelte den Kopf. »Katzen sind in Ordnung, aber kratzen musst du mich nicht – du wolltest schon beißen, das reicht mir.« Len sagte es in einem so ernsten Tonfall, dass man es ihm fast schon abkaufen konnte... Aber wie gesagt, nur fast.
Dann sah er sie schief an. »Ach so? Recht herzlichen Dank. Das war der ursprüngliche Grund – und der jetzige?« Man sollte manchmal schon auf seine Sprache achten. Len war da manchmal schon peinlich genau und hörte Dinge heraus, die es nicht einmal gab.
Gerade noch hatte Len sich luftig leicht gefühlt, versunken in einem süßen Traum. Aber Träume hatten nun einmal die Angewohnheit, entweder schneller zu enden, als einem lieb war, oder eben zu zerplatzen wie Seifenblasen. Nun ja, eine dieser Optionen trat ein. Vielleicht hätte er sich jetzt irgendetwas abbeißen wollen, aber er gab sich gelassen. War auch ein schlechter Ort. Und unhöflich.
»Huch? Wofür?«, fragte er und blinzelte. Manchmal half es, sich dumm zu stellen, oder so zu tun, als würde es einem nichts ausmachen. Denn dann fing man es selbst an zu glauben.
Len ließ die Arme plump neben sich aufs Bett fallen und sagte: »Wenn du von mir runtergehst, dann können wir auch zum Abendessen gehen. Ich bin mir sicher, Miki freut sich darüber.«
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 11:33

Wieder beendete sie ein Thema mit einem Nicken. War vielleicht wirklich nicht schlecht, wenn das kleine Mädchen vorher einen Happen essen würde. Die Mutter würde es schon nicht sterben lassen. Oder aber sie steckten alle unter einer Decke und hatten vorher ein anhaltendes Gegenmittel geschluckt! Sie mahnte sich in Gedanken nicht weiter daran zu denken. Sie war ja wirklich paranoid!
„Meine Lieblingszahl? Hm… zehn und zweiundzwanzig. Deine?“ Tja, da hatte sie dann wohl Pech gehabt. Die zehn mochte sie, weil sie als Kind lange nur bis zehn zählen konnte und es einfach die erste runde Zahl war. Und ja, heute wird sie wohl so weit wie der durchschnittliche Mensch zählen können. Brauchte ja auch die Zahlen für ihre Geschäfte. Die zweiundzwanzig… da wusste sie selbst nicht, wieso sie sie mochte, wahrscheinlich hatte sich ihr Geburtstag eben doch im Unterbewusstsein verankert.
„Wär auch komisch gewesen, wenn du früher schon so groß gewesen wärst. Aber du vergisst, dass du immer noch unter zwanzig bist.“ Den Rest ließ sie unbeantwortet. Sie wollte ihn ja nicht als Krüppel haben, weshalb sie auch vorgerutscht war.
Dann musste sie grinsen. Stimmt ja, sie wollte ihn noch mal beißen. Na mal sehen, wann sie das wirklich tun würde, bzw. ob sie es überhaupt tun würde. Ganz sicher war sie sich noch nicht. Würde auch erst noch die Zeit zeigen „Der jetzige Grund? Schwer zu erklären… Ich möchte wohl einfach mal wieder wahre Tränen vergießen. Es ist schon viel zu lange her. Haben auf einer gewissen ebene so etwas Befreiendes an sich.“ Sie schüttelte den Kopf, verzog ihr Gesicht. So genau verstand sie sich selbst ja nicht.
Und in der nächsten Situation verstand sie sich noch weniger. „Dafür, dass ich den Moment kaputt gemacht habe.“, antwortete sie unnötigerweise wahrheitsgetreu, stützte sich mit ihren Händen wieder auf, holte ihren Fuß auf die andere Seite und saß neben ihm. Sie legte ihre Hände in den Schoß und starrte wohl etwas resigniert geradeaus. Wie viele Momente mussten denn noch kaputt gehen, bis sie beide wirklich glücklich waren? Diese Frage… sie hoffte, dass sie sie sich nicht allzu oft noch stellen musste.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 11:47

Das Thema Essen war durch, obwohl Yokos Gedanken auch Len wieder etwas mulmig werden ließ. Man musste auf die Zeichen achten. Wenn Miki beispielsweise das Nudelholz in Griffweite hatte, wäre es ungünstig von dem Zeug zu essen.
»Oh«, machte er. Dann verriet er ihr eben nicht den Geburtstag. »Lieblingszahl? Hm, eigentlich habe ich keine. Ich kann die neun leiden, die dreiundzwanzig, die 42, die 3,1415926535897932384626433, die 2,718 und die 1,618. Weil sie außergewöhnlich und bedeutsam sind.« Eigentlich hatte er noch nie wirklich über Zahlen nachgedacht... Nur das Nötigste eben.
»Wär's wohl... und... wie könnte ich? Drei Jahre noch«, meinte er. Er vergaß eben wichtige Dinge wie Alter und Geburtstage nicht...
»Hm, schwierig... Ich könnte mich ja die Schlucht runterwerfen«, schlug Len vor. Vielleicht würde sie ja dann heulen! Aber eigentlich war das so ziemlich unangebracht... Vor allem, wenn sie noch immer unter solch einem Trauma litt, was nicht unmöglich war.
Er seufzte. »Macht doch nichts.« Machte schon etwas. Mal wieder hatte sie ihm widerstehen können. Mal wieder! Langsam fragte er sich, was er falsch machte. Dadurch, dass er so zerfetzt und ausgequetscht war, wirkte er wohl weitaus weniger anziehend, als vorher. Das kratzte so an seinem gebrochenen Männerego, dass er in Gedanken weinerlich Gott fragte, ob er ihm nicht mal beistehen wollte.
Kaum war ihr Gewicht von ihm herunter, setzte er sich schwungvoll auf und streckte sich. Seine Gelenke knackten unheilvoll und er gähnte einmal. Schon wieder müde... Len gab ihr einen letzten Kuss auf die Wange und stand dann schließlich auf. Im Türrahmen wandte er sich um, um nachzusehen, ob sie ihm folgte, setzte seinen Weg dann aber ungerührt fort.
Im Wohnzimmer erwarteten ihn bereits Nami und Hermann. Hermann sah merkwürdig zerknautscht aus. Nami hatte Tränen in den Augen und wenn man genauer hinsah, konnte man noch fünf rote Finger auf ihrer Wange erkennen. Nun ja, Ratten wurden in Gefängnissen umgebracht, da konnte sich das Mädchen ja noch glücklich schätzen.
»Setzt du dich neben mich?«, fragte sie und bemühte sich um eine beherrschte Stimme. Da das Sofa groß genug war, pflanzte er sich neben sie und faltete dann die Hände auf dem Tisch, um brav auf das Auftischen des Abendessens zu warten.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 12:32

Die Utsukushi hob die Brauen. „Warum überraschen mich solche Zahlen nicht im Geringsten?“ Das war eindeutig eine rhetorische Frage und verlangte somit keine Antwort. Aber solch komplizierte Zahlen, bei denen man sogar bei der Hälfte kurz Luft holen musste passten wirklich zu ihm.
„Stimmt und ein Jahr noch, bis du volljährig bist.“ Irgendwie war es immer noch etwas… eigenartig. Sie war es schon richtig gewohnt volljährig zu sein. Außerdem, rein rechtlich gesehen durften sie erst dann dem Akt der Liebe nachgehen. Aber wer waren sie denn, dass sie sich plötzlich an so eine Regel halten würden? Sie waren Nukenin. Regelunabhängige Wesen.
Ihre Miene verfinsterte sich. „Wenn du das tust, weine ich nicht, ich springe dir nur hinten nach und dann sind wir beide weg.“, meinte sie ernst und ein Schauder überzog sie. Allein der Gedanke da noch mal runterzufallen brachte ihr eine Gänsehaut. Wahrscheinlich unterlag sie wirklich einem Trauma, was sie sich selbst aber nicht wirklich eingestand. Es nicht mal als ein Trauma realisierte. Aber halt, jetzt waren sie ja doch wieder auf das Thema Schlucht zu sprechen gekommen – ärgerlich. Würde Len allerdings richtig nachdenken, wusste er ja eigentlich eine Möglichkeit, wie er sie zum Weinen brachte. Im Genjutsutraum hatte er es ja auch geschafft.
Dass es eben doch etwas machte, konnte selbst Yoko nicht übersehen und seufzte auch auf. Sein Küsschen auf die Wange wurde mit einem zaghaften Lächeln kommentiert und sie folgte ihm schließlich, als er an der Tür wartete. Unten angekommen hieß es also, dass sie wieder im Wohnzimmer aßen – ob sie vielleicht keinen richtigen Esstisch in der Küche hatten? Wenn sie so darüber nachdachte, bejahte sie dies. Sie war ja schon mal in der Küche gewesen um die Schüssel wegzuräumen.
Sie selbst setzte sich wieder auf den Sessel. Von dort aus hatte sie einen besseren Überblick, wie sie fand. Fühlte sich sicherer, als mit fremden Leuten auf der Couch. Das Mädchen tat ihr ja fast schon leid. Sie mussten wirklich richtig gestritten haben – wovon sie allerdings herzlich wenig mitbekommen hatte. Sie war ja mit Len beschäftigt gewesen.
Nun hieß es aber auf das Essen zu warten. Vielleicht würde sie ja gleich so erkennen, ob es verseucht war. Am Geruch, am Aussehen. Irgendwas. Da aß sie wirklich lieber im Hotel oder in einem Restaurant. Die kannten einen nicht und behandelten alle Gäste möglichst gleich.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 12:49

»Weil du mich mittlerweile kennst«, antwortete er ohne zu zögern, schließlich war er von der Antwort mehr als überzeugt. Wäre ja auch schade, wenn nicht.
»Juhu! Endlich Sex, Drugs and Rock 'n' Roll!«, rief er gespielt enthusiastisch und streckte eine Faust in die Höhe – bevor sie ebenso plump wieder auf das Bett fiel.
»Dann nicht...«, sagte er halb beleidigt. »Heul für mich! Los! Jetzt! Mann! Ich bin der Aufgabe nicht gewachsen.«
Len schmollte also eine Weile einfach vor sich hin und starrte an die Decke, wie es so zu seinem Hobby geworden war.
Als sie dann alle friedlich im Wohnzimmer vereint saßen, verfielen sie in erwartungsvolles Schweigen. Aber wenn er ehrlich war, dann wollte er auch gerade keine Konversation führen. Dazu war er nicht in der Stimmung. Er war nicht einmal in der Stimmung dazu, überhaupt zu essen – obwohl es vielleicht seinem randalierten Aussehen gut tun würde. Stopf dich voll! Und wenn es vergiftet ist, dann heult sie vielleicht.
Irgendwann, es waren sicher zehn Minuten vergangen, kam Miki mit mehreren, silbrig glänzenden Tabletts in das Wohnzimmer und stellte sie auf dem Holztisch ab. Ein Klecks Marmelade landete auf der weißen Tischdecke und Nami wischte ihn mit dem Finger auf. Ihre Mutter ermahnte sie, dass man das mit einem Tuch machte. Hermann grinste vor sich hin. Die Stimmung war gedrückt. Aber das machte Len nichts.
Kaum war das große Fressen freigegeben, stürzten sich alle auf den Stapel mit Tellern und holten sich ein Messer, um dann auch feuchtfröhlich die Brotscheiben mit Butter zu beschmieren. Da Len ja was dafür tun wollte, dass er bald wieder groß und stark und gesund aussah, fing er gleich mit drei Scheiben Brot mit Wurst an. Dazu ein Glas mit Orangensaft. Gute Sache. Danach erst einmal Pause machen...
Er lehnte sich zurück und legte die Hände auf den Bauch. »Furchtbar lecker.«
Nami, die immer noch auf ihrer ersten Scheibe kaute, nickte hastig und zustimmend. Dass es vergiftet sein könnte, daran dachten wohl weder Len, noch Hermann oder Nami im Moment.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 13:24

„Stimmt!“, pflichtete sie ihm bei, was das Kennen anbelangte. Zwar wollte sie keine Antwort darauf, aber die passte ja dann doch auch. Sie hoffte nämlich auch, dass sie ihn kannte.
„Könnt‘ ich dir sogar alles geben – willst du so lange noch warten?“, scherzte sie mit einem schelmischen Grinsen und legte Daumen und Zeigefinger nachdenklich ans Kinn. „Kann nicht einfach so. Willst du, dass ich mir etwas anderes wünsche? Dann müsste ich mir was überlegen…“ Der Schluss war schon wieder mehr an sie selbst gerichtet.

Es wurde runtergegangen und das Essen wurde letztendlich auch aufgetischt. Sie besah es sich immer noch etwas skeptisch. Aber alle aßen vom selben Topf – im übertragenen Sinne – also war die Wahrscheinlichkeit gering, dass es wirklich vergiftet war. Auch Yoko nahm sich zwei Scheiben Brot mit Käse. Sie hatte immer noch Hunger, war ja von dem - nicht ganz so appetitlichen - Kohleintopf nicht mehr allzu viel übrig gewesen. Also folgte noch ein Brot mit Wurst und zum Schluss noch eins mit Marmelade. Erdbeere stellte sie fest. Sie mochte Erdbeeren – mochte ja auch Erdbeereis. Dazu trank sie – wo sie bei der Qual der Wahl stand, Apfel oder Orange – schließlich Apfelsaft verdünnt mit Wasser. Also eine stille Apfelschorle. Es tat wirklich gut sich den Bauch reinen Gewissens vollschlagen zu können. Vielleicht hatte sie ja noch etwas Schokolade irgendwo im Rucksack? Musste sie nachher mal suchen.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 13:49

»Natürlich stimmt das, immerhin habe ich das gesagt«, gab Len daraufhin zurück und grinste stumm in sich hinein. War einfach eigenartig, nach einer Periode der Einsamkeit plötzlich wieder jemanden zu haben, der wusste, was in einem vorging.
»Nun, wenn ich dir die Drogen verbiete, sollte ich kein schlechtes Vorbild sein, mh?«, sagte er im väterlichen Tonfall und zwinkerte ihr zu. Rock 'n' Roll? Hat sie eine E-Gitarre? Oder so...? Das beschäftigte ihn ja dann doch...
»Wasauchimmer«, nuschelte er nur. Die würde schon irgendwann flennen. Rein aus Prinzip musste er sie zum Flennen bringen. Denn sonst wäre er ja wohl kein guter Freund, wenn er ihr ihren einzigen Wunsch nicht erfüllte.

Im Nachhinein hatte Yoko sogar mehr verdrückt als er, rein logisch betrachtet war das aber nachvollziehbar. Denn das bisschen ekelhaftes Kohlsuppenrest hatte sicher nicht gereicht, um den Magen zu füllen. Da hatte er mit dem Kakao und den Keksen viel mehr Glück gehabt. Zusätzlich zu dem ekelhaften, verkochten Schleim, natürlich.
Nami schleppte gegen Ende ein Glas mit Gewürzgurken an und befahl ihm, mindestens zwei zu essen. Zwar verstand er nicht, warum, aber er tat es einfach so. Dann zeigte Nami auf ihn und meinte: »Von wegen man kann vom Küssen nicht schwanger werden!«
Das Kind hatte eindeutig nicht allzu gut in Biologie aufgepasst.
Es wurde noch ein wenig gegessen, Miki und Hermann waren nicht die schnellsten Esser und irgendwann wurde eine Schranktür aufgeklappt – zum Vorschein kam ein niegelnagelneuer Fernseher. Hübsches Ding. Es kamen Nachrichten, aber in der Welt war nichts geschehen. Bis auf die Tatsache, dass das Tor von Kumogakure ein einziges, klaffendes Loch im Verteidigungsring war.
Fragend suchte er Yokos Blick.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 14:15

[Ich lass den oberen Teil jetzt mal weg… wird ja sonst noch lästig x’D]

Yoko wäre es eindeutig lieber gewesen, wenn Len die Gurken nicht gegessen hätte. Wobei es auch sein konnte, dass die Tante ihn ja leiden konnte und ihm das Gegengift gab. Paranoia, Yoko. Das ist alles nur Paranoia. Hat nichts zu bedeuten. redete sie sich zwanghaft ein.
Kurz darauf stellte sie fest, dass das Kind wohl um einiges dümmer war als sie selbst – war ja mal etwas. „Wenn überhaupt würde ich schwanger werden…“, meinte sie dann und schüttelte den Kopf. Wobei es ihr langsam so vorkam, dass das Mädchen wohl glaubte, Len sei die Frau und sie der Kerl – bittere Feststellung! Wenn dem wirklich so war, musste sie sich überlegen, ob sie an ihrem Aussehen etwas ändern konnte. Denn.. sie trug ja einen Rock, hatte einen netten Vorbau. Auch mit ihrem Po war sie zufrieden, wo er nicht ganz flach war! Da gab es wirklich nur die Haare. Sie hatte kurze. Er verhältnismäßig recht lange. Tja… schlecht gelaufen. Perücken waren zu heiß und ständig ein Jutsu aufrecht zu erhalten… zu chakraaufwändig. Wachsen lassen? Das würde wohl zu lange dauern.
Ein Fernsehgerät kam zum Vorschau und die Nachrichten liefen. Na, das war doch mal was! Das Tor war weggesprengt worden – oder so ähnlich. Dann hatten sie ja direkt leichtes Spiel da rein zu kommen. Glück musste man haben. Sie fing Lens Blick auf, grinste für einen Moment und sah wieder nach vorne. „Wie weit ist es denn noch nach Kumogakure?“, fragte sie beiläufig, als die Wettervorhersage vorbei war und die Werbung einsetzte. Die Frage passte ja gerade ganz gut. Ärgerlich war aber, dass es die nächsten drei Tage Dauerregen geben musste.


Zuletzt von Yoko Utsukushi am Do 04 Aug 2011, 16:06 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 14:25

Wenn Len ehrlich war, waren die Gurken .. echt lecker gewesen! Und da Nami sie angeschleppt hatte, hatte er sich auch keine Gedanken gemacht. Aber was war, wenn das Mädchen so sehr Ärger bekommen und dann den Auftrag erhalten hatte, ihm das Glas zu geben? Hermann wusste sicher von all dem nichts. Er warf Miki einen Blick aus dem Augenwinkel zu, aber sie sah nur relativ gelangweilt zum Fernseher. Anscheinend war sie es gewohnt, dass in Kumogakure etwas kaputt ging.
»Gibt es eine Schule in diesem Dorf?«, hakte er nach. Immerhin konnte es ja sein, dass Nami gar nicht erst gelernt hatte, dass eine Frau die einzige war, die schwanger werden konnte. Oder aber sie hielt ihn für eine Frau. Und Yoko hatte ebenfalls spontan das Geschlecht getauscht. Er legte den Kopf schräg. Wie strange...
Miki schüttelte den Kopf und antwortete: »Einmal in der Woche geht Nami nach Kumogakure und bekommt das Wichtigste beigebracht. Wir machen Heimunterricht, die Reise zur Schule jeden Tag wäre zu lang.«
Yokos Grinsen musste er allerdings erwidern, egal, wie tragisch die Nachricht war, dass Kumogakure bei einem Angriff sogar eine Kunoichi verloren hatte – dahingehend, dass sie entführt worden war. Tja, so schnell konnte es gehen. Und so, wie er es sah, konnte nur Akatsuki dahinter stecken. Denn wer griff ein Dorf an, plättete ein wenig und nahm dann nur eine Person mit? Außerdem wusste Len, dass ein Jinchuuriki aus Kumogakure eine Frau war. Passte doch super zusammen.
Yokos Frage passte allerdings mal direkt zu dem, was Miki gesagt hatte.
Miki antwortete damit, dass es wohl an die sechs, sieben Stunden zu Fuß dauern würde. Len lächelte in sich hinein. Er hatte ja immerhin den Joker – Rinto. Zwar war der vertraute Geist ganz und gar kein Transportmittel, aber manchmal konnte man ihn ja ausnutzen.. Wenn sie also morgen früh aufbrechen würden, würden sie sicher noch vor dem Abend ankommen. Nette Aussicht. Fragte sich nur, was sie dann tun würden...
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 16:05

Nun, man konnte es sich denken, dass in so einem… Kaff keine Schule war, es aber noch mal so zu hören, war doch was anderes. Aber sie würde sich da jetzt raushalten – wäre sie die Mutter hätte sie wohl irgendeine Unterkunft im Dorf für das Kind besorgt. So wurde es ja komplett dessozialisiert. Was erklärte, warum es gar so Panik vor ihnen gehabt hatte. Aber wer war sie schon, dass sie bei so was reinredete? Immer noch eine ehemalige Jonin – scheiße. Ich werde ja noch direkt gut. Ganz schlecht.
Sechs bis sieben Stunden. Die Antwort war befriedigend. Das würden sie mit Leichtigkeit schaffen. Sie waren ja ausgeruht! Wobei Len wohl andere Pläne hatte. Dabei hatte sie doch vor nie wieder auf dem Tiger zu reiten! Er wollte sie ja die ganze Zeit über nur abwerfen – zumindest kam es ihr so vor. Und er hing sich so rasant in die Kurven, dass sie alle ‚abgeworfen‘ wurden. Nämlich vom Pfad. Das würde noch eine aschfahle Yoko abgeben, wenn sie dies erfuhr.
Dass Kumogakure eine Frau verloren hatte, kümmerte sie in der Tat recht herzlich wenig. War es eh ein wirklich mildes Opfer, wenn man bedachte, dass sogar das ganze Tor weg war. Da würde es wohl schon einen netten kleinen Kampf gegeben haben. Was sie wiederum schade fand… hätte man ja mitmischen können. Sich wieder so richtig schön auspowern können! Aber was das anging war sie ja immer zur falschen Zeit am falschen Ort.
Sie gähnte. Mit einem Schlag war sie plötzlich so, so unglaublich müde geworden! Yoko rieb sich über die Augen und stand auf. „Wenn ihr mich entschuldigt. Ich gehe nun ins Bett.“, erklärte sie gähnend. Sah kurz zu Len, ob er denn mitkam, wartete es dann aber doch nicht ab und lief nach oben.
Die junge Frau schleppte sich also ins Zimmer und kroch so wie sie war unter den Deckenverhau.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 16:21

Während also der Bericht durchlief und dann der Wettebericht vorhersagte, dass über Kaminari no Kuni eine so riesige Regenwolke schwebte, dass es die nächsten drei Tage keine Aussicht auf Sonne hatte, saßen Hermann, Miki, Nami, Yoko und er an diesem Tisch – wobei Yoko ja auf ihrem Sessel war – und schwiegen sich an. Vertieft in die Nachrichten und zeigten dabei mehr oder weniger Interesse. Sogar die kurze Konversation war abgebrochen. Nun ja, waren eben doch nur Fremde.
Er sah zu Yoko, als sie geräuschvoll gähnte und schließlich aufstand. Gehen wollte. Aber Len wollte nicht gehen. Lieber abwarten, bis sie schlief. Oder einfach ganz auf der Couch bleiben. Ihre Nähe vermeiden. Unangenehme Stille vermeiden. Blickkontakt vermeiden. Gespräche über die verpatzte Situation vermeiden. Tja, das Leben war hart, man konnte es nicht oft genug sagen.
Also nickte er ihr nur zu und wünschte ihr eine gute Nacht, versicherte, er würde nachkommen, aber dass sie nicht extra wach herumliegen und warten solle. Ein letztes Lächeln, dann war sie auch schon verschwunden und er wieder ins Fernsehen vertieft.
Nami, neben ihm befindlich, schleppte noch eine ganze Packung Eis und ein halbes Dutzend Löffel an – Zählen und Biologie waren eben nicht ihre Stärke – und bestand darauf, dass sie sich mal so richtig den Bauch vollschlugen. Zwar hatte Len schon gar keinen Appetit mehr..., aber Eis passte immer. Immerhin war es seine Leibspeise!
Das Eis war lecker, Vanille mit Schokoladenstreusel. Sie sahen sich noch einen Spielfilm an, oder eher: Len begann den Film und stand nach der ersten halben Stunde auf.
»Wir werden morgen wieder abreisen«, sagte er noch, Miki und Nami nickten stumm. Wünschten ihm dann aber trotzdem eine angenehme Nacht. Nun ja, war ja nett gemeint.
Im Endeffekt hing er eine Viertelstunde später über der Kloschüssel und kotzte Eis, Gurken und das, was von dem Abendessen noch nicht verdaut war, wieder aus.
Als Len meinte, sein Magen wäre wieder stabil, richtete er sich auf, straffte sich, wusch sich den Mund aus, putzte die Zähne und ging dann schließlich in das Gästezimmer, versuchte natürlich die Treppe so langsam und leise, wie möglich zu nehmen.
Mindestens genauso leise machte er auch die Tür wieder hinter sich zu und schleppte sich ins Bett, der Pulli landete auf einem Stuhl, weil er überzeugt war, dass das Ding fuchtbar müffelte. Dann machte er sich lang und verschwand unter der Decke. Lang hatte er sich nicht so miserabel gefühlt.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 17:23

Als sich die Utsukushi im Bett einrollte, stellte sie fest, dass Len nicht gleich nach gekommen war. Es stimmte sie traurig und sie kaute ein wenig auf ihrer Unterlippe. War sie ja plötzlich gar nicht mehr so müde. Wahrscheinlich lag es nur an dem Fernseher. Die stimmten sie immer müde – egal was lief. Ob nun einer nach dem anderen abgeschlachtet wurde, über Würmer berichtet wurde, Bob der Baumeister lief, oder eben Nachrichten. Sie sah lieber alles in real, hautnah. echt. Also raffte sie sich doch noch mal auf, saß im Bett und begann alles von ihr zu versiegeln. Das würde am nächsten Morgen nur unnötig viel Zeit in Anspruch nehmen. Zeit, die sie ni-… Sie hatten Zeit. Eigentlich sehr viel Zeit. So als Nuke stand man ja nicht unter wirklichen Zeitdruck. Und wieso wollten sie gleich noch mal nach Kumo? Irgendwie konnte sie sich gerade keinen Reim mehr darauf machen. Gut, sie wollten nicht nach Konoha… zumindest war Yoko strick dagegen gewesen. Kirigakure schloss wegen Len aus, war ja seine alte Heimat. Tja… Iwa… Steine, auf gar keinen Fall! Blieb nur noch Suna und Kumo. Sie war ja für Suna wegen seiner Schwester, aber er wollte ihr Zeit gönnen, weil es ihr schlecht ging. Verständlich. Somit war die Auswahl auf das Reich des Blitzes gefallen. Schicksal eben. Sie zuckte mit den Schultern und fuhr mit ihrer Tätigkeit fort. War nach fünfzehn Minuten sogar fertig und zog sich nun doch wieder müder um. Len war immer noch nicht da. War er etwa wegen der Sache von vorhin sauer auf sie? Das Ganze nagte an ihr. Sie nahm sich vor das nächste Mal nicht den Rückzieher zu machen. Ob sie es einhalten würde? – würde die Zeit zeigen.
Jetzt lag sie sich erst wieder auf die Innenseite des Bettes. Hatte auch das Bettzeug extra aufgeschüttelt! Und kuschelte sich unter die Decke. Dieses Mal sogar wie ein normaler Mensch, war sie ja heute entspannter als am Vortag.
Sie war wohl keine fünf Minuten in den richtigen Schlaf gefallen, als der Blonde dann eben doch noch wieder auftauchte – was sie aber nicht mitbekam. Hätte er schon ein bisschen lauter sein müssen.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 18:08

Die Nacht war schrecklich, wenn er das erwähnen durfte. Er lag keine halbe Stunde im Bett, da zwang ihn sein randalierender Magen wieder auf die Beine, damit der restliche Inhalt seinen Weg in die Kloschüssel fand. Vorsichtshalber setzte Len sich nur erschöpft auf den kalten Fliesenboden des Badezimmers, und schloss die Augen, um ein wenig Erholung zu finden. Schlussendlich war es eine gute Entscheidung gewesen, denn noch ganze zwei Mal drehte sich ihm der Magen um – doch beim letzten Mal gab es nur noch in der Speiseröhre brennende Magensäure. Nun ja, kaum hatte er sich den Geschmack aus dem Mund gewaschen, ging er wieder zurück. Er hätte sich wohl nun am liebsten an Yoko gekuschelt und ihre Wärme gespürt, als wäre dies ein Heilmittel für alles. Doch er ließ es bleiben, falls er noch einmal aufstehen und rennen müsste. War aber – zu seinem Glück – nicht der Fall.

Der Morgen kam also schneller, als gewollt und um Punkt sieben Uhr war Len wieder wach. Immer wachte er um sieben Uhr auf, es sei denn, er war wirklich am Ende. Da dies aber nun einmal nicht ganz der Fall war, öffnete er blinzelnd die Augen – und lächelte. Er war glücklich. Trotz dieser miserablen Nacht und trotz der Müdig- und Mattigkeit, die in seine Glieder gekrochen war. Aber wie könnte er nicht glücklich sein? Friedlich schlief dort die Frau, die er liebte. Er müsste nur den Arm ausstrecken, um sie berühren zu können. Das war also das berühmte 'gemeinsam Aufwachen'.
Er wollte sie nicht wecken, so stand er allein auf, nahm seine unordentliche Gerümpeltasche und flüchtete ins Badezimmer. Dort wurde alles erledigt, was erledigt werden musste und als er noch einen prüfenden Blick in den Spiegel warf – da hätte er fast schon wieder kotzen können. Er sah nicht nur genauso fertig aus, wie noch am vorherigen Tag, nein, er sah sogar noch schlimmer aus. Fast wie ein lebender Toter. Aber da konnte er jetzt nichts dran ändern, also verließ er das Bad und setzte sich auf das Sofa.
Miki war auch schon wach, war aber seltsam nervös in seiner Nähe. Sie tischte gerade alles Zeug für das Frühstück auf den Wohnzimmertisch. Von Nami und Hermann war noch keine Spur zu sehen.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 18:36

Für Yoko war die Nacht recht angenehm, wenn nicht gar erholsam. Sie hatte einen tiefen Schlaf, sodass sie von Lens nächtlicher Aktion nichts mitbekommen hatte. Nur war sie einmal kurz aufgewacht. Was allerdings auch mehr ein Blinzeln war und sie festgestellt hatte, dass Len nun auch im Bett lag. Zumindest sagte das ihr Unterbewusstsein – konnte ja sonst wer da drin liegen, aber die Wahrscheinlichkeit war ja recht gesunken am nächsten Morgen neben einem fremden Mann aufzuwachen.
Im Zimmer wurde es langsam heller. Würde die Sonne scheinen, dann wäre es sogar richtig hell gewesen, da der Vorhang nicht zugezogen war. So war draußen alles grau in grau und Der Regen fiel in schweren Tropfen auf die Erde nieder. Genau dieses Geräusch – der Wind hatte sich gedreht und peitschte das Wasser gegen das Fenster – ließ die Utsukushi wach werden. Sie drehte sich ein wenig rum, bis sie auf dem Rücken lag und sich aufsetzte. Sich über die Augen rieb und… hatte sie geträumt? Er war nicht da… aber es gab ihn schon, oder? Gott, war sie nun verwirrt. Also sprang sie auf, fiel unsanft aus dem Bett, weil sie sich im Laken verstrickt hatte, schnappte ihren Rucksack – seine Tasche war nicht da – und polterte die Treppen runter. Es durfte nun nicht alles ein Traum gewesen sein. Denn dieses Mal hatten sie auch keine Vereinbarung getroffen sich gegenseitig zu suchen.
Recht aufgewühlt und zerzaust kam sie unten an, lief zum Wohnzimmer und atmete auf. Sie musste gerade schrecklich gehetzt aussehen, aber das war ihr gerade recht egal, denn immerhin saß er dort! Mit der Hand wurde sich durch die Haare gestrichen, da diese ihr doch ein Stück ins Gesicht fielen – waren sie also seit dem letzten Mal wieder etwas gewachsen. „Guten Mo-rgen…“ Ihre Stimme ging unter, als sie sich den Blonden genauer besah. Auch das Lächeln auf ihren Lippen verschwand. Er sah… schrecklich aus. Was war denn bitte sehr passiert? Ihr Blick sprach Bände, dass sie um ihn besorgt war, aber da saß ja auch noch die Frau, die sich gerade an ihr am Türrahmen vorbei quetschte und Essen auftischte. „Morgen. Wo sind denn die anderen beiden?“, begrüßte sie Miki, winkte aber selbst ab. „Egal. Ich bin eben im Bad.“ Mit diesen Worten rauschte sie auch schon ab. Wollte ja immer noch irgendwo einen normalen Eindruck hinterlassen und sie wollte möglichst hübsch vor Len aussehen! Auch wenn dem das wohl egal war… ihm schien es wirklich nicht gut zu gehen.
Sie entledigte sich ihrer Kleidung und stellte sich unter die Dusche. Das war das praktische bei kurzen Haaren. Sie waren schnell gewaschen und ebenso schnell wieder trocken. Nachdem sie mit der gesamten Prozedur fertig war, angezogen war usw. verließ sie wieder recht frisch das Bad und ging ins Wohnzimmer.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 18:50

Len hatte es sich auf der Couch gemütlich gemacht. Er sah Miki an, dass sie sehr wohl gemerkt hatte, was für einen Radau er letzte Nacht gemacht hatte und dass sie wusste, dass er jetzt wahrscheinlich lieber einfach nur irgendwo liegen würde, um sich nicht der Gefahr auszusetzen, erneut die Kloschüssel begrüßen zu müssen. Aber sie schwieg. Hatte nur ein leises »Guten Morgen« gemurmelt gehabt. Nun trug sie leise und langsam die einzelnen Platten mit Belag, Teller und Tassen, sowie Besteck herein.
Es bollerte, als jemand die Treppe hinabhetzte. Da aber niemand oben wohnte, außer Yoko und er zeitweise, wusste er genau, dass sie es war, die nun gleich im Türrahmen erscheinen würde.
Und tatarata! Sie war es sogar. Warum hatte sie sich wohl so beeilt? Len lächelte sie fröhlich an, aber seine Erwiderung blieb ihm im Hals stecken. Ihr Blick war mehr als eindeutig. Sie hatte also gemerkt, wie miserabel er aussah. Nun. Ihm fehlte die zugehörige Motivation, irgendetwas zu sagen.
Aber da unterhielt sich Yoko auch schon fast mit Miki. Miki zuckte mit den Schultern. Sie vermutete, dass diese im Bett lägen. Aber da war die Nukenin auch schon in Richtung Bad abgerauscht.
So blieb Len nichts anderes übrig, als weiter auf dem Sofa zu sitzen und zu warten. War es eigentlich schon immer so furchtbar kalt hier drin gewesen? Kaum stand der heiße Tee auf dem Tisch, angelte er sich eine Tasse und presste die Finger gegen sie. Der Tee schwappte in seinem Gefäß, da seine Finger nicht still hielten. Weil er nicht stillhalten konnte.
Miki tat so, als würde sie davon nichts bemerken. Len bemerkte es sehr wohl. Und er ärgerte sich darüber. Erst übergab er sich die halbe Nacht, jetzt dies! Vielleicht war ja doch irgendetwas im Essen gewesen. Wäre ja möglich? Oder er hatte einfach zu viel gegessen. Die Eiskugel hätte nicht sein müssen. Ja, das war die Erklärung. Miki hatte keinen Grund, ihn einfach zu vergiften, zumal Yoko sich ja anscheinend bester Gesundheit erfreute.
Und Len war froh, als Yoko wieder kam. Fast schon sehnsüchtig blickte er sie an und wünschte sich stumm, sie würde sich zu ihm setzen und ihm erklären, warum er so heftig zitterte und sich den Arsch abfror. Ihm kam es nicht über die Lippen. Zwar hatte er stammelnd angesetzt, aber er stotterte zwischen schlotternden Zähnen eh nichts Sinnvolles hervor.
Es war vielleicht doch der kalte Boden..., oder ich habe mir ein Virus eingefangen, oder...
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 19:27

Yoko kam frisch und voller Lebensgeister wieder ins Wohnzimmer. Verlor allerdings an Farbe, als sie sah, wie Len zitterte. Da musste sie sich einfach dicht neben ihn setzen. Nahm die Tasse kurz selbst und umarmte ihn. Drückte ihn fest an sich – was in aller Welt war mit ihm los? Er war schweinekalt und ihn liefen Schweißperlen von der Stirn. „Morgen… was ist denn…?“ Sie ließ ihn wieder los, gab ihm die Tasse zurück und sah ihm in die Augen. „Du siehst schrecklich aus, Schatz.“, meinte sie ohne irgendeinem Hohn oder Ironie in der Stimme, nur mit einem schiefen Lächeln. Sie legte ihm die Hand auf die Stirn. Fieber. Jetzt machte sie sich wirklich Sorgen. Fieber, Schweißausbrüche, Schüttelfrost. An sich wären das alles Symptome einer Grippe, aber Yoko war bekanntlich paranoid, also schob sie es auf die Leute hier. Miki war gerade wieder nach draußen gegangen, weshalb sie ihn fragen konnte. „Was hast du gestern noch gemacht? Also… hast du irgendetwas genommen? Haben die dir noch etwas gegeben? Gott… die Essiggurken. Die hast doch nur du gegessen? Hast du sie ausgekotzt? Die, die wollen uns hier festnageln! Umbringen wollen sie uns! … Dich!“ Sie sprang von der Couch wieder auf und griff nach seiner Hand. „Len, wir müssen hier weg. Bitte.“ Die junge Frau stand unter Schock. Hatte Panik, war hysterisch und wollte nur noch von hier weg. Weg von diesen Leuten. Weg von diesem verlorenen Dorf. „Ich hab so versagt… dabei hab ich doch gemeint, dass ich auf dich aufpasse. Scheiße. Scheiße!“ Ihre Stimme ging unter und sie sah ihn flehend an, winselte noch irgendetwas Undeutliches und – oha – stand eindeutig nahe den Tränen. Da hatte sie eine Person, die sie über alles liebte, mehr als ihr Leben und ihn beschützen wollte, da versagte sie einfach so. So… so kläglich.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 19:51

Wenigstens war Yoko vollkommen videl und aufgeweckt. Das war ein Trostpflaster. Aber auch nur ein schrecklich kleines, wenn er ehrlich war. Denn wenn es einem wirklich hundsmiserabel ging, dann konzentrierte man sich von allein auf sich selbst. Jedenfalls ging es ihm im Moment so und er war unheimlich froh, als sie sich erbarmte, sich zu ihm zu setzen. Ohne ein Wort zu sagen wurde ihm die Tasse entrissen. Fast, als hätte er das Fass verloren, an das er sich als Ertrinkender geklammert hätte, sackte er in sich zusammen und ließ sich umarmen. Die Wärme ließ ihn wenigstens nicht völlig den Verstand verlieren. Wie konnte es nur so schrecklich kalt sein? Er war doch nicht in Sibirien! Okay, er war bestimmt mindestens achthundert Meter über normalem Boden und die Regenwolken deuteten auf schlechtes Wetter – aber so kalt? Er schüttelte den Kopf. Er war nicht allein, da konnte er nicht einfach vor sich hinvegetieren und kein Sterbenswörtchen sagen. Kaum hatte Len seinen Tee wieder, lehnte er sich zurück. Die Couchgarnitur war weich und gepolstert, aber viel mehr konnte sie ihm nicht bieten.
Er wollte eigentlich sagen: Wenn ich 'Nichts' sage – dann glaubst du mir das nicht, oder? Aber stattdessen gab er nur sinnlose Wortfetzen von sich. Nachdem er sich einmal auf die Zunge gebissen hatte und all seine Konzentration zusammen raffen konnte, sagte er mit gezwungenem Lächeln: »Tod durch mangelnde Aufmerksamkeit.« Ein läppischer Spaß. Sicherlich würde dieser nicht zur Stimmung beitragen. Allerdings genauso wenig ihre Worte, sodass Len ihr nur einen schiefen Blick zuwarf. »Danke.«
Die Berührung an seiner Stirn hatte er ehrlich gesagt nicht kommen sehen, sodass er zurückzuckte und der Tee ihm heiß über die Finger schwappte. Allerdings freute er sich darüber ein wenig und überlegte wirklich, ob er nicht den ganzen Tee über sich auskippen sollte... Als sein Verstand wieder halbwegs arbeitete, wurde der Gedanke sofort wieder verworfen. Verständlich.
So ruhig er eben konnte, hörte er sich ihre Verschwörungstheorien an – und fühlte sich glatt bestätigt. Und wenn er ehrlich war, auch ein bisschen verarscht. Sollte sie schlussendlich Recht behalten, in ihrer paranoiden Art? Warum sonst sollte Miki so verstört sein und kein Anderer anwesend? Die Frau wollte ihr Kind und den Schwiegervater vor dem Anblick bewahren. Oha. Vorgestern ist sie die, die fast stirbt. Heute verrecke ich – was ist das? Das kann's doch nicht sein... Erstaunlicherweise nahm der Nukenin es erstaunlich gelassen und mit Humor. Da hatte er so viel überlebt und starb an einer Essiggurke.
»Ich hab übrigens alles ausgekotzt«, kommentierte er nur trocken und stellte die Teetasse ab. Noch einmal schwappte ihm das heiße Getränk über, aber dieses Mal hatte er nicht die Zeit dazu, darüber nachzudenken. Allgemein wurde es schwerer, überhaupt einen Gedanken zu fassen. Nun ja. Das Leben war hart. Wieder mal.
Erst jetzt, wo er die Tasse nicht mehr hielt, stand er auch auf, immerhin zog und zerrte Yoko an seiner Hand herum. »Alles was du willst«, murmelte Len undeutlich und sah sich nach seiner Tasche um – nur um zu bemerken, dass er sie ja noch umgehängt hatte. Also war alles in Butter. Es konnte losgehen.
Aufmunternd lächelte er sie an. »Ist nur 'n Schnupfen.«
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Do 04 Aug 2011, 20:36

„Da-Das ist nicht lustig, nicht zum Scherzen!“, schnaubte sie und fuchtelte mit ihren Armen etwas rum. Er zuckte sogar zusammen, als sie ihn nur an der Stirn berührte! „Bitte.“, meinte sie knapp. War es doch einfach eine Angewohnheit auf ein Danke ein Bitte, Gern Geschehen oder ähnliches zu erwidern.
„Na, ist auf jeden Fall etwas erfreuliches, dass es nicht mehr ganz in dir drin ist.“
Auf jeden Fall stand er endlich auf. Wie froh sie nun darüber war. Hatte es also etwas gebracht sich über seine Hand herzumachen. Sie selbst warf sich ihren Rucksack wieder über, nahm danach wieder seine Hand, um loszugehen. Nur raus hier. Nur… Nur… - super, nun brachte sie selbst auch keine richtigen Gedanken mehr zu Ende. Sie wollte die Tür zu ihrer Freiheit öffnen – Donnergrollen im Hintergrund – sie war verschlossen. „Siehst du?!“, quiekte sie nun recht panisch auf und rüttelte an der Tür. Der Schlüssel steckte doch noch… sie kommentierte es mit einem Schweigen (haha…) und sperrte auf, konnte endlich die Tür öffnen und der kalte Wind, kam ihr entgegen und brachte sogar einige Tropfen mit. Verdammt beschissenes Wetter!, wie sie feststellte. Aber solange es nicht hagelte…
Die Utsukushi nahm wieder Lens Hand und ging mit ihm nach draußen. Wollte ihn jetzt nicht noch verlieren. Zur Not würde sie ihn eben nach Kumo tragen. Sie würde das schon schaffen, wo das Gewicht wohl nicht so das Problem darstellen würde, viel mehr die Größe. Große Menschen waren immer so… unhandlich.
„Wenn du nicht mehr kannst, sag es mir dieses Mal bitte. Versprich es mir.“
Genau jetzt wünschte sie sich, dass sie nicht doch auch sowas wie Rinto hätte. Dann müsste er nicht laufen, denn sie bezweifelte, dass er genug Chakra und Konzentration für das Jutsu hatte. Allerdings war es ja eine Überlegung, einen Versuch, wert. „Kannst du Rinto rufen?“ Sie hoffte, dass ihre Worte ankamen. Der Wind pfiff in einer beachtlichen Lautstärke, da konnte schnell mal ein Wort, oder ein ganzer Satz, verschluckt werden.
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Bergdorf
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