Yorashi - Der Abendsturm


 
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Leitfaden
Die drei Schatten
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 Bergdorf

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BeitragThema: Bergdorf   Di 02 Aug 2011, 19:44

Weit oben im Gebirge Kaminari no Kunis, auf einem Plateau, liegt ein kleines, ruhiges Dörflein. Kaum zweihundert Seelen nennen diesen Ort ihre Heimat und es gibt nur zwei Wege, es zu erreichen:
Einmal von Kumogakure aus, wenn man den Weg von dort durch das Gebirge nimmt. Und den Weg aus dem komischen, kleinen Land zwischen Hi no Kuni und Kaminari no Kuni durch das Gebirge. Die Häuser sind einfach gehalten, schließlich ist es schwierig, die Materialien heranzubringen, um ein wirkliches Dorf zu bauen, auch, weil es oberhalb der Baumgrenze liegt. Es gibt lediglich drei Straßen, die sich noch nicht einmal Straßen sind, weil sie lediglich aus eingetretenem Kies bestehen. Die Leute sind gutgläubig und gastfreundlich.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Di 02 Aug 2011, 20:23

Yoko hielt es für die beste Option, dass sie einfach mal schwieg. Beide waren sie schlafhungrig, ausgelaugt, einfach halbtot. Da würde sie nun keinen Streit mit ihm über so nichtige Dinge herausfordern.
„Hatte ich nicht vor… nur wäre es doch auch gerecht, dass du wenigsten dabei die Wahl hast, wenn du sie mir schon bei etwas anderem geschenkt hast.“
Sie lächelte schief. Seine Müdigkeit war ansteckend und sie hielt sich im nächsten Moment die Hand vor dem Mund, um zu gähnen.
Da er dann auch einen Vorschlag machte, nickte sie, hing immer noch an seinem Arm und ging deshalb also mit ihm zu dem besagten Haus. Er klopfte an und im ersten Moment tat sich nichts, sodass auch die Utsukushi mal dagegen klopfen wollte, als die Tür aufgerissen wurde und ein Mädchen, wohl im zarten Alter von acht, neun Jahren, öffnete. Sie fragend anblickte, dann aber schon nach ihrer Mutter rief und die Tür doch lieber wieder zuknallte. Der Frau wohl von diese komischen Gestalten von der Tür zu berichten schien. „Wie nett Kinder doch sein können.“, meinte sie daraufhin recht trocken und ließ Len nun auch mal los, um sich zu strecken. Nicht ganz einen solch toten ersten Eindruck bei der kommenden Person zu hinterlassen. Denn Schritte schienen immer näher zu kommen.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Di 02 Aug 2011, 20:37

[CF: Bergweg]

Gut, dass sie schwieg! Sie tat sich wirklich gut darin. Aus irgendeinem Grund hätte er wohl sinnlos angefangen zu schreien, hätte sie ihm jetzt noch irgendwo reinreden wollen. Aber so viel, wo man reinreden konnte, gab es ja eigentlich nicht. ... Er war also einfach nur sinnlos angefressen, bestimmt nur gereizt, weil ihm eindeutig der Schlaf fehlte.
»Oha, dann hast du ja schon dein zweites Geschenk von mir erhalten«, sagte Len mit relativ kleinem Interesse, weil es einfach so weit vom Thema abfiel – der Auswahl eines geeigneten Schlafplatzes. Es wäre recht nett, sollte jemand öffnen, da sie dort einfach eine ganze Weile herumstanden, bevor ein Kind mit großen Augen zu ihnen hochsah und dann schreiend weglief. Er hob eine Augenbraue und starrte die wieder geschlossene, massive Holztür vor sich an. Da Yoko ihn auch wieder losgelassen hatte, konnte Len noch einmal in einer verzweifelten Geste das Gesicht in beide Hände legen, bevor er mit einem leidenden Gesichtsausdruck zu ihr herüber sah. »Wir waren nie so schlimm, nicht wahr?« (so desu ne? :D)
Erst, als die Schritte lauter wurden, die sich in Richtung Tür bewegten, strich sich Len prüfend durch Haar und Kleidung und zauberte wieder das freundlichste und charmanteste Lächeln auf seine Lippen, das er aufbringen konnte, ohne dabei äußerst gezwungen und gestellt zu wirken. Immerhin konnte die Frau Mama ja geschieden oder Witwe sein und nett darauf reagieren. Oder sie war lesbisch geworden und freute sich über die gut aussehende Yoko. Weswegen Len auch dieser noch einmal durch das vom Wind zerzauste Haar fuhr, um es zu richten. Einen tadellosen Eindruck machen – das konnte er trotzdem bei Weitem nicht. Fühlte sich auch wie ein Wegelagerer. Gute Voraussetzungen!
Jedenfalls öffnete dann die Tür und die Frau Mama stand im Türrahmen, mit vor der Brust verschränkten Armen, einem gefährlich aussehendem Nudelholz in der Hand und mit einem kleinen Mädchen am Rockzipfel hängend.
»Was kann ich für Sie tun?«
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Di 02 Aug 2011, 21:03

Die Utsukushi zog ihre Brauen zusammen, sah ihn an. „Was ist denn mit dir los?“, fragte sie ihn dann doch noch wieder. Vielleicht sogar mit einem vorwurfsvollen Unterton. Seitdem sie wieder auf dem Gebirgsweg gelangt war, war er von ihr enttäuscht und angefressen. Gut, zwischendurch mal nicht, aber jetzt schon wieder. Zumindest kam es ihr so vor – wäre es ihm etwa lieber gewesen, wenn sie nicht mehr hoch gekommen wäre? Wenn er das wollte – bitte, ein Wort genügte und sie wäre weg. Sie würde nicht bei ihm bleiben wollen, wenn er unglücklich sein würde… Tja, doof für sie, dass sie mal wieder vergessen hatte, dass sie noch an seinem Arm gehangen war.
„Ich glaub ich war damals schlimmer.“,
antwortete sie mit einem Schulterzucken und verschränkte die Arme wieder mal vor der Brust. Defensive Pose, die gern alles und jeden von sich abprallen ließ.
Dass er ihr durch die Haare fuhr, nahm sie hin. Sie wusste ja selbst, dass sie gerade nicht toll aussehen musste. Alles andere als toll. Dann wurde aber auch schon – Gott sei gedankt – die Tür ein weiteres Mal geöffnet. Yoko deutete eine Verbeugung an. „Entschuldigen Sie, dass wir Sie nun belästigen, aber ihr Nachbar gegenüber meinte, dass Sie vielleicht ein Gästezimmer haben, indem wir die Nacht vielleicht verbringen könnten?“, stellte sie dann auch schon die Frage, wieso sie hier waren. Yoko hoffte wirklich, dass sie eine schnelle Antwort bekommen würde. Ja, oder nein. Denn sonst würden sie in den Ziegenstall gehen. Und viel gehen wollte sie langsam wirklich nicht mehr, was wohl daran lag, was auch dem kleinen Mädchen auffiel, das aufgebracht an dem Rockzipfel zog und auf Yokos linken Fuß deutete. Dabei zeigte man doch nicht mit dem nackten Finger auf einen Menschen. „Das… ich bin ausgerutscht.“, beeilte sie sich zu erklären. Zuckte mit den Schultern, um hoffentlich zu verdeutlichen, dass es nichts ernstes war. mussten diese Leute ja nicht erfahren.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Di 02 Aug 2011, 21:15

Resigniert seufzte er auf und sah Yoko entschuldigend an. »Ich bin einfach nur total fertig.« Tut mir Leid, wenn du das nicht verstehst, verdammt. Denn er hatte die letzten, mittlerweile beinah drei, Tage höchstens eine halbe Stunde Schlaf bekommen. Sie konnte zumindest mit etwas mehr aufwarten. Dementsprechend sah er auch aus. Die Augenringe wegzukaschieren würde sicherlich Tonnen von Make-Up benötigen – wenn er denn eine Frau wäre und sich schminken würde. Oder aber eine Transe, aber Luigi hätte er für den Gedanken beinah umgebracht, also sollte er nicht auch noch damit beginnen.
»Ach so? Mh«, machte Len nur. Ihm fiel in seiner abgrundtiefen Müdigkeit eben nichts mehr ein. Kein schlagkräftiges Wörtchen. Nur für ein lahmes »Mh« reichte es. Er hätte sicherlich Anekdoten über sein jüngeres Ich erzählen können, aber dazu war er gerade ein wenig zu gestresst.
Die Frau sah Yoko noch einen Moment misstrauisch an, bevor sie auch schon freudestrahlend die Tür aufstieß und hineindeutete. »Das ist richtig!« Als Lens Blick demonstrativ aufs Nudelholz fiel, rieb sich die Frau peinlich berührt am Hinterkopf und meinte, ohne gefragt zu werden: »Ich wollte das schon immer mal machen. Die dummen Gesichter sehen, und so was.« Sie deutete erneut in die warme Stube. »Ihr braucht nicht schüchtern sein! Wir haben nicht oft Gäste und freuen uns.«
Unwillkürlich musste Len an Hänsel und Gretel denken. Was war, wenn sie sie essen wollte?
Mitleidig sah die Frau dann auch zu Yokos Fuß hinab, als das Mädchen so frei war, darauf zu zeigen, wie eine Wahnsinnige.
»Sieht übel aus. Aber wir haben einen Erste-Hilfe-Kasten, wenn das hilft. Ach! Und eine Menge Alkohol im Vorratsraum«, sie lachte wiehernd auf. »Mein Name ist übrigens Miki Sato. Und das ist Nami, meine Tochter. Irgendwo auf dem Sofa sitzt auch noch mein Mann, Hermann.«
Wenn Len ehrlich war, würde er jetzt gerne einfach die Frau und ihr lästiges Blag zur Seite kicken und ins nächstbeste Zimmer stürmen, um dort ins Bett zu fallen.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Di 02 Aug 2011, 21:44

Yoko nickte wieder einmal. Wusste auch nicht mehr darauf zu antworten. An sich wusste sie es ja, dass er kaum geschlafen hatte. Zumindest waren ihr die gut letzten 24 Stunden bekannt, aber trotzdem… es machte sie einfach krank, wenn sie sich beinahe wirklich stritten. Früher, gut, da war ihr sowas recht gewesen. Da suchte sie den Streit mit ihm, aber heute? Heute wollte sie das nicht mehr. Wollte sich wenn dann einfach nur normal mit ihm unterhalten und und…. wieder seufzte sie auf.
„Sicher, hab irgendwas nach den Leuten geworfen.“,
meinte sie beiläufig. Am Anfang waren es Kuscheltiere, Stifte und sonst noch kleine ungefährliche Dinge gewesen, die sin ihre Finger bekommen hatte. Nachdem sie auf die Akademie kam, waren es Shuriken und ähnliches. Weshalb ihre Eltern ihr diese damals immer abgenommen hatten, wenn sie Zuhause war, oder aber sie mussten selbst schnell genug an der Tür sein. Tja, sie war schon ein fleißiges kleines Ding gewesen. Zumindest bei manchen Bereichen im Leben.
Diese Frau war eigenartig, wie Yoko feststellen musste. Wechselte sie einfach mir nichts dir nichts wider ihre Stimmung. „So? Dann hoffen wir mal, dass unsere dummen Gesichter zufriedenstellend waren.“ Nun musste sie doch wieder müde grinsen. Wobei sie selbst wohl nur kurz die Stirn gerunzelt haben musste, im Unterbewusstsein ausgerechnet hatte, mit welcher Hand sie denn abblocken würde und wie vor allem wie so eine ungeübte Frau zuschlagen würde. Dann nickte sie aber und trat als erstes ein. Zog sich die Schuhe gesittet aus und stellte sie zu den anderen im Flur. „Danke, aber nicht notwendig. Ich hab selbst ein paar Sachen dabei. Auf einer Reise darf man ja nicht komplett unvorbereitet sein.", schlug sie den erste Hilfe Kasten ab. Sonst würden sie noch auf die Idee kommen ihr helfen zu wollen.
Yoko und vielen Dank, dass wir wirklich hier übernachten dürfen.“ Sie war müde und wollte nur noch ins Bett, also hoffte sie nun, dass sie vielleicht wirklich gleich gehen durften.
Anscheinend merkte selbst sie es und deutete zu der Treppe. „Das dritte Zimmer auf der rechten Seite. Aber wir müssen das Bett noch beziehen. Haben nicht so schnell mit Besuch gerechnet.“, plapperte sie und war weiter zur Seite gegangen, damit auch Len richtig rein konnte. „Das Bad ist gleich am Ende des Flurs hier, falls Ihr euch frisch machen wollt.“
Yoko nickte. „Dann nehme ich das Angebot gleich mal an und kümmere mich um die Verletzung. Ach, und Duzt mich ruhig.“ Sie verbeugte sich und verschwand im Bad.

So froh war sie wohl noch nie, dass sie eine Tür hinter sich schließen konnte und sank an dieser auf den Boden. Lehnte sich zurück und verharrte einige Herzschläge so, ehe sie sich wieder aurappelte und sich unter die Dusche stellte. Nachdem das gemacht war, sie wieder ansehnliche Kleidung anhatte und Erstversorgung bei ihrem Bein praktiziert hatte, hieß es sich daran zu erinnern wo das Gästezimmer war. Sie hatte keine dreiviertelte Stunde gebraucht, aber jetzt würde das Zimmer doch garantiert schon fertig sein – hoffte sie.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Di 02 Aug 2011, 22:00

Eine schwer zu ertragene Stille kehrte ein, während sie auf das erneute Öffnen der Tür gewartet hatten. Nun ja, man musste damit leben. Zwar tat ihm das wirklich alles irgendwo Leid, aber ihm fehlte im Moment einfach der Kopf dazu, um sich dem »Ernst der Lage« bewusst zu werden.
»Ah... Wie entzückend«, kommentierte Len mit fehlendem Enthusiasmus. Er konnte sich gerade nicht einmal mehr vorstellen, wie Yoko Dinge nach irgendwelchen, ahnungslosen Leuten warf. Dabei passte dies total in sein Bild, das er sich von ihrer Kindheit gemacht hatte...
Kurz hatte er sich gefährlich in Richtung Wand geneigt, konnte sich aber rechtzeitig wieder gänzlich wach rütteln und von ebenjener Wand abstoßen. Er erntete einen wirklich schrägen Blick von Miki, aber er winkte nur schief lächelnd ab. Keine Zeit für unnötige Erklärungen. Wäre ja auch merkwürdig, dabei war die Aktion merkwürdig genug gewesen... Len konnte sich nicht einmal dazu aufraffen, in einem ordentlich Wortschatz zu denken.
Miki klatschte in die Hände und freute sich ein Eis, bevor sie sagte: »Eindeutig! Nie so dumme Gesichter gesehen! Nur ein Scherz, nur ein Scherz. Nehmt es mir nicht übel.« Sie zwinkerte fröhlich und trat zur Seite, um Yoko Platz zu lassen. Nickte ab, dass die Reisende sich selbst versorgen konnte und plauderte weiter mit ihr. Sagte, dass es doch keine Ursache machte. Dass wohlmöglich die Moritas von Gegenüber kommen würden, um mit ihnen gemeinsam Kohlsuppe zu essen. Dass Hermann junge Leute gut leiden konnte, weil sie ihn an sich erinnern, als er selbst noch jung war. Dass Hermann allgemein viel mochte, und sehr oft zustimmte, aber auch nur, weil er stockenalt und taub war. Dass es das dritte Zimmer auf der rechten Seite war, aber das Bett noch bezogen werden musste. Dass sie nicht mit Besuch gerechnet hätten. Dass das Bad am Ende des Flures sei, falls sie das Bedürfnis nach Frische hätten.
Len war übrigens mittlerweile, gegen den Türrahmen gelehnt, eingeschlafen.
Als Yoko auch schon in Richtung Bad unterwegs war, zog Nami an dem Rock ihrer Mutter, um sie auf den eben erwähnten Missstand aufmerksam zu machen. Miki rief etwas aus, was an »Du gütiger Gott!« erinnerte und schliff ihn mehr, als dass der schlaftrunkene Len hinterherstolperte, ins Wohnzimmer, wo er für den Moment auf dem Sofa abgesetzt wurde. Hermann saß im Sessel gegenüber, schenkte Len ein zahnloses Lächeln, der nur mühsam den Kopf heben und nicken konnte und sah dann wieder zu seinem Buch, das in extragroßer Schrift geschrieben war.
Irgendwann wurde er erneut geweckt - langsam wurde es für ihn zur Qual – und in Richtung des dritten Zimmers auf der rechten Seite geschliffen und zum Bett bugsiert. Es wurde Gute Nacht gesagt. Len salutierte und fiel vornüber. Er hatte nicht einmal die Zeit dazu, die Schuhe auszuziehen.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 09:31

Yoko warf Len dann doch wieder einen etwas besorgten Blick zu, als dieser beinahe einfach nach vorne gekippt war. Aber dann wurde ja gequasselt… und gequasselt. Na hoffentlich würden sie dann im Zimmer ihre Ruhe finden. Zumindest im folgenden Bad hatte sie ganz ihre Ruhe. War im Übrigen auch auf dem Klo gewesen.

Nun ging sie aber auf leisen Sohlen in Richtung Treppe. Es war direkt angenehm mal wieder in einem kurzen Pyjama zu stecken. Gerade, als sie die ersten Stufen raufging, die knarrten wie noch mal was, wurde sie auch wieder von Miki abgefangen. Diese quasselte schon wieder etwas. Davon, dass der Junge draußen einfach eingeschlafen war, an der Wand gelehnt! Und nun im Bett lag, ach und dann noch, dass das Kohlsuppe essen stand und es in einer halben Stunde fertig war. Yoko nickte ab, meinte, dass sie mal sehen würde, da sie selbst auch sehr müde war.
Endlich! Konnte sie dann hoch gehen und fand das Gästezimmer. Es war stocken dunkel, weshalb sie sich, nachdem sie auch noch die Tür geschlossen hatte, erst an diese Licht, bzw. Dunkelverhältnisse gewöhnen musste. Der Rucksack wurde am Rand abgestellt und sie ging zum Fenster, um dort die Vorhänge ein zwei Zentimeter aufzuschieben. Es war noch recht hell draußen, doch würde es wohl wirklich schon spät sein – Moment, sie wusste wie spät es sein musste. Halb sieben. Sie streckte sich und sah zu Len, der sich inzwischen recht breit im Bett gemacht hatte. Nun musste sie doch wieder lächeln. Sah es doch recht… süß aus.
Sie ging zu ihm rüber und strich ihm über den Kopf, gab ihm einen Kuss auf die Stirn und zog ihm anschließend die Schuhe aus. Musste ja nicht sein, dass man das Bett schmutzig machte und für die Füße selbst war es bekanntlich auch nicht so gut, wenn man ständig in den Straßenschuhen steckte. Er wurde noch ein wenig auf die Seite geschoben, damit sie die Decke unter ihm ganz rausbekam und dann zugedeckt. Sie nahm sich vor ihn noch zu fragen, wie lang er denn nicht geschlafen hatte.
Als erstes ließ sie sich an einer Wand runter sinken, gähnte und beschwor ihre beiden heilenden Kuchiyose. Das Plappermaul ließ sie in seiner Welt. Die Wunde bei ihr war ja eindeutig, brauchte also keine großen Erklärungen. Der Fuß wurde behandelt und es würde sich als etwas Langwieriges herausstellen. Wobei sie immer noch viel Glück hatte, dass er nur aufgeschlitzt wurde und nicht aufgestochen und abgerissen wurde. Zwischendurch wurde angeklopft und sie schloss darauf, dass das Essen nun wohl fertig war. Ja, Miki stand wohl an der Tür und sagte dies auch. Schien es dann aber zu lassen, als einfach keine Antwort kam.
Die Behandlung schien nur schleifend voran zu gehen. Aber es wurde etwas gemacht und das spürte auch die Utsukushi, die nun auch eingenickt war. Gut, dass sie ja genügend Chakra übrig hatte, war ja nicht so, dass sie sich diese Verletzung bei einem schweren Kampf zugezogen hatte. Also konnte sie nun auch getrost schlafen, während ihre Helferlein ihr übriges taten.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 11:50

Was soll man schon groß noch dazu sagen...? Len schlief – und das wie ein Stein. Bestimmt zum ersten Mal in seinem Leben konnte ihn wohl rein gar nichts mehr wecken. Während er in seinem schwarzen Delirium hing, passierten allerhand Dinge, von denen er gar nicht erst Notiz nahm. Nicht einmal einen Traum träumte er, sodass die Zeit einfach davon flog, wie ein Jagdfalke, der seine Beute fangen wollte.
Erstmals machte er die Augen wieder auf, als plötzlich an der Tür gehämmert wurde, wie als würde das ganze Haus in Flammen stehen.
»Frühstück steht auf dem Tisch, falls ihr Hunger habt!«, rief Miki fröhlich herein. Ihre Tochter, Nami, plärrte irgendetwas davon, dass die Fremden ausgesehen hatten, wie Zombies und jetzt sicher ihre Ruhe bräuchten. Len hegte zum ersten Mal so etwas wie Symphatie für das Kind, drehte sich auf die andere Seite und schlief weiter.
Das nächste Mal wachte er dann endgültig auf – hatte ja auch genügend geschlafen. Diesmal klopfte es zum Mittagessen, oder: Es wurde informiert, dass um halb zwei gegessen wurde und deswegen in einer halben Stunde das Essen auf dem Tisch stehen würde. Kurz herrschte wieder Stille und es wurde gefragt, ob sie noch am Leben wären.
Zerzaust, wie er war, sprang Len aus dem Bett – verhakte sich dabei unelegant in der Decke. Hatte gar nicht gemerkt, dass er irgendwie unter die Decke gekommen war – und ging zur Tür herüber. Er öffnete sie, sagte, dass er sich freuen würde, am Essen teilzunehmen, er aber noch ein wenig Zeit bräuchte. Miki war befriedigt, Nami verstört und er, er stapfte zu seiner Tasche, die neben dem Bett gelandet war und deren Inhalt sich frei über dem Boden verteilt hatte. Verärgert musste er den Kram wieder hineinstopfen und verzog sich dann aus dem Gästezimmer.
Auf dem Flur konnte er die kleine Nami noch einmal abfangen. »O-furoba wa doko desu ka?«, fragte er. (Wo ist das Bad? – Japanisch ist so fein! 8D) Immer noch verstört zeigte sie auf eine nahegelegene Tür, er dankte ihr recht herzlich (dômo arigatô gozaimasu – je länger, desto höflicher, ge?) und verschwand für einige Zeit im Bad. Es dauerte wohl länger als eine halbe Stunde, die er brauchte, um wieder fertig zu werden, aber da gabs auch viel zu restaurieren.
Als er das Endergebnis im Spiegel sah, seufzte Len unzufrieden auf. Er sah tatsächlich aus wie so eine Leiche – hager, blass, zerzaust. Egal, dass er die Haare gewaschen und durchgekämmt hatte, bis die Bürste voller ausgerissener Haare war. Da es im Haus wohlig warm war und er nicht gerade das Bedürfnis hegte, bereits weiter zu reisen, ließ er die zurückgebliebenen Haare einfach an der Luft trocknen und stolzierte dann in einem Kapuzenpulli und einer einfachen, dunklen Jeans wieder aus dem Bad heraus. »Bei Gelegenheit« konnte er auch mal seine Tasche aussortieren, gerade, was verbrauchte Kleidung anging.
Die Tasche schleppte er wieder zurück ins Gästezimmer. Und erst jetzt, wo Len wieder hellwach war, fiel ihm auf, dass er ja irgendetwas vergessen hatte.
»Yoko?«
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 12:28

Yoko war in der Nacht einmal aufgewacht. Es war wohl gegen zwei oder drei Uhr gewesen. Sie saß immer noch in dieser Position, aber es leuchtete nichts mehr von den Heilkräften ihrer Eichhörnchen. Sie waren weg. Also mussten sie ihre Arbeit erledigt haben. Vorsichtig fasste sie sich an den Fuß. Gut, sie hatte einen Verband um, also konnte sie sich getrost auch richtig hinlegen. Wie es nun aussehen würde, das würde sie erst am nächsten Morgen sehen, wenn sie mal Licht hatte, denn das hier drinnen wollte sie nicht anmachen, nicht, dass Len deshalb noch aufwachte. Sie streckte sich ausgiebig und stand auf. Der Blonde schlief wohl wirklich wie ein Stein, denn er rührte sich keinen Zentimeter, als sie über ihn kraxelte um auf die Wandseite des mittelgroßen Bettes zu kommen. Die zweite Decke wurde bis über den Kopf gezogen und sie schlief selbst auch wieder ein.
Nur wenige Stunden waren vergangen, als gegen die Tür gehämmert wurde und sie rollte sich mehr oder weniger ein. Zumindest, zog sie die Füße hoch, brummte kurz und presste die Decke gegen die Ohren. Herrliche Ruhe trat wieder ein. So stark fiel sie wieder in den Schlaf, dass sie das nächste Klopfen nur vage mitbekam. Unter so einer Decke war aber auch alles leiser. Das Bett bewegte sich und es polterte. Sie schloss daraus, dass Len sich erbarmt haben musste ein Lebenszeichen von ihnen zu geben. Sie selbst streckte sich nur kurz durch, ehe sie wieder die Position von vorhin einnahm. Sie musste ja direkt mickrig wirken… Nun ja, so war es ihr aber richtig schön warm. Dadurch bekam sie auch Lens leises Yoko nicht mit.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 12:43

Nach einer ausgiebigen Musterung des Zimmers – durch dessen dicke, graue Wollvorhänge wirklich kein Lichtlein drang – stellte er fest, dass Yoko entwender nicht da, oder aber dieses Knäuel war, das aus einer getürmten Decke bestand. Er lächelte schief und schloss die Tür leise hinter sich, als er den Raum wieder verließ und stattdessen in den Wohnsaal ging, den er am vorherigen Tag schon kennengelernt hatte. Dort saß auch Hermann, in seiner Hand hielt er eine Schüssel. Ach, und der verrückte Nachbar Morita hatte es sich mit einer Schüssel gemütlich gemacht, fletzte sich so richtig in die Couchgarnitur. Eine Weile stand Len wie angewurzelt im Türrahmen, bevor Morita ihn aufgeregt winkend zu sich winkte.
»Du kannst meine Suppe haben!«, rief er fröhlich. Hermann nickte begeistert. Len lehnte dankend ab. Allerdings setzte er sich – mit gefühltem gewaltigen Abstand – zu Morita auf das Sofa und wartete gespannt, was der Tag denn noch bringen würde. Nun ja, Miki stolperte in das Wohnzimmer, machte auf dem Absatz kehrt und kam schließlich mit zwei weiteren Schüsseln zurück. So, wie das Zeug roch, war es garantiert Kohlsuppe vom Vortag. Nami kam mit ihrer eigenen, kleinen Kinderschüssel zurück. Mit Katzenmuster. Und ihr Löffel war ein roter Plastiklöffel. Vielleicht biss sie ja immer zu sehr auf die normalen Löffel und ihr fielen die Zähne aus...? Möglich wars ja...
Auf jeden Fall setzte sich Nami mit noch größerem Abstand zu ihm hin, als er zu Morita aufgebaut hatte. Und zwar setzte sie sich in einen Sessel in der Ecke des Raumes, wo sie alles im Blick hatte.
»Habt ihr angenehm geschlafen?«, baute Miki schließlich eine Konservation auf, als Len bereits begann, dieses schleimige Etwas hinunterzuwürgen.
»Ich habe Yoko noch nicht gesprochen... Aber ich habe sehr gut geschlafen, danke.«
Eine Weile sahen ihn alle erwartungsvoll an, als würden sie erwarten, dass er irgendetwas sagte. Lange schwieg er, bis ihm auffiel, dass er sich noch gar nicht vorgestellt hatte.
»Mein Name ist übrigens Len«, sagte er und alle schienen vollkommen begeistert – wie immer. Nur Nami eben nicht. Aber Nami war sowieso ein Pflegefall für sich.
Nachdem die Schüsseln alle leer und die Bäuche gefüllt waren, schlug Morita vor, dass sie vielleicht gemeinsam Würfeln könnten. Ein Spiel am Nachmittag machte doch immer Spaß! Bevor Len sich herauswinden konnte, wurde ihm schon der Kniffelbecher in die Hand gedrückt. Sogar Nami wagte sich an den Wohnzimmertisch heran und setzte sich neben Len, nachdem er gar nichts, dafür Morita neben ihm aber beim ersten Wurf ein Full-House für sein Kniffelblatt herausgeschlagen hatte. Sie begründete es damit, dass er Glück bringen würde.
Das war die Begründung! Len brachte Glück – und sammelte dafür das ganze Pech ein.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 13:53

Yoko schlief noch gut zwei weitere Stunden, bis sie endgültig aufstand. Sich wieder streckte und aus der Decke wand. Wahrscheinlich war sie auch nur wegen ihrem nun grummelnden Magen geweckt. Sie setzte sich an den Rand des Bettes, rieb sich die Augen und holte ihren Rucksack zu sich. Er war im Übrigen immer noch nass… Sie nahm alles raus und sortierte nach nassen und trockenen Dingen. Die nassen würde sie erst mal irgendwo zum trocknen legen müssen. Vorerst musste der Stuhl ausreichen, den sie nun auch erkannte. Das Fenster wurde geöffnet und eine warme, frische Sommerluft durchströmte das Zimmer.
Sie nahm sich komplette Wechselkleidung mit. Unterwäsche, eine Bluse mit feinen rosa und roten Streifen und dazu einen weißen Crashrock, der ihr wieder bis knapp über die Knie reichte. Sie wollte hier ja einen möglichst… normalen Eindruck machen. Damit verließ sie dann auch schon das kleine Zimmerchen und tapste die knarrenden Treppen runter, verschwand auch gleich im Bad, wo sie sich nur noch frisch machen musste – immerhin hatte sie ja erst gestern Abend geduscht - anzog, Haare bürstete. Die übliche Prozedere nun mal. Feuchtigkeitscreme ins Gesicht und als sie wieder rauf getigert war, sie musste ja auch ihren Pyjama wieder wo hinbringen, noch ein wirklich dezent riechendes Parfüm.
Nachdem das getan war, polterte sie nun wieder die Treppen runter. Die Eichhörnchen hatten übrigens hervorragende Leistung vollbracht! Würde man die Wunde nun sehen, würde man wirklich nur meinen, sie wäre nur blöd gefallen. Aber sie hatte ja noch zusätzlich wieder einen Verband um. Musste man ja trotzdem nicht sehen. Die Utsukushi folgte dem Geräuschpegel. Schien ja gerade heiß her zu gehen, was das Spielen betraf! Sie lehnte sich an den Türrahmen an und beobachtete das Szenario. „Guten Morgen~.“, trällerte sie schließlich und trat ein. Nach so einem langen Schlaf musste man einfach wieder gut drauf sein!
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 14:03

Es ging in die achtzehnte Runde. Ja, sie spielten bestimmt schon drei Stunden und kein einziges Mal hatte Len gewonnen. Miki war mit einem Sieg zwar nur knapp besser als er, aber irgendwie war es doch deprimierend, wenn man keinen einzigen, geglückten Wurf bekam. Nami und Morita hingegen, die waren gleich auf. Beide sechs Runden gewonnen. Der äußerst stille Hermann heimste dementsprechend die restlichen vier Siege ein.
Nun ja, auf jeden Fall hatten sie bisher drei Kannen Kaffee gelehrt – den Len immer heimlich zu Morita weiter geschoben hatte – zwei mit Kakao und eine Packung Milch. Drei Pakete Kekse waren drauf gegangen. Gegen drei Uhr hatte sich Moritas Frau, Frau Morita eingefunden. Sie hatte die ganze Zeit zugesehen und sich die Kekse in den Rachen gestopft. Erst jetzt, in der achtzehnten Runde, schloss sie sich an.
Len hatte mal wieder das Recht, als Verlierer, zu beginnen. Er schüttelte den Becher, die Würfel klackerten mit dumpfen Geräuschen in ihm und wollte ihn gerade umdrehen, als Yoko im Türrahmen auftauchte. Während er überrascht den Kopf hob und dann mit einem Lächeln erkannte, dass sie tatsächlich endlich aufgestanden war, rollten die Würfel aus dem Würfelbecher und – Nami sprang auf und schrie etwas von Ungerechtigkeit. Len, vom Geschrei alarmiert, wandte sich seinem Ergbnis zu und freute sich einen Ast ab, als er einen Kniffel geworfen hatte. Mit einem Wurf! Nicht bei drei – bei einem Wurf!
»Entschuldigt mich kurz«, sagte er lachend und fing eine von Namis kleinen Fäustchen ab, die versuchte, ihm den Oberschenkel abzuschlagen. Er drängelte sich an Morita und Frau Morita vorbei, nahm Yoko wortlos bei der Hand und zog sie hinaus in den Flur.
Kaum aus dem Blickfeld der gastfreundlichen Leute entflohen, legte Len seine Arme um ihre Taille und küsste sie zärtlich. »Tut mir Leid, wegen gestern...«, flüsterte er und sah sie mit dem Blick eines begossenen Pudels an.

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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 14:40

Da wollte sie gerade in dem Raum gehen, als Len sie schon wortlos aus den Raum zog. So schnell konnte es nun mal gehen. Recht überrascht sah sie den Blonden an, wollte fragen, was war, als sie auch schon in den Arm genommen und geküsst wurde. Da blieb ihr gar nichts anderes über, als diesen zu erwidern. So schnell er kam, so schnell war er auch wieder zu Ende und er entschuldigte sich. Sie schüttelte den Kopf, musste sich in dieser Situation gerade erst wieder zurechtfinden und erinnerte sich an den gestrigen Tag. Der war ja nicht ganz so gelaufen. „Schon in Ordnung… aber sag in Zukunft einfach von dir selbst aus, wenn wir Rast machen sollen, oder zumindest, dass du als erstes schlafen möchtest, ja? Ich hätte ja auch die erste Wache schieben können.“, antwortete sie ebenso leise und schmunzelte leicht. „Du hast heute kein Hemd an.“, fiel ihr schnurrend auf und sie legte ihre Hand an seine Brust, beugte sich noch mal hoch, um sich einen Kuss zu holen. Wie sie es ja auch Beizeiten machen solle. Yoko konnte ihm einfach nicht lange böse sein, was wohl auch mit der anfänglichen Liebe zusammenhing. Außerdem hatte er ja in manchen Punkten wirklich recht damit sauer auf sie zu sein. Sie schloss die Augen und genoss einfach den Moment, drückte sich an ihn - mal wieder.
Ein allgemeines Raunen ging durch das Wohnzimmer. Musste also gerade einer spioniert haben und es weitergegeben haben, dass sie sich geküsst hatten. Demnach nicht Verwandte, oder Freunde waren, wie sie wohl angenommen hatten. Aus diesem Grund löste sie sich auch widerwillig von seinen Lippen. „Wir sollten wieder reingehen – was spielt ihr denn so?“, lenkte sie das Thema um, ging wieder einen Schritt von ihm weg, hing allerdings noch immer an seinen Augen. Sie hatte den richtig wachen Len wirklich vermisst.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 15:04

Erwartungsvoll sah Len sie an und seufzte erleichtert auf. Yoko verzieh ihm. Sie musste wirklich viel von seiner Seite aus ertragen... Da bekam er ja glatt noch einmal ein schlechtes Gewissen und senkte den Blick ein wenig, konnte sich aber nicht überwinden, sie loszulassen. Dazu war es zu schön, sie in die Arme geschlossen zu haben.
»Wie gesagt... Meine dummen Momente«, sagte er und lachte leise. »Außerdem habe ich da diesen Sprung in der Schüssel. Ich bin halt einfach so lang auf den Beinen, bis es nicht mehr geht. Wollte ja auch keinen allzu schlechten Eindruck auf dich hinterlassen.« Len lächelte sie gezwungen an und hob den Kopf wieder, schließlich war es unhöflich, seinen Gesprächspartner nicht anzusehen. Es war eine gute Idee, wie ihm auffiel, denn er liebte ihre Augen. Gut, er liebte einfach alles an ihr, aber es war eben wundervoll, ihr in die Augen sehen zu können – zu sehen, dass auch sie glücklich war. Das Funkeln, das von wirklicher Liebe zeugte. Ein Kribbeln breitete sich warm in seinem Bauch aus.
»Oh, es ist dir aufgefallen...«, nuschelte Len, bevor er auch schon ihre zierliche Hand auf der Brust und ihre seidenweichen Lippen auf seinen spürte. Seine Lider senkten sich von selbst, um sich gänzlich in den Kuss fallen zu lassen. Es war überwältigend. Immer noch. Er hoffte, dass er sie für immer behalten durfte.
Dementsprechend niedergeschlagen war er auch, als Yoko sich entfernte, wenn es auch vorerst nur Zentimeter waren, die sich zwischen ihren Nasenspitzen befanden. »Ah, diese neugierigen...« Er sprach es nicht aus. Er hatte Bastarde sagen wollen. Das wäre aber ungerecht gegen diese wirklich netten, gutgläubigen Leute gewesen, die sie aufgenommen hatten.
»Mh-hm...«, stimmte Len ihr zu und antwortete: »Kniffel. Ich bin nicht besonders gut darin.« Er schenkte ihr noch ein Lächeln, bevor er sie schließlich gänzlich loslassen musste. Schließlich trat sie von ihm weg und er musste wohl oder übel wieder in die Höhle des Löwen zurück.
Er entschuldigte sich erneut, dass er wohlmöglich den Spielfluss gestoppt hatte und zwängte sich wieder auf den Platz, auf dem er vorher gewesen war. Undeutlich kritzelte der Junge sein Kniffel auf das Blatt und streckte die Hand nach dem Würfelbecher aus.
Da konnte Miki nicht mehr an sich halten.
»Ihr... ihr habt euch geküsst! A-aber das dürft ihr doch gar nicht! A-außerdem... sie ist doch viel älter... und... große Schwester... und...«
Len legte den Kopf schräg und würfelte, während er die Frau musterte. »Ah... dürfen wir schon. Meine Schwester ist sie nicht – und das mit dem Altersunterschied müssen Sie gerade sagen!«
Jetzt sprach Hermann ein Wort. So taub war er also gar nicht. Und er war ein herrischer, herrischer Mann! »Red keinen Unsinn, Miki! Die sind beeindruckend! Und frisch! Und jung! Da ist man abenteuerlustig!« Daraufhin schwieg die Frau und Len konnte ordentlich zu Ende würfeln. Große Straße. Na, das lief doch schon besser, als vorher.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 16:44

Yoko lächelte schief. „Langsam kann ich fast nichts mehr dagegen sagen, dass du dumme Momente hast. Außerdem. Kenn ich doch schon mehrere Seiten von dir. Wir reisen ja nicht erst seit gestern gemeinsam durch die Gegend.“ Sie zwinkerte ihm vielsagend zu. Stimmt ja auch wieder irgendwo. Sie hatten sich ja gehasst, war auch eine Seite von ihnen, genauso hatten sie schon ein paar ‚nette‘ Gespräche gehabt. Zumindest gab es Momente, in denen sie sich auch schon unterhalten haben, ohne sich gegenseitig an die Gurgel zu springen. Aber es gehörte nun alles erst der Vergangenheit an, sie mussten schließlich auch mal in die Zukunft blicken. Apropos Zukunft, da fiel ihr ein, dass er Pläne schmieden wollte, wobei sie das hier wohl wieder erst auf eine Gelegenheit verschieben werden müssen.
Wenn sie ihm so in die Augen sah, konnte sie schwören, dass sie sich verändert hatten. Ganz am Anfang hatten sie so einen gewissen, kalten Ausdruck. Einen Ausdruck, der einem normalen Menschen wohl einen Schauer über den Rücken gejagt hätte und ihm dann sein ganzes Geld zu schenken, damit er am Leben blieb. Aber jetzt… war er verändert, wie sie fand. Warm, ruhig. Sie liebte seine Augen – wahrscheinlich mehr als seine Haare, wenn sie so darüber nachdachte.
„Natürlich ist es mir aufgefallen. Was wäre ich denn sonst für ein weibliches Wesen, huh?“,
konterte sie noch grinsend. Frauen schauten nun mal ganz gerne auf die Kleidung – mussten es ja vergleichen.
Sie liebte ihn. Sie liebte den Kuss. Sie liebte einfach den Moment – bis er auch schon von den anderen zerstört wurde. Tja, daran musste man sich wohl noch gewöhnen. Wobei sie ja kein Fan von Gewohnheiten war. Überraschungen waren doch sehr viel besser. Aufregender.
„…Leute.“, endete sie seinen Satz. Klar hätte sie auch gern irgendein unschönes Wort hintendrangehangen, aber sie hatten recht viel für sie getan, da konnte man auch netter sein und sie konnte es sich einfach nicht nehmen lassen seinen Satz zu beenden.
„Kniffel?“, wiederholte sie stirnrunzelnd. „Ah, das.“, stellte sie fest, als sie bei dem nächsten Würfeln zusah und setzte sich auf einen freien Sessel, überschlug die Beine und stützte ihren Kopf in ihre Hand, den Ellenbogen auf die Lehne. Sie hatte das Spiel nie verstanden und würde es wohl auch nie. Hatte es auch gar nicht vor.
Diese Miki sagte dann auch etwas zu der vorangegangen Situation. Tja, damit würden sich die beiden wohl auch noch abfinden müssen. Schräge Blicke. Dabei war der Altersunterschied gar nicht so groß. Fünf Jahre waren doch zu verkraften! Nur gut, dass Len etwas darauf antwortete und erst jetzt besah sie sich die Leute genauer. Den einen kannte sie als den, mit dem Besen, noch eine Frau und ein Mann, die sie beide nicht wirklich zuordnen konnte. Dazu kamen noch Miki und die Tochter – wie war ihr Name gleich wieder? Nun ja… würde schon nicht so wichtig sein. Reichte aus, dass sie sich wenigsten das Gesicht gemerkt hatte. Aber der Altersunterschied zwischen der Frau und diesem Mann… war ja enorm! Er hätte auch ihr Vater sein können. Nun, wer weiß? Vielleicht war er es ja und hat sie hier nur festgehalten, bis sie sich nicht mehr erinnerte, wer sie denn war und nur ihn als Bezugsperson gehabt. Gab es ja alle möglichen Geschichten! Dann schüttelte sie aber. Kam ja glatt schon wieder Paranoia und ähnliches bei ihr durch. Gedankenverloren setzte sie schließlich ein angedeutetes Lächeln auf und sah ihnen mehr oder weniger beim Spiel zu.
Erst ihr Magenknurren erinnerte sie daran, wieso so noch runter gekommen war. Also beugte sie sich zu einer der angefangen Kekspackungen vor und klaute sich einen daraus. Knabberte daran. Schmeckte gut, wie sie fand. Aber sie mochte ja eigentlich alles Süße.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 17:06

Len grinste verzerrt, halb belustigt, halb deprimiert. Schließlich wollte er ja vor ihr keine dumme Figur machen – wobei er es ja immer wieder schaffte, sich selbst als kompletten Vollidioten zu outen.
»Ich bin eben vielschichtig. Wie so eine Zwiebel«, erwiderte Len voller Selbstironie. Wenn er schon dabei war, sich dumm darzustellen, konnte er ja gleich mit dämlichen Vergleichen weiter machen.
Er war mal so frei, einfach zu schweigen. Damit der Moment möglichst genießbar blieb. Ihre Gedanken nahm er allerdings trotzdem zur Kenntnis. Hatte die Berührung so an sich. Muss ja wirklich noch Pläne machen... Nun ja, man kommt eben nicht zu vielen Dingen, wenn man Gast ist.
Len legte den Kopf schräg und schmunzelte vor unverhohlener Fröhlichkeit. Tja, was Augen nicht alles ausmachen konnten. Und! Sie hasste weder seine Haare, noch seine Augen! Das war doch mal ein Fortschritt, nicht wahr? Ein großer Fortschritt. Dabei war er im Moment nicht mal außerordentlich ansehnlich. Ein schiefer Blick in Richtung seines Ponys. Er hatte die Haare nicht einmal hochgebunden, weil ihm die Zeit gefehlt hatte...
»Ah. Ja. Beinah hätte ich das vergessen«, scherzte er und ließ sie sogar für einen Moment los, um am Kragen seines Pullis zu zupfen. »Ist gemütlich.« Ja, er hatte fast den Komfort von so manchen, bequemen, nicht gerade ordentlichen Sachen vergessen. Aber eben nur fast.
Und dann konnte er es sich eben doch nicht verkneifen: »Tzehehe... Ich liebe dich auch. Und den Kuss. Und den Moment. Nur diese ... was sagtest du ... Leute nicht. Wow, nett ausgedrückt.« Er gab ihr noch einen Kuss auf die Nasenspitze, bevor sie aber auch schon ergeben in das Wohnzimmer trotteten.
Nun ja, nachdem die Sache geklärt war, kehrte auch wieder Ruhe ein. Sogar die ausgelassene Stimmung kehrte zurück, wenn Miki sich auch zurückhaltend lächelnd nicht wirklich ins Spiel und die Unterhaltungen einbrachte. Ab und an sah Len zu Yoko herüber, sah zu, was sie tat oder eben nicht.
Und das Magenknurren überhörte wohl keiner im Raum. Sowohl Nami als auch Miki sprinteten los, um dann mit dem restlichen Inhalt des Kohlsuppentopfes angetrabt zu kommen.
»Wir wollen unsere Gäste ja nicht hungern lassen.«
Kurz war Len ja schadenfroh. Das Zeug war wirklich nur zum Würgen. Aber wenn man Hunger hatte, aß man alles. Selbst er hatte nach einer Weile den grauenhaften Geschmack ausblenden können.
Die Würfelrunde setzte sich fort. Zwar lag Len durch seinen anfänglichen Kniffel durchschnittlich immer ein Stück voraus, dafür war er aber eher durchschnittlich in den anderen Würfen.
Irgendwann warf er Yoko hiflosen Blick zu und fragte: »Du hast mehr Glück, als ich. Willst du mal für mich übernehmen? Du musst nur würfeln.« Außerdem war es ein eher matter Versuch, sie in die Runde zu integrieren.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 17:47

„Hm… Zwiebeln bringen mich aber zum heulen – was du noch nicht geschafft hast.“, erwiderte sie grinsend. Natürlich heulte sie bei so was… es gab kaum jemand, der nicht heulte. Zumindest nicht bei einer wirklich scharfen Zwiebel. Wobei solche Tränen in ihren Augen eindeutig nicht zählten. Mussten schon wirkliche Tränen sein, die im Zusammenhang mit einer Person flossen – aus welchem Grund auch immer.
„Du bist doof.“,
brummte sie – hatte sie ja schon länger nicht mehr gesagt – und piekte ihm in die Seite. Nur weil er der festen Überzeugung war, dass sie stärker war, hieß es doch nicht, dass sie ein Kerl wäre! Was mit seiner Homophobie dann auch im Widerspruch stünde.
„Klar sind die gemütlich. Hatte vorher auch mal einen an. Am gemütlichsten ist aber immer noch ein Pyjama.“ Das war ihre ehrliche Meinung. Hatte es doch etwas von Geborgenheit an sich. Immerhin zog man so was kaum an, wenn man gerade wirklich in greifbarer Gefahr stand und sonst in so was rumlaufen musste. Einen Pyjama – oder ähnliches – trug man, wenn man Ruhe hatte. Wenn man glaubte, man wäre zumindest für den Moment sicher. Viel zu selten hatte sie dieses Gefühl in den letzten Jahren und nun recht andauernd, seitdem sie mit ihm zusammen war. Schließlich war sie nun nicht mehr allein. Nicht mehr ganz auf sich selbst gestellt.
„Unverbesserlich.“,
antwortete sie ihm, als er auf ihre Gedanken wieder antwortete, musste dennoch breit lächeln. Er liebte sie ja auch! Da war so was wohl egal. „Hab ich mich jemals nicht nett ausgedrückt? – Halt. Antworte nicht darauf. Lass mich in meinen kindlichen Glauben.“ Waren ja mal seine Worte gewesen, auch wenn es schon eine Weile her sein musste. Sie streckte ihm die Zunge raus – bekam auch einen Kuss auf die Nase, auch wenn der wohl nicht extra geplant auf die Geste gewesen war.

Nun, wo sie auf dem Sessel saß, Kekse aß, ihr Magen knurrte, bekam sie etwas in einer Schüssel vorgesetzt, das wohl Kohlsuppe darstellen solle. Sie bedankte sich höflich und aß. Musste sich zusammenreißen keine Miene zu verziehen. Sie konnte froh sein, dass sie eine (lau)warme Mahlzeit bekam. Und je mehr man aß, desto besser gewohnte man sich daran, sodass es gar nicht mehr so grausig schmeckte. Nachdem aufgegessen wurde, stand sie auf und brachte sie mit Nami in die Küche, die ihr den Weg ja zeigen wollte.
Gerade, als sie sich dann wieder hinpflanzen wollte, wurde sie von ihrem Freund angesprochen. Also zuckte sie mit den Schultern, zog sich den Sessel näher an den Tisch – da sie ja sonst nicht wirklich hingekommen wäre und nahm sich den Würfelbecher, warf die Würfeln rein, schüttelte einmal und ließ sie auf den Tisch purzeln. Nachdem sie ausgerollt hatten, sah sie fragend zu Len, ob es denn nun ein gutes Ergebnis war oder nicht.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 18:15

Len ließ den Kopf hängen und rieb sich einmal mit der flachen Hand über das Gesicht. »Zumindest im Genjutsu, okay? Zumindest da habe ich es gepackt. Das zählt auch. Irgendwie.« Außerdem mussten Zwiebeln nicht zwingend zum Heulen bringen. Wichtig: Einschneiden, nicht durchschneiden. Auch horizontale Querschnitte machen. Dann würfeln. Er hatte es sich aus einem Kochbuch gemerkt, weil das Reizen ihn auf Dauer genervt hatte, wenn er sich denn mal dazu herabgelassen hatte, zu kochen. Zumal er Zwiebeln sowieso nicht leiden konnte. Nur nicht hacken, dann kommt der Zwiebelsaft, rief er sich in Erinnerung und bekam dann schon garnicht mehr mit, dass sie ihn mal wieder als doof betitelte.
»Hm...? Homophobie?« In seiner gedanklichen Abwesenheit hatte er wieder mal nicht gemerkt, dass sie nur gedacht hatte. »Ich muss für dich eben doch unberechenbar bleiben... Aber keine Sorge, du hast überzeugende Argumente, dass ich niemals auf die Idee kommen würde, dass du ein Kerl bist.« Len hustete auffällig und lachte kurz, bevor er aber auf den Themawechsel einging. Er nickte nur. Joa, Pyjamas waren ganz bequem. Aber er konnte sich auch perfekt in Jeans, solange sie aus Stretch waren, und Pullover entspannen.
Er biss sich auf die Zunge, um nicht erneut auf ihre Gedanken zu reagieren und lächelte schief.
»Meine Yoko«, kommentierte er nur kopfschüttelnd. [Lass uns den oberen Teil mal so gut wie weglassen... xD]

Während Len also mit den Anderen würfelte, wurde Yoko gefoltert. Jedenfalls kam es ihm so rüber. Wenn man aufmerksam war, erkannte man eben doch Zeichen für Missgunst. Das schwere Schlucken. Das Geschlossenhalten der Augen für einen Herzschlag länger, als man benötigt, um zu blinzeln. Die mühsam beherrschte Miene. Seine Mundwinkel zuckten amüsiert. Er hatte seine Gesichtszüge nicht so gut unter Kontrolle halten können, was man eindeutig hatte an Moritas Lächeln erkennen können. Es hatte sich nämlich damals minimal minimiert. Jetzt, im Würfelfieber, bekam weder er, noch seine Frau, etwas davon mit. Gut für Yoko.
Kurz verschwand Yoko in die Küche und Len hatte Zeit, sich mal wirklich ins Kniffeln hineinzuhängen – und würfelte vier Sechsen für den oberen Teil. Damit war ihm auch endlich der Bonus von 35 Punkten sicher... Vielleicht gewann er ja doch? Aber nun ja, Yoko würde es schon richten. Bevor sie wieder ins Zimmer kam und er sie fragen konnte, warfen noch Morita, Frau Morita und Miki. Nami schließlich auch und dann reichte man auch schon Yoko den Würfelbecher.
Ein prüfender Blick und Len zog mit einer Hand zwei Fünfen zu sich. »Rest wieder in den Becher und nochmal würfeln«, wies er an.
Nami, die sich auf das Sofa gestellt und sich auf seine Schulter gestützt hatte, deutete auf seine rechte Hand. »Lenni? Warum seid ihr Beiden so kaputt und habt euch überall wehgetan?«
»Ach, ich war unsagbar dumm und bin in einen Fluss gefallen. Da lagen Scherben und da ich nur Glück abgebe und keines habe, bin ich hineingefallen.«
»Na dann! Dasselbe ist Papa auch passiert. Aber der ist jetzt tot. Dafür ist Opa jetzt da und hat Mama geheiratet.« Das Schweigen, das eintrat, war durchaus belustigend. Vor allem Mikis Blick. Fragte sich – nein, hoffte – nur, ob sie jetzt ihren Vater oder aber den Vater ihres Verstorbenen geheiratet hatte. Na das konnte witzig werden.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 18:43

„Falsch. Genjutsu zählt auch nicht.“, antwortete sie mit einem tadelnden Zeigefinger. War ja irgendwo wirklich lustig, dass er wirklich danach suchte, wann er sie denn zum Weinen gebracht hatte.
Der Rest wurde abgenickt. Gut für ihn, dass er nicht noch mal sagte, sie wäre keine Frau, sonst würde er leiden müssen, nahm sie sich felsenfest vor. Wobei sie insgeheim wusste, dass sie ihn nicht wirklich leiden lassen würde können. Nun ja, aber es gab ja auch mehrere Möglichkeiten, wie man seinen eigenen Freund leiden lassen konnte. Sie schmunzelte vor sich hin.

Die Utsukushi tat wie ihr geheißen und würfelte di anderen drei (? xD) Würfel noch mal. Wobei sie immer noch nicht wusste, ob das nun gut oder schlecht war. Tja, deshalb würde sie sich nie mit dem Spiel anfreunden können. Spielte sie lieber andere Spiele… und wenn es denn ein offizielles sein musste: Poker, oder so ähnliches. Auch mal an einem Rad drehen, oder ein Spielautomat. Da musste man selbst nicht so viel verstehen, wie sie fand.
Sie sah kurz zu dem Mädchen bei Len. Gut für es, dass es noch so jung war. Sonst wäre wohl ein Kopf gerollt und Blut würde an Wand und Decke kleben. Aber wie gesagt, sie war ja noch ein Kind, da brauchte sie sich keine Sorgen machen. Außer er war ein Pedo, was im Widerspruch damit lag, dass er eine ältere liebte. „Jetzt muss ich aber weinen.“, kommentierte sie Lens Worte etwas… trocken. Was sich auf das kein Glück besitzen bezog. Demnach musste sie ja Unglück sein – nun gut, viel interessanter waren aber die Worte der Kleinen. „Dein Papa verstarb an einer Glasscherbe im Fluss?“ Muss bitter sein, sowas. Ja, sie hatte wirklich Einfühlungsvermögen und ein großes Taktgefühl! – Absolut nicht. Und noch mal ja, richtig. Das war das, was ihr als erstes auffiel. Was ihr im ersten Moment interessant erschienen war, bis auch der Rest ganz aufgenommen wurde. „Moment, ihr seid Ehepartner, sowie Vater und Tochter? Hab ich’s doch gewusst!“ Sie schnippte mit den Finger und erhielt verständnislose Blicke, dass sie so etwas sagte – sich daran sogar freute.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 19:02

»Du gönnst mir auch nichts«, schmollte er. Irgendwie würde er es schon noch schaffen. Irgendwie. Irgendwann. Irgendwo. Konnte ja nicht sein, dass er das einzige, was sie sich bisher von ihm gewünscht hatte, nicht bewerkstelligt bekam.

Yoko verstand das Spiel wohl nicht direkt. Aber nun ja, nicht jedem lagen Würfelspiele. Er fischte sich eine Fünf und eine Sechs heraus. Der andere Würfel war eine Eins. »Die 'Eins' noch einmal würfeln. Wir versuchen einen Dreier- oder Viererpasch.« Ungeduldig ließ er den Stift durch die Finger wandern. Manchmal wurde er eben nervös, wenn er abwarten musste.
Len fing Yokos Blick auf, sah hoch zu Nami, die ihm jetzt einen Zopf flocht und schüttelte kurz den Kopf, was das Mädchen entnervt aufseufzen ließ. »Halt still.«
Er erwiderte einfach mal nichts. Weder auf Yokos Kommentar, noch auf Namis Anweisung. Manchmal mussten Kerle eben wissen, wann sie den Mund halten mussten. Gut, dass er die Momente immer recht gut erkennen konnte.
Nami schüttelte enttäuscht den Kopf. »Quark. Nur im Fluss. Weil er dumm war. Komisch, dabei war er nicht mal blond.« Len schürzte verheißungsvoll die Lippen und sah Miki herausfordernd an. Die sollte mal ihr Kind ein bisschen zurückpfeifen. Aber die saß nur versteinert auf ihrem Platz und trank mit zitternder Hand ihren Tee.
Hermann grinste und nickte immer wieder. Aber er schien kein Stück zu verstehen. Vielleicht hatte Len vorhin einfach zu laut gesprochen. Oder Miki. Oder sie beide.
»So... so ein Schwachsinn. Das ist mein Schwiegervater, verdammt! Wir sind doch keine Perversen...«
»Wir auch nicht, falls es wen interessiert«, warf Len ein und hob eine Hand, als Zeichen, dass er sich auch vorher brav gemeldet hatte, bevor er dazwischen rufen musste.
»Was ist ein Perverser?«, fragte Nami.
»Wir haben doch bestimmt noch Abendessen auf dem Herd, oder?«
Und so schnell konnte eine heitere Würfelrunde ausarten.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 19:21

„Achso? Du hast doch schon drei fünfen.“, erwiderte sie stirnrunzelnd. Nein, sie konnte das Spiel nicht ab, aber wenn er unbedingt mochte, dass sie noch mal würfelte, tat sie es eben und tada, noch eine fünf kam dabei raus. Konnte sie mal stolz auf sich sein, bzw. konnte er das auf sie sein. War ja sein Wunsch nen vierer zu haben.
„Achso? Hm, wenn er den Fluss am Berg unten reingefallen ist, dann kann ich es sogar nachvollziehen. Fällt man recht tief und der Fluss selbst ist auch recht tief. … Zumindest erschien er mir so von oben...“
Den Rest fügte sie mehr nuschelnd hinzu, musste ja nicht unbedingt gleich so rüber kommen, dass sie da runter gefallen war. Kam recht blöd.
„Achso? Naja ist ja auch egal. Aber was ist denn mit… ok, nicht so wichtig.“
Sie unterbrach sich selbst, als sie nach der Oma fragen wollte. So schnell wollte sie dann doch nicht rausgeworfen werden, wenn es denn nicht schon zu spät war. Den Becher stellte sie auch auf den Tisch. Sollte ja weiter gehen und sie wusste nicht, wer nun gleich wieder dran war. Sie klopfte sich auf die Oberschenkel und stand auf. „Ich bin dann mal oben, wenn’s recht ist.“ Sie ging zur Tür und blieb noch kurz stehen, ob noch jemand etwas zu ihr sagen wollte.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 19:32

»Und? Würfel einfach«, erwiderte Len und lächelte schief. Wenn man das Spiel nicht kannte und auch keinen solchen vorgedruckten Zettel in der Hand hielt, war es auch schwierig zu verstehen. Wow. Sie hatte sogar noch eine fünf gewürfelt! Das nannte sich doch vorzüglicher Viererpasch. Vier Mal die Fünf und einmal die Sechs – 26 Punkte. Es ging voran!
»Woher soll ich das wissen? Ich war ja nicht dabei«, schnauzte Nami rotznäsig und nahm ein Gummiband, um den kurzen Zopf haltbar zu machen. Dann ließ sie sich neben Len aufs Sofa plumpsen und trommelte mit den Beinen gegen das Sofapolster.
»Deswegen erschienen Sie uns auch so nass, als Sie ankamen, Yoko-san«, warf Morita ein und lächelte. Er hob auch beschwichtigend die Hände, als Zeichen, dass alles gut werden sollte. Wenn sich denn alle beruhigten, würde die Welt bald wieder in hellem Licht erscheinen. Jedenfalls sagte das seine Miene. Frau Morita zog an seinem Arm, als würde es brennen und als würde er das Feuer anbeten, anstatt davonzulaufen.
»Ja. Egal. Mit wem? Und Perverse – das erkläre ich dir, wenn du groß bist.«
»Ich bin groß, Mama!«, protestierte Nami und verschränkte schmollend die Arme vor der Brust. Fragte sich, ob der Streit zwischen den Gästen und dem Gastgeber oder aber nur innerhalb der Gastgeber stattfand... Gute Frage, übrigens. Man konnte es nicht genau sagen, bzw. Len konnte es nicht genau entziffern. Auf jeden Fall schienen alle wütend auf jeden zu sein. Na gut...
Frau Morita schaffte es, dass ihr Mann aufstand und schließlich mit ihr aus dem Haus der Satos flüchtete. Natürlich nicht ohne eine großzügige Verabschiedung.
Als dann auch noch Yoko hochgehen wollte, rang Miki mit den Händen und rief irgendwann hilflos:
»Und was ist mit dem Abendessen? Ich habe doch extra noch Wurst vom Schlachter um die Ecke geholt... Das Brot... das Brot ist auch wirklich lecker... Wo wollt ihr denn alle hin?«
Nami hängte sich an Lens linken Arm. Er verdrehte innerlich die Augen. Das Kind dachte an einen Abend, an dem sie, ihre Mutter und er fernsahen oder ein Buch lasen. »Schau mal, er geht nicht!«
»Vielleicht geht er ja doch?« Und dann war er es, der hilflos aus der Wäsche starrte und eben jene Hilfe bei Yoko suchte.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 19:57

Irgendwie artete das ganze Gespräch ja wirklich aus! Nun gut… rosa passte zu blonden Haaren, aber bei einem Kerl? Sie runzelte nach der Aktion kurz die Stirn. Sie würde ihn wohl bei Gelegenheit darauf hinweisen. Nicht dass er sich noch über komische Blicke wunderte.
Auf die Feststellung von dem Alten hin wusste sie nichts zu erwidern. Sie war da nun mal recht nass gewesen… „Bin nur gestürzt… hab Wasser von der Wasserflasche abbekommen.“ Schlechte Ausrede, aber immerhin. Vielleicht hielten sie die junge Frau ja wirklich für so tollpatschig dumm. Was sie in gewisser Weise auch war. Wer sonst bekam im Wald die Äste vom Vordermann ab?
Streit zwischen Mutter und Tochter. Das kam ihr leider bekannt vor… Lieber hätte sie sich nun nicht an solche Momente aus ihrer Kindheit erinnert. Wahrscheinlich war das Mitgrund, wieso sie nun flüchten wollte.
Selbst die Nachbarn suchten das Weite. Auf Mikis verzweifelten Worte, kratzte sie sich am Hinterkopf. „Ich hatte nur vor in meiner Tasche etwas zu suchen… Zum Abendessen werde ich schon wieder unten sein.“ Ihr Blick glitt zu Len und dem Mädchen. Es war doch witzig, dass er so litt, aber sie brauchte ihn nun wirklich – mehr oder weniger. „Der Blonde kommt mit mir. Muss sich was ansehen.“, dann wandte sie sich auch ganz um und lief die Treppen hoch. Nahm sogar immer zwei Stufen auf einmal und verschwand letztendlich wieder im Zimmer, knipste das Licht an und hockte sich vor ihre Sachen. Das nasse Zeug hing über den Stuhl und schien langsam aber sicher trockener zu werden. Sie brauchte nun aber eine bestimmte Schriftrolle, die sie bei der Auswahl schnell gefunden hatte. Sie wollte Len den Ausweis zeigen. Fand, dass eben genau jetzt so der richtige Zeitpunkt gekommen war. Unten wollte sie weg, aber sie hatte somit oben Zeit. Also öffnete sie weitere Schriftrollen, bis sie ein kleines Kästchen in den Händen hielt und sich aufs Bett setzte.
Vorsichtig öffnete sie es. Es war schon ziemlich lange her, als sie es das letzte Mal in der Hand hatte. Aber da drin ging auf jeden Fall nichts kaputt. Denn sie konnte sich nicht so wirklich davon trennen. Stirnband und das Konohaoutfit. Und natürlich der Ausweis, den sie nachdenklich in den Fingern drehte. Sich das Bildchen ansah, es allerdings mied sich den Rest genauer anzusehen. Wie ihrem Geburtsdatum. Das wollte sie noch immer nicht wissen, aber Len sollte es wissen, wenn er denn wirklich wollte. Da fiel ihr auf, war er überhaupt mitgekommen? Sie hatte bis eben alles um sich herum abgeschaltet. Zu vertieft war sie in der Suche und dem anschließenden Betrachten.
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BeitragThema: Re: Bergdorf   Mi 03 Aug 2011, 20:10

Zwar wusste Len natürlich nicht, warum, aber der erste komische Blick, den er zu erwarten hatte, kam direkt von ihr. Er bezog es einfach mal darauf, dass hier sowieso alles drunter und drüber ging. Auch hätte er sich nicht gewundert, müsste er sich plötzlich unter irgendwelchen Wurfgeschossen wegducken. So harmlos die Leute in diesem Dorf auch wirkten – so gefährlicher konnten sie ja sein. Jedenfalls, wenn alle so schräg drauf waren, wie diese Paradiesvögel hier.
Morita hatte gar nicht mehr wirklich darauf geachtet, was Yoko sagte und nickte überstimmt. Schließlich war es auch schwer, sich zu konzentrieren, wenn die dicke Frau an einem hing und zog und zerrte. Jedenfalls verließen die Beiden Hals über Kopf das Haus, als würden sie schon wissen, was alles noch für Donnerwetter passieren könnten.
Miki fuhr sich betont ruhig durch die Haare und atmete zitternd aus. »So gehört es sich auch für einen braven Gast, der das Nudelholz nicht spüren will.«
»Hör auf, den Kindern Angst zu machen!«, rief Hermann dazwischen, als er Namis bedröppelten Gesichtsausdruck eingefangen hatte. Zwar war das Kind durchaus nicht verängstigt, aber durchaus verstört. Wie gestern, als sie plötzlich in der Tür gestanden hatten. Umso besser fand Len, dass Yoko seinen stummen Hilferuf trotz allem bemerkte und ihn aus der Sache herauswand. Zwar hangelte Nami, als er bereits aufgestanden war, immer noch an seinem Arm, aber ihre Mutter befehligte sie in die Küche. Es blieb nicht viel Zeit zur Vorbereitung des kalten Abendessens. Außerdem wollte »Mami« ins Bett, wie Miki sagte. Hermann nickte, augenscheinlich mit der Situation zufrieden. Fragte sich, wie viel er von all dem überhaupt mitbekommen hatte.
Da Len also vorher noch das Kind von seinem Arm rupfen musste, kam er natürlich mit Verspätung an. Vor der Treppe zog er sich noch das Gummiband aus den Haaren – fielen ja überall Strähnen heraus – und warf es über die Schulter davon. ...guter Versuch, Nami... Aber mich kriegst du nicht!
Oben angekommen blieb er erst einmal im Türrahmen stehen, lehnte sich an und beobachtete das Geschehen schweigend. Immerhin schien Yoko unheimlich in ihrer Tätigkeit versunken.
Erst, als sie aufsah, stieß Len sich wieder ab und ging schicksalsergeben zum Bett herüber, um sich neben sie zu setzen.
»Na, was haben wir denn da? Haben wir schon 'Bei Gelegenheit'?«
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